Aus der Reihe "Gästeblog statt Gästebuch" hier ein neuer Eintrag, verfasst von meiner Mutter:
Ein Gastbeitrag, obwohl ich nicht in Gaborone war? Ja doch! Philip und Walli waren trotzdem meine Gastgeber, meine Reisegastgeber. Oder in anderen Worten: Ich hatte ab Kapstadt pauschal gebucht. Wenn man individuell reisen und sich doch um nichts kümmern möchte, kann ich nur eine Reise mit den beiden empfehlen. Wünsche werden jederzeit berücksichtigt, die Quartiere sind sehr schön ausgesucht, mögliche Aktivitäten und das geeignete Lokal vor Ort schnell recherchiert, der Weg ist dank App und südafrikanischer SIM-Karte auch in unwegsamstem Gelände und auch bei Nacht (nur ausnahmsweise!) nie ein Problem.
Kapstadt und die Garden Route:
Kapstadt war zumindest für mich als Kapstadt-Neuling gleich zu Beginn der Höhepunkt schlechthin. Tafelberg bei Sonnenschein und tollem Licht, die Fahrt an der Atlantikküste entlang bis zu den Pinguinen, denen man aus nächster Nähe beim Brüten zusehen kann, das neue Museum an der Waterfront, das architektonisch großartig ist, etc. Aber es gab auch in den folgenden Tagen täglich einen Höhepunkt - oft ganz unerwarteter Art. Das wine and food pairing in Franschhoek an der südafrikanischen Weinstraße, die beeindruckende Tropfsteinhöhle in Oudtshoorn, der Swartbergpass in der Klein Karoo (mit Philips sichtlichem Vergnügen am Pass- und Pistenfahren), der Sandstrand in den Buchten des Indischen Ozeans, als wir dann bei George auf die eigentliche Garden Route stießen, der Moment, als am sogenannten Dolphin Viewpoint bei Wilderness wirklich gerade eine Schule Delphine vorbeizog, das kleine „normannische“ Kirchlein mit der großen Ausstrahlung in Belvidere, das einen kurz nach England zu beamen schien, die netten Gespräche mit den Gastgeber/innen in unseren Quartieren, die durchweg schön und manchmal (auf den Farmen ) mit viel Liebe zu Stil und Detail gestaltet waren, die Wanderung zur Hängebrücke im Tsitsikamma-Teil des Nationalparks und nicht zuletzt am letzten Tag die Elefanten mit den vielen Jungtieren im Addo Elephant Park, die sich mit großer Gelassenheit aus allernächster Nähe betrachten ließen … und wieder „etc.“
Ein Regentag bei zehn Reisetagen ist auch ein sehr fairer Deal des Wettergottes. Nachdem die Nachosterwoche vorbei war, begann hier die Nachsaison mit sehr angenehmen Temperaturen von 20 bis maximal 30 Grad, abends fing es an merklich kühler zu werden.
Nur dieses Land zu verstehen, ist uns sicherlich nicht gelungen. Wir haben uns auf einer „weißen“ Reiseroute bewegt. Unsere diversen Reiselektüren haben den Blick geöffnet für ganz andere Perspektiven. Aber ob und wie das Land funktioniert, funktionieren kann und auf dem geschichtlichen Hintergrund funktionieren wird, haben wir immer wieder diskutiert, uns einer Antwort jedoch kaum angenähert.
Ein ganz, ganz großes Dankeschön an meine Reisegastgeber, dass sie mir diese Reise ermöglicht haben. Es hat gut getan und es war eine schöne Erfahrung, dass unser Reiserhythmus so gut zusammengepasst hat.
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