Schon nach den ersten paar Wochen hier hatte ich bereits einmal einen Blogbeitrag über die botswanische Post geschrieben. Damals ging es zum einen um meine Versuche herauszufinden, wieviel botswanische Briefmarken für Postkarten nach Deutschland kosten (bis heute ein Mysterium) und zum anderen um die Frage, wo man sie kaufen kann (das klappt immerhin gelegentlich). In den letzten Monaten habe ich mich dann allerdings von der Post ferngehalten. Ich war nämlich frustriert. Seit Montag kann ich jetzt aber glücklich sagen: Die botswanische Post ist gar nicht unzuverlässig! Sie ist nur gelegentlich sehr, sehr langsam ...
Diverse liebe Menschen hatten angeboten, uns - falls nötig - mal ein Care-Paket zu schicken. Die erste, die das umsetzen wollte, war meine Freundin Lotte, die mir zu meinem Geburtstag im letzten Mai ein Paket packte. Wir waren beide gespannt, wann es wohl ankommen würde. Im August gaben wir dann langsam doch die Hoffnung auf und stellten ernüchtert fest: offensichtlich gar nicht ... War der Risottoreis Schuld, den ich mir gewünscht hatte? Konfiszieren Zoll oder Post solche Pakete? Ich versuchte es gar nicht erst, rauszufinden - wie sollte mir ein Postamt, das weder über Portokosten Bescheid weiß noch Briefmarken vorrätig hat, auch weiterhelfen können?
Und im August war ich eh schon frustriert. Denn ich hatte Ende Juni Geburtstagskarten für meine Eltern und meinen Patenonkel sowie eine Postkarte für mein Patenkind und seine Brüder abgeschickt, und alle waren nicht angekommen. Es war das erste Mal, dass ich einen Briefkasten genutzt hatte, der nicht unmittelbar vor einem Postamt stand. Stattdessen befand er sich zwischen einem Geldautomaten und dem Eingang vom SPAR - durchaus eine belebte Ecke. Ob meine Post da immer noch drin lag? Meine Mutter schlug vor, dass ich mal einen Tag bei dem Briefkasten verbringen könnte um zu beobachten, was passiert. Habe ich aber nicht gemacht, ich ahnte nämlich inzwischen, dass da gar nichts passieren würde ...
Aber ein paar Monate später geschah ein kleines Weihnachtswunder: Am 23.12. war ich in Odendorf live dabei, als mein Vater die Post aus dem Briefkasten holte - und erkannte auch als erstes meine Schrift auf einem weitgereisten Briefumschlag. Mein Geburtstagsbrief war mit fünfeinhalbmonatiger Verspätung angekommen! Und am gleichen Tag auch die Karte bei Onkel Walter! (Von der dritten Karte habe ich nichts mehr gehört, aber mein Patenkind und seine Familie waren inzwischen auch umgezogen ...) Hatte sich irgendjemand im Dezember an den Briefkasten zwischen Geldautomaten und SPAR erinnert und einmal reingeschaut? Ich werde es nie erfahren. Doch wir haben uns alle sehr gefreut.
Fast noch größer war meine Freude aber diesen Montag. Da kam Philip mit einem Paket von meiner Freundin Lotte nach Hause - meinem Geburtstagspaket! Und es war alles heil und sah ungeöffnet aus. Das Paket hatte einige Vermerke - einen (botswanischen!) Stempel vom 6.06.2016 und mit Edding hatte jemand rechts oben 08/06 und links mittig "DUP 12/09/16" draufgeschrieben. Darunter mit Kugelschreiber außerdem noch "DUP 10/02/2017". Und dann hat sich derjenige offensichtlich doch mal zur Auslieferung entschlossen. Das war wie Weihnachten! Beziehungsweise wie Geburtstag.
Andere Päckchen kamen hier übrigens auch schon nach drei Wochen an. Man steckt einfach nicht drin ...
Mittwoch, 15. Februar 2017
Montag, 13. Februar 2017
Gemüsekrise Teil III - wie ich sie löste
Walli hat ja schon mehrmals (Teil 1, Teil 2) über die Gemüsekrise geschrieben. Kurz nach der Veröffentlichung ihres letzten Beitrags hierzu bekam ich einen Anruf von meinen Partnern im SADC-Sekretariat: Ob wir nicht helfen wollten, die Gemüsekrise zu beenden?
Zunächst war ich ein wenig skeptisch, doch ich hörte mir erst einmal an, welche Ideen sie hatten. Dass es in den Supermärkten Botswanas keine Tomaten, Paprika und Kartoffeln mehr gab, lag daran, dass die botswanische Regierung einen Importstopp erlassen hatte. In meiner Arbeitssprache nennt man das ein nicht-tarifäres Handelshemmnis. Solche nicht-tarifären Handelshemmnisse wollen wir mit meinem Projekt eigentlich in der SADC-Region abbauen. Ein Importstopp lässt sich allerdings nach geltenden multilateralen Verträgen (z.B. nach Regeln der Welthandelsorganisation, aber auch nach Regeln des Handelsprotokolls der SADC-Region) rechtfertigen, wenn er zur Bekämpfung einer Seuche dient und sicherstellen soll, dass sich diese Seuche nicht in dem jeweiligen Land ausbreitet. Im Fall des "Tomato-leaf miners" sind jedoch Vorkommnisse bereits in allen Nachbarländern Botswanas gemeldet, ebenso wie in Botswana selbst. Damit macht ein solcher kompletter Importstopp eigentlich keinen Sinn mehr.
Die bisherige Lösung war nun viel einfacher als gedacht: Wir unterstützten Vertreter des botswanischen Privatsektors (v.a. Gemüsehändler, Supermarktketten) dabei, im Rahmen eines gemeinsamen Workshops eine gemeinsame Position zu erarbeiten. Diese wurde am nächsten Tag der botswanischen Regierung vorgestellt und von dieser akzeptiert. Mit sofortiger Wirkung wurde der Importstopp modifiziert: Frisches Gemüse darf wieder ohne Restriktionen importiert werden; entsprechende Pflanzensetzlinge dürfen nur aus solchen Gegenden importiert werden, die als "pest-free" gelten; das muss nicht ein ganzes Land sein, sondern kann auch eine Region innerhalb eines Landes sein.
Gestern im Supermarkt sah dann das Tomatenregal wieder so aus und löste Freude bei mir aus:
In einem nächsten Schritt werden wir die botswanische Regierung noch dabei unterstützen, Gespräche mit der südafrikanischen Regierung zu führen, um etwas besser zu klären, welche Regionen als "pest-free" gelten und nach welchen Kriterien dies bewertet wird.
Warum konnten die beteiligten Akteure das jetzt eigentlich nicht ohne unsere Hilfe klären, wo dies eigentlich ja recht einfach klingt? Nun, irgendjemand musste wohl einfach den Anfang machen und zu dem Workshop einladen, diesen moderieren etc. Und für die absehbaren Reisekosten der Vertreter der botswanischen Regierung nach Südafrika wurde kein Budget eingeplant, aber der Schritt ist noch nötig, um die Modifizierung des Import-Stopps nicht zu gefährden.
Für mein Projekt war dies jedenfalls ein schöner "quick win", der praktischerweise gleich auch noch das Leben hier angenehmer gemacht hat. Ob ich jetzt wohl ein Denkmal hier erhalte, z.B. in Form einer goldenen Tomate?
Zunächst war ich ein wenig skeptisch, doch ich hörte mir erst einmal an, welche Ideen sie hatten. Dass es in den Supermärkten Botswanas keine Tomaten, Paprika und Kartoffeln mehr gab, lag daran, dass die botswanische Regierung einen Importstopp erlassen hatte. In meiner Arbeitssprache nennt man das ein nicht-tarifäres Handelshemmnis. Solche nicht-tarifären Handelshemmnisse wollen wir mit meinem Projekt eigentlich in der SADC-Region abbauen. Ein Importstopp lässt sich allerdings nach geltenden multilateralen Verträgen (z.B. nach Regeln der Welthandelsorganisation, aber auch nach Regeln des Handelsprotokolls der SADC-Region) rechtfertigen, wenn er zur Bekämpfung einer Seuche dient und sicherstellen soll, dass sich diese Seuche nicht in dem jeweiligen Land ausbreitet. Im Fall des "Tomato-leaf miners" sind jedoch Vorkommnisse bereits in allen Nachbarländern Botswanas gemeldet, ebenso wie in Botswana selbst. Damit macht ein solcher kompletter Importstopp eigentlich keinen Sinn mehr.
Die bisherige Lösung war nun viel einfacher als gedacht: Wir unterstützten Vertreter des botswanischen Privatsektors (v.a. Gemüsehändler, Supermarktketten) dabei, im Rahmen eines gemeinsamen Workshops eine gemeinsame Position zu erarbeiten. Diese wurde am nächsten Tag der botswanischen Regierung vorgestellt und von dieser akzeptiert. Mit sofortiger Wirkung wurde der Importstopp modifiziert: Frisches Gemüse darf wieder ohne Restriktionen importiert werden; entsprechende Pflanzensetzlinge dürfen nur aus solchen Gegenden importiert werden, die als "pest-free" gelten; das muss nicht ein ganzes Land sein, sondern kann auch eine Region innerhalb eines Landes sein.
Gestern im Supermarkt sah dann das Tomatenregal wieder so aus und löste Freude bei mir aus:
In einem nächsten Schritt werden wir die botswanische Regierung noch dabei unterstützen, Gespräche mit der südafrikanischen Regierung zu führen, um etwas besser zu klären, welche Regionen als "pest-free" gelten und nach welchen Kriterien dies bewertet wird.
Warum konnten die beteiligten Akteure das jetzt eigentlich nicht ohne unsere Hilfe klären, wo dies eigentlich ja recht einfach klingt? Nun, irgendjemand musste wohl einfach den Anfang machen und zu dem Workshop einladen, diesen moderieren etc. Und für die absehbaren Reisekosten der Vertreter der botswanischen Regierung nach Südafrika wurde kein Budget eingeplant, aber der Schritt ist noch nötig, um die Modifizierung des Import-Stopps nicht zu gefährden.
Für mein Projekt war dies jedenfalls ein schöner "quick win", der praktischerweise gleich auch noch das Leben hier angenehmer gemacht hat. Ob ich jetzt wohl ein Denkmal hier erhalte, z.B. in Form einer goldenen Tomate?
Samstag, 11. Februar 2017
Lauter erste Male
Letztes Wochenende wollten wir mal wieder einen Ausflug machen. Was lag da näher als eine Safari? (Schließlich hatten wir dieses Jahr noch gar keine gemacht.) So buchten wir uns last minute im Madikwe Game Reserve gleich auf der anderen Seite der Grenze in Südafrika ein; im hiesigen Winter waren wir bereits einmal gemeinsam da gewesen und im November Walli und ihre Eltern. Die geführten Game Drives boten einige "erste Male" für uns: Die erste Safari bei Regen (und wir haben wider Erwarten trotzdem Tiere gesehen), der erste brüllende Löwe (beeindruckend, weit zu hören), die ersten kämpfenden Nashörner. Interessant waren auch die beiden Nashorn-Brüder, die nach gewonnenem Kampf mit dem unterlegenen Nashorn meinten, als nächstes unser Safarifahrzeug ins Visier nehmen zu können (wir wichen der Konfrontation dann aber erfolgreich aus). Und unsere erste große Zebraherde mit mehr als 40 Tieren, darunter Jungtiere, haben wir auch gesehen. Schön war's!
Mittwoch, 8. Februar 2017
Die kleine Gollum und wir
Schon lustig, dass Philip erst letzten Freitag einen Blogbeitrag über "unsere Mitbewohner" veröffentlichte. Seit Montag haben wir nämlich ein weiteres Tierchen im Garten, das sämtliche gelegentlich auftauchenden Eidechsen, Vögel etc. in den Schatten stellt. Es ist ziemlich fordernd, hat immer Hunger, kuschelt gerne und hält mich für seinen persönlichen Kletterbaum. Und Philip ist geneigt, es aufgrund seiner Riesenaugen "Gollum" zu nennen. So als Arbeitstitel, den endgültigen Namen lassen wir die neuen Besitzer auswählen. Darf ich vorstellen?
Die Kleine tritt inzwischen halbwegs selbstbewusst auf, aber am Sonntagabend war sie ein zitterndes, miauendes-schreiendes Bündel vor unserer Haustür, das eilig in die Dunkelheit huschte, als es uns sah. Wir dachten uns wenig dabei - hier war ja schon einmal eine Katzenmutter mit ihren Jungen im Garten. Aber am Montagmorgen war die Kleine wieder laut maunzend vor der Tür. Sie lief immer weg, wenn man sich ihr zu dicht näherte. Ich stellte ihr schließlich was zu trinken hin und eine gepolsterte Auflaufform (wir sind nicht so richtig gut ausgestattet für Katzenbesuch), in die sie sich dann auch hineinkuschelte, als ich wieder weg war.
Abends war sie dann schon wieder einigermaßen fit und wollte viel gestreichelt werden. Das war schon eine schnelle Entwicklung von Angst zu Apathie und schließlich Anhänglichkeit ...
Inzwischen ist sie sehr neugierig, verspielt und unternehmungslustig. Sie lebt nun auf unserer Terrasse, was sie nicht so ganz einsieht - tastächlich stemmt sie ihre Pfötchen ab und an anklagend gegen unsere Terrassentür und maunzt, als wäre es ihr Geburtsrecht, unser Wohnzimmer zu betreten. Sie ist schon sehr, sehr süß.
Aber wir werden sie trotzdem nicht behalten. Ich habe nämlich eine Tierhaarallergie (und das bedeutet in meinem Fall nicht nur ein bisschen Naselaufen). Katzenbilder können Menschen ja echt emotionalisieren, das kennt man von den Internetvideos. Ich habe das dann auch gleich im Selbstversuch erfahren - nicht, weil die Katze mich so niedlich anschnurrte, sondern weil ich unter anderem die Nachricht bekam, wenn ich sie weggeben würde, käme das einer Abtreibung gleich ... (Liebe Frankfurter, ich hoffe Ihr beruhigt Euch wieder! Und verzeiht mir, dass ich das Kätzchen nicht behalte - ich sehe dafür auch über Eure emotionale Erpressung hinweg ;-)) Ganz ehrlich: Ich sehe es ja eher so, dass wir dieses Katzenbaby gerettet haben und gerade aufpäppeln und ihr so eine Chance auf ein hoffentlich langes Katzenleben geben, wenn auch nicht bei uns. Das nur mal so als meine Perspektive ...
Ich habe gestern also eine Anzeige erstellt, die GIZ-intern rumgemailt wurde und nun hoffen wir, dass wir ein schönes Zuhause für die Kleine finden und sie nicht ins Tierheim geben müssen. (Wobei sich eine ehemalige Mitarbeiterin von Philip im hiesigen Tierheim sehr engagiert - ich bin mir daher relativ sicher, dass es nicht mit der Vorhölle gleichzusetzen ist!). Bis nächste Woche muss eine Lösung her, denn dann fliegt Philip nach Deutschland und ich nach Namibia. Aber bis dahin wird noch gekuschelt, gespielt und aufgepäppelt.
Die Kleine tritt inzwischen halbwegs selbstbewusst auf, aber am Sonntagabend war sie ein zitterndes, miauendes-schreiendes Bündel vor unserer Haustür, das eilig in die Dunkelheit huschte, als es uns sah. Wir dachten uns wenig dabei - hier war ja schon einmal eine Katzenmutter mit ihren Jungen im Garten. Aber am Montagmorgen war die Kleine wieder laut maunzend vor der Tür. Sie lief immer weg, wenn man sich ihr zu dicht näherte. Ich stellte ihr schließlich was zu trinken hin und eine gepolsterte Auflaufform (wir sind nicht so richtig gut ausgestattet für Katzenbesuch), in die sie sich dann auch hineinkuschelte, als ich wieder weg war.
Da blieb sie dann - von der Katzenmutter keine Spur. Mittags lief das Kätzchen dann in ein Beet und als ich nach ihr schaute, bekam ich einen ziemlichen Schreck: Ihr tropfte Speichel runter, sie
blinzelte heftig, miaute und zitterte, schien mich aber gar nicht mehr
wahrzunehmen. Ein Telefonat später packte ich sie in einen Schuhkarton
(was sie willenlos mit sich machen ließ) und dann fuhren wir zu einer Tierarztpraxis, die mir empfohlen worden war.
Ich guckte ab und zu in den Karton, ob das Kätzchen noch lebte, aber es
schlief nun ganz friedlich. Die Tierärztin stellte Unterkühlung und
Mangelernährung fest und außerdem die Vermutung auf, dass das Kätzchen
ein Mädchen ist. Sie bekam gleich noch eine Entwurmungstablette und dann
fuhren wir wieder nach Hause, wo ich sie in einen dicken Pulli
kuschelte und ihr das soeben erworbene Whiskas für Kätzchen ab zwei Monate
vorsetzte. (Wie alt die Kleine ist, wissen wir nicht - die Tierärztin
meint, sie ist vermutlich etwas älter, als sie aussieht, wegen der
Mangelernährung ... Katzenfutter ab zwei Monate frisst sie auf jeden Fall
mit Begeisterung.)
Abends war sie dann schon wieder einigermaßen fit und wollte viel gestreichelt werden. Das war schon eine schnelle Entwicklung von Angst zu Apathie und schließlich Anhänglichkeit ...
Inzwischen ist sie sehr neugierig, verspielt und unternehmungslustig. Sie lebt nun auf unserer Terrasse, was sie nicht so ganz einsieht - tastächlich stemmt sie ihre Pfötchen ab und an anklagend gegen unsere Terrassentür und maunzt, als wäre es ihr Geburtsrecht, unser Wohnzimmer zu betreten. Sie ist schon sehr, sehr süß.
Aber wir werden sie trotzdem nicht behalten. Ich habe nämlich eine Tierhaarallergie (und das bedeutet in meinem Fall nicht nur ein bisschen Naselaufen). Katzenbilder können Menschen ja echt emotionalisieren, das kennt man von den Internetvideos. Ich habe das dann auch gleich im Selbstversuch erfahren - nicht, weil die Katze mich so niedlich anschnurrte, sondern weil ich unter anderem die Nachricht bekam, wenn ich sie weggeben würde, käme das einer Abtreibung gleich ... (Liebe Frankfurter, ich hoffe Ihr beruhigt Euch wieder! Und verzeiht mir, dass ich das Kätzchen nicht behalte - ich sehe dafür auch über Eure emotionale Erpressung hinweg ;-)) Ganz ehrlich: Ich sehe es ja eher so, dass wir dieses Katzenbaby gerettet haben und gerade aufpäppeln und ihr so eine Chance auf ein hoffentlich langes Katzenleben geben, wenn auch nicht bei uns. Das nur mal so als meine Perspektive ...
Ich habe gestern also eine Anzeige erstellt, die GIZ-intern rumgemailt wurde und nun hoffen wir, dass wir ein schönes Zuhause für die Kleine finden und sie nicht ins Tierheim geben müssen. (Wobei sich eine ehemalige Mitarbeiterin von Philip im hiesigen Tierheim sehr engagiert - ich bin mir daher relativ sicher, dass es nicht mit der Vorhölle gleichzusetzen ist!). Bis nächste Woche muss eine Lösung her, denn dann fliegt Philip nach Deutschland und ich nach Namibia. Aber bis dahin wird noch gekuschelt, gespielt und aufgepäppelt.
Freitag, 3. Februar 2017
Unsere Mitbewohner
Unser Garten ist derzeit besonders grün - es hat hier seit Beginn der Regenzeit Ende Oktober außergewöhnlich viel geregnet. Das freut auch die Tierwelt.
Walli hat im Januar häufig vom Küchenfenster aus Vögel beim Nestbau und beim Brüten beobachtet, bis plötzlich auch ein Schnabel aus dem Nest herauslugte. Und schließlich war sie bei den ersten Flügelschlägen des Nachwuchs live dabei!
Am gleichen Baum, der leider zur Hälfte abgestorben ist, sonnen sich bei gutem Wetter auch Eidechsen (die wir sonst auch schon mal an den Hauswänden beobachten können) - sie sind leider etwas scheu und lassen sich nicht so gerne fotografieren.
Unseren Mitbewohnern geht es gerade gut, wie Ihr sehen könnt!
Walli hat im Januar häufig vom Küchenfenster aus Vögel beim Nestbau und beim Brüten beobachtet, bis plötzlich auch ein Schnabel aus dem Nest herauslugte. Und schließlich war sie bei den ersten Flügelschlägen des Nachwuchs live dabei!
Am gleichen Baum, der leider zur Hälfte abgestorben ist, sonnen sich bei gutem Wetter auch Eidechsen (die wir sonst auch schon mal an den Hauswänden beobachten können) - sie sind leider etwas scheu und lassen sich nicht so gerne fotografieren.
Unseren Mitbewohnern geht es gerade gut, wie Ihr sehen könnt!
Mittwoch, 1. Februar 2017
Safety first
Gestern kam es zu der ungewöhnlichen Situation, dass ich alleine an einer GIZ-Tagesveranstaltung teilnahm. Philip hatte zu viel zu tun, und deswegen war ich ohne ihn beim GIZ-Sicherheitstraining - zusammen mit deutschen und botswanischen GIZ-Mitarbeitern und ein paar anderen MAPs. Ein ehemaliger Polizist aus Deutschland, der schon seit Jahren in Südafrika lebt und Sicherheitstrainings für deutsche Firmen anbietet, war nach Gaborone gekommen, um uns zu schulen - das wollte ich mir doch nicht entgehen lassen, auch wenn mir bereits im Vorfeld angekündigt worden war, dass man sich nach einem Sicherheitstraining eher unsicherer fühlt als vorher.
Die Veranstaltung fand in den Konferenzräumen von SANITAS statt - dem Gartenbaumarkt, der unseren Vermietern gehört. (Ja, Gaborone ist eben doch nicht so groß.) Wir versammelten uns pünklich um 9 Uhr und nach einer schnellen Vorstellungsrunde ging es los. Der Referent hatte eine große Anzahl mehr oder weniger unterhaltsamer südafrikanischer Überwachungskamera-Filmchen mitgebracht - einziger Trost war hier die Erkenntnis, dass es in Johannesburg und Kapstadt nochmal ganz anders abgeht als im beschaulichen Gaborone. Auch als der Ex-Polizist über die leider hier ebenfalls nicht ganz seltenen "smash and grab"-Vorfälle berichtete, bei denen an Ampeln / in Staus Autoscheiben eingeschlagen werden, wenn der Täter auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank irgendwelche Wertsachen erspäht, wurde das klar: Besonders "smash and grab"-gefährdet sind wohl Brücken, die über anderen Straßen verlaufen: Hier schlagen Täter blitschnell die Scheiben ein, wenn sie was Lohnendes erblicken, springen dann von der Brücke auf die darunter verlaufende Straße, wo der Fluchtwagen bereitsteht und sind so nicht zu erwischen. Ich grübel nun seit gestern, ob es irgendwo in Gaborone oder in einer der anderen botswanischen Städte eine solche Konstruktion gibt - eine Brücke, die über einer anderen Straße verläuft - und bin mir inzwischen sehr sicher, dass nicht. Was so etwas angeht, ist das spärlich bevölkerte Botswana doch recht überschaubar!
Nichtsdestotrotz kann natürlich auch hier alles Mögliche passieren. Elektrozäune werden manipuliert, elektrische Tore mit schwerem Werkzeug ausgehebelt und wie leicht ein durchschnittliches Schloss zu knacken ist, möchte man eigentlich gar nicht wissen. Überrascht hat mich auch der große Themenschwerpunkt "car hijacking" - natürlich ist man sich im Klaren darüber, dass ein Auto geklaut werden könnte - aber während man noch drinsitzt?
Hier kam es zu einem Praxisteil, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: Wir übten Reifenwechsel und bekamen grob erklärt, wie man den Ölstand nachguckt etc. Als ich letzteren abends hochmotiviert bei meinem Auto prüfen wollte, scheiterte ich zwar bereits am Öffnen der Motorhaube, aber das ist eine andere Geschichte ...
Auch der heutige Morgen stand nochmal völlig im Zeichen der Sicherheit: Hier kam der Experte noch zu uns nach Hause, inspizierte Haus und Grundstück und wies uns auf Sicherheitsmängel hin. Wenig überraschend riet er uns noch zu diversen weiteren Bewegungsmeldern, Alarmsystemen, Fenstergittern etc. Dass wir seine Vorschläge alle umsetzen werden, ist unwahrscheinlich. Aber es schadet ja auf keinen Fall, das Bewusstsein zu schärfen, wo die Schwachstellen sind. Das Bewusstsein bzw. die Aufmerksamkeit für die eigene Umgebung ist eh das Wichtigste, wurde uns gestern eingebläut. Zu dem Thema hier abschließend noch ein kleines Video:
Die Veranstaltung fand in den Konferenzräumen von SANITAS statt - dem Gartenbaumarkt, der unseren Vermietern gehört. (Ja, Gaborone ist eben doch nicht so groß.) Wir versammelten uns pünklich um 9 Uhr und nach einer schnellen Vorstellungsrunde ging es los. Der Referent hatte eine große Anzahl mehr oder weniger unterhaltsamer südafrikanischer Überwachungskamera-Filmchen mitgebracht - einziger Trost war hier die Erkenntnis, dass es in Johannesburg und Kapstadt nochmal ganz anders abgeht als im beschaulichen Gaborone. Auch als der Ex-Polizist über die leider hier ebenfalls nicht ganz seltenen "smash and grab"-Vorfälle berichtete, bei denen an Ampeln / in Staus Autoscheiben eingeschlagen werden, wenn der Täter auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank irgendwelche Wertsachen erspäht, wurde das klar: Besonders "smash and grab"-gefährdet sind wohl Brücken, die über anderen Straßen verlaufen: Hier schlagen Täter blitschnell die Scheiben ein, wenn sie was Lohnendes erblicken, springen dann von der Brücke auf die darunter verlaufende Straße, wo der Fluchtwagen bereitsteht und sind so nicht zu erwischen. Ich grübel nun seit gestern, ob es irgendwo in Gaborone oder in einer der anderen botswanischen Städte eine solche Konstruktion gibt - eine Brücke, die über einer anderen Straße verläuft - und bin mir inzwischen sehr sicher, dass nicht. Was so etwas angeht, ist das spärlich bevölkerte Botswana doch recht überschaubar!
Nichtsdestotrotz kann natürlich auch hier alles Mögliche passieren. Elektrozäune werden manipuliert, elektrische Tore mit schwerem Werkzeug ausgehebelt und wie leicht ein durchschnittliches Schloss zu knacken ist, möchte man eigentlich gar nicht wissen. Überrascht hat mich auch der große Themenschwerpunkt "car hijacking" - natürlich ist man sich im Klaren darüber, dass ein Auto geklaut werden könnte - aber während man noch drinsitzt?
Hier kam es zu einem Praxisteil, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: Wir übten Reifenwechsel und bekamen grob erklärt, wie man den Ölstand nachguckt etc. Als ich letzteren abends hochmotiviert bei meinem Auto prüfen wollte, scheiterte ich zwar bereits am Öffnen der Motorhaube, aber das ist eine andere Geschichte ...
Auch der heutige Morgen stand nochmal völlig im Zeichen der Sicherheit: Hier kam der Experte noch zu uns nach Hause, inspizierte Haus und Grundstück und wies uns auf Sicherheitsmängel hin. Wenig überraschend riet er uns noch zu diversen weiteren Bewegungsmeldern, Alarmsystemen, Fenstergittern etc. Dass wir seine Vorschläge alle umsetzen werden, ist unwahrscheinlich. Aber es schadet ja auf keinen Fall, das Bewusstsein zu schärfen, wo die Schwachstellen sind. Das Bewusstsein bzw. die Aufmerksamkeit für die eigene Umgebung ist eh das Wichtigste, wurde uns gestern eingebläut. Zu dem Thema hier abschließend noch ein kleines Video:
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