Gestern war meine erste Begegnung mit anderen Expats und MAPs. Kurz zu den Begrifflichkeiten: Expats (Abkürzung von Expatriates) sind Mitarbeiter, die von ihren Arbeitgebern ins Ausland geschickt werden - wie z.B. Philip. MAPs sind die mitausreisenden Partner.
Gestern Abend war deutscher Stammtisch im Restaurant "Bull & Bush". Einmal im Monat wird dieser von giz-Seite organisiert, es treffen sich dabei unterschiedlich viele Deutsche (in erster Linie wohl giz- und Botschaftsmitarbeiter). Außer uns war noch ein Pärchen mit zwei Kleinkindern da (sie arbeitet hier, er ist MAP) und ein weiterer männlicher MAP. Alle wie wir in den 30ern. Sie haben uns Neue gleich mit ein paar Ratschlägen und Reisetipps versorgt.
Die beiden MAPs sind schon unterschiedlich lange hier, der eine ein gutes halbes Jahr, der andere schon drei Jahre. Beide sind Familienväter. Und beide standen vor mir und zählten auf: "Als MAP hast Du hier zwei Möglichkeiten: Entweder Du machst nichts - dann fällt Dir aber zu Hause die Decke auf den Kopf - oder Du spielst Golf."
Gaborone hat tatsächlich zwei Golfplätze und die Mitgliedschaft im Golfclub kostet anscheinend nur ein Fünftel von dem, was man in Deutschland fürs Golfspielen ausgeben würde. Ich habe nichts gegen Golf, warf aber doch ein, dass es mir seltsam vorkäme, plötzlich erwerbslos und Golfspielerin zu sein (ich meine: Mein Mann ist Chef und ich bin plötzlich golfspielende Hausfrau?!). Darauf lachten beide - und gaben mir ein paar Monate, bis ich meine Meinung ändern würde.
Ein paar Alternativen kamen im Laufe des Abends noch dazu. Die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Reiten. Tennis spielen. Es gab auch noch andere Themen als das Leben als MAP: Viertel, die man als Weißer bei Nacht meiden sollte. Rassismus gegen Weiße. Probleme mit den gemieteten Häusern.
Kann man als Deutsche unter - insgesamt sogar ganz sympathischen - Deutschen einen Kulturschock kriegen?
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