Sonntag, 31. Januar 2016

Vertragssachen

Am Freitagnachmittag war es endlich so weit: Ich hielt meinen unterschrieben Arbeitsvertrag in den Händen. Es hat... nun ja, etwas länger gedauert. Mit etwas gutem Zureden (auch Druck genannt) und nach einer überraschend einfachen Verhandlung zu Nachbesserungen in einer Formulierung bekam ich also die zweite Version, die ich so auch unterschreiben konnte. Es ist doch gut zu wissen, dass ich nun - vier Wochen vor Vertragsbeginn, sechs Wochen vor Ausreise auch etwas Schriftliches in den Händen halte. Auf dieser Basis lassen sich dann auch ein paar andere Vorbereitungen mit etwas besserem Gefühl treffen.
Vielleicht sollten wir jetzt einfach einen Sekt aufmachen - Prost!

Donnerstag, 28. Januar 2016

Die "bucket list"

Die "bucket list" (aus dem Englischen, "to kick the bucket" = den Löffel abgeben) ist ein Film mit Morgan Freeman und Jack Nicholson in den Hauptrollen von 2007 (deutscher Titel: "Das beste kommt zum Schluss") . Den Film habe ich bisher nicht gesehen, meines Wissens nach hat er nichts mit Botswana zu tun. Er handelt von zwei ungleichen Männern, die erfahren, dass sie nicht mehr lange zu leben haben und gemeinsam eine Liste der Sachen machen, die sie vor ihrem Tod unbedingt noch erleben wollen (und diese dann auch abarbeiten).
Nun ja, bisher haben wir glücklicherweise nicht erfahren, dass wir demnächst sterben müssen (obwohl noch nicht alle Ergebnisse des Betriebsarztes der GIZ vorliegen, wer weiß was da noch kommt). Aber ich habe zu Weihnachten von Walli schon einmal eine Gutscheinkarte bekommen, die viele tolle Ausflüge & Erlebnisse beinhaltet, die wir vor unserer Ausreise nach Botswana noch machen könnten.


Manche davon haben wir noch nicht gemacht und wollten sie aber immer schon mal machen, andere haben wir schon gemacht und fanden sie so toll, dass wir sie gerne noch einmal machen würden. Die ersten Gutscheine sind schon eingelöst: Der Besuch in der Kleinmarkthalle hat sehr leckere Essen ergeben, ein Kinobesuch im Luxus-Kino ist schon reserviert - und gestern waren wir dann spontan noch im English Theatre im Broadway-Musical "The Life". Leider werden wir es wohl zeitlich nicht schaffen, alle Gutscheine unserer eigenen kleinen "bucket list" einzulösen - ob ich dann wohl wieder ein solches Gutscheinheftchen nach Rückkehr aus Botswana erhalte?

Freitag, 22. Januar 2016

Filmische Annäherung

Im Moment ist Botswana natürlich DAS Thema, wenn wir uns mit Familie und Freunden unterhalten. Und das ist super, denn einige berichten von eigenen Afrika-Erfahrungen, dem Leben in Ausland - oder haben ganz andere Assoziationen, auf die wir zum Teil selbst noch nicht gekommen sind. Letzteres war letzten Sonntag der Fall. Auf der Taufe meines Patenkindes fiel einem Tischnachbarn ein Film zum südlichen Afrika ein: "Die Götter müssen verrückt sein". Was war ich begeistert! Als Kind habe ich diesen Film mehrmals mit meinen Eltern gesehen und noch in Erinnerung, dass er uns alle drei bestens amüsiert hat. Aber in der Zwischenzeit hatte ich ihn fast vergessen.

Als ich dann abends im Zuge einer Internetrecherche rausfand, dass "Die Götter müssen verrückt sein" tatsächlich in Botswana produziert wurde, gab es natürlich kein Halten mehr. Gesehen, gekauft - und gestern Abend geschaut. Ein wirklich liebevoll gemachter Film mit größeren Slapstick-Einlagen, der hauptsächlich in der Kalahari spielt. Viel mehr von Botswana sieht man auch nicht, aber es gibt sehr schöne Naturaufnahmen. Der Film handelt von Buschmann Xi, der mit seinem Clan mitten in der Kalahari lebt und keinerlei Berührungspunkte zur Zivilisation hat. Doch dann fällt eine leere Colaflasche vom Himmel - ein Pilot hat sie aus dem Fenster geworfen, Xi hält sie jedoch für ein Geschenk der Götter. Nachdem die Buschleute die Flasche ausgiebig bestaunt haben, entdecken sie mehr und mehr Verwendungsmöglichkeiten und jeder möchte sie besitzen, aber sie haben ja nur die eine. Das führt zu einem noch nie dagewesenen Unfrieden zwischen ihnen. Deswegen beschließt Xi, ans Ende der Welt zu laufen und die Flasche dort runterzuschmeißen, damit sie nirgends mehr Zwietracht säen kann. Auf seinem Weg begegnet er verschiedensten Leuten - unter anderem einer Lehrerin und einem Mikrobiologen, die ebenfalls Hauptrollen in dieser Geschichte haben. "Die Götter müssen verrückt sein" erschien 1980 und bekam 1984 eine Nominierung für den César als Bester ausländischer Film, außerdem war er international ein Riesenerfolg. 1989 erschien ein zweiter Teil - den habe ich übrigens gleich mitgekauft :-)

Mittwoch, 20. Januar 2016

Linksverkehr!

Mittlerweile bin ich wieder zurück in Frankfurt - doch ein wenig gibt's noch zu berichten aus Gaborone:
Da wäre z.B. der Verkehr: Die Straßen sind breit, die Fahrweise der meisten Leute überwiegend recht entspannt. Rote Ampeln scheinen teils mehr eine Empfehlung zu sein, Geschwindigkeitsbegrenzungen auch (nur die Lasermessgeräte der Polizei sind wohl lästig). Ach ja, und: Botswana hat Linksverkehr!
Die ersten Tagen meines Aufenthalts sprachen wir schon häufiger davon, dass ich doch mit einem Projektauto umher fahren könnte. Einmal stand ich ganz knapp davor, da hätte ich erstmals zum GIZ-Landesbüro fahren sollen, doch dann wurde ich doch gefahren, denn das Büro beim ersten Mal zu finden wäre vielleicht nicht ganz einfach gewesen - und ich war für den Service dankbar. Am letzten Abend war es dann aber doch soweit: Ich bekam die Autoschlüssel in die Hand gedrückt und sollte zurück ins Hotel fahren.
In den letzten Jahren war ich dienstlich häufiger in Ländern mit Linksverkehr - wurde dort jedoch immer von anderen gefahren und musste nicht selbst ran. Vor (erschreckend) vielen Jahren, in Südafrika, bin ich mit Freunden schon mal im Linksverkehr selbst gefahren, aber das ist lange her. So saß ich also im Auto und fuhr los. Zunächst habe ich häufiger das Auto abgewürgt (was nichts mit Linksverkehr zu tun hat und wohl bei dem Auto schnell passiert, wie ich später hörte), dann flutschte es: An einer Kreuzung gerade noch in die richtige Richtung abgebogen, linksherum in den Kreisverkehr hinein und wieder hinaus, breite Straße, wenig Verkehr, und 5 km später am Hotel angelangt: Keine Beule, alles gut!
Auch der Rückweg ins Projektbüro am nächsten Tag hat gut geklappt. Das Kuppeln mit der linken Hand bleibt noch etwas gewöhnungsbedürftig, aber es soll doch fürs Gehirn gut sein, auch mal etwas "mit links" zu machen, statt immer nur mit rechts, oder?

oben: Das Projektauto vor dem Hotel.

Mittwoch, 13. Januar 2016

Erste Eindrücke

Es ist soweit: Ich bin da. Wo? In Gaborone natürlich!
Seit Sonntagnachmittag bin ich hier, eine erste knapp einwöchige Dienstreise: Teilnahme am Planungsworkshop des Projekts, das ich leiten soll, Kollegen kennenlernen, sondieren.
Mit sehr wenig Vorstellungen im Gepäck bin ich hierher gekommen: Eine Stadt, die nicht so sei wie andere afrikanische Hauptstädte. Die recht ruhig sei, fast ein wenig langweilig, so wurde mir vorab gesagt. Und sonst?
Der Flughafen hat sogar einen Rüssel, mit dem man als Passagier direkt aus dem Flugzeug ins Terminal gehen kann. Das Flugzeug, mit dem ich aus Johannesburg kommend lande, ist jedoch viel zu klein dafür, würde nur halb so hoch reichen. Als Passagiere laufen wir über das Vorfeld zum Terminal. Dieser ist verglast, macht einen modernen Eindruck. Ich werde vom Fahrer des Projekts abgeholt. Es herrscht kaum Gedränge, als ich rauskomme, es erscheint ruhig. Die Straße vom Flughafen in die Stadt können wir bis 200m vor dem Hotel ohne abzubiegen entlangfahren - ca. 20 Minuten; 2-spurig in jede Richtung, kaum Verkehr. Neben der Straße: fast immer noch mal freies Land, grüne Büsche, es ist weitläufig hier! Die Häuser, die ich sehe, sind überwiegend recht flach, nur im Central Business District dürfen es auch mal etwas höheres Häuser sein. Die folgenden zwei Tage haben meinen ersten Eindruck von der Stadt bisher bestätigt: Große Straßen, rote Erde, teils grüne Büsche - und alles sehr weitläufig. Man hat Platz hier. Ach ja, und heiß ist es. Letzte Woche soll es 43-46°C gehabt haben, diese Woche werden die 36°C als angenehm kühl bezeichnet...
Im Projekt wurde ich sehr freundlich aufgenommen (nicht unbedingt selbstverständlich!), die Kollegen sind sehr nett und kümmern sich um mich. Auch die Batswana, die ich treffe, sind nett und aufgeschlossen. Hier wird es sich gut leben lassen!

Samstag, 9. Januar 2016

Ein Vergleich Botswana - Deutschland

Wie nähert man sich einem Land, das man bisher kaum kennt? Vielleicht helfen ein paar Vergleiche:


Botswana
Deutschland



Fläche
581.730 km²
357.022 km²
Einwohner:
2.183.000
80.854.000
Einwohner pro km²:
3,8
226,5
Lebenserwartung
Ø 54 Jahre
Ø 81 Jahre
Landessprache:
Englisch
Deutsch
Unabhängig seit
1966
1955
Bruttoinlandsprodukt / Kopf
5.340 EUR
33.350 EUR
Energieverbrauch / Kopf
1.450 kWh
7.200 kWh
Festnetzanschlüsse pro 1000 Einwohner
78
582
Mobilfunkgeräte pro 1000 Einwohner
1558
1231
Internet-Nutzer pro 1000 Einwohner
130
869
Regentage / Jahr
37,7
99,7
Anteil der Christen an der Bevölkerung
71,6 %
58,5 %
Anteil der konfessionslosen an der Bevölkerung
20,6 %
31,0 %
Anteil der Muslime an der Bevölkerung
n/a
8,4 %
Anteil der Badimo an der Bevölkerung
6,0 %
n/a


Zum Abschluss noch ein Blick auf die Flagge Botswanas:
Quelle der Daten: Aufbereitet nach Länderdaten.info 

Donnerstag, 7. Januar 2016

Reiseland Nr. 1

Kaum war die Entscheidung für die Stelle in Botswana gefallen, veröffentlichte der Reiseführer Lonely Planet seine Ranking "Best in Travel 2016". In der Kategorie "Länder" steht an erster Stelle... Tusch... Botswana!
Eine freudige Überraschung. Auch wenn der Anlass unseres Aufenthalts dort nicht Urlaub sein wird - so werden wir doch hoffentlich den ein oder anderen Urlaub dort machen können und hoffen natürlich auf regen Besuch aus der Heimat (vielleicht auch angeregt durch dieses Ranking?)!

Aus der Begründung von Lonely Planet:
"2016 begeht Botswana den 50. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Was es da zu feiern gibt? Ganz schön viel. Etwa die längste durchgängige Mehrparteien-Demokratie des Kontinents, ein progressives Sozialwesen (Botswana war eines der ersten Länder, das 2002 kostenlos HIV-Medikamente an seine Bürger ausgab), geringe Korruption, eine gesunde, nachhaltige Tourismusindustrie, eine schnell wachsende Wirtschaft. Seit der Unabhängigkeit hat sich Botswana aus bitterer Armut zu einer der stabilsten und florierendsten Gesellschaften Afrikas entwickelt. Also wenn das kein Grund zum Feiern ist …
Aber das ist noch nicht alles. Mit seiner ungewöhnlichen Kombination von Wüste und Flussdelta, das viele wild lebende Tiere anzieht, ist Botswana ein einmaliges Reiseziel. Es ist wild, ursprünglich und weitläufig. 17  % des Landes bestehen aus Nationalparks, von denen viele in die riesigen transnationalen Naturschutzgebiete Kavango-Sambesi und Kgalagadi übergehen. Die Bestrebungen des Landes, einige der letzten Wildnisse der Welt zu erhalten, wurden schließlich 2014 auch von der Unesco anerkannt, die das Okavango-Delta – Botswanas landschaftliches Kronjuwel – zu ihrem 1000. Welterbe machte.
Trotz dieser langen Liste an Vorzügen haben die meisten Reisenden Botswana noch nicht entdeckt. Zu teuer, zu schwierig hinzukommen, nicht auf Familien ausgerichtet, heißt es. Wir sind hier, um Ihnen zu sagen: Alles Quatsch! Unbedingt jetzt hinfahren! Per Flugzeug, Auto oder mokoro (Kanu), in der grünen oder der trockenen Jahreszeit – es ist einfach alles toll. Wer viel Geld ausgeben will, kann im Vumbara Plains Camp oder Jao Camp Einmaliges erleben. Wer sparen muss, findet in Kommunalprojekten wie dem Tsabong Camel Park oder Moremi Gorge die passende Unterkunft. Verliebte in den Flitterwochen verbringen romantische Stunden an der verträumten Zibandianja-Lagune in Linyanti, Abenteuer-Junkies reiten durch den Mashatu-Wildpark. Man kann Elefanten in der Mini-Serengeti von Savuti oder Erdmännchen im Makgadikgadi-Pans-Nationalpark beobachten, Alleinreisende machen an der Okavango Guiding School eine Ausbildung zum Führer, mit Kindern ist die preisgekrönte Familiensafari Ker & Downey (Safari Awards 2015) genau das Richtige". (Quelle)
Also, wann kommt Ihr uns besuchen?

Sonntag, 3. Januar 2016

Ein Disclaimer

Es sollte eigentlich klar sein - was wir hier schreiben, schreiben wir als Privatpersonen. Unsere dargestellten Meinungen sind unsere eigenen Meinungen und repräsentieren nicht die unserer Arbeitgeber oder Auftraggeber.
Dieser Blog ist für unsere Freunde und Familie gedacht, er ist kein kommerzielles Projekt. Dementsprechend ist dieser Blog nicht über Suchmaschinen auffindbar.
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Los geht's - mit diesem Blog

Ein Vorsatz für dieses Jahr: Blog schreiben!
Dann mache ich mich doch mal gleich an die Erfüllung dieses Vorsatzes und schreibe diesen ersten Blog-Eintrag.
Die Entscheidung zog sich lange hin, dann fiel sie endlich: Bewerbungsschluss Anfang August, Gespräch im September, erste Entscheidung im Oktober, im November dann große Unsicherheit, Anfang Dezember die (zu dem Zeitpunkt für mich fast überraschende) Nachricht, dass alles klappt: Ich solle die Projektleitung eines Projekts in Botswana übernehmen (mehr dazu ein anderes Mal). Nach Wochen (Monaten?) der Unsicherheit wird diese Nachricht so langsam konkret, denn losgehen soll es möglichst bald - Mitte März ist als Ausreisetermin gesetzt. Unsere Gedanken und Gespräche kreisen nun immer häufiger um Botswana, Planungen wollen nun gemacht werden, denn eine solche Ausreise bringt dann doch etwas Organisationsaufwand mit sich. Die nächsten Wochen werden spannend. In der kommenden Woche werde ich erstmals nach Botswana reisen, Team und Stadt kennenlernen und erste Eindrücke sammeln. Die Spannung steigt!