Erinnert sich noch jemand? Es ist nun etwas mehr als zwei Jahre her, Walli war gerade eine Woche im Land und ihr wurde von zwei Mitausreisenden Partnern von Botschafts-Mitarbeiterinnen gesagt, dass sie in Gaborone eigentlich nur Golf spielen könne, sonst nichts. Das war damals ein ziemlicher Schock für sie.
In den letzten Wochen waren wir nun gleich mehrmals im Gaborone Golf Club zu Gast. Wer hätte das gedacht. Bis auf den Rasen schafften wir es allerdings nicht, wir blieben im Clubhaus, wohin die deutsche Botschaft zu den drei deutschen WM-Vorrundenspielen geladen hatte; wir waren immerhin zwei Mal beim Public Viewing dabei. Der Kreis der Teilnehmer an diesen Veranstaltungen war eher überschaubar: Die wenigen Botschaftsmitarbeiter, ein paar alteingesessene (oder sollte man sagen: hängen gebliebene) Deutsche, mein Chef und wir. Dazu gab's Fußball per Beamer auf einer Leinwand, mit englischem Kommentar.
Auch bei der EM vor zwei Jahren hatte die Botschaft ein paar Mal ein Public Viewing organisiert, wir waren damals noch recht neu im Land und hofften, bei solchen Veranstaltungen neue Leute kennenzulernen. Diesmal sind wir realistischer ans Public Viewing herangegangen - allerdings kannten wir eben auch schon einige Teilnehmer (insbesondere von der Botschaft).
Ein netter Nebeneffekt: Da die beiden Spiele, die wir dort sahen, nicht unbedingt die allerbesten waren, schweifte mein Blick häufiger nach draußen auf die Rasenfläche. Auch wenn der Rasen aufgrund der Trockenzeit hier nicht mehr überall ganz grün ist (kein Wunder), so war es schön, einen tendenziell grünen Blick und etwas weite Fläche zu sehen. Am Ende kam mir tatsächlich doch mal der Gedanken, dass es ganz nett sein könnte, Golfen zu lernen und hier zu spielen. Dann hätte man hier etwas Bewegung im Freien. Vielleicht doch ganz gut, dass das deutsche Team ausgeschieden ist, wer weiß, was ich bei weiteren Public Viewing-Terminen sonst noch alles für verrückte Ideen entwickelt hätte?!
P.S.: Ende letzter Woche war ich zu einer Besprechung bei unserem Projektpartner SADC. Der Abteilungsleiter begann die Besprechung mit einer Schweigeminute. Wir waren zunächst etwas verwirrt, befürchteten wir doch, dass jemand gestorben war, ohne dass wir es mitbekommen hatten. Dann grinste er breit und erklärte: "Eine Schweigeminute für Deutschland, das gerade aus der WM ausgeschieden ist...".
Samstag, 30. Juni 2018
Montag, 25. Juni 2018
Plastikverbote
Die Europäische Union hat kürzlich angekündigt, dass demnächst Einweg-Plastikgeschirr sowie Strohhalme aus Plastik in der EU verboten werden sollen. Begründet wird dies u.a. mit dem Schutz der Meere vor Plastikabfall. Ich finde den Schritt prinzipiell gut und richtig - allerdings eigentlich nicht weitgehend genug. Ich bezweifle, dass Plastikgeschirr und Strohhalme einen Großteil des Plastikmülls in den Weltmeeren ausmacht, somit müsste eigentlich noch viel mehr an Plastikprodukten verboten werden.
Wie wäre es z.B. mit Plastiktüten? Da hat die EU immerhin Ziele für die Mitgliedsstaaten gesetzt. Bis 2025 soll der Pro-Kopf Verbrauch an Plastiktüten auf 40 Stück pro Person und Jahr sinken. Deutschland hat seinen Soll bereits jetzt mehr als erfüllt, mit 29 Plastiktüten pro Person und Jahr. Anstelle von Verboten könnte ich mir auch eine zunehmende Besteuerung von Plastik vorstellen, um so Anreize für Innovationen in Alternativprodukten zu setzen.
Die botswanische Regierung hat nun verkündet, dass ab November 2018 Verkauf, Verwendung und Besitz von Plastiktüten verboten wird. Wird man mit einer Plastiktüte erwischt, soll man 5000 Pula (ca. 430 EUR) Strafe zahlen oder 30 Tage ins Gefängnis gehen. Gezielt wird mit dieser Maßnahme vor allem auf die Plastiktüten, die im Supermarkt an der Kasse häufig kostenlos abgegeben werden, als Müllsäcke z.B. werden Plastiktüten weiterhin erlaubt bleiben. Wir hatten ja schon einmal berichtet, wie verbreitet die Plastiktüten an der Supermarktkasse sind und wie seltsam wir angeschaut werden, wenn wir unsere Stoffbeutel auspacken (siehe hier), das wird in Botswana sicherlich ein ordentlicher Kulturwandel werden.
Botswana wird übrigens nicht das erste Land mit einem Plastiktütenverbot sein: Länder wie Bangladesch, Nepal, Ruanda, Kenia und weitere haben bereits vor einiger Zeit Plastiktüten verboten. Interessant, dass bisher wenig "westliche" Industrieländer nachgezogen sind.
Vor ein paar Jahren fragte ich mal nach der GIZ-Position zum Plastiktütenverbot. Die Antwort hat mich überrascht: Meine Kollegen der Umwelt-Abteilung waren gegen ein komplettes Plastiktütenverbot. Sie argumentierten, dass es beim Einpacken mancher Lebensmittel eventuell hygienischer sei, Plastiktüten zu verwenden. Und man bräuchte bei einem Plastiktütenverbot eben auch eine ökologische Alternative. Papiertüten seien dies eher nicht. Denn diese brauchen in der Herstellung so viel Wasser, dass man sie mehrfach verwenden müsste, was aber bei Papiertüten eher selten passiert. Es wäre also schon ironisch, wenn in dem überwiegend so trockenen Land Botswana Plastiktüten durch Papiertüten ersetzt würden.
Kürzlich las ich auch in einer Kolumne im SZ Magazin online, dass auch Stoffbeutel nur eingeschränkt eine gute Alternative zu Plastiktüten sind. Deren Produktion verbraucht ebenfalls eine Menge Wasser und Pestizide, so dass sie erst ab 25-maliger Benutzung ökologischer als Plastiktüten sind. Es ist nicht einfach, ökologisch korrekt zu handeln!
Ich bin gespannt, was hier ab November passieren wird. In der Zwischenzeit merke ich, dass mir an der Supermarktkasse mittlerweile schon etwas weniger automatisch Plastiktüten angeboten werden bzw. dass ich gefragt werde, ob ich auch ohne Plastiktüte auskomme.
Wie wäre es z.B. mit Plastiktüten? Da hat die EU immerhin Ziele für die Mitgliedsstaaten gesetzt. Bis 2025 soll der Pro-Kopf Verbrauch an Plastiktüten auf 40 Stück pro Person und Jahr sinken. Deutschland hat seinen Soll bereits jetzt mehr als erfüllt, mit 29 Plastiktüten pro Person und Jahr. Anstelle von Verboten könnte ich mir auch eine zunehmende Besteuerung von Plastik vorstellen, um so Anreize für Innovationen in Alternativprodukten zu setzen.
Die botswanische Regierung hat nun verkündet, dass ab November 2018 Verkauf, Verwendung und Besitz von Plastiktüten verboten wird. Wird man mit einer Plastiktüte erwischt, soll man 5000 Pula (ca. 430 EUR) Strafe zahlen oder 30 Tage ins Gefängnis gehen. Gezielt wird mit dieser Maßnahme vor allem auf die Plastiktüten, die im Supermarkt an der Kasse häufig kostenlos abgegeben werden, als Müllsäcke z.B. werden Plastiktüten weiterhin erlaubt bleiben. Wir hatten ja schon einmal berichtet, wie verbreitet die Plastiktüten an der Supermarktkasse sind und wie seltsam wir angeschaut werden, wenn wir unsere Stoffbeutel auspacken (siehe hier), das wird in Botswana sicherlich ein ordentlicher Kulturwandel werden.
Botswana wird übrigens nicht das erste Land mit einem Plastiktütenverbot sein: Länder wie Bangladesch, Nepal, Ruanda, Kenia und weitere haben bereits vor einiger Zeit Plastiktüten verboten. Interessant, dass bisher wenig "westliche" Industrieländer nachgezogen sind.
Vor ein paar Jahren fragte ich mal nach der GIZ-Position zum Plastiktütenverbot. Die Antwort hat mich überrascht: Meine Kollegen der Umwelt-Abteilung waren gegen ein komplettes Plastiktütenverbot. Sie argumentierten, dass es beim Einpacken mancher Lebensmittel eventuell hygienischer sei, Plastiktüten zu verwenden. Und man bräuchte bei einem Plastiktütenverbot eben auch eine ökologische Alternative. Papiertüten seien dies eher nicht. Denn diese brauchen in der Herstellung so viel Wasser, dass man sie mehrfach verwenden müsste, was aber bei Papiertüten eher selten passiert. Es wäre also schon ironisch, wenn in dem überwiegend so trockenen Land Botswana Plastiktüten durch Papiertüten ersetzt würden.
Kürzlich las ich auch in einer Kolumne im SZ Magazin online, dass auch Stoffbeutel nur eingeschränkt eine gute Alternative zu Plastiktüten sind. Deren Produktion verbraucht ebenfalls eine Menge Wasser und Pestizide, so dass sie erst ab 25-maliger Benutzung ökologischer als Plastiktüten sind. Es ist nicht einfach, ökologisch korrekt zu handeln!
Ich bin gespannt, was hier ab November passieren wird. In der Zwischenzeit merke ich, dass mir an der Supermarktkasse mittlerweile schon etwas weniger automatisch Plastiktüten angeboten werden bzw. dass ich gefragt werde, ob ich auch ohne Plastiktüte auskomme.
Donnerstag, 21. Juni 2018
Die Auto-Perspektive: Von Roadtrips mit Walli und Philip
Gestatten, Schluckspecht - ich bin zwar kein Fan des Spitznamens, den Philip mir bereits kurz nach dem Kauf verpasst hat, aber ich trage ihn inzwischen mit Fassung. Dass ich bei meiner Motorisierung etwas mehr verbrauche als andere Autos, finde ich legitim - und insbesondere bei Überholvorgängen wissen Philip und Walli sie auch zu schätzen!
Ich ahnte schon ein wenig, was auf mich zukommen würde, als Philip damals meinem Verkäufer erklärte, er wolle unbedingt ein Auto mit Vierradantrieb. Obwohl hier viele Straßen in überraschend gutem Zustand (sprich geteert) sind, kommt man häufig an die besonders schönen Orte nur mit Vierradantrieb. Und dann gibt es noch die Strecken, die extra nur für Autos mit Vierradantrieb ausgelegt sind, die Philip offenbar einfach aus Lust nehmen will - ich bin da immer nur so halb euphorisch. Walli mutmaßt ab und an, dass ich mich heimlich in meine japanische Heimat zurückwünsche - und ganz ehrlich: Manchmal tue ich das auch. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass es mich mal nach Botswana verschlägt, aber das ging Philip und Walli vermutlich ähnlich. Insofern passen wir dann doch wieder ganz gut zusammen.
In den letzten Monaten haben Walli und Philip mich quasi einem Dauerstresstest unterzogen.
Während unserer Fahrt nach Kapstadt (wo wir Philips Mutter trafen, siehe Gästeblog) machten wir bereits in zwei südafrikanischen Nationalparks Station, dem Mokala Nationalpark in der Nähe von Kimberley (jüngster Nationalpark Südafrikas) und dem Karoo Nationalpark. In letzterem gab es zwar einen schönen Bergpass zu fahren, der jedoch langweilig geteert war. Dafür gab es ansonsten ein paar herrliche Strecken für Autos mit Vierradantrieb - teils noch etwas schlammig. So bekam ich ein paar Schlammspritzer ab, die Farbe der Lackierung wechselte von blau zu braun. Was entstand, war Kunst, keine Frage! Hier das Ergebnis, auf das ich mächtig stolz bin:
Ca. 30 km hinter Maun endete die Teerstraße. Es folgte eine ungeteerte Piste für ca. 30 weitere km, die halbwegs ok war, aber so staubte, dass mir der Prado quasi ständig die Sicht raubte, wenn wir nicht genügend Abstand hielten. Die letzten 30 km bis zum Nationalparkeingang gaben mir dann einen Vorgeschmack auf die Straßen im Park selbst: Staubig, mit Schlaglöchern und Schwellen - und nur noch deutlich langsamer zu befahren. Walli stellte irgendwann klar, dass sie es weder mochte, wenn die Sachen im Kofferraum hochhüpften noch wenn sie selbst hochhüpfte, was Philip und ich zwar einsahen, aber es ließ sich leider nicht verhindern. Am Nationalparkeingang wurde der Angeber-Prado wie immer wohlwollend und ich wie immer kritisch beäugt und meine Insassen wurden erneut gefragt, ob ich denn auch Vierradantrieb hätte. Ganz ehrlich: Ohne Vierradantrieb wäre ich vermutlich gar nicht bis zum Nationalparkeingang gekommen. Diesmal blieb ich immerhin nicht 10 Meter hinter dem Eingang liegen, was unseren Abgang etwas würdevoller machte.
Ich ahnte schon ein wenig, was auf mich zukommen würde, als Philip damals meinem Verkäufer erklärte, er wolle unbedingt ein Auto mit Vierradantrieb. Obwohl hier viele Straßen in überraschend gutem Zustand (sprich geteert) sind, kommt man häufig an die besonders schönen Orte nur mit Vierradantrieb. Und dann gibt es noch die Strecken, die extra nur für Autos mit Vierradantrieb ausgelegt sind, die Philip offenbar einfach aus Lust nehmen will - ich bin da immer nur so halb euphorisch. Walli mutmaßt ab und an, dass ich mich heimlich in meine japanische Heimat zurückwünsche - und ganz ehrlich: Manchmal tue ich das auch. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass es mich mal nach Botswana verschlägt, aber das ging Philip und Walli vermutlich ähnlich. Insofern passen wir dann doch wieder ganz gut zusammen.
In den letzten Monaten haben Walli und Philip mich quasi einem Dauerstresstest unterzogen.
Während unserer Fahrt nach Kapstadt (wo wir Philips Mutter trafen, siehe Gästeblog) machten wir bereits in zwei südafrikanischen Nationalparks Station, dem Mokala Nationalpark in der Nähe von Kimberley (jüngster Nationalpark Südafrikas) und dem Karoo Nationalpark. In letzterem gab es zwar einen schönen Bergpass zu fahren, der jedoch langweilig geteert war. Dafür gab es ansonsten ein paar herrliche Strecken für Autos mit Vierradantrieb - teils noch etwas schlammig. So bekam ich ein paar Schlammspritzer ab, die Farbe der Lackierung wechselte von blau zu braun. Was entstand, war Kunst, keine Frage! Hier das Ergebnis, auf das ich mächtig stolz bin:
Die neue Sonderlackierung durfte sich eine Weile halten, denn in Kapstadt und auf der Garden Route herrscht derzeit ja akute Wasserknappheit, da wollten die beiden auch keinen Spritzer für eine Autowäsche verschwenden.
Nachdem wir Philips Mutter 10 Tage später am Flughafen von Port Elizabeth abgesetzt hatten, fuhren wir weiter, und unsere nächste Nacht verbrachten wir im Mountain Zebra Nationalpark. Auch dort gab es wieder schöne Strecken, die nur mit Vierradantrieb zu befahren waren. Die beiden hatten schon gehört, dass sie eventuell aufgrund eines Regenfalls gesperrt werden sollten, also ergriffen sie noch schnell die Gelegenheit, bevor es zu spät war. Wir wurden belohnt mit einer tollen anspruchsvollen Strecke in kompletter Einsamkeit. Nur an einer Stelle ging es für mich nicht mehr weiter, denn es lagen zu viele größere Steine auf dem Weg, die ich nicht ohne weiteres bewältigen konnte - die Steigung war steil, die Steine fast treppenartig, aber lose. Umkehren war keine Option - der 4x4-Track war eine Einbahnstraße und wenden wäre eh nicht möglich gewesen. So mussten Philip und Walli auch mal aussteigen, so knapp vor der Dämmerung in einem Gebiet mit (nachtaktiven) Katzen ... warum soll auch immer nur ich den Löwen ausgesetzt sein? Mit dem Wegräumen von ein paar (schweren!) Steinen war es zum Glück getan, die Löwen waren wohl gerade nicht hungrig - und so konnte Walli sogar noch ein Foto von mir machen:
Der Bergpass in Lesotho, den wir als nächstes zu bewältigen hatten, war ordentlich steil. Langweiligerweise ist er seit Kurzem geteert. Nur ein paar gelegentliche Felsabbrüche lagen auf der Straße und mussten umfahren werden. Auf der Weiterfahrt, als wir die Passstraße nach unten fuhren, reichte meine Motorbremse nicht aus, so mussten auch meine "normalen" Bremsen daran glauben, bis sie glühten (kein angenehmer Geruch übrigens), das hat schon etwas weh getan. Nach ein paar Tagen Erholung für mich und Walli (sowie einem dienstlichen Workshop für Philip) in Johannesburg ging es dann zurück nach Botswana. Nicht lange vor der Grenze wollte ich allerdings bei höheren Geschwindigkeiten nicht mehr ganz so gut beschleunigen. Die Strecke, die wir da gerade fuhren, ist berüchtigt für Überfälle, daher beschloss ich, die beiden zunächst noch ein Stückchen weiter zu kutschieren. Nachdem Walli und Philip auf südafrikanischer Seite der Grenze bereits Stempel in die Pässe erhalten hatten, beschloss ich dann quasi am Schlagbaum doch mal, auszugehen und mich nicht mehr starten zu lassen. Der freundliche Grenzpolizist half den beiden, mich durch den Schlagbaum zu einem kleinen Parkplatz auf der anderen Seite zu schieben (und verzichtete, vermutlich aus Mitleid, auf jegliche Kontrolle). Walli schwankte zwischen nachträglicher Erleichterung, dass ich immerhin bis hierhin durchgehalten hatte und Fassungslosigkeit, dass ich gerade im Niemandsland zwischen Südafrika und Botswana schlappmachen musste. Philip öffnete derweil meinen Brustkorb, sprich meine Motorhaube, und ich war ganz beeindruckt, dass die zwei trotz ihres laienhaften Autowissens gleich entdeckten, warum es mir nicht gut ging: Durch die Ruckelei der Vierradstrecken hatte sich offenbar eine Spange gelöst, die zwei Enden eines Schlauchs zusammenhielt, die nun nicht mehr ineinander steckten. Das ließ sich glücklicherweise schnell reparieren und so brachte ich die beiden noch bis nach Hause - von 5.500 km Fahrt durch Südafrika musste ich mich nur ca. 50 Meter schieben lassen, eine ganz gute Quote, wie ich finde.
Vor zwei Wochen nahmen mich Philip und Walli nun auf ihren nächsten Kurztrip mit, diesmal innerhalb Botswanas. Das erste größere Ziel war der Nxai Pan Nationalpark - Salzpfannen der Makgadikgadi, die wir an anderer Stelle schon einmal 2016 besucht hatten bzw. letztes Jahr auf Kubu Island. Am Nationalparkeingang schauten die Wächter noch etwas mitleidig auf mich und fragten, ob ich wirklich Vierradantrieb hätte (Beleidigung!), was die beiden guten Gewissens bejahen konnten. So fuhren wir also in den Park hinein - kamen allerdings nicht weit. 10 Meter hinter dem Parkeingang hielt unser "Begleitfahrzeug" vor uns an, um seinen Vierradantrieb zuzuschalten. Unser Begleitfahrzeug war das Auto von Ruth und Thomas, ein Landcruiser Prado. Es durfte immer vorfahren und die Strecke zuerst inspizieren, weil es angeblich besser überall durchkommt. Zugegebenermaßen ist der olle Prado etwas höher als ich, aber meinen Vierradantrieb muss man zum Beispiel gar nicht dazuschalten, der ist immer schon drin! Hier hatte Thomas es erst vergessen und stoppte dann leider an einer sandigen Stelle. Und als er dann weiterfuhr, musste ich passen. Ich konnte nicht mehr weiterfahren, steckte im Sand fest - und das 10 Meter vom Tor entfernt. Das fing ja gut an ... es war mir etwas peinlich. Aufgrund der minimalen Distanz zum Gate war sämtliches am Tor stationiertes Nationalparkpersonal schnell bei uns und half, Luft aus meinen Reifen abzulassen, worauf wir weiterfahren konnten. Der Nationalpark ging ab dort allerdings erst richtig los: Uns standen noch 40 km Piste bis zum Campingplatz bevor, teils wieder ordentlich sandig, ansonsten mit vielen Bodenschwellen - nicht unbedingt einfach, mich da durch zu manövrieren. Wir kamen gut an und fuhren auch die nächsten eineinhalb Tage noch gut durch den Park, teils etwas holprig, aber immer ohne stecken zu bleiben.
Eines der Highlights in diesem Park sind uralte Baobab-Bäume, die direkt an einer großen Salzpfanne stehen. Da die Salzpfanne bei Regen geflutet wird und es noch Anfang der Trockenzeit war, konnten wir nicht sicher sein, dass die Pfanne bereits ganz trocken war, so fuhren wir nur an deren Rand entlang und nicht den Weg mittendurch (von dem war uns tatsächlich abgeraten worden).
Wenn Philip und Walli dann doch mal ausstiegen (z.B. am Campingplatz), knackte die unter ihren Schuhen zerbröselnden Salzkruste - ein faszinierendes Geräusch.
Weiter ging's einen Tag später, in den Moremi Nationalpark. Der liegt im Herzen des Okavango Deltas. Philip und Walli waren ja bereits mehrfach im Delta (jüngster Bericht, ein Gästeblog, hier), aber mich hatten sie noch nie mitgenommen und so freuten wir uns alle drei auf diese neue Erfahrung.
Schon die Anfahrt war nicht ganz einfach: Walli kam mit dem miesen Zustand der geteerten Landstraße zwar klar, konnte aber dem Nervenkitzel, ob meine Tankfüllung noch nach Maun reichen würde, wenig abgewinnen. Wir hatten zwar zwei volle Ersatzkanister in meinem Kofferraum dabei, aber die waren recht zugebaut und wir fuhren an diesem Tag auch ein bisschen im Wettlauf mit der Zeit - das Ziel war, erst in Maun zu tanken. Als Walli entdeckte, dass die elektronische Anzeige von "[Tankfüllung reicht noch für] 20 km" direkt auf "--- km" sprang, wurde sie etwas nervös. 25 km später waren wir zwar in Maun, aber da kam erstmal keine Tankstelle! Philip versuchte zu beschreiben, dass ich vermutlich einfach ausrollen würde, wenn nichts mehr ging, Walli hatte aber irgendwie keine Lust, mich im Mauner Stadtverkehr ausrollen zu lassen. Unter Aufbietung all meiner Ressourcen schaffte ich es, die beiden ohne ausrollen zur Tankstelle zu bringen, wo Walli dann erstmal ein Eis brauchte - und ich 73l Benzin! Danach durfte Philip wieder ans Steuer.
Ca. 30 km hinter Maun endete die Teerstraße. Es folgte eine ungeteerte Piste für ca. 30 weitere km, die halbwegs ok war, aber so staubte, dass mir der Prado quasi ständig die Sicht raubte, wenn wir nicht genügend Abstand hielten. Die letzten 30 km bis zum Nationalparkeingang gaben mir dann einen Vorgeschmack auf die Straßen im Park selbst: Staubig, mit Schlaglöchern und Schwellen - und nur noch deutlich langsamer zu befahren. Walli stellte irgendwann klar, dass sie es weder mochte, wenn die Sachen im Kofferraum hochhüpften noch wenn sie selbst hochhüpfte, was Philip und ich zwar einsahen, aber es ließ sich leider nicht verhindern. Am Nationalparkeingang wurde der Angeber-Prado wie immer wohlwollend und ich wie immer kritisch beäugt und meine Insassen wurden erneut gefragt, ob ich denn auch Vierradantrieb hätte. Ganz ehrlich: Ohne Vierradantrieb wäre ich vermutlich gar nicht bis zum Nationalparkeingang gekommen. Diesmal blieb ich immerhin nicht 10 Meter hinter dem Eingang liegen, was unseren Abgang etwas würdevoller machte.
Es waren immer noch 46 km bis zur Campsite, für die ich zwischen zweieinhalb und drei Stunden benötigte. Ich fuhr gegen die Dunkelheit an und schaffte es, was uns alle sehr erleichterte, denn schon bei Helligkeit waren die Wege schwer befahrbar. Zwischendurch ließ Philip wegen des Sandes noch etwas Luft aus den Reifen ab, ansonsten wurde ich durch tiefere und weniger tiefe Löcher manövriert. Dabei setzte ich mehrmals auf, und mein Auspuff klang zunehmend lauter. Es hatte schon in der Nxai Pan angefangen, dass ich plötzlich lauter röhrte, und es wurde leider schlimmer. Nicht die beste Ausgangssituation für Tierbeobachtungen, aber ich konnte es nicht ändern.
Auf dem Weg zu unserem Camp und auch am nächsten Tag passierten wir ein paar schöne Brücken. Diese bestanden im wesentlich aus ein paar quergelegten Balken. Walli erbarmte sich freundlicherweise, auszusteigen und ein Foto von mir für diesen Blog zu machen. Da sie nicht gefressen wurde, können wir das Foto auch guten Gewissens veröffentlichen (für den anderen Fall, dass ein Löwe gekommen wäre, hätte Philip immerhin seine Kamera griffbereit gehabt).
Der Campingplatz, den die beiden gebucht hatten, hieß übrigens "Third Bridge Campsite", weil er eben an der dritten Brücke ab Nationalparkeingang liegt. Glücklicherweise liegt diese Brücke erst hinter der Campsite, so dass wir sie an dem Abend nicht mehr passieren mussten. Denn diese "Brücke" liegt ... unter Wasser. Am nächsten Morgen war es dann so weit: Zunächst beobachteten Philip und Walli ein paar andere Autos (die definitiv höher gebaut waren als ich), dann diskutierten sie mit Ruth und Thomas ein wenig über die Streckenauswahl des Tages. Ruth und Walli waren klar gegen die Fahrt durchs Wasser, Thomas dagegen befragte einen Angestellten des Campingplatzes, ob er denke, dass ich das mitmachen würde. Dieser Angestellte hatte sehr viel Vertrauen in mich, was mir ja schmeichelte, er meinte außerdem, sie hätten im Camp ein ähnliches Fahrzeug, mit dem sie auch regelmäßig durch das Wasser führen. Für Thomas war die Sache damit entschieden, und die anderen drei fügten sich mehr oder weniger überzeugt. Ich weiß auch nicht, was Philip da für Komplexe hat; wenn sein Chef sagt "fahr", dann fährt er ohne Rücksicht auf Verluste ... Aber immerhin haben Thomas und Philip mir beide zugetraut, dass ich es schaffe. Walli hat still mit mir mitgelitten.
Von der ersten "Überquerung" der "Brücke" haben wir leider kein Bild. Nur so viel: Das Wasser schlug über meiner Motorhaube zusammen und spritzte bis hoch an die Windschutzscheibe. Ich habe den Verdacht, dass nicht nur ich mich in diesem Moment nach Japan wünschte, sondern auch Walli. Auf der Rückfahrt später am Tag dachten Philip und Walli daran, ein Foto zu machen - Walli ging fremd und fuhr mit Ruth und Thomas durchs Wasser, so konnte sie Philip und mich beim Nachkommen knipsen. Leider fuhr Philip diesmal etwas geschickter über die "Brücke", so dass ich nicht ganz so tief eintauchen musste und das Foto nicht ganz so spektakulär wurde:
Der Moremi Nationalpark war landschaftlich toll. Wir fuhren überwiegend auf den großen und mittleren Pisten, die ganz kleinen blieben mir erspart. Mit zwei Autos, Sandmatten (falls man mal so stecken bleibt, dass auch Luftablassen nicht hilft), Satellitentelefon und mittlerweile doch etwas Vierraderfahrung fühlten wir uns recht gut für die Wildnis ausgerüstet. Außer uns sahen wir allerdings viele Touristen, die alleine mit nur einem Mietwagen unterwegs waren. Das stellten wir uns doch als ein etwas arg großes Wagnis in diesem rauhen Gelände vor.
Nach ein paar schönen Tierbeobachtungen schafften wir es wieder zurück zum Eingang des Nationalparks. Von dort an ging es - via einer Übernachtung im Khama Rhino Sanctuary, ohne Auspuff recht laut, erstmals ohne Nashörner gesehen zu haben und langweilig auf Pisten, die zweiradantriebgeeignet sind - sowie dem neuen Monument am Wendekreis des Steinbocks - zurück nach Gaborone, nach 2.500 km quer durch Botswana).
Ich war sehr stolz, als wir wieder gut in Gaborone angekommen waren. Man mag es mir nicht immer von außen ansehen, aber ich musste mich hinter dem Prado durchaus nicht verstecken! Dass ich etwas gelitten hatte, ist eine andere Geschichte.
Nach unserer Rückkehr ist Philip mich zunächst noch ein paar Tage mit all meinen Blessuren durch die Stadt spazieren gefahren - man will ja zeigen, was man alles erlebt hat... Und wie drückte sich ein Kollege so freundlich aus: Er fände es ja toll, dass Philip und Walli mich so als Gebrauchsgegenstand sähen und so runterfahren würden. Selber runtergefahren, sage ich da nur ... Walli brachte meinen kleinen Bruder, den VW Golf, kurz nach unserer Rückkehr in die Waschanlage und wurde da gleich angesprochen, dass man mich schon lange nicht mehr gesehen hätte. Mit röhrendem Auspuff fuhr sie mich einen Tag später vor und mein Lieblingsautowäscher schwankte zwischen Wiedersehensfreude und Bestürzung, mich so zu sehen.
Aber der Termin bei meinem Hausarzt Goran war bereits vereinbart, und der hat mich diesmal eine ganze Woche lang in seiner Praxis behalten: Neben meinem Auspuff musste auch noch eine gebrochene Plastikverkleidung unterhalb der Stoßstange, die Stoßdämpfer hinten sowie eine gebrochene Feder ersetzt werden. Selbst die aus meinem Bauch herunterhängenden Stromkabel hatten das Baden auf der Brücke im Okavango-Delta gut überstanden (abgesehen davon, dass sie eben zu weit herunterhingen). Ich bin anscheinend ein nicht so gängiger Autotyp in Botswana, daher ist die Ersatzteilsuche nicht ganz einfach und nicht ganz günstig. So ein gewöhnlicher Prado mag einfacher zu händeln sein, aber wie gesagt - was der kann, kann ich schon lange!
Montag, 18. Juni 2018
Am Wendekreis des Steinbocks
Das könnte auch ein Buchtitel sein - und ist es auch, von Henry Miller. Der Wendekreis des Steinbocks ist aber auch eine imaginäre geographische Linie, die den südlichsten Breitenkreis bezeichnet, an dem die Mittagssonne gerade noch den Zenit erreicht, nämlich zur Sommersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. Es ist somit der südliche Wendekreis - und der läuft auch durch Botswana. Der nördliche Wendekreis, der Wendekreis des Krebses, findet sich ungefähr auf der Höhe des südlichen Ägyptens. Beide Wendekreise sind 2609 km vom Äquator entfernt. Die Breitengrade zwischen den beiden Wendekreisen werden landläufig als die Tropen bezeichnet.
Gaborone liegt somit nicht mehr in den Tropen, da es südlich des südlichen Wendekreises liegt. Der Wendekreis des Steinbocks ist uns in Botswana schon früh aufgefallen, denn an der A1, also der Straße, die Gaborone mit der zweitgrößten Stadt Botswanas, Francistown, verbindet, steht ein entsprechendes Schild:
Nur vier Tage vor seiner Amtsübergabe an seinen Nachfolger hat der frühere Präsident Botswanas Ende März ein Denkmal enthüllt. Seitdem wird der Wendekreis also auch gebührend gefeiert:
Wir hatten schon davon gelesen, und als wir nun kürzlich mal wieder auf der Strecke unterwegs waren, hielten wir tatsächlich an, um es uns anzuschauen. Jede der Stelen steht für ein Land, durch das der Wendekreis verläuft, angegeben wird u.a. die Fläche des Landes sowie die Verschiebung der Zeitzone gegenüber Botswana. Außer Botswana verläuft der Wendekreis des Steinbocks auch durch Namibia, Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Australien, Chile, Argentinien, Paraguay und Brasilien.
Als ich von dem neuen Denkmal las, dachte ich mir "Was für eine Geldverschwendung." Da wird entlang dieser Straße im Niemandsland ein Denkmal für teures Geld enthüllt - hätte man mit dem Geld in einem Land wie Botswana nicht sinnvolleres anfangen können? Nach unserem Besuch dort fange ich langsam an, etwas milder zu werden. Es ist ein stilvolles Monument, und vielleicht muss man es als einen Anfang sehen. Zunächst werden vielleicht einige Autofahrer dort anhalten und eine kurze Pause machen (so wie wir), was der Verkehrssicherheit dienen mag, da sie so eventuell wieder fitter werden. Mit der Zeit wird sich (hoffentlich) auch etwas weitere touristische Infrastruktur dort ansiedeln und so für Beschäftigung in dieser Gegend sorgen. Bei unserem Besuch hat schon jemand Wassermelonen aus seinem Pickup-Truck verkauft. Und wer weiß, was sich dort noch entwickelt?
Aufgrund der Verschiebung der Erdachse bewegen sich die Wendekreise übrigens um ca. 14 Meter jährlich. Wie die botswanische Regierung das bei der Erbauung des Denkmals berücksichtigt hat, ist mir ja noch nicht ganz klar... wird das Monument dann jährlich verschoben?
Gaborone liegt somit nicht mehr in den Tropen, da es südlich des südlichen Wendekreises liegt. Der Wendekreis des Steinbocks ist uns in Botswana schon früh aufgefallen, denn an der A1, also der Straße, die Gaborone mit der zweitgrößten Stadt Botswanas, Francistown, verbindet, steht ein entsprechendes Schild:
Nur vier Tage vor seiner Amtsübergabe an seinen Nachfolger hat der frühere Präsident Botswanas Ende März ein Denkmal enthüllt. Seitdem wird der Wendekreis also auch gebührend gefeiert:
Wir hatten schon davon gelesen, und als wir nun kürzlich mal wieder auf der Strecke unterwegs waren, hielten wir tatsächlich an, um es uns anzuschauen. Jede der Stelen steht für ein Land, durch das der Wendekreis verläuft, angegeben wird u.a. die Fläche des Landes sowie die Verschiebung der Zeitzone gegenüber Botswana. Außer Botswana verläuft der Wendekreis des Steinbocks auch durch Namibia, Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Australien, Chile, Argentinien, Paraguay und Brasilien.
Als ich von dem neuen Denkmal las, dachte ich mir "Was für eine Geldverschwendung." Da wird entlang dieser Straße im Niemandsland ein Denkmal für teures Geld enthüllt - hätte man mit dem Geld in einem Land wie Botswana nicht sinnvolleres anfangen können? Nach unserem Besuch dort fange ich langsam an, etwas milder zu werden. Es ist ein stilvolles Monument, und vielleicht muss man es als einen Anfang sehen. Zunächst werden vielleicht einige Autofahrer dort anhalten und eine kurze Pause machen (so wie wir), was der Verkehrssicherheit dienen mag, da sie so eventuell wieder fitter werden. Mit der Zeit wird sich (hoffentlich) auch etwas weitere touristische Infrastruktur dort ansiedeln und so für Beschäftigung in dieser Gegend sorgen. Bei unserem Besuch hat schon jemand Wassermelonen aus seinem Pickup-Truck verkauft. Und wer weiß, was sich dort noch entwickelt?
Aufgrund der Verschiebung der Erdachse bewegen sich die Wendekreise übrigens um ca. 14 Meter jährlich. Wie die botswanische Regierung das bei der Erbauung des Denkmals berücksichtigt hat, ist mir ja noch nicht ganz klar... wird das Monument dann jährlich verschoben?
Freitag, 15. Juni 2018
Charity-Woche
Ich hatte daher nicht vor, den diesjährigen "Inner Wheel Charity Lunch" zu besuchen. Wally lud aber Charity und deren Kollegin Kopo kurzerhand ein, weil sie uns bei der Durchführung des Arts and Crafts Markets eine große Hilfe gewesen waren. Außerdem kam noch eine französische Freundin von ihr, die ich ebenfalls kannte und sie schlug mir vor, dass wir das Ganze doch als entspanntes Markt-Nachtreffen sehen könnten. Und so habe ich mich dann überreden lassen und es nicht bereut: Zu fünft war die Veranstaltung schon wesentlich lustiger als letztes Jahr zu zweit. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es letztes Jahr auch kostenlosen Wein gab, dieses Jahr war es auf jeden Fall so. Als ich das zweite Glas dankend ablehnte, fragte mich die Französin mitfühlend, ob ich noch fahren müsse, worauf Wally empört sagte: "Wir müssen alle noch fahren!" und sich schwungvoll ein weiteres Glas einschenkte. In Gaborone müssen ja eigentlich immer noch alle fahren, zumindest, wenn man ohne seinen Partner unterwegs ist. Fahrgemeinschaften sind selten realisierbar, die meisten Leute wohnen einfach in ganz verschiedenen Ecken der Stadt. Einen öffentlichen Nahverkehr gibt es nicht und ein Taxi zu bestellen, kann kompliziert werden und lange dauern. "Drink and drive" erscheint dadurch gesellschaftlich akzeptierter. Die Polizei sieht das sicherlich anders, aber wir haben bislang nur von einer einzigen Alkoholkontrolle gehört (der sich der Kontrollierte erfolgreich durch Verweigerung entzogen hat).
Die Stimmung beim Charity Lunch war also ganz gut, das Essen auch. Bevor es losging, wurden noch ein paar Reden gehalten und außerdem Kunstwerke versteigert - Wally erklärte fröhlich, dass die zu ersteigernden Bilder von ihren Besitzern gespendet worden waren, was bei einigen der angepriesenen Katzen- und Landschaftsaufnahmen nicht verwunderte. Während Charity, Kopo und ich unsere Hände unter dem Tisch behielten, um bloß keine unbedachte Bewegung zu machen, die als Gebot gewertet werden könnte, mischten andere Damen fröhlich bei der Versteigerung mit. (Laut Wally wäre diese trotzdem noch erfolgreicher gewesen, wenn man sie ans Ende der Veranstaltung gelegt hätte ... wie gesagt, der Wein war kostenlos.) Wenn die Versteigerung einzelner Bilder nicht recht in Schwung kam, wurde auch mal der Rahmen als besonders hübsch und der eigentliche Wertgegenstand angepriesen, was von der Moderatorin noch nicht mal witzig gemeint war, aber einer gewissen Komik nicht entbehrte.
Nach dem Essen (einem großen Buffet) fand dann die Verlosung statt, der "Charity Lunch Raffle Draw" als eigentliches Higlight der Veranstaltung. Ich hatte auch fünf Lose gekauft (und schon letztes Jahr nichts gewonnen). Die Preise waren Spenden lokaler Unternehmen - es gab Gutscheine von Beauty Spas, Gutscheine von Restaurants, Modeschmuck von Schmuckdesignern und ähnliches. Beim dritthöchsten Gewinn war ich fast erleichtert, kein Glück zu haben: Mit dem 1000 Pula Gutschein von Senn Foods, einem großen Fleischproduzenten, hätte man hier sehr viel Fleisch kaufen können, das hätte mich doch überfordert. Den Hauptpreis, drei Übernachtungen für zwei im Chobe Nationalpark, hätte ich dagegen sehr gerne genommen, aber leider wurde keines meiner Lose gezogen. Und nicht nur das: Mein ganzer Tisch hatte Pech.
Dafür unterhielten wir uns gut in unserer Fünfergruppe. Am anderen Tischende saßen noch drei ältere Damen, die unter sich blieben. Zwischen unseren zwei Grüppchen waren zwei Stühle freigeblieben, kurz bevor das Essen losging, stieß dann noch eine Frau verspätet zu unserem Tisch. Eine Weiße, auch jünger als der Durchschnitt. Das andere Grüppchen schien zu glauben, das sie zu uns gehörte, wir hatten sie den anderen drei Ladies zugeordnet, aber sie war ganz alleine da. Das Eis war gebrochen, als Charity irgendwas über Malawi erzählte, wo ihre Eltern herkommen. Die Frau verschluckte sich fast und rief: "You are from Malawi? Me too!" und dann hörten die beiden für den Rest des Charity Lunchs gar nicht mehr auf, sich zu unterhalten. Diese ungeahnte Gemeinsamkeit, die keiner auf den ersten Blick geahnt hätte, schuf sofort eine Verbindung und irgendwann berichteten sie uns Umsitzenden abwechseln vom Leben in Malawi. Für mich war das der netteste Moment des Charity Lunchs und so ging meine Charity-Woche sehr fröhlich zuende.
Dienstag, 12. Juni 2018
Wenn die Klimaanlage heizen muss
Es ist Winter. Und da Gaborone nicht in den Tropen liegt, wird es hier kalt. Es gibt Leute, die sagen, dass sie noch nie so gefroren haben wie in Afrika.
Wenn die Sonne untergegangen ist, wird es derzeit ca. 6 bis 8°C. Da unser Haus - wie die meisten Häuser hier - nicht isoliert ist, haben wir innen dann leider auch keine T-Shirt Temperaturen mehr. Stattdessen haben nun die Wochen begonnen, in denen wir uns abends nicht mehr ins Wohnzimmer setzen (wollen). Unser Wohnzimmer hat eine recht große Fläche und hohe Decken, es lässt sich so kaum heizen - daher hat es auch keine Heizung, nur einen großen offenen Kamin, der jedoch den Raum auch nicht ausreichend wärmt. So ziehen wir uns nun häufig in ein anderes Zimmer zurück, in dem eine Klimaanlage eingebaut ist. Die können wir nämlich auch so einstellen, dass sie heizt.
Im Schlafzimmer haben wir auch eine solche Klimaanlage, sie ist jedoch etwas eigenwillig und laut - bisher haben wir sie noch nicht über Nacht laufen lassen, die Bettdecke wärmt ja. Mittlerweile haben wir zusätzlich zur Bettdecke auch zwei Wärmflaschen. Die, so finden wir, sind auch wirklich nötig.
Immerhin wird es tagsüber noch über 20°C warm, und bei Sonnenschein und in der Regel wolkenlos blauem Himmel lässt sich der Winter dann wieder kurzzeitig vergessen. Für hiesige Verhältnisse ist es zwar so kühl, dass die Batswana gerne mit dicken Jacken und Wollmützen herumlaufen, aber wir wollen uns da nicht zu sehr beschweren.
Es ist der dritte Winter, den wir hier mitbekommen. Aus unserem ersten Winter hier haben wir glücklicherweise schon etwas Übung (und Wärmflaschen); letztes Jahr waren wir im Juli eine Zeit lang in Deutschland und in den restlichen Winterwochen hier war es nicht allzu kalt. Dieses Jahr scheint uns nun noch einmal das große Bibbern bevorzustehen; ab Mitte August haben wir evtl. Chancen, dass es wieder etwas wärmer wird. Dann können wir auch die Klimaanlage wieder auf "kühlen" stellen.
Wenn die Sonne untergegangen ist, wird es derzeit ca. 6 bis 8°C. Da unser Haus - wie die meisten Häuser hier - nicht isoliert ist, haben wir innen dann leider auch keine T-Shirt Temperaturen mehr. Stattdessen haben nun die Wochen begonnen, in denen wir uns abends nicht mehr ins Wohnzimmer setzen (wollen). Unser Wohnzimmer hat eine recht große Fläche und hohe Decken, es lässt sich so kaum heizen - daher hat es auch keine Heizung, nur einen großen offenen Kamin, der jedoch den Raum auch nicht ausreichend wärmt. So ziehen wir uns nun häufig in ein anderes Zimmer zurück, in dem eine Klimaanlage eingebaut ist. Die können wir nämlich auch so einstellen, dass sie heizt.
Im Schlafzimmer haben wir auch eine solche Klimaanlage, sie ist jedoch etwas eigenwillig und laut - bisher haben wir sie noch nicht über Nacht laufen lassen, die Bettdecke wärmt ja. Mittlerweile haben wir zusätzlich zur Bettdecke auch zwei Wärmflaschen. Die, so finden wir, sind auch wirklich nötig.
Immerhin wird es tagsüber noch über 20°C warm, und bei Sonnenschein und in der Regel wolkenlos blauem Himmel lässt sich der Winter dann wieder kurzzeitig vergessen. Für hiesige Verhältnisse ist es zwar so kühl, dass die Batswana gerne mit dicken Jacken und Wollmützen herumlaufen, aber wir wollen uns da nicht zu sehr beschweren.
Es ist der dritte Winter, den wir hier mitbekommen. Aus unserem ersten Winter hier haben wir glücklicherweise schon etwas Übung (und Wärmflaschen); letztes Jahr waren wir im Juli eine Zeit lang in Deutschland und in den restlichen Winterwochen hier war es nicht allzu kalt. Dieses Jahr scheint uns nun noch einmal das große Bibbern bevorzustehen; ab Mitte August haben wir evtl. Chancen, dass es wieder etwas wärmer wird. Dann können wir auch die Klimaanlage wieder auf "kühlen" stellen.
Samstag, 9. Juni 2018
Attacke aus dem Weltall: Botswana im Visier
Ok, zugegeben, diese Überschrift ist ein klein wenig reißerisch. Aber ganz falsch ist sie auch nicht. Und es handelt sich noch nicht mal um einen Filmtitel (der würde wohl auch besser nach Hollywood passen). Am vergangenen Wochenende, samstagsabends, ging ein Meteorit über Botswana nieder und verglühte in der Erdatmosphäre.
Der Meteorit war geschätzt ca. 2 Meter im Durchmesser - und wurde erst entdeckt, als er bereits am Mond vorbeigeflogen war. Dann wurden Forscher auf ihn aufmerksam und stellten fest, dass er auf Kollisionskurs mit der Erde war. Somit gab es nur wenige Stunden Vorwarnzeit. Wie gut, dass der Meteorit nicht größer war und eine ernste Bedrohung für die Erde (oder für Botswana) darstellte.
Man konnte den Meteoriten wohl deutlich über Botswana wahrnehmen, es existieren sogar kurze Videos im Internet (z.B. auf Spiegel Online). Wir waren zum Zeitpunkt seines Verglühens gerade campend im Okavango Delta, allerdings war der Himmel ungewöhnlich bewölkt, so dass wir nichts mitbekommen haben.
Nur einen Tag später konnten wir dafür wieder einen fantastischen Sternhimmel beobachten. In Botswana geht das, insbesondere außerhalb Gaborones, häufig richtig gut, weil die Lichtverschmutzung so gering ist. Wir sahen so viele Sterne, dass wir einzelne Sternbilder kaum noch identifizieren konnten, die Milchstraße war gut erkennbar. Als Krönung beobachteten wir noch Sternschnuppen. Wir verraten jetzt aber nicht, was wir uns gewünscht haben, ein bisschen Aberglaube muss sein.
Der Meteorit war geschätzt ca. 2 Meter im Durchmesser - und wurde erst entdeckt, als er bereits am Mond vorbeigeflogen war. Dann wurden Forscher auf ihn aufmerksam und stellten fest, dass er auf Kollisionskurs mit der Erde war. Somit gab es nur wenige Stunden Vorwarnzeit. Wie gut, dass der Meteorit nicht größer war und eine ernste Bedrohung für die Erde (oder für Botswana) darstellte.
Man konnte den Meteoriten wohl deutlich über Botswana wahrnehmen, es existieren sogar kurze Videos im Internet (z.B. auf Spiegel Online). Wir waren zum Zeitpunkt seines Verglühens gerade campend im Okavango Delta, allerdings war der Himmel ungewöhnlich bewölkt, so dass wir nichts mitbekommen haben.
Nur einen Tag später konnten wir dafür wieder einen fantastischen Sternhimmel beobachten. In Botswana geht das, insbesondere außerhalb Gaborones, häufig richtig gut, weil die Lichtverschmutzung so gering ist. Wir sahen so viele Sterne, dass wir einzelne Sternbilder kaum noch identifizieren konnten, die Milchstraße war gut erkennbar. Als Krönung beobachteten wir noch Sternschnuppen. Wir verraten jetzt aber nicht, was wir uns gewünscht haben, ein bisschen Aberglaube muss sein.
Mittwoch, 6. Juni 2018
Vitamin D gesucht
"Vitamin B" kann mir helfen, eine spannende Stelle in Deutschland zu finden. Doch nun wurde mir bescheinigt, dass ich auch noch Vitamin D brauche. Das generiert der Körper insbesondere aus Sonnenlicht.
Einen solchen Vitamin D-Mangel fand ich zunächst einigermaßen überraschend: Botswana ist doch ein Land, in dem quasi an 365 Tagen im Jahr die Sonne zu sehen ist. Da sollte man ja denken, dass ich genügend Sonnenlicht abbekomme. Unter der Woche bin ich allerdings tagsüber im Büro und bekomme von der Sonne kaum etwas mit. Ich lege selten Strecken zu Fuß zurück, teils aus Sicherheitsgründen, teils weil die Distanzen zu weit sind und zu einem großen Teil auch weil es einfach keine Fußgängerwege gibt. Und am Wochenende oder im Urlaub versuchte ich bisher eigentlich, die Sonne zu vermeiden oder zumindest Sonnencreme zu verwenden. Denn die UV-Strahlung - und damit die Sonnenbrandgefahr - ist hier sehr hoch. Und so bin ich insgesamt kaum dem Sonnenlicht ausgesetzt.
Nun soll ich also eine Zeitlang Vitamin D-Pillen schlucken. Kein Problem, dachte ich. Mittlerweile war ich in drei verschiedenen Apotheken hier und musste feststellen, dass es doch eines ist: Man kennt zwar den Wirkstoff fast überall, aber besorgen kann ihn mir niemand. Vitamin D mag nicht das kritischste aller Medikamente sein, aber wenn sie schon so etwas nicht bestellen können, wie mag dann erst die Versorgungslage mit wichtigeren Medikamenten aussehen? Ich werde nun wohl versuchen, mir Tabletten aus Deutschland zu besorgen. Vielleicht finde ich demnächst ja eine/n Kolleg/in, der/die/das nach Botswana reist und sie mir mitbringen kann. Oder eine/r von Euch kommt uns besuchen?
In der Zwischenzeit versuche ich es mit kleinen Maßnahmen. Mal ein paar Minuten auf der Sonnenliege in der Sonne liegen - ohne Sonnencreme. Oder - wie kürzlich an einem Sonntag - Verlagerung der Frühstücks von der überdachten Terrasse in die Sonne.
Da wir nun Winter haben, ist die Sonneneinstrahlung glücklicherweise nicht ganz so stark, und zumindest in den Morgen- und Nachmittagsstunden ist es in der Sonne auch nicht so heiß.
Mal schauen, ob ich in meinem nächsten Blogeintrag dann von meinem Sonnenbrand erzähle...
P.S.: Bisher mussten wir das Frühstück im Garten übrigens noch nicht mit den Pavianen teilen!
Einen solchen Vitamin D-Mangel fand ich zunächst einigermaßen überraschend: Botswana ist doch ein Land, in dem quasi an 365 Tagen im Jahr die Sonne zu sehen ist. Da sollte man ja denken, dass ich genügend Sonnenlicht abbekomme. Unter der Woche bin ich allerdings tagsüber im Büro und bekomme von der Sonne kaum etwas mit. Ich lege selten Strecken zu Fuß zurück, teils aus Sicherheitsgründen, teils weil die Distanzen zu weit sind und zu einem großen Teil auch weil es einfach keine Fußgängerwege gibt. Und am Wochenende oder im Urlaub versuchte ich bisher eigentlich, die Sonne zu vermeiden oder zumindest Sonnencreme zu verwenden. Denn die UV-Strahlung - und damit die Sonnenbrandgefahr - ist hier sehr hoch. Und so bin ich insgesamt kaum dem Sonnenlicht ausgesetzt.
Nun soll ich also eine Zeitlang Vitamin D-Pillen schlucken. Kein Problem, dachte ich. Mittlerweile war ich in drei verschiedenen Apotheken hier und musste feststellen, dass es doch eines ist: Man kennt zwar den Wirkstoff fast überall, aber besorgen kann ihn mir niemand. Vitamin D mag nicht das kritischste aller Medikamente sein, aber wenn sie schon so etwas nicht bestellen können, wie mag dann erst die Versorgungslage mit wichtigeren Medikamenten aussehen? Ich werde nun wohl versuchen, mir Tabletten aus Deutschland zu besorgen. Vielleicht finde ich demnächst ja eine/n Kolleg/in, der/die/das nach Botswana reist und sie mir mitbringen kann. Oder eine/r von Euch kommt uns besuchen?
In der Zwischenzeit versuche ich es mit kleinen Maßnahmen. Mal ein paar Minuten auf der Sonnenliege in der Sonne liegen - ohne Sonnencreme. Oder - wie kürzlich an einem Sonntag - Verlagerung der Frühstücks von der überdachten Terrasse in die Sonne.
Da wir nun Winter haben, ist die Sonneneinstrahlung glücklicherweise nicht ganz so stark, und zumindest in den Morgen- und Nachmittagsstunden ist es in der Sonne auch nicht so heiß.
Mal schauen, ob ich in meinem nächsten Blogeintrag dann von meinem Sonnenbrand erzähle...
P.S.: Bisher mussten wir das Frühstück im Garten übrigens noch nicht mit den Pavianen teilen!
Sonntag, 3. Juni 2018
Stellenausschreibung
Eine Frage, die uns in Gesprächen immer wieder gestellt wird, ist: "Wie lange bleibt Ihr denn noch dort?" Wir freuen uns ja, dass Ihr meint, dass wir schon viel zu lange "weg" sind und so langsam wiederkommen sollten!
Ich habe meinem Chef schon vor einiger Zeit gesagt, dass ich innerhalb der nächsten 12 Monate gerne wieder in Deutschland für die GIZ arbeiten möchte. Er war wenig begeistert. (Nebenbei: Auch seine Frau Ruth, die Walli häufiger trifft, war wenig begeistert, ist doch so absehbar, dass mit Walli dann eine Bezugsperson weniger hier sein wird.) Nach langen Verhandlungen (zwischen mir und ihm sowie zwischen Walli und Ruth) hat er dann zugestimmt, mich frühestens zum 1. September gehen zu lassen. Das setzt jedoch voraus, dass ich einen passenden Job in Deutschland finde - und das ist gar nicht so einfach, finde ich.
Mein Chef dagegen hat Panik, dass er mein Projekt leiten muss, falls ich gehe und kein Nachfolger bereit steht. Daher hat er nun meine Stelle ausgeschrieben. Das bedeutete auch, dass ich meinem Team bereits sagen musste, dass ich nicht mehr ewig bleiben werde; es fiel mir nicht leicht, ich hatte Sorge, dass ich so zu einer "lame duck" werden könnte, d.h. dass mir größere Entscheidungen nicht mehr zugetraut werden und mir "auf der Nase herumgetanzt" wird. Das ist bisher jedoch nicht geschehen. Und so fühle ich mich etwas befreit, denn nun ist es kein Geheimnis mehr, dass ich nicht mehr ewig hier sein werde.
Zur Dokumentation hier die wesentlichen Teile der (internen) Stellenausschreibung.
Leiter (m/w) Wirtschaftsvorhaben mit der Southern African Development Community (SADC)
Tätigkeitsbereich:
Das Programm "Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration in der SADC-Region" (CESARE) zielt darauf, dass SADC-Mitgliedsländer die Voraussetzungen für den Handel mit Gütern und Dienstleistungen entsprechend der SADC-Industrialisierungsagenda verbessern können
Das Globalvorhaben „Förderung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Umsetzung von EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA)“ hat als eine von zwei Fokusregionen die SADC-EPA-Länder. Es fokussiert sich insbesondere auf Unterstützung beim Aufbau eines partizipativen Monitoringsystems für das EPA sowie auf ein „awareness raising“ zu ausgewählten EPA-Themen in der Region. Darüber hinaus wird aus dem Schwerpunkt die Planung und Umsetzung weiterer handelsrelevanter Vorhaben in der SADC-Region fachlich begleitet, so z.B. die Umsetzung einer Maßnahme aus dem Globalvorhaben „Fonds Handel für Entwicklung“ zur Handelserleichterung am Grenzübergang Kasumbalesa (DR Kongo – Sambia) sowie ein angedachtes Projekt der deutschen Allianz für Handelserleichterungen in Südafrika im Rahmen des globalen IZR-Vorhabens „Globale Allianz für Handelserleichterungen“.
Die Versorgungslage in Botswana ist sehr gut. Auch die grundlegende medizinische Versorgung ist gegeben. Die Schulsituation ist gut. Es gibt mehrere Schulen die internationale Abschlüsse (IB, A-Level) anbieten.
Im Allgemeinen ist die Sicherheitslage ruhig. Den Vorgaben zu Sicherheitsmaßnahmen der GIZ ist zu jeder Zeit Folge zu leisten. Bitte informieren Sie sich grundsätzlich auch über landesspezifische Hinweise des Auswärtigen Amts.
Ich habe meinem Chef schon vor einiger Zeit gesagt, dass ich innerhalb der nächsten 12 Monate gerne wieder in Deutschland für die GIZ arbeiten möchte. Er war wenig begeistert. (Nebenbei: Auch seine Frau Ruth, die Walli häufiger trifft, war wenig begeistert, ist doch so absehbar, dass mit Walli dann eine Bezugsperson weniger hier sein wird.) Nach langen Verhandlungen (zwischen mir und ihm sowie zwischen Walli und Ruth) hat er dann zugestimmt, mich frühestens zum 1. September gehen zu lassen. Das setzt jedoch voraus, dass ich einen passenden Job in Deutschland finde - und das ist gar nicht so einfach, finde ich.
Mein Chef dagegen hat Panik, dass er mein Projekt leiten muss, falls ich gehe und kein Nachfolger bereit steht. Daher hat er nun meine Stelle ausgeschrieben. Das bedeutete auch, dass ich meinem Team bereits sagen musste, dass ich nicht mehr ewig bleiben werde; es fiel mir nicht leicht, ich hatte Sorge, dass ich so zu einer "lame duck" werden könnte, d.h. dass mir größere Entscheidungen nicht mehr zugetraut werden und mir "auf der Nase herumgetanzt" wird. Das ist bisher jedoch nicht geschehen. Und so fühle ich mich etwas befreit, denn nun ist es kein Geheimnis mehr, dass ich nicht mehr ewig hier sein werde.
Zur Dokumentation hier die wesentlichen Teile der (internen) Stellenausschreibung.
Leiter (m/w) Wirtschaftsvorhaben mit der Southern African Development Community (SADC)
Tätigkeitsbereich:
Das Programm "Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration in der SADC-Region" (CESARE) zielt darauf, dass SADC-Mitgliedsländer die Voraussetzungen für den Handel mit Gütern und Dienstleistungen entsprechend der SADC-Industrialisierungsagenda verbessern können
Das Globalvorhaben „Förderung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Umsetzung von EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA)“ hat als eine von zwei Fokusregionen die SADC-EPA-Länder. Es fokussiert sich insbesondere auf Unterstützung beim Aufbau eines partizipativen Monitoringsystems für das EPA sowie auf ein „awareness raising“ zu ausgewählten EPA-Themen in der Region. Darüber hinaus wird aus dem Schwerpunkt die Planung und Umsetzung weiterer handelsrelevanter Vorhaben in der SADC-Region fachlich begleitet, so z.B. die Umsetzung einer Maßnahme aus dem Globalvorhaben „Fonds Handel für Entwicklung“ zur Handelserleichterung am Grenzübergang Kasumbalesa (DR Kongo – Sambia) sowie ein angedachtes Projekt der deutschen Allianz für Handelserleichterungen in Südafrika im Rahmen des globalen IZR-Vorhabens „Globale Allianz für Handelserleichterungen“.
Ihre Aufgaben:
- Führungsverantwortung für ein hochqualifiziertes Team aus internationalen, regionalen und nationalen Fachkräften sowie die Koordination eines an die Consultingwirtschaft vergebenen Handlungsfelds
- Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Finanzmittelplanung, das Monitoring der Programmaktivitäten, die Gewährleistung eines sinnvollen Instrumentenmixes sowie die Berichterstattung an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie an SADC.
- Fachliche Beratung des SADC Sekretariats und anderer relevanter Akteure zu Themen der regionalen wirtschaftlichen Integration (z.B. Industriepolitik, Zollmodernisierung, Handelserleichterungen, EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen).
- Finalisierung der Verhandlungen einer Kofinanzierung durch die EU sowie die Erstellung eines entsprechenden Änderungsangebots an das BMZ (inkl. Aufstockung aus Rahmenplanung 2019)
- Enge Abstimmung mit handelsrelevanten Globalvorhaben, insbesondere solchen, die Aktivitäten in der SADC-Region umsetzen.
- Mitwirkung im Managementteam der GIZ Botswana/SADC.
Ihr Profil:
- Sie kombinieren ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der Wirtschaftswissenschaften mit breiter Fachkompetenz und mehrjähriger Berufserfahrung zu den Prozessen der regionalen wirtschaftlichen Integration in den Bereichen Handel mit Gütern und Dienstleistungen.
- Dabei haben Sie auch Umsetzungskenntnisse und -erfahrungen im Bereich Privatwirtschaftsentwicklung und regionale Wertschöpfungsketten. Umsetzungserfahrung von EU-Kofinanzierungen sind wünschenswert.
- Des Weiteren haben Sie mehrjährige Berufserfahrung in der Partnerberatung in einem politisch sensiblen Umfeld und in der Ausgestaltung von Netzwerken gesammelt.
- Sie verfügen über Managementerfahrung im komplexen Umfeld, wünschenswerterweise in einem regionalen Projekt, und haben bereits Führungserfahrung gesammelt.
- Eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz sowie kulturelles Einfühlungsvermögen gehören zu Ihren Stärken.
- Dadurch wirken Sie bei unterschiedlichen Interessenslagen und in einem schwierigen politischen Umfeld ausgleichend und vermittelnd.
- Außerdem sind Sie äußerst teamfähig sowie belastbar und treten respektvoll, glaubwürdig und sicher auf.
- Verhandlungssichere Englisch- und Deutschkenntnisse setzen wir voraus. Französisch- und/oder Portugiesisch-Kenntnisse sind von Vorteil.
Die Versorgungslage in Botswana ist sehr gut. Auch die grundlegende medizinische Versorgung ist gegeben. Die Schulsituation ist gut. Es gibt mehrere Schulen die internationale Abschlüsse (IB, A-Level) anbieten.
Im Allgemeinen ist die Sicherheitslage ruhig. Den Vorgaben zu Sicherheitsmaßnahmen der GIZ ist zu jeder Zeit Folge zu leisten. Bitte informieren Sie sich grundsätzlich auch über landesspezifische Hinweise des Auswärtigen Amts.
Freitag, 1. Juni 2018
Ich staue mich so durch
Seit Januar hat mein Projekt ja ein neues Büro. Es ist - das war absehbar - leider nicht mehr ganz so nah an unserem Heim gelegen wie das vorherige Büro, das weniger als 2 km entfernt lag. Ca. 8 km einfache Strecke bei kürzestem Weg ist die Entfernung, nicht unbedingt wild, ohne Verkehr in 15 Minuten zu fahren. Nur leider sind zu den Zeiten, zu denen ich unterwegs bin, noch ein bis drei andere Autos auf der Straße. Morgens brauche ich in der Regel ca. 25 Minuten. Abends ist es gefühlt in den letzten Wochen deutlich schlimmer geworden mit dem Verkehr. Ich staute mich kürzlich schon mal eine Stunde bis nach Hause, häufiger mal 45 Minuten. Eine Ausfallstraße, die nicht weit von unserem Haus entfernt liegt und abends recht befahren sein kann, ist derzeit eine Großbaustelle. Obwohl ich diese Straße gar nicht unbedingt nehmen muss, gibt es häufig einen Rückstau in den Kreisverkehr, den ich durchfahren muss.
Und während ich so an verschiedenen Stellen im Stau stehe, habe ich schön Zeit, mich über andere Vekehrsteilnehmer aufzuregen. Besonders beliebt bei mir sind die Minibusfahrer (quasi als Sammeltaxen unterwegs). Sie überholen bevorzugt die lange Schlange auf dem Standstreifen, um dann vorne von allzu gnädigen Autofahrern wieder problemlos in die Schlange reingelassen zu werden. Interessant finde ich auch das zweispurige Abbiegen auf einer Spur, das quasi alle hier praktizieren. Kommen so alle insgesamt schneller voran? Spurwechsel im zweispurigen Kreisverkehr sind natürlich auch beliebt, kommen glücklicherweise aber nicht ganz so häufig vor. So wundert es mich nicht, dass die Zahl der Verkehrstoten in Botswana deutlich höher liegt als in Deutschland.
Könnte ich meine Arbeitszeit stärker an die Verkehrslage anpassen? Die GIZ würde mir einerseits sicherlich die Flexibilität geben (gerade wurde eine neue Betriebsvereinbarung geschlossen, die eine noch stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten als ohnehin schon erlauben wird). Gleichzeitig gibt es in meinem Team schon einigermaßen geregelte Arbeitszeiten - an die ich mich als Chef dann wohl auch halbwegs halten sollte, Vorbildfunktion und so.
So freue ich mich derzeit doch darauf, dass der nächste Büro-Umzug bereits angekündigt ist. Wir wussten immer, dass unser derzeitiges Büro nur eine Übergangslösung sein würde. Und das neue Büro sollte verkehrstechnisch etwas günstiger für mich liegen - auch wenn ich den oben genannten Kreisverkehr weiterhin durchqueren muss.
Und während ich so an verschiedenen Stellen im Stau stehe, habe ich schön Zeit, mich über andere Vekehrsteilnehmer aufzuregen. Besonders beliebt bei mir sind die Minibusfahrer (quasi als Sammeltaxen unterwegs). Sie überholen bevorzugt die lange Schlange auf dem Standstreifen, um dann vorne von allzu gnädigen Autofahrern wieder problemlos in die Schlange reingelassen zu werden. Interessant finde ich auch das zweispurige Abbiegen auf einer Spur, das quasi alle hier praktizieren. Kommen so alle insgesamt schneller voran? Spurwechsel im zweispurigen Kreisverkehr sind natürlich auch beliebt, kommen glücklicherweise aber nicht ganz so häufig vor. So wundert es mich nicht, dass die Zahl der Verkehrstoten in Botswana deutlich höher liegt als in Deutschland.
Könnte ich meine Arbeitszeit stärker an die Verkehrslage anpassen? Die GIZ würde mir einerseits sicherlich die Flexibilität geben (gerade wurde eine neue Betriebsvereinbarung geschlossen, die eine noch stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten als ohnehin schon erlauben wird). Gleichzeitig gibt es in meinem Team schon einigermaßen geregelte Arbeitszeiten - an die ich mich als Chef dann wohl auch halbwegs halten sollte, Vorbildfunktion und so.
So freue ich mich derzeit doch darauf, dass der nächste Büro-Umzug bereits angekündigt ist. Wir wussten immer, dass unser derzeitiges Büro nur eine Übergangslösung sein würde. Und das neue Büro sollte verkehrstechnisch etwas günstiger für mich liegen - auch wenn ich den oben genannten Kreisverkehr weiterhin durchqueren muss.
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