Vor ein paar Tagen hatte ich bereits über die hiesige Gemüsekrise berichtet - ohne zu ahnen, dass diese eine wirkliche Krise ist. Ein Schild vor einem der Gaboroner SPAR-Märkte informierte uns nun zum einen darüber, dass der Gemüsemangel System hat und zum anderen über den Verursacher: "Tuna absoluta". Das klingt verwirrenderweise nach Thunfisch, sollte aber wohl "Tuta absoluta" heißen und ist der lateinische Name der Südamerikanischen Tomatenmotte.
Dieses Viech hat sich leider nicht nur auf Tomaten spezialisiert, sondern knabbert genauso gerne an Kartoffelpflanzen. Ferner mag es Paprika und Auberginen und ist offensichtlich aus seiner südamerikanischen Heimat ins südliche Afrika eingeschleppt worden. Anscheinend werden sogar im trockenen Botswana vereinzelt Tomaten und Kartoffeln angebaut - und momentan von Tuta absoluta angeknabbert und aufgefressen. Der Großteil des Gemüses wird aber aus den Nachbarländern importiert, womit jetzt erst einmal Schluss ist: Um die weitere Ausbreitung der Motte einzudämmen, wird auf die Einfuhr der betroffenen Gemüsearten verzichtet, bis sie ausgerottet ist. Eine Bekannte erzählte, dass an der südafrikanisch/botswanischen Grenze Schilder stehen, die die Einfuhr von Kartoffeln und Tomaten untersagen. Dass die botswanischen Grenzbeamten einen Blick in den Kofferraum werfen, wenn man einreisen will, ist nichts Neues - dass sie nach geschmuggelten Tomaten Ausschau halten, schon. Ich hörte das Gerücht, dass es ein Jahr dauern sollte bis dieser Schädling so weit ausgerottet ist, dass alles wieder seinen normalen Gang gehen kann. Ein Jahr?!
Wir sind mal gespannt. Grüne Paprika gibt es nach wie vor in allen Supermärkten (vielleicht mag die Motte nur gelbe und rote?), Süßkartoffeln scheinen nicht betroffen und was Tomaten angeht, müssen wir uns wohl mit Tomatenmark und Dosentomaten über Wasser halten. Ansonsten experimentieren wir mit dem, was da ist. Heute gab es zum Beispiel Nudeln mit Rote-Beete-Soße ...
Samstag, 28. Januar 2017
Mittwoch, 25. Januar 2017
Shitbook statt Facebook
Aus der Kategorie "skurrile Forschung" (einen Eintrag zu bemalten Kuh-Hintern hatte ich ja schon einmal geschrieben): Forscher aus Südafrika und Deutschland haben festgestellt, dass sich Nashörner über ihren Kot verständigen (Bericht bei Spiegel Online). Dieser habe quasi die Funktion eines sozialen Netzwerks. Die Forscher isolierten den spezifischen Geruch des Kots einzelner Breitmaulnashörner, bauten ihn jeweils künstlich nach und verteilten ihn wieder in einem Nationalpark mit Nashörnern. Männliche Nashörner, die an männlichem Kot schnupperten, nahmen eine Wachstellung ein und kamen mehrfach an diese Stelle zurück, um zu schauen, ob sich ihr Rivale bewegt hat. Männliche Nashörner, die an weiblichem Kot schnupperten, schnüffelten dagegen länger daran, um zu überprüfen, ob das Weibchen paarungsbereit sei.
Diese Erkenntnis erkläre auch, warum manche Säugetiere den gleichen Ort aufsuchten, um zu defakieren: Sie "lesen" einfach die Mitteilungen ihrer Artgenossen.
Ich nehme zwar mal an, dass Ihr eher selten im Kot Eurer Artgenossen schnüffelt - aber mal ehrlich: Wer hat schon mal seine Facebook-Timeline auf der Toilette angeschaut? Mir fallen da ja auch noch andere Zusammenhänge zwischen Kot und sozialen Netzwerken ein...
Diese Erkenntnis erkläre auch, warum manche Säugetiere den gleichen Ort aufsuchten, um zu defakieren: Sie "lesen" einfach die Mitteilungen ihrer Artgenossen.
Ich nehme zwar mal an, dass Ihr eher selten im Kot Eurer Artgenossen schnüffelt - aber mal ehrlich: Wer hat schon mal seine Facebook-Timeline auf der Toilette angeschaut? Mir fallen da ja auch noch andere Zusammenhänge zwischen Kot und sozialen Netzwerken ein...
Montag, 23. Januar 2017
Eine Missionarsstation
Missionare in Afrika - davon hört man häufiger, und mittlerweile haben wir auch ein oder zwei Familien kennengelernt, die als Missionare nach Botswana kamen und hier "hängengeblieben" sind. Nicht mehr persönlich getroffen haben wir David Livingstone, einen der ersten Missionare in Botswana bzw. im südlichen Afrika, und westlicher "Entdecker" der Victoria-Fälle. Berühmt ist der Ausspruch von Henry Morgan Stanley, der ihm nachreiste, den verschollen Geglaubten in Tansania aufspürte und mit den Worten ansprach: "Dr. Livingstone, I presume?"
Eben dieser Dr. Livingstone lebte von 1847 bis 1852 ganz in der Nähe des heutigen Gaborones. Und so machten wir uns kürzlich auf zu einer Besichtigung des Ortes, an dem er lebte, der "Kolobeng Mission". Am Eingang trafen wir einen Ranger, der zu uns ins Auto stieg und uns zu den Ruinenresten der Siedlung lotste, wo er uns alles Mögliche erklärte.
Zunächst gab es das Fundament der Kirche zu besichtigen, in der Livingstone predigte. (Anmerkung Walli: "Fundament" ist für die paar Steine ein großes Wort!) Bis in die 1990er Jahre standen zumindest noch die Außenmauern der Kirche, inzwischen ist von ihnen aber leider nichts mehr übrig.
Dann fuhren wir ca. 200m weiter zum Friedhof, der ebenfalls kaum als solcher zu erkennen war. Hier liegt neben einem Gefährten Livingstones auch seine Tochter begraben; ihr Grab ist unter der derzeit recht grünen Vegetation kaum auszumachen; es wird hier vor allem durch zwei Ameisenbauten gekennzeichnet.
Schließlich fuhren wir noch einmal 100m und kamen zum Wohn- und Arbeitshaus der Familie Livingstone, wo u.a. ein Raum als Arztpraxis verwendet wurde. Auch hier sind nur die Fundamente übrig.
Es war ordentlich heiß, wenn man so in der Sonne herumstand. Unser Führer erzählte unglaublich viel in hohem Tempo und nuschelte dabei ziemlich. Das meiste davon vergaßen wir so wohl schnell wieder.
Insgesamt fanden wir den Besuch etwas ernüchternd: Für die Geschichte Botswanas ist das sicherlich ein wichtiger und schützenswerter Ort - aber als Tourismusziel taugt er derzeit nicht so wirklich, denn zu sehen gibt es kaum etwas. Im Logbuch wurden wir dann auch als die ersten Gäste seit zwei Tagen vermerkt. Die vorgetragenen Geschichten zu Livingstone und seiner Zeit könnte man besser nachlesen (wenn man es denn täte). Hier werden wir wohl eher nicht noch einmal hinkommen.
Eben dieser Dr. Livingstone lebte von 1847 bis 1852 ganz in der Nähe des heutigen Gaborones. Und so machten wir uns kürzlich auf zu einer Besichtigung des Ortes, an dem er lebte, der "Kolobeng Mission". Am Eingang trafen wir einen Ranger, der zu uns ins Auto stieg und uns zu den Ruinenresten der Siedlung lotste, wo er uns alles Mögliche erklärte.
Zunächst gab es das Fundament der Kirche zu besichtigen, in der Livingstone predigte. (Anmerkung Walli: "Fundament" ist für die paar Steine ein großes Wort!) Bis in die 1990er Jahre standen zumindest noch die Außenmauern der Kirche, inzwischen ist von ihnen aber leider nichts mehr übrig.
Dann fuhren wir ca. 200m weiter zum Friedhof, der ebenfalls kaum als solcher zu erkennen war. Hier liegt neben einem Gefährten Livingstones auch seine Tochter begraben; ihr Grab ist unter der derzeit recht grünen Vegetation kaum auszumachen; es wird hier vor allem durch zwei Ameisenbauten gekennzeichnet.
Schließlich fuhren wir noch einmal 100m und kamen zum Wohn- und Arbeitshaus der Familie Livingstone, wo u.a. ein Raum als Arztpraxis verwendet wurde. Auch hier sind nur die Fundamente übrig.
Es war ordentlich heiß, wenn man so in der Sonne herumstand. Unser Führer erzählte unglaublich viel in hohem Tempo und nuschelte dabei ziemlich. Das meiste davon vergaßen wir so wohl schnell wieder.
Insgesamt fanden wir den Besuch etwas ernüchternd: Für die Geschichte Botswanas ist das sicherlich ein wichtiger und schützenswerter Ort - aber als Tourismusziel taugt er derzeit nicht so wirklich, denn zu sehen gibt es kaum etwas. Im Logbuch wurden wir dann auch als die ersten Gäste seit zwei Tagen vermerkt. Die vorgetragenen Geschichten zu Livingstone und seiner Zeit könnte man besser nachlesen (wenn man es denn täte). Hier werden wir wohl eher nicht noch einmal hinkommen.
Dienstag, 17. Januar 2017
Weltblick
Von heute bis Donnerstag mache ich mit meinem Projekt einen Strategie- und Planungsworkshop. Wir haben kurz auf die Ergebnisse des letzten Jahres geschaut und dann angefangen, uns Gedanken über die dieses Jahr anstehende Strategie und die damit verbundenen Aktivitäten zu machen. Solche Workshops sind in der GIZ Standard; und einen solchen Standard kann man doch zumindest angenehm gestalten. Damit nicht jede/r ständig an den eigenen Schreibtisch rennt oder andere Termine wahrnimmt, macht es Sinn, das Ganze nicht im Büro zu veranstalten. Man kann in ein beliebiges Hotel gehen und dort in häufig dunklen Tagungsräumen tagen. Oder man kann versuchen, sich eine nettere "Location" herauszusuchen. Letzteres habe ich getan (natürlich habe ich zunächst die Preise verglichen und verhandelt!), und mich schließlich für das Tagungszentrum im Mokolodi Nature Reserve entschieden, das knapp außerhalb Gaborones liegt (von Besuchen dort hatten wir z.B. schon hier und dort berichtet).
Das Tagungszentrum dort kannte ich nur aus der Ferne; es liegt an einen Hang, mit einer tollen Aussicht über den Park und die Umgebung - daher auch sein Name, das "World's View Conference Center". Hier muss man sich schon fast zusammenreißen, um sich von diesem Blick abzuwenden und in den Besprechungsraum zu gehen.
Es hat in Botswana in den letzten Wochen geregnet - und es ist unglaublich, wie grün es hier geworden ist (Regenzeit!). Ich hörte heute jemanden sagen, dass er Botswana in den letzten 20 Jahren nicht so grün erlebt habe - und nie mit so hoher Luftfeuchtigkeit wie in den letzten Tagen.
Den obigen Blick von heute haben wir so ähnlich schon öfters gehabt von einer öffentlichen Aussichtsstelle etwas weiter oben am gleichen Hügel. Das folgende Bild entstand Ende Oktober, ein paar Tage nach den ersten Regenfällen. Es lässt sich unschwer erkennen, wieviel trockener die Büsche und der Boden damals noch waren.
Nun drückt mir bitte die Daumen, dass die nächsten Tage ebenso produktiv werden wie heute und wir am Ende des Workshops mit einer guten Planung dastehen werden!
Das Tagungszentrum dort kannte ich nur aus der Ferne; es liegt an einen Hang, mit einer tollen Aussicht über den Park und die Umgebung - daher auch sein Name, das "World's View Conference Center". Hier muss man sich schon fast zusammenreißen, um sich von diesem Blick abzuwenden und in den Besprechungsraum zu gehen.
Es hat in Botswana in den letzten Wochen geregnet - und es ist unglaublich, wie grün es hier geworden ist (Regenzeit!). Ich hörte heute jemanden sagen, dass er Botswana in den letzten 20 Jahren nicht so grün erlebt habe - und nie mit so hoher Luftfeuchtigkeit wie in den letzten Tagen.
Den obigen Blick von heute haben wir so ähnlich schon öfters gehabt von einer öffentlichen Aussichtsstelle etwas weiter oben am gleichen Hügel. Das folgende Bild entstand Ende Oktober, ein paar Tage nach den ersten Regenfällen. Es lässt sich unschwer erkennen, wieviel trockener die Büsche und der Boden damals noch waren.
Nun drückt mir bitte die Daumen, dass die nächsten Tage ebenso produktiv werden wie heute und wir am Ende des Workshops mit einer guten Planung dastehen werden!
Sonntag, 15. Januar 2017
Gemüsekrise
Um zu erfahren, was in Gaborone so los ist, ist Facebook das Mittel der Wahl. Anfangs hat es mich ja irritiert, dass viele Dienstleister von Restaurants bis Reisebüros auf eine eigene Homepage verzichten und als Ersatz eine Facebook-Seite betreiben. Aber generell werden hier auf Facebook viele Infos ausgetauscht. Philip und ich sind daher Mitglieder in verschiedenen Facebook-Gruppen, z.B. der "Gaborone Expats Group", "What's on in Gabs" und "Find it in Gabs". In letzterer Gruppe wird traditionell mehr gesucht als gefunden, aber dennoch sind die Einträge manchmal ganz erhellend. So las ich vorgestern z.B. folgende Frage: "Hi guys. Anyone know where I can find potatoes during this veggie crisis?"
Spontan wusste ich auch nicht, wo ich hier zuletzt Kartoffeln gesehen haben könnte, aber dass es überhaupt gerade eine "veggie crisis" gibt, fand ich interessant. Man findet in den Supermärkten häufiger mal dies oder das nicht. Öfters Mangelware sind zum Beispiel rote Tomaten. Alles Richtung Cocktailtomaten, Kirschtomaten, aber auch Rispentomaten sind eh reine Glücksfunde - wenn es die mal gibt, sollte man zugreifen und sich dann überlegen, was man damit anstellen will. Normale Salattomaten gibt es dagegen meistens, allerdings eher selten in rot - in der Regel werden sie grün-gelb verkauft. Ich finde diesen Anblick immer recht traurig, obwohl sie ja zu Hause noch etwas nachreifen. Seit ein paar Tagen fahnde ich allerdings selbst nach dieser grün-gelben Variante vergebens, sowohl bei SPAR, wo wir das meiste einkaufen, als auch beim besser sortierten und teureren WOOLWORTH als auch bei der günstigen botswanischen Supermarktkette CHOPPIES. Es gibt einfach keine frischen Tomaten. Und normale Kartoffeln findet man tatsächlich momentan auch nicht, nur der SPAR hatte zumindest Süßkartoffeln (die allerdings auch nicht taufrisch wirken, die Hälfte des gekauften Kilo-Säckchens musste ich aufgrund von Schimmels gleich entsorgen - bei so etwas kriege ICH dann eine Gemüsekrise). Außerdem gibt's seit mindestens eineinhalb Wochen nur grüne Paprika in den Läden.
Dafür hat im Dezember offensichtlich die Mango-Saison begonnen und wir testen uns gerade durch die verschiedenen Angebote (CHOPPIES umgerechnet ca. 60 Cent/Stück, überreif; SPAR 1,- €/Stück, okay; Checkers 75 Cent/Stück, bislang die besten; WOOLWORTH noch nicht probiert, da unverhältnismäßig viel teurer). Es werden überall Maiskolben angeboten. Und Salat, Weißkohl, Möhren und Champignons gehören eh zum Standardprogramm, das es immer gibt. Auch der Butternuss-Kürbis zählt hier zu den fast immer verfügbaren Grundnahrungsmitteln.
Der Begriff "veggie crisis" ist also eventuell ein bisschen hochgegriffen, es gibt durchaus Gemüse, nur eben nicht die volle Auswahl. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Botswana importiert Obst und Gemüse eh zum Großteil aus den Nachbarländern - hier wächst nicht viel, es ist einfach zu trocken. Allerdings steht in den Supermärkten nur selten dabei, woher die Sachen kommen. Möhren scheinen standardmäßig aus Südafrika importiert zu werden, wie eh ein Großteil der Produkte überhaupt. In Sambia gibt es momentan Tomaten im Überfluss, wurde uns erzählt - keine Ahnung, warum diese nicht den Weg nach Botswana finden. Bei WOOLWORTH haben wir auch schon einmal Pfirsiche aus Spanien gesehen. Zu gewissen Teilen bleibt das Angebot hier immer ein Stückchen unberechenbar, auch ohne "veggie crisis". Aber im Vergleich zu anderen Ländern ist das vermutlich doch Jammern auf hohem Niveau - und Tomaten in der Dose gibt's hier immerhin nach wie vor in allen Variationen. Was Kartoffeln angeht, hilft aber momentan wohl wirklich nur der Griff nach den Pommes in den Supermarkt-Tiefkühltruhen ...
Spontan wusste ich auch nicht, wo ich hier zuletzt Kartoffeln gesehen haben könnte, aber dass es überhaupt gerade eine "veggie crisis" gibt, fand ich interessant. Man findet in den Supermärkten häufiger mal dies oder das nicht. Öfters Mangelware sind zum Beispiel rote Tomaten. Alles Richtung Cocktailtomaten, Kirschtomaten, aber auch Rispentomaten sind eh reine Glücksfunde - wenn es die mal gibt, sollte man zugreifen und sich dann überlegen, was man damit anstellen will. Normale Salattomaten gibt es dagegen meistens, allerdings eher selten in rot - in der Regel werden sie grün-gelb verkauft. Ich finde diesen Anblick immer recht traurig, obwohl sie ja zu Hause noch etwas nachreifen. Seit ein paar Tagen fahnde ich allerdings selbst nach dieser grün-gelben Variante vergebens, sowohl bei SPAR, wo wir das meiste einkaufen, als auch beim besser sortierten und teureren WOOLWORTH als auch bei der günstigen botswanischen Supermarktkette CHOPPIES. Es gibt einfach keine frischen Tomaten. Und normale Kartoffeln findet man tatsächlich momentan auch nicht, nur der SPAR hatte zumindest Süßkartoffeln (die allerdings auch nicht taufrisch wirken, die Hälfte des gekauften Kilo-Säckchens musste ich aufgrund von Schimmels gleich entsorgen - bei so etwas kriege ICH dann eine Gemüsekrise). Außerdem gibt's seit mindestens eineinhalb Wochen nur grüne Paprika in den Läden.
Dafür hat im Dezember offensichtlich die Mango-Saison begonnen und wir testen uns gerade durch die verschiedenen Angebote (CHOPPIES umgerechnet ca. 60 Cent/Stück, überreif; SPAR 1,- €/Stück, okay; Checkers 75 Cent/Stück, bislang die besten; WOOLWORTH noch nicht probiert, da unverhältnismäßig viel teurer). Es werden überall Maiskolben angeboten. Und Salat, Weißkohl, Möhren und Champignons gehören eh zum Standardprogramm, das es immer gibt. Auch der Butternuss-Kürbis zählt hier zu den fast immer verfügbaren Grundnahrungsmitteln.
Der Begriff "veggie crisis" ist also eventuell ein bisschen hochgegriffen, es gibt durchaus Gemüse, nur eben nicht die volle Auswahl. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Botswana importiert Obst und Gemüse eh zum Großteil aus den Nachbarländern - hier wächst nicht viel, es ist einfach zu trocken. Allerdings steht in den Supermärkten nur selten dabei, woher die Sachen kommen. Möhren scheinen standardmäßig aus Südafrika importiert zu werden, wie eh ein Großteil der Produkte überhaupt. In Sambia gibt es momentan Tomaten im Überfluss, wurde uns erzählt - keine Ahnung, warum diese nicht den Weg nach Botswana finden. Bei WOOLWORTH haben wir auch schon einmal Pfirsiche aus Spanien gesehen. Zu gewissen Teilen bleibt das Angebot hier immer ein Stückchen unberechenbar, auch ohne "veggie crisis". Aber im Vergleich zu anderen Ländern ist das vermutlich doch Jammern auf hohem Niveau - und Tomaten in der Dose gibt's hier immerhin nach wie vor in allen Variationen. Was Kartoffeln angeht, hilft aber momentan wohl wirklich nur der Griff nach den Pommes in den Supermarkt-Tiefkühltruhen ...
Freitag, 13. Januar 2017
Vollmond
Gestern Abend war hier Vollmond. Und nach einigen Regentagen mit tatsächlich wenig Sonne (ungewöhnlich) klarte es am Abend auf. Nur der hell leuchtende Vollmond verhinderte, dass man die sonst so zahlreichen Sterne sah.
Fast hätten wir keine Lampe mehr im Garten gebraucht, aber seht selbst:
Fast hätten wir keine Lampe mehr im Garten gebraucht, aber seht selbst:
Mittwoch, 11. Januar 2017
Alarm!
Walli meinte, ich solle diesen Eintrag quasi zur Frustbewältigung schreiben, oder als Therapie. Liebe Leser, fühlt Euch missbraucht!
Es war einmal, ungefähr Anfang April letzten Jahres, zu einer Zeit, als ich bereits im neuen Heim in Gaborone campte und Walli noch in Frankfurt wohnte. Sie schickte mir damals einen Scan eines Kapitels aus einem Buch von Katrin Bauerfeind ("Hinten sind Rezepte drin: Geschichten, die Männern nie passieren würden"), in dem diese von den Sicherheitsmaßnahmen in einer Ferienwohnung in Südafrika erzählte. Walli fragte mich etwas ängstlich, ob das bei uns auch so sei. Ich las das Kapitel, fand die Sicherheitsmaßnahmen unseres Hauses recht treffend beschrieben, schrieb Walli dann verharmlosend, dass bei uns natürlich alles besser wäre - und hoffte, dass sie dieses Kapitel schnell wieder vergessen würde. Wenn man das Haus und alles erst einmal sieht, dann ist es doch meist nicht so schlimm, dachte ich (und bis heute hatten wir tatsächlich nicht mehr über dieses Buch gesprochen!).
Unser Haus hat also eine Alarmanlage, und die ist direkt verbunden mit einer Sicherheitsfirma. Diese Firma betreut Haus und Grundstück schon lange, man kann sie aufgrund der ganzen Installationen nicht einfach wechseln. Aber immerhin gilt sie als die beste solche Firma der Stadt - wurde uns zumindest bisher immer versichert (nicht nur von der Firma selbst). Ich wünschte, ich könnte ein solches Testimonial / Werbestatement für diese Firma abgeben, aber irgendwie wäre ich dazu wohl nicht bereit, wenn ich gefragt werden würde.
Glücklicherweise hatten wir bisher noch keinen Einbruch (toi toi toi), dafür aber eine Reihe Fehlalarme. Nach einem Fehlalarm, der gelegentlich mal vorkommt (vorzugsweise nachts), ruft die Sicherheitsfirma auf meinem Handy an und erkundigt sich, ob alles ok ist. Wenn ich da bin und alles bejahen kann, dann muss ich nur noch ein Passwort angeben. Dieses Passwort habe ich einmal festgelegt, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Leider wurde es jedoch nicht ins System eingegeben; die Mitarbeiterin, bei der ich den Vertrag unterschrieben habe, hat wenig später das Unternehmen verlassen, so dass meine Emails ins Leere liefen. Wenn ich also telefonisch nach meinem Passwort gefragt werde, gebe ich es immer an, und es wird nicht erkannt. Keine wirklich schöne Situation, insbesondere wenn der Fehlalarm mitten in der Nacht passiert. Bisher konnte ich die Anrufer immer noch überzeugen, dass ich trotzdem nicht der Einbrecher bin, den sie gerade anrufen. Mittlerweile habe ich auch andere Ansprechpartner bei der Firma, so dass ich gegen Ende des letzten Jahres mal wieder einen Anlauf startete, das Passwort zu ändern. Nun scheinen manche Mitarbeiter mein richtiges Passwort sehen zu können, andere nicht.
Manchmal kommt die Sicherheitsfirma auch gleich vorbei und ruft nicht erst an. Dann benötigt man zwar kein Passwort, aber dafür kommen sie in der Regel erst eine gute halbe Stunde nach Auslösung des Alarms. Einbrecher wären bis dahin vermutlich über alle Berge. Wir dagegen befinden uns in der Regel schon fast wieder im Tiefschlaf, wenn es schließlich klingelt ...
Dankenswerterweise erstattet mir die GIZ die Gebühren für die Sicherheitsfirma. Dafür muss ich "nur" den Originalvertrag sowie die Rechnungen und Quittungen einreichen. Den Originalvertrag zu erhalten hat mich ungefähr neun Monate gekostet. Als meine Ansprechpartnerin das Unternehmen verlassen hat, hat sie offenbar unseren Originalvertrag als Andenken mitgenommen, es existierte nur ein für mich nicht lesbarer Scan des Dokuments - für die GIZ natürlich nicht akzeptabel, für die Sicherheitsfirma aber prima. Ich stellte irgendwann meine monatlichen Zahlungen ein, solange ich nicht meine Ausfertigung des Vertrags erhalten hatte. Das änderte leider auch nicht viel, denn dafür interessierte sich niemand wirklich - auch nicht, als ich erklärte, warum ich nicht mehr zahlte. Die Rechtsabteilung, kurz vor der Klage, fragte noch einmal bei mir nach, und dann kam ich doch noch einmal ein Stückchen vorwärts: Ich bekam einen neuen Vertrag.
Ein paar Reparaturen wären mal wieder fällig an unserer Alarmanlage: Die Sirene wurde zwar während unserer Zeit hier schon einmal gewechselt, hat aber offenbar bereits wieder das Zeitliche gesegnet - wir hören es also nicht mehr, wenn die Anlage ausgelöst wird, die Sicherheitsfirma bekommt aber nach wie vor Bescheid. Und das passiert gar nicht so selten, weil ein paar Bewegungssensoren defekt sind und erratisch auslösen. Vom Anruf der Sicherheitsfirma wird man immerhin sanfter geweckt als durch die Sirene. Demnächst werden wir wohl trotzdem mal wieder Reparaturen in Auftrag geben müssen. Letzte Nacht löste unser Elektrozaun zweimal Alarm aus - seine separate Sirene funktioniert offensichtlich nach wie vor sehr gut. Um 1 Uhr und 2 Uhr morgens steht man dann doch senkrecht im Bett; zum Glück waren es nur Fehlalarme. Deren Ursachen haben wir bisher noch nicht gefunden; für den Elektrozaun ist die Sicherheitsfirma aber nicht zuständig (auch wenn wir nach einer Reparatur nach einem schweren Sturm vor ein paar Wochen festgestellt haben, dass er entgegen vorheriger Erfahrungen doch mit der Sicherheitsfirma verbunden ist, sie ruft neuerdings also auch beim Auslösen des Elektrozaun-Alarms an, fragt nach dem Passwort ...). Morgen werden wir also die Elektrozaun-Firma kontaktieren (die nach wie vor mit den "best erections in Botswana" wirbt). Bis diese vorbeikommen und den Zaun reparieren, können wir ihn nicht mehr einschalten, da inzwischen jedes Mal sofort der Alarm losgeht. Praktisch, dass das Schloss zur Terrassentür sich seit vorgestern nicht mehr schließen lässt ...
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass hiesige Einbrecher a) kein deutsch sprechen und b) hier nicht mitlesen und dass wir weiterhin so wenig Sicherheits-Probleme haben wie bisher!
Es war einmal, ungefähr Anfang April letzten Jahres, zu einer Zeit, als ich bereits im neuen Heim in Gaborone campte und Walli noch in Frankfurt wohnte. Sie schickte mir damals einen Scan eines Kapitels aus einem Buch von Katrin Bauerfeind ("Hinten sind Rezepte drin: Geschichten, die Männern nie passieren würden"), in dem diese von den Sicherheitsmaßnahmen in einer Ferienwohnung in Südafrika erzählte. Walli fragte mich etwas ängstlich, ob das bei uns auch so sei. Ich las das Kapitel, fand die Sicherheitsmaßnahmen unseres Hauses recht treffend beschrieben, schrieb Walli dann verharmlosend, dass bei uns natürlich alles besser wäre - und hoffte, dass sie dieses Kapitel schnell wieder vergessen würde. Wenn man das Haus und alles erst einmal sieht, dann ist es doch meist nicht so schlimm, dachte ich (und bis heute hatten wir tatsächlich nicht mehr über dieses Buch gesprochen!).
Unser Haus hat also eine Alarmanlage, und die ist direkt verbunden mit einer Sicherheitsfirma. Diese Firma betreut Haus und Grundstück schon lange, man kann sie aufgrund der ganzen Installationen nicht einfach wechseln. Aber immerhin gilt sie als die beste solche Firma der Stadt - wurde uns zumindest bisher immer versichert (nicht nur von der Firma selbst). Ich wünschte, ich könnte ein solches Testimonial / Werbestatement für diese Firma abgeben, aber irgendwie wäre ich dazu wohl nicht bereit, wenn ich gefragt werden würde.
Glücklicherweise hatten wir bisher noch keinen Einbruch (toi toi toi), dafür aber eine Reihe Fehlalarme. Nach einem Fehlalarm, der gelegentlich mal vorkommt (vorzugsweise nachts), ruft die Sicherheitsfirma auf meinem Handy an und erkundigt sich, ob alles ok ist. Wenn ich da bin und alles bejahen kann, dann muss ich nur noch ein Passwort angeben. Dieses Passwort habe ich einmal festgelegt, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Leider wurde es jedoch nicht ins System eingegeben; die Mitarbeiterin, bei der ich den Vertrag unterschrieben habe, hat wenig später das Unternehmen verlassen, so dass meine Emails ins Leere liefen. Wenn ich also telefonisch nach meinem Passwort gefragt werde, gebe ich es immer an, und es wird nicht erkannt. Keine wirklich schöne Situation, insbesondere wenn der Fehlalarm mitten in der Nacht passiert. Bisher konnte ich die Anrufer immer noch überzeugen, dass ich trotzdem nicht der Einbrecher bin, den sie gerade anrufen. Mittlerweile habe ich auch andere Ansprechpartner bei der Firma, so dass ich gegen Ende des letzten Jahres mal wieder einen Anlauf startete, das Passwort zu ändern. Nun scheinen manche Mitarbeiter mein richtiges Passwort sehen zu können, andere nicht.
Manchmal kommt die Sicherheitsfirma auch gleich vorbei und ruft nicht erst an. Dann benötigt man zwar kein Passwort, aber dafür kommen sie in der Regel erst eine gute halbe Stunde nach Auslösung des Alarms. Einbrecher wären bis dahin vermutlich über alle Berge. Wir dagegen befinden uns in der Regel schon fast wieder im Tiefschlaf, wenn es schließlich klingelt ...
Dankenswerterweise erstattet mir die GIZ die Gebühren für die Sicherheitsfirma. Dafür muss ich "nur" den Originalvertrag sowie die Rechnungen und Quittungen einreichen. Den Originalvertrag zu erhalten hat mich ungefähr neun Monate gekostet. Als meine Ansprechpartnerin das Unternehmen verlassen hat, hat sie offenbar unseren Originalvertrag als Andenken mitgenommen, es existierte nur ein für mich nicht lesbarer Scan des Dokuments - für die GIZ natürlich nicht akzeptabel, für die Sicherheitsfirma aber prima. Ich stellte irgendwann meine monatlichen Zahlungen ein, solange ich nicht meine Ausfertigung des Vertrags erhalten hatte. Das änderte leider auch nicht viel, denn dafür interessierte sich niemand wirklich - auch nicht, als ich erklärte, warum ich nicht mehr zahlte. Die Rechtsabteilung, kurz vor der Klage, fragte noch einmal bei mir nach, und dann kam ich doch noch einmal ein Stückchen vorwärts: Ich bekam einen neuen Vertrag.
Ein paar Reparaturen wären mal wieder fällig an unserer Alarmanlage: Die Sirene wurde zwar während unserer Zeit hier schon einmal gewechselt, hat aber offenbar bereits wieder das Zeitliche gesegnet - wir hören es also nicht mehr, wenn die Anlage ausgelöst wird, die Sicherheitsfirma bekommt aber nach wie vor Bescheid. Und das passiert gar nicht so selten, weil ein paar Bewegungssensoren defekt sind und erratisch auslösen. Vom Anruf der Sicherheitsfirma wird man immerhin sanfter geweckt als durch die Sirene. Demnächst werden wir wohl trotzdem mal wieder Reparaturen in Auftrag geben müssen. Letzte Nacht löste unser Elektrozaun zweimal Alarm aus - seine separate Sirene funktioniert offensichtlich nach wie vor sehr gut. Um 1 Uhr und 2 Uhr morgens steht man dann doch senkrecht im Bett; zum Glück waren es nur Fehlalarme. Deren Ursachen haben wir bisher noch nicht gefunden; für den Elektrozaun ist die Sicherheitsfirma aber nicht zuständig (auch wenn wir nach einer Reparatur nach einem schweren Sturm vor ein paar Wochen festgestellt haben, dass er entgegen vorheriger Erfahrungen doch mit der Sicherheitsfirma verbunden ist, sie ruft neuerdings also auch beim Auslösen des Elektrozaun-Alarms an, fragt nach dem Passwort ...). Morgen werden wir also die Elektrozaun-Firma kontaktieren (die nach wie vor mit den "best erections in Botswana" wirbt). Bis diese vorbeikommen und den Zaun reparieren, können wir ihn nicht mehr einschalten, da inzwischen jedes Mal sofort der Alarm losgeht. Praktisch, dass das Schloss zur Terrassentür sich seit vorgestern nicht mehr schließen lässt ...
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass hiesige Einbrecher a) kein deutsch sprechen und b) hier nicht mitlesen und dass wir weiterhin so wenig Sicherheits-Probleme haben wie bisher!
Montag, 9. Januar 2017
Zurück in Gabs
Vor vier Tagen sind wir wieder in Gaborone angekommen. Erst verbrachten wir an dem kleinen Flughafen noch ungewöhnlich viel Zeit (zunächst ließ das Gepäck ewig auf sich warten, dann kontrollierte der Zoll penibel jeden einzelnen Fluggast, der angegeben hatte, "nothing to declare" zu haben. Sie sind hier generell nicht begeistert von der Einfuhr von Neuware ...). Aber dann waren wir wieder zu Hause, und da war erfreulicherweise alles okay. Der Garten schien etwas ausgetrocknet (unser Gärtner hatte Urlaub) und im Haus lag einiges an Sand/Schmutz - speziell vor dem Kamin sah es aus, als hätte der Weihnachtsmann versucht, durchzurutschen: zwei, drei Quadratmeter waren von schwarzem Staub bedeckt. Offensichtlich hat es hier im Dezember etwas gestürmt. Unsere Nachbarin warnte uns per SMS, dass sie Frösche aus unserem Garten gehört hätte und so fingen wir nach Einbruch der Dunkelheit noch ein laut quakendes Exemplar ein, was mir immerhin half, wach zu bleiben, nachdem ich im Gegensatz zu Philip auf dem Flug wenig geschlafen hatte ...
Tja, und so waren wir also wieder da und eigentlich war es auch gleich wie immer. Philip brachte anscheinend wieder den Regen mit, denn es schüttete insbesondere Freitag und Samstag wie aus Eimern, und das ungewöhnlicherweise fast ohne Gewitter. Auch gestern und heute ist es grau und regnerisch und seit wir hier sind, waren es noch kein einziges Mal über 30 Grad - letzteres ist natürlich sehr angenehm für die Umstellung, auch wenn es mir äußerst seltsam vorkommt, diesen Blogbeitrag während des sonst verlässlich heißen botswanischen Hochsommers in einem langärmeligen T-Shirt zu schreiben. Leider regnete es dann auch mal wieder ein bißchen rein, außerdem ging gestern das Schloss zu unserer Terrassentür kaputt und abends fanden wir eine Ameisenplage in der Küche vor, die sich über die Reste unseres Auslaufs hermachte. Also sprühte ich vor dem Schlafengehen noch schonungslos mit DOOM in der Küche rum - ein Allheil- bzw. Alltötungsmittel gegen Insekten, das wohl sogar Kakerlaken tötet (die, wie ich seit dem Auftritt von Riaad Moosa weiß, sogar einen Atomkrieg überleben würden). In der Küche. Ich werde gleich erstmal alles abschrubben. Immerhin merke ich, dass ich solche Ereignisse doch etwas gelassener hinnehme als zu Beginn unserer Zeit hier. Am Samstag habe ich eine Deutsche kennengelernt, die seit September im ca. 60 km von Gaborone entfernten Molepolole wohnt und in der ganzen Zeit kein fließend Wasser in ihrer Wohnung hatte, dafür aber immer wieder Skorpione. Dagegen sind Reinregnen und Ameisen ja auch schon fast vernachlässigbar.
So viel aus Gabs. Wir sind wieder zu Hause!
Tja, und so waren wir also wieder da und eigentlich war es auch gleich wie immer. Philip brachte anscheinend wieder den Regen mit, denn es schüttete insbesondere Freitag und Samstag wie aus Eimern, und das ungewöhnlicherweise fast ohne Gewitter. Auch gestern und heute ist es grau und regnerisch und seit wir hier sind, waren es noch kein einziges Mal über 30 Grad - letzteres ist natürlich sehr angenehm für die Umstellung, auch wenn es mir äußerst seltsam vorkommt, diesen Blogbeitrag während des sonst verlässlich heißen botswanischen Hochsommers in einem langärmeligen T-Shirt zu schreiben. Leider regnete es dann auch mal wieder ein bißchen rein, außerdem ging gestern das Schloss zu unserer Terrassentür kaputt und abends fanden wir eine Ameisenplage in der Küche vor, die sich über die Reste unseres Auslaufs hermachte. Also sprühte ich vor dem Schlafengehen noch schonungslos mit DOOM in der Küche rum - ein Allheil- bzw. Alltötungsmittel gegen Insekten, das wohl sogar Kakerlaken tötet (die, wie ich seit dem Auftritt von Riaad Moosa weiß, sogar einen Atomkrieg überleben würden). In der Küche. Ich werde gleich erstmal alles abschrubben. Immerhin merke ich, dass ich solche Ereignisse doch etwas gelassener hinnehme als zu Beginn unserer Zeit hier. Am Samstag habe ich eine Deutsche kennengelernt, die seit September im ca. 60 km von Gaborone entfernten Molepolole wohnt und in der ganzen Zeit kein fließend Wasser in ihrer Wohnung hatte, dafür aber immer wieder Skorpione. Dagegen sind Reinregnen und Ameisen ja auch schon fast vernachlässigbar.
So viel aus Gabs. Wir sind wieder zu Hause!
Freitag, 6. Januar 2017
Ich bin ein Flugstreber
Es ist kein Vergnügen, mit mir zu fliegen, das sehe ich ein.
Nun hat es auf unserem Rückflug nach Gaborone mal wieder Walli getroffen. Sie
nennt mich jetzt einen Flugstreber.
Flughäfen sind für mich ein notwendiges Übel zum Fliegen,
ich liebe sie nicht. Sie bedeuten eine Menge Zeit in Warteschlangen, auf langen
Wegen etc. Diese Zeit versuche ich möglichst zu verkürzen. Los geht’s also
schon zu Hause mit dem Online-Check-in: Am Flughafen ankommend geht es im Stechschritt zum Check-in;
selbstverständlich habe ich schon eine grobe Ahnung, wo in der Abflughalle ich
den Check-in Schalter finden werde. Mit dem Online-Check-in komme ich meist
schon in die kürzeren Schlangen, muss am Schalter nur noch meinen Koffer
abgeben. Zügig geht’s weiter, sämtliche Unterlagen in der Hand haltend.
Selbstverständlich weiß ich genau, an welcher Stelle ich Bordkarte, Ausweis
oder beides vorzeigen muss und halte beides bereit. Im Anmarsch auf die
Sicherheitskontrolle werden schon einmal die Hosentaschen geleert und deren
Inhalt in die Jackentaschen oder den Rucksack geleert. An den
Sicherheitskontrollen halte ich es wie George Clooney in „Up in the Air“: Nicht
hinter älteren Leuten anstellen, nicht hinter Eltern mit Kindern – am besten
hinter Japanern oder Anzugträgern, die ebenfalls effizient durch die
Sicherheitskontrolle gelangen wollen. Die Passkontrolle funktioniert
mittlerweile automatisiert schneller als persönlich. Anschließend geht es im
Stechschritt Richtung Gate – dank Frequent Traveler Status bei Miles and More
kann ich häufig noch in der Lounge vorbeischauen, eine Tageszeitung abgreifen,
ein Glas Orangensaft trinken, und mich einen Moment in den Sesseln entspannen.
Wenn ich es bis hierhin pünktlich geschafft habe, dann ist alles prima.
Ans Gate gehe ich meist eher pünktlich (Stechschritt!). Vor
dem Boarding suche ich bereits die Unterlagen heraus, die ich während des
Fluges am Sitz haben will, so dass das Einsteigen und Verstauen des Handgepäcks
schneller geht. Von meinen Mitreisenden erwarte ich das gleiche. Sobald ich
sitze, wird – bei Flügen mit Zeitverschiebung – meine Uhr umgestellt und das
Armband etwas gelockert. Während das Sicherheitsvideo abgespielt wird, ziehe
ich meine Schuhe aus. Die Flüge nach und von Afrika sind i.d.R. Nachtflüge. Ja,
ich kann im Flugzeug schlafen, wenn auch nicht immer besonders gut. Auch
hierfür habe ich meine Rituale: Noch vor dem Start wird das Ohropax
eingesteckt, während des Starts die Augenbinde angelegt (hat jemand noch eine
gute Lösung für die Ablage der Brille?). Sobald nach dem Start das
Anschnallzeichen erlischt (erkennbar an einem Ton/Pling!), wird die Sitzlehne
nach hinten gestellt und ich versuche zu schlafen. Essen und Filme sind nachrangig
zu Schlaf. Frühestens wenn die Durchsage kommt, dass der Landeanflug beginnt
und die Rückenlehne senkrecht gestellt werden muss, nehme ich die Augenbinde
wieder ab und versuche aufzuwachen.
Walli nennt mich nun also einen Flugstreber. Sie überlegt,
demnächst bei der Flugbuchung darauf zu achten, einen anderen Flug als ich zu
nehmen. Diesen Text habe ich geschrieben, während wir im Transit am Flughafen
in Addis Ababa sind – die Zeit hier will ja auch genutzt sein. Als nächstes
füllen wir den Zettel aus, den man in Gaborone bei Ankunft bei Immigration
ausfüllen und abgeben muss – wir wollen ja auch in Gaborone möglichst schnell
aus dem Flughafen herauskommen. Bis zum nächsten Flug!
Mittwoch, 4. Januar 2017
Goodbye Deutschland
Nein, keine Angst, wir haben uns nicht für die gleichnamige Doku-Soap auf VOX angemeldet (für die ich zugegebernermaßen tatsächlich eine kleine Schwäche entwickelt habe, seit wir in Botswana leben ...). Aber auch wir sagen heute "Goodbye Deutschland" - unser erster Heimaturlaub geht nämlich nach fast drei (Philip) bzw. fast vier (Walli) Wochen zuende. Und schön war's! Die Zeit ist wahnsinnig schnell vergangen. Wir sind viel rumgereist: Für mich ging's anfangs nach Saarbrücken, Worms, Frankfurt, Fürth; mit Philip dann außerdem nach Göttingen, Bonn und nochmal Worms ... und die restliche Zeit sind wir zwischen Odendorf und Glöbusch hin- und hergependelt. Wir fahren mit mehr Gepäck, als wir gekommen sind und ich fürchte auch mit mehr Kilos auf den Rippen, da wir überall auf das Feinste bewirtet wurden. Den Temperaturunterschied haben wir ziemlich gut weggesteckt - na gut, ich habe mir eine ziemlich dicke Erkältung eingefangen, aber wer mich kennt, weiß, dass ich das auch bei 35 Grad schaffe ...
Und was war - neben den Wiedersehen - besonders schön daran, wieder in Deutschland zu sein? Keine Adapter zu benötigen. Mit Handtasche rumzulaufen. Schmuck zu tragen. Nicht aufzufallen. Einheimisch zu sein. Die vertraute Umgebung. Die Einfachheit des Reisens. Das Wissen, alles zu bekommen, was man so kaufen kann. Online Shopping. Ein funktionierendes und verlässliches Postsystem nutzen zu können ...
Und worauf freuen wir uns in Botswana? Philip auf den Alltag, die nächste Safari und schwimmen im Pool (wobei wir vermutlich erst einmal einige Tage brauchen, um den wieder sauber zu kriegen - Blätter und Blüten rauszufischen, den Pool-Reinigungsroboter zu warten, eventuell Wasser nachzufüllen etc.). Ich freue mich auf die Sonne (an strahlend blauen Himmel und Sonnenschein kann man sich schon gewöhnen) und darauf, nicht mehr aus dem Koffer zu leben. Diese Aussichten wiegen die Entfernung zu Familie und Freunden nicht auf, aber zumindest sind uns ein paar gute Gründe für Vorfreude eingefallen. Mal schauen, was 2017 bringen wird - wir wünschen allen Bloglesern ein glückliches neues Jahr!
Und was war - neben den Wiedersehen - besonders schön daran, wieder in Deutschland zu sein? Keine Adapter zu benötigen. Mit Handtasche rumzulaufen. Schmuck zu tragen. Nicht aufzufallen. Einheimisch zu sein. Die vertraute Umgebung. Die Einfachheit des Reisens. Das Wissen, alles zu bekommen, was man so kaufen kann. Online Shopping. Ein funktionierendes und verlässliches Postsystem nutzen zu können ...
Und worauf freuen wir uns in Botswana? Philip auf den Alltag, die nächste Safari und schwimmen im Pool (wobei wir vermutlich erst einmal einige Tage brauchen, um den wieder sauber zu kriegen - Blätter und Blüten rauszufischen, den Pool-Reinigungsroboter zu warten, eventuell Wasser nachzufüllen etc.). Ich freue mich auf die Sonne (an strahlend blauen Himmel und Sonnenschein kann man sich schon gewöhnen) und darauf, nicht mehr aus dem Koffer zu leben. Diese Aussichten wiegen die Entfernung zu Familie und Freunden nicht auf, aber zumindest sind uns ein paar gute Gründe für Vorfreude eingefallen. Mal schauen, was 2017 bringen wird - wir wünschen allen Bloglesern ein glückliches neues Jahr!
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