Schon letztes Jahr um diese Zeit habe ich einen Jahresrückblick in Bildern veröffentlicht. Auch dieses Jahr haben wir wieder 13 Bilder (Deckblatt!) ausgesucht und daraus einen Monatskalender gestaltet. Eine Auswahl zu treffen, war mal wieder nicht ganz leicht. Hier die ausgewählten Bilder des Jahres 2017:
Ein relaxender Löwe im Okavango Delta:
Landschaft im Okavango Delta:
Ein Schakal auf unserem Campingplatz im Mabuasehube Nationalpark:
Ein Elefant im Madikwe Game Reserve:
Eine Fuchsmanguste im Mabuasehube Nationalpark:
Zwei Geparden im Madikwe Game Reserve:
Im "Dead Vlei" im Sossusvlei Nationalpark in Namibia:
Ein Gecko in der Nähe unseres Campingplatzes in Hauchabfontein, Namibia:
Ein Löwenrudel im Okavango Delta:
Flug übers Okavango Delta:
Ein "Roller" im Okavango Delta:
Eine Leopardin im Okonjima Game Reserve, Namibia:
Samstag, 30. Dezember 2017
Donnerstag, 28. Dezember 2017
Gästeblog: Nachgereicht
Wir haben ein Weihnachtsgeschenk bekommen! Einen Blogbeitrag, geschrieben von Geno. Sie und ihr Mann Ali haben uns Ende Mai/Anfang Juni besucht. Die Freude ist groß, wir wollen sie gleich mit Euch teilen, hier der neueste Beitrag aus der Serie "Gästeblog statt Gästebuch" (wir hoffen, diese Serie wirkt nicht abschreckend auf potentielle Besucher, wie Ihr seht akzeptieren wir auch noch späte Einsendungen!):
Mittlerweile ist es bereits einige Monate her, dass wir Walli und Philip in Botswana besucht haben. Na ja, wir hatten uns eher einquartiert mit der Option auf unbestimmte Verlängerung und die beiden waren so höflich, sich auf das Abenteuer einzulassen.
Aber nun von vorne mit der Geschichte: Ich kenne Walli bereits seit dem Kindergarten und als sie erzählte, dass sie mit Philip nach Botswana geht, war klar, dass ich die Möglichkeit für einen Besuch nutzen wollte. So war ich im Mai dieses Jahres für insgesamt vier Wochen mit meiner Schwester Christiane und meinem Mann Ali im südlichen Afrika unterwegs. Namibia, Botswana und Zimbabwe lagen auf unserer Reiseroute. Nun ist eine Reise durch Afrika vieles, vor allem eine Lektion in Geduld und Gelassenheit und wir haben unsere Lektion gelernt. Trotz monatelanger Reisevorbereitung waren unsere Probleme nicht etwa der Begegnung mit wilden Tieren beim Camping oder der Sorge um unsere Malariaprophylaxe geschuldet, sondern eher bürokratischer Natur. In Swakopmund war uns das Auto aufgebrochen worden. Der Dieb hatte dabei nicht nur einen Gebetsteppich ergattert, sondern auch Alis Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland, ohne die er nicht mehr nach Hause einreisen konnte. Der Versuch, bis zum Ende unserer geplanten Reise irgendwie Ersatz für die verloren gegangen Papiere zu beschaffen, war gescheitert und so setzten wir unsere geplante Reise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe fort. Unser Plan B war in Gaborone bei der deutschen Botschaft ein neues Visum zu beantragen. Über Plan C – D, die ich noch als Alternative ausgearbeitet hatte, wollen wir nicht weiter reden.
Man hatte uns mittlerweile darüber aufgeklärt, dass das Unterfangen nicht kurzfristig zu erledigen wäre, und so hatten wir uns von den bereits gebuchten Rückflügen verabschiedet und uns auf unbestimmte Zeit bei Walli und Philip einquartiert. Wie gesagt, Afrika lehrt einen Geduld und Gelassenheit. Und die deutsche Botschaft trägt noch ihr übriges dazu bei, da sie es mit Feiertagen und Öffnungszeiten sehr genau nimmt, so dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als einfach der Dinge zu harren und die Zeit bei unseren Gastgebern zu genießen. Und das haben wir auch getan. Walli und Philip hatten nichts (wirksames) dagegen, dass wir Gäste ohne Rückflugticket waren und so haben sich beide sehr viel Mühe gegeben uns die schönen Seiten von Gaborone zu zeigen. Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen, aber nicht gänzlich umsonst.
Tag 1 – frische Wäsche!
Wir waren zu dem Zeitpunkt ja bereits fast drei Wochen als Camper im südlichen Afrika unterwegs gewesen. Daher wurde der Umstand, in einem bequemen Bett mit eigenen Bad und fertigem Frühstück am Morgen aufzuwachen nur noch von der Waschmaschine getoppt, mit der wir unsere Garderobe stadtfein machen konnten. Was will man eigentlich mehr im Urlaub! Gut, man muss sich erst einmal an Elektrozäune im Garten, blinkende Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Panikknöpfe gewöhnen, aber danach stellt sich schnell ein Gefühl der Gemütlichkeit ein.
Tag 2 – Der Yachtclub
Als Tagesprogramm stand ein Besuch im Yachtclub von Gaborone an. Noch nicht so viel über die Hauptstadt wissend, dachten wir uns, dass hier vielleicht neben Hausangestellten auch ein Liegeplatz im Yachtclub zur normalen Ausstattung gehört. Wir konnten uns leider keinen eigenen Eindruck der Anlage verschaffen, der Weg dorthin war überflutet, der Fährverkehr zeitlich beschränkt und während wir da im Matsch am Rande des Stausees standen und auf eine unspektakuläre kleine Insel hinaussahen, überkam mich das Gefühl, dass die Wörter 'mondän' und 'Yachtclub' in Gaborone doch anders verstanden werden.
Tag 3 – Shopping in der Mall
Walli hatte es schon angedeutet, nach dem Studieren der Broschüre des Tourismusbüros Gaborone hatte ich es dann auch verstanden: Zu den Sehenswürdigkeiten in Gaborone gehören die großen Shopping Malls, allen voran Game City, die Mall, die nur fußläufig von unserem Quartier entfernt lag. Da meinem Mann ja seit dem Diebstahl in Namibia noch ein paar Ausrüstungsgegenstände fehlten, nahm er die Gelegenheit gern wahr. Dass er sich direkt zwei Jogginghosen zugelegt hat, hätte Walli als Zeichen unseres Willens, noch etwas länger zu bleiben, interpretieren können. Wer die Zeichen zu deuten weiß ...
Tatsächlich fanden wir das Wetter im Juni in Gaborone noch richtig sommerlich und haben gerne in der Sonne auf der Terrasse oder am Pool gesessen. Uns zuliebe hatten Walli und Philip an einem Abend sogar den Grill rausgeholt, um uns danach zu versichern, dass eigentlich kein Einheimischer mehr bei diesen Temperaturen grillen würde. Was man nicht alles macht für diese Touristen!
Tag 4 – Glühwein am Pfingstmontag
Da eine deutsche diplomatische Vertretung im Ausland sich an alle verfügbaren deutschen sowie landestypischen Feiertage des Gastlandes halten muss, hatten wir uns einfach eine schlechte Woche ausgesucht, um dort etwas erledigen zu wollen. Es musste also ein weiterer Tag mit alternativem Unterhaltungsprogramm in Gaborone verbracht werden. Der erste Versuch galt dem Nationalmuseum. Was immer die Ausstellung eigentlich zu bieten hat, es muss unfassbar aufwendig zu restaurieren sein, da dieser Vorgang nun schon alle Besucher von Walli und Philip vor verschlossenen Türen hat stehen lassen. Gaborone zeigt sich von seiner komplizierten Seite: kulturell eher dürftig, aber wettertechnisch ok.
Da musste eine Alternative her, die sich uns tatsächlich in einer Abendveranstaltung auftat, bei der wir auch Kollegen von Philip kennen lernen dürften: Gulasch und Glühwein in Mokolodi, dem hauseigenen Nature Reserve von Gaborone.
Tag 5 – Die Welt ist ein Dorf
Endlich hatten wir es geschafft, die Visa-Beantragung auf den Weg zu bringen. Da Walli anschließend noch etwas zu erledigen hatte und der Versuch, sich in der Innenstadt von Gaborone die Zeit zu vertreiben kläglich gescheitert war, hatten wir uns kurzerhand für den Besuch einer weiteren, als Sehenswürdigkeit gekennzeichneten Shopping Mall, entschieden. Diese Auszeichnung hat sie nach Walli durchaus zu Recht, da sie über die Rarität einer Buchhandlung verfügt. Das wir aber wirklich an einem der beliebtesten Places-to-be abgesetzt worden waren, bestätigte sich doch tatsächlich kurz darauf: Uns liefen zwei Mitglieder der Reisegruppe über den Weg, mit der wir eine Woche lang durch Botswana gereist waren und die wir fünf Tage zuvor in Victoria Fall/Simbabwe verlassen hatten. Unglaublich, nach fünf Tagen hatten wir also schon unsere ersten Bekannten in Gaborone! Beim obligatorischen Austausch von weiteren möglichen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung hatten die beiden folgende Antwort: Wart ihr schon in Johannesburg?
Tag 6 – Entspannung
Ich war ja noch gewillt, Gaborone einen versteckten Charme und unbekannte, interessante Seiten zu unterstellen. Daher war ich beim Stöbern im Internet auf einen interessanten Artikel gestoßen. Besonders ein Satz aus dem Artikel hat es mir angetan, da ich selber in Bonn wohne und dies sehr gerne tue:
„Finanzdienstleister haben sich in ihr [Gaborone] eingerichtet, Konferenzmanager, Behörden, internationale Organisationen. Wer Bonn oder Brasilia mag, wird Gaborone lieben.“
Ich mag Bonn und kenne Brasilia nicht. Aber das ist doch ein Argument, um der Stadt eine Chance zu geben!
Tag 7 – Kommunikation
Da sich bezüglich unserer Rückreise sowieso nichts beschleunigen ließ, warteten wir weiterhin geduldig auf Antwort aus der Botschaft. In der Zwischenzeit musste ein wenig Kontakt mit meinem Arbeitgeber gehalten werden, der das Problem sehr entspannt hinnahm und meinen Urlaub auf ungewisse Zeit verlängerte. Auch bei Freunden und Familie ließ ich wieder einmal von uns hören. Da die Kommunikation in den letzten Wochen eher dürftig ausgefallen war, konnte ich nun in einer Whatsapp-Gruppe lesen: „... und das ist Geno, die hängt gerade in Afrika fest und antwortet eher selten“. Immerhin erinnerte man sich noch an mich.
Tag 8 – Rhinos
Wir besannen uns auf die wichtigen Dinge in Botswana: Mit Walli fuhren wir ins Khama Rhino Sanctuary, um uns dort auf die Jagd nach spektakulären Tierbeobachtungen zu begeben. Und tatsächlich konnten wir Nashörner aus direkter Nähe betrachten. Mit solchen Erlebnissen im Gepäck ärgert man sich auch nicht mehr über all die Unplanmäßigkeiten, die unsere eigentliche Urlaubsplanung durchkreuzt hatten.
Tag 9 – Verluste
Am nächsten Tag brachen wir wieder Richtung Gaborone auf. Irgendwo auf der Heimfahrt merkte Ali dann, dass er wohl sein Handyladekabel im Hotel liegen gelassen hatte. In aller Stille setzte ich dieses auf unsere immer länger werdende Verlustliste: Tagesrucksack, Gebetsteppich, Jogginghose, Regenjacke, Taschenlampe, Portemonnaie, Krankenversicherungskarte, Aufenthaltstitel, Hausschlüssel, Ehering, ein Küchenmesser (das nun irgendwo in der Wüste der Namib liegt) und ein Handyladekabel. Na gut, positives an der Situation: Immerhin habe ich meinen Mann nicht verloren. Obwohl er aufgrund des fehlenden Eherings nicht mehr offensichtlich als solcher zu identifizieren ist.
Tag 10 – Abschied
Beim Frühstück mussten wir feststellen, dass die Kaffeevorräte der Gastgeber langsam zur Neige gingen, es wurde Zeit zu gehen. Zudem hatte sich die Botschaft gemeldet: Mein Mann verfügte wieder über ein gültiges Visum und konnte in Deutschland einreisen. Nach über einer Woche Urlaubsverlängerung konnten wir als also wieder nach Haus aufbrechen, auch wenn es uns schwer fiel, da wir eine echte tolle Zeit in Gaborone hatten.
Den letzten Abend verbrachten wir noch gemeinsam mit Walli und Philip in einer Skylounge, in der man zu seinem Getränk eine tolle Übersicht über Gaborone hatte. Da wir uns ja noch immer mitten im Ramadan befanden, rollte Ali in einer Ecke der Skylounge seinen Gebetsteppich aus, während wir anderen den Sonnenuntergang über der Stadt genossen. Aus der Irritation des Kellners war zu schließen, dass eine solche Szenerie nicht häufig vorkommt, aber anscheinend ungefragt bei Touristen geduldet wird. Den Abend haben wir anschließend in einem Restaurant ausklingen lassen, um uns am nächsten Tag mit unserem Gepäck und unseren Erinnerungen auf zum Flughafen zu machen und uns ins nächste Abenteuer zu stürzen: der Einreise nach Europa mit einem Tunesier, der nur ein vorläufiges Visum aus der deutschen Botschaft aus Gaborone besitzt ...
Epilog
Nach unvergesslichen Wochen unserer abenteuerlichen Afrikareise konnten wir noch richtig entspannte und erholsame Tage bei Walli und Philip genießen. Was die Stadt Gaborone nicht an Erwartungen erfüllen kann, machen die beiden als Gastgeber mehr als wieder wett.
In einer Stadt, in der ein Gartencenter ein touristisches Highlight darstellt, freut man sich über alle kleinen Highlights. Und davon haben wir mit unseren Gastgebern doch sehr viele zusammentragen können. Am Anfang war Gaborone etwas verstörend, doch am Ende hat sich ein Bild zusammengefügt. Ich will nicht sagen, dass ich Gabs als Urlaubsdomizil ins Herz geschlossen hätte, nein, das nicht, aber der Urlaub dort war wunderbar!
Mittlerweile ist es bereits einige Monate her, dass wir Walli und Philip in Botswana besucht haben. Na ja, wir hatten uns eher einquartiert mit der Option auf unbestimmte Verlängerung und die beiden waren so höflich, sich auf das Abenteuer einzulassen.
Aber nun von vorne mit der Geschichte: Ich kenne Walli bereits seit dem Kindergarten und als sie erzählte, dass sie mit Philip nach Botswana geht, war klar, dass ich die Möglichkeit für einen Besuch nutzen wollte. So war ich im Mai dieses Jahres für insgesamt vier Wochen mit meiner Schwester Christiane und meinem Mann Ali im südlichen Afrika unterwegs. Namibia, Botswana und Zimbabwe lagen auf unserer Reiseroute. Nun ist eine Reise durch Afrika vieles, vor allem eine Lektion in Geduld und Gelassenheit und wir haben unsere Lektion gelernt. Trotz monatelanger Reisevorbereitung waren unsere Probleme nicht etwa der Begegnung mit wilden Tieren beim Camping oder der Sorge um unsere Malariaprophylaxe geschuldet, sondern eher bürokratischer Natur. In Swakopmund war uns das Auto aufgebrochen worden. Der Dieb hatte dabei nicht nur einen Gebetsteppich ergattert, sondern auch Alis Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland, ohne die er nicht mehr nach Hause einreisen konnte. Der Versuch, bis zum Ende unserer geplanten Reise irgendwie Ersatz für die verloren gegangen Papiere zu beschaffen, war gescheitert und so setzten wir unsere geplante Reise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe fort. Unser Plan B war in Gaborone bei der deutschen Botschaft ein neues Visum zu beantragen. Über Plan C – D, die ich noch als Alternative ausgearbeitet hatte, wollen wir nicht weiter reden.
Man hatte uns mittlerweile darüber aufgeklärt, dass das Unterfangen nicht kurzfristig zu erledigen wäre, und so hatten wir uns von den bereits gebuchten Rückflügen verabschiedet und uns auf unbestimmte Zeit bei Walli und Philip einquartiert. Wie gesagt, Afrika lehrt einen Geduld und Gelassenheit. Und die deutsche Botschaft trägt noch ihr übriges dazu bei, da sie es mit Feiertagen und Öffnungszeiten sehr genau nimmt, so dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als einfach der Dinge zu harren und die Zeit bei unseren Gastgebern zu genießen. Und das haben wir auch getan. Walli und Philip hatten nichts (wirksames) dagegen, dass wir Gäste ohne Rückflugticket waren und so haben sich beide sehr viel Mühe gegeben uns die schönen Seiten von Gaborone zu zeigen. Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen, aber nicht gänzlich umsonst.
Tag 1 – frische Wäsche!
Wir waren zu dem Zeitpunkt ja bereits fast drei Wochen als Camper im südlichen Afrika unterwegs gewesen. Daher wurde der Umstand, in einem bequemen Bett mit eigenen Bad und fertigem Frühstück am Morgen aufzuwachen nur noch von der Waschmaschine getoppt, mit der wir unsere Garderobe stadtfein machen konnten. Was will man eigentlich mehr im Urlaub! Gut, man muss sich erst einmal an Elektrozäune im Garten, blinkende Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Panikknöpfe gewöhnen, aber danach stellt sich schnell ein Gefühl der Gemütlichkeit ein.
Tag 2 – Der Yachtclub
Als Tagesprogramm stand ein Besuch im Yachtclub von Gaborone an. Noch nicht so viel über die Hauptstadt wissend, dachten wir uns, dass hier vielleicht neben Hausangestellten auch ein Liegeplatz im Yachtclub zur normalen Ausstattung gehört. Wir konnten uns leider keinen eigenen Eindruck der Anlage verschaffen, der Weg dorthin war überflutet, der Fährverkehr zeitlich beschränkt und während wir da im Matsch am Rande des Stausees standen und auf eine unspektakuläre kleine Insel hinaussahen, überkam mich das Gefühl, dass die Wörter 'mondän' und 'Yachtclub' in Gaborone doch anders verstanden werden.
Tag 3 – Shopping in der Mall
Walli hatte es schon angedeutet, nach dem Studieren der Broschüre des Tourismusbüros Gaborone hatte ich es dann auch verstanden: Zu den Sehenswürdigkeiten in Gaborone gehören die großen Shopping Malls, allen voran Game City, die Mall, die nur fußläufig von unserem Quartier entfernt lag. Da meinem Mann ja seit dem Diebstahl in Namibia noch ein paar Ausrüstungsgegenstände fehlten, nahm er die Gelegenheit gern wahr. Dass er sich direkt zwei Jogginghosen zugelegt hat, hätte Walli als Zeichen unseres Willens, noch etwas länger zu bleiben, interpretieren können. Wer die Zeichen zu deuten weiß ...
Tatsächlich fanden wir das Wetter im Juni in Gaborone noch richtig sommerlich und haben gerne in der Sonne auf der Terrasse oder am Pool gesessen. Uns zuliebe hatten Walli und Philip an einem Abend sogar den Grill rausgeholt, um uns danach zu versichern, dass eigentlich kein Einheimischer mehr bei diesen Temperaturen grillen würde. Was man nicht alles macht für diese Touristen!
Tag 4 – Glühwein am Pfingstmontag
Da eine deutsche diplomatische Vertretung im Ausland sich an alle verfügbaren deutschen sowie landestypischen Feiertage des Gastlandes halten muss, hatten wir uns einfach eine schlechte Woche ausgesucht, um dort etwas erledigen zu wollen. Es musste also ein weiterer Tag mit alternativem Unterhaltungsprogramm in Gaborone verbracht werden. Der erste Versuch galt dem Nationalmuseum. Was immer die Ausstellung eigentlich zu bieten hat, es muss unfassbar aufwendig zu restaurieren sein, da dieser Vorgang nun schon alle Besucher von Walli und Philip vor verschlossenen Türen hat stehen lassen. Gaborone zeigt sich von seiner komplizierten Seite: kulturell eher dürftig, aber wettertechnisch ok.
Da musste eine Alternative her, die sich uns tatsächlich in einer Abendveranstaltung auftat, bei der wir auch Kollegen von Philip kennen lernen dürften: Gulasch und Glühwein in Mokolodi, dem hauseigenen Nature Reserve von Gaborone.
Tag 5 – Die Welt ist ein Dorf
Endlich hatten wir es geschafft, die Visa-Beantragung auf den Weg zu bringen. Da Walli anschließend noch etwas zu erledigen hatte und der Versuch, sich in der Innenstadt von Gaborone die Zeit zu vertreiben kläglich gescheitert war, hatten wir uns kurzerhand für den Besuch einer weiteren, als Sehenswürdigkeit gekennzeichneten Shopping Mall, entschieden. Diese Auszeichnung hat sie nach Walli durchaus zu Recht, da sie über die Rarität einer Buchhandlung verfügt. Das wir aber wirklich an einem der beliebtesten Places-to-be abgesetzt worden waren, bestätigte sich doch tatsächlich kurz darauf: Uns liefen zwei Mitglieder der Reisegruppe über den Weg, mit der wir eine Woche lang durch Botswana gereist waren und die wir fünf Tage zuvor in Victoria Fall/Simbabwe verlassen hatten. Unglaublich, nach fünf Tagen hatten wir also schon unsere ersten Bekannten in Gaborone! Beim obligatorischen Austausch von weiteren möglichen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung hatten die beiden folgende Antwort: Wart ihr schon in Johannesburg?
Tag 6 – Entspannung
Ich war ja noch gewillt, Gaborone einen versteckten Charme und unbekannte, interessante Seiten zu unterstellen. Daher war ich beim Stöbern im Internet auf einen interessanten Artikel gestoßen. Besonders ein Satz aus dem Artikel hat es mir angetan, da ich selber in Bonn wohne und dies sehr gerne tue:
„Finanzdienstleister haben sich in ihr [Gaborone] eingerichtet, Konferenzmanager, Behörden, internationale Organisationen. Wer Bonn oder Brasilia mag, wird Gaborone lieben.“
Ich mag Bonn und kenne Brasilia nicht. Aber das ist doch ein Argument, um der Stadt eine Chance zu geben!
Tag 7 – Kommunikation
Da sich bezüglich unserer Rückreise sowieso nichts beschleunigen ließ, warteten wir weiterhin geduldig auf Antwort aus der Botschaft. In der Zwischenzeit musste ein wenig Kontakt mit meinem Arbeitgeber gehalten werden, der das Problem sehr entspannt hinnahm und meinen Urlaub auf ungewisse Zeit verlängerte. Auch bei Freunden und Familie ließ ich wieder einmal von uns hören. Da die Kommunikation in den letzten Wochen eher dürftig ausgefallen war, konnte ich nun in einer Whatsapp-Gruppe lesen: „... und das ist Geno, die hängt gerade in Afrika fest und antwortet eher selten“. Immerhin erinnerte man sich noch an mich.
Tag 8 – Rhinos
Wir besannen uns auf die wichtigen Dinge in Botswana: Mit Walli fuhren wir ins Khama Rhino Sanctuary, um uns dort auf die Jagd nach spektakulären Tierbeobachtungen zu begeben. Und tatsächlich konnten wir Nashörner aus direkter Nähe betrachten. Mit solchen Erlebnissen im Gepäck ärgert man sich auch nicht mehr über all die Unplanmäßigkeiten, die unsere eigentliche Urlaubsplanung durchkreuzt hatten.
Tag 9 – Verluste
Am nächsten Tag brachen wir wieder Richtung Gaborone auf. Irgendwo auf der Heimfahrt merkte Ali dann, dass er wohl sein Handyladekabel im Hotel liegen gelassen hatte. In aller Stille setzte ich dieses auf unsere immer länger werdende Verlustliste: Tagesrucksack, Gebetsteppich, Jogginghose, Regenjacke, Taschenlampe, Portemonnaie, Krankenversicherungskarte, Aufenthaltstitel, Hausschlüssel, Ehering, ein Küchenmesser (das nun irgendwo in der Wüste der Namib liegt) und ein Handyladekabel. Na gut, positives an der Situation: Immerhin habe ich meinen Mann nicht verloren. Obwohl er aufgrund des fehlenden Eherings nicht mehr offensichtlich als solcher zu identifizieren ist.
Tag 10 – Abschied
Beim Frühstück mussten wir feststellen, dass die Kaffeevorräte der Gastgeber langsam zur Neige gingen, es wurde Zeit zu gehen. Zudem hatte sich die Botschaft gemeldet: Mein Mann verfügte wieder über ein gültiges Visum und konnte in Deutschland einreisen. Nach über einer Woche Urlaubsverlängerung konnten wir als also wieder nach Haus aufbrechen, auch wenn es uns schwer fiel, da wir eine echte tolle Zeit in Gaborone hatten.
Den letzten Abend verbrachten wir noch gemeinsam mit Walli und Philip in einer Skylounge, in der man zu seinem Getränk eine tolle Übersicht über Gaborone hatte. Da wir uns ja noch immer mitten im Ramadan befanden, rollte Ali in einer Ecke der Skylounge seinen Gebetsteppich aus, während wir anderen den Sonnenuntergang über der Stadt genossen. Aus der Irritation des Kellners war zu schließen, dass eine solche Szenerie nicht häufig vorkommt, aber anscheinend ungefragt bei Touristen geduldet wird. Den Abend haben wir anschließend in einem Restaurant ausklingen lassen, um uns am nächsten Tag mit unserem Gepäck und unseren Erinnerungen auf zum Flughafen zu machen und uns ins nächste Abenteuer zu stürzen: der Einreise nach Europa mit einem Tunesier, der nur ein vorläufiges Visum aus der deutschen Botschaft aus Gaborone besitzt ...
Epilog
Nach unvergesslichen Wochen unserer abenteuerlichen Afrikareise konnten wir noch richtig entspannte und erholsame Tage bei Walli und Philip genießen. Was die Stadt Gaborone nicht an Erwartungen erfüllen kann, machen die beiden als Gastgeber mehr als wieder wett.
In einer Stadt, in der ein Gartencenter ein touristisches Highlight darstellt, freut man sich über alle kleinen Highlights. Und davon haben wir mit unseren Gastgebern doch sehr viele zusammentragen können. Am Anfang war Gaborone etwas verstörend, doch am Ende hat sich ein Bild zusammengefügt. Ich will nicht sagen, dass ich Gabs als Urlaubsdomizil ins Herz geschlossen hätte, nein, das nicht, aber der Urlaub dort war wunderbar!
Sonntag, 24. Dezember 2017
Weihnachtsgruß und Jahresrückblick 2017
In diesem Jahr haben wir viel erlebt. Von einigen Erlebnissen haben wir in diesem Blog bereits erzählt, möchten 2017 zum Jahresende hin aber trotzdem noch ein wenig Revue passieren lassen.
Nachdem 2016 im Zeichen des Umzugs nach und der Eingewöhnung in Botswana stand, sind wir dieses Jahr so richtig in Gaborone angekommen, wissen inzwischen, wie unser botswanisches Leben funktioniert und konnten uns einen Freundeskreis aufbauen. Und wir haben uns Zeit genommen, zu reisen und Botswana bzw. das südliche Afrika zu erkunden – ziemlich oft sogar. Mehrmals konnten wir das mit liebem Besuch tun: Angelika und Friedemann, Geno und Ali, Petra sowie Brigitte und Franz (letztere bereits zum zweiten Mal!) haben sich Zeit genommen, bei uns in Gaborone vorbeizuschauen, was uns immens gefreut hat! (Und wir freuen uns natürlich immer über weiteren Besuch!) Aber auch zu zweit und mit hiesigen Freunden waren wir gelegentlich unterwegs und sogar allein sind wir ab und an gereist. Walli hat im Februar im namibischen Damaraland im Rahmen eines Freiwilligenprojekts eine Mauer gebaut, um Wassertanks vor durstigen Wüstenelefanten zu schützen, Philip führten seine Dienstreisen u.a. nach Johannesburg (oft), Windhoek und Eschborn/Feldafing. Er bedauert es, dass sich noch keine Dienstreise nach Mauritius oder die Seychellen ergeben hat – aber auch bei den bisherigen Zielen konnte Walli ihn ein paar Mal begleiten und etwas „First Lady“-Programm absolvieren (allein und selbstorganisiert). Die Stempelsammlung in unseren Pässen wächst (ja ja, als „Expat“ achtet man auf so etwas). Wenn wir mit dem Auto reisen, haben wir seit September nun auch immer einen bequemen Schlafplatz dabei: Nach langem Abwägen haben wir uns ein Dachzelt geleistet, mit dem wir die einsamen Ecken des Landes überhaupt erst bereisen können – und mit dem wir an der ein oder anderen Stelle auch nicht mehr in teuren Lodges übernachten müssen. Neben dem sehr schnellen und einfachen Aufbau hat solch ein Dachzelt eine richtige Matratze und der Nervenkitzel ist, verglichen mit dem Camping in einem Bodenzelt, etwas geringer: Falls ein Raubtier nachts auf dem Campingplatz umherstreift, fühlt man sich doch sicherer. (Dies ist uns jedoch leider(?!) noch nicht passiert.) Apropos Auto fahren: Dass Walli erst 2016 nach vielen Jahren der Abstinenz wieder mit dem Autofahren angefangen hat, merkt man heute gar nicht mehr, sie düst jetzt durch Gaborone und weite Fahrtstrecken können wir uns teilen, das macht die Urlaube deutlich angenehmer (mindestens für Philip).
2017 wurde aber auch gearbeitet. Vor allem von Philip. Er hat mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, sich dem Teambuilding gewidmet und zu hören bekommen, dass die Atmosphäre in seinem Projekt mindestens seit 2013 nicht mehr so angenehm gewesen sei. Nachdem er in den letzten Jahren in alle möglichen Länder gereist ist, um Projektfortschrittskontrollen durchzuführen, war er in diesem Jahr erstmals Leiter eines Projekts, das einer Projektfortschrittskontrolle unterzogen wurde. Neue Erfahrungen, die gut gelaufen sind, aber Zeit, Kraft und Mühe gekostet haben. Glücklicherweise war er mit dem Ergebnis recht zufrieden, hat sich aber auch in Demut geübt, denn es ist doch leichter, ein Projekt zu evaluieren als es zu managen ...
Auch Walli hat neue Erfahrungen gesammelt: Von April bis Ende September hat sie bei einer NGO Wirtschaftsunterricht für benachteiligte botswanische Jugendliche und junge Erwachsene gegeben, was ebenfalls mit Herausforderungen verbunden war. Sie hat dabei vermutlich ebenso viel gelernt wie die Jugendlichen (allerdings mehr über die botswanische Denkweise als über Wirtschaft) und hofft, den Unterricht im Februar 2018 mit einer neuen Gruppe fortsetzen zu können. Von August bis September hat sie sich außerdem mit dem Gaboroner Immobilienmarkt beschäftigt und den firmeninternen Mietspiegel der GIZ aktualisiert. Seit Oktober bloggt sie noch mehr als vorher und schreibt unter www.romanregal.de über Literatur – denn ein Tag ohne mindestens ein halbes Buch gelesen zu haben ist für sie mittlerweile ein schlechter Tag. Ansonsten frischt sie ihr Französisch in einem Kurs beim französischen Kulturinstitut auf und widmet sich der Organisation des alltäglichen Lebens, von A wie Automechaniker rufen bis Z wie Zahltag von Haushaltshilfe und Gärtner. Über Langeweile können wir uns also beide nach wie vor nicht beklagen und gehen davon aus, dass das auch 2018 so bleiben wird.
Nicht immer ist es einfach, so weit weg von Deutschland im Ausland zu leben. Das gilt nicht nur (aber natürlich auch), wenn wir uns wie so häufig mal wieder wünschen würden, Euch, unsere Freunde und Familie, öfters sehen zu können. Dieses Jahr war die große Entfernung für uns besonders schwierig, als es Philips Vater gesundheitlich sehr schlecht ging; wir sind froh, dass sein Zustand inzwischen stabiler ist und er sich zumindest etwas Lebensqualität zurückerobern konnte.
Was wird wohl im nächsten Jahr passieren? Philip wird sein momentanes Projekt zu Ende bringen und ein Folgeprojekt starten. Walli plant, Vorlesepatin für zwei Kinder von Philips Kollegen zu werden, damit diese mehr deutsch hören und sprechen. Ein verlängertes Wochenende in Kapstadt ist für Januar geplant, die südafrikanische Garden Route wird hoffentlich im März erkundet. Kleine Berichte aus unserem Alltag, Bilder von unseren Reisen und was es sonst noch Neues gibt, werdet Ihr weiterhin hier auf unserem Blog finden.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2018! Und freuen uns, die Feiertage in Deutschland zu verbringen – auch wenn die Zeit mal wieder zu schnell vergehen wird, aber das tun Urlaube ja meistens und Heimaturlaube sind da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wie schon bei den letzten Heimaturlauben werden wir wohl auch diesmal leider nicht genügend Zeit haben, alle lieben Menschen zu sehen, die wir gerne sehen würden; müssen dafür aber Besuche bei Zahnarzt, Optiker und Friseur einplanen … Wir hoffen dennoch auf ein baldiges Wiedersehen mit möglichst vielen von Euch – oder dass wir zumindest mal wieder mit Euch sprechen können, sei es via Telefon, Skype oder WhatsApp. Nur die Post von und nach Botswana können wir Euch als Kommunikationsmittel mit uns weiterhin nicht ans Herz legen, denn die befördert Postkarten, Briefe oder Päckchen auch gerne mal länger als sechs Monate.
Schöne Feiertage und alles Liebe!
Nachdem 2016 im Zeichen des Umzugs nach und der Eingewöhnung in Botswana stand, sind wir dieses Jahr so richtig in Gaborone angekommen, wissen inzwischen, wie unser botswanisches Leben funktioniert und konnten uns einen Freundeskreis aufbauen. Und wir haben uns Zeit genommen, zu reisen und Botswana bzw. das südliche Afrika zu erkunden – ziemlich oft sogar. Mehrmals konnten wir das mit liebem Besuch tun: Angelika und Friedemann, Geno und Ali, Petra sowie Brigitte und Franz (letztere bereits zum zweiten Mal!) haben sich Zeit genommen, bei uns in Gaborone vorbeizuschauen, was uns immens gefreut hat! (Und wir freuen uns natürlich immer über weiteren Besuch!) Aber auch zu zweit und mit hiesigen Freunden waren wir gelegentlich unterwegs und sogar allein sind wir ab und an gereist. Walli hat im Februar im namibischen Damaraland im Rahmen eines Freiwilligenprojekts eine Mauer gebaut, um Wassertanks vor durstigen Wüstenelefanten zu schützen, Philip führten seine Dienstreisen u.a. nach Johannesburg (oft), Windhoek und Eschborn/Feldafing. Er bedauert es, dass sich noch keine Dienstreise nach Mauritius oder die Seychellen ergeben hat – aber auch bei den bisherigen Zielen konnte Walli ihn ein paar Mal begleiten und etwas „First Lady“-Programm absolvieren (allein und selbstorganisiert). Die Stempelsammlung in unseren Pässen wächst (ja ja, als „Expat“ achtet man auf so etwas). Wenn wir mit dem Auto reisen, haben wir seit September nun auch immer einen bequemen Schlafplatz dabei: Nach langem Abwägen haben wir uns ein Dachzelt geleistet, mit dem wir die einsamen Ecken des Landes überhaupt erst bereisen können – und mit dem wir an der ein oder anderen Stelle auch nicht mehr in teuren Lodges übernachten müssen. Neben dem sehr schnellen und einfachen Aufbau hat solch ein Dachzelt eine richtige Matratze und der Nervenkitzel ist, verglichen mit dem Camping in einem Bodenzelt, etwas geringer: Falls ein Raubtier nachts auf dem Campingplatz umherstreift, fühlt man sich doch sicherer. (Dies ist uns jedoch leider(?!) noch nicht passiert.) Apropos Auto fahren: Dass Walli erst 2016 nach vielen Jahren der Abstinenz wieder mit dem Autofahren angefangen hat, merkt man heute gar nicht mehr, sie düst jetzt durch Gaborone und weite Fahrtstrecken können wir uns teilen, das macht die Urlaube deutlich angenehmer (mindestens für Philip).
2017 wurde aber auch gearbeitet. Vor allem von Philip. Er hat mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, sich dem Teambuilding gewidmet und zu hören bekommen, dass die Atmosphäre in seinem Projekt mindestens seit 2013 nicht mehr so angenehm gewesen sei. Nachdem er in den letzten Jahren in alle möglichen Länder gereist ist, um Projektfortschrittskontrollen durchzuführen, war er in diesem Jahr erstmals Leiter eines Projekts, das einer Projektfortschrittskontrolle unterzogen wurde. Neue Erfahrungen, die gut gelaufen sind, aber Zeit, Kraft und Mühe gekostet haben. Glücklicherweise war er mit dem Ergebnis recht zufrieden, hat sich aber auch in Demut geübt, denn es ist doch leichter, ein Projekt zu evaluieren als es zu managen ...
Auch Walli hat neue Erfahrungen gesammelt: Von April bis Ende September hat sie bei einer NGO Wirtschaftsunterricht für benachteiligte botswanische Jugendliche und junge Erwachsene gegeben, was ebenfalls mit Herausforderungen verbunden war. Sie hat dabei vermutlich ebenso viel gelernt wie die Jugendlichen (allerdings mehr über die botswanische Denkweise als über Wirtschaft) und hofft, den Unterricht im Februar 2018 mit einer neuen Gruppe fortsetzen zu können. Von August bis September hat sie sich außerdem mit dem Gaboroner Immobilienmarkt beschäftigt und den firmeninternen Mietspiegel der GIZ aktualisiert. Seit Oktober bloggt sie noch mehr als vorher und schreibt unter www.romanregal.de über Literatur – denn ein Tag ohne mindestens ein halbes Buch gelesen zu haben ist für sie mittlerweile ein schlechter Tag. Ansonsten frischt sie ihr Französisch in einem Kurs beim französischen Kulturinstitut auf und widmet sich der Organisation des alltäglichen Lebens, von A wie Automechaniker rufen bis Z wie Zahltag von Haushaltshilfe und Gärtner. Über Langeweile können wir uns also beide nach wie vor nicht beklagen und gehen davon aus, dass das auch 2018 so bleiben wird.
Nicht immer ist es einfach, so weit weg von Deutschland im Ausland zu leben. Das gilt nicht nur (aber natürlich auch), wenn wir uns wie so häufig mal wieder wünschen würden, Euch, unsere Freunde und Familie, öfters sehen zu können. Dieses Jahr war die große Entfernung für uns besonders schwierig, als es Philips Vater gesundheitlich sehr schlecht ging; wir sind froh, dass sein Zustand inzwischen stabiler ist und er sich zumindest etwas Lebensqualität zurückerobern konnte.
Was wird wohl im nächsten Jahr passieren? Philip wird sein momentanes Projekt zu Ende bringen und ein Folgeprojekt starten. Walli plant, Vorlesepatin für zwei Kinder von Philips Kollegen zu werden, damit diese mehr deutsch hören und sprechen. Ein verlängertes Wochenende in Kapstadt ist für Januar geplant, die südafrikanische Garden Route wird hoffentlich im März erkundet. Kleine Berichte aus unserem Alltag, Bilder von unseren Reisen und was es sonst noch Neues gibt, werdet Ihr weiterhin hier auf unserem Blog finden.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2018! Und freuen uns, die Feiertage in Deutschland zu verbringen – auch wenn die Zeit mal wieder zu schnell vergehen wird, aber das tun Urlaube ja meistens und Heimaturlaube sind da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wie schon bei den letzten Heimaturlauben werden wir wohl auch diesmal leider nicht genügend Zeit haben, alle lieben Menschen zu sehen, die wir gerne sehen würden; müssen dafür aber Besuche bei Zahnarzt, Optiker und Friseur einplanen … Wir hoffen dennoch auf ein baldiges Wiedersehen mit möglichst vielen von Euch – oder dass wir zumindest mal wieder mit Euch sprechen können, sei es via Telefon, Skype oder WhatsApp. Nur die Post von und nach Botswana können wir Euch als Kommunikationsmittel mit uns weiterhin nicht ans Herz legen, denn die befördert Postkarten, Briefe oder Päckchen auch gerne mal länger als sechs Monate.
Schöne Feiertage und alles Liebe!
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Gaborone von oben
Nachdem Walli bereits letzte Woche nach Deutschland geflogen ist, darf ich heute nachkommen - ich freue mich.
Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich Gaborone tatsächlich schon verlassen. Leider bin ich diesmal nicht über die Stadt geflogen, obwohl das durchaus möglich gewesen wäre. Ganz manchmal, wenn ich viel Glück habe und bei Tageslicht mit dem Flieger in Gaborone ankomme, z.B. nach einer Dienstreise nach Johannesburg, habe ich ein klein wenig Sicht auf die Stadt. Neulich konnte ich einige beleuchtete "Landmarks" auch im Dunkeln erkennen (Stadion, eines der zwei Hochhäuser etc.).
Im Dunkeln nur schwer zu erkennen ist allerdings der Stadtteil, in dem wir wohnen. Als meine Mutter uns im September besuchte, hatten wir das Glück, dass ich ab Johannesburg neben ihr sitzen konnte, wir über die Stadt einflogen und ich ihr aus der Luft zeigen konnte, wo wir wohnen.
Zunächst flogen wir über den Gaborone Dam, in dem auch - hier nicht sichtbar rechts unten außerhalb gelegen - der Gaborone Yacht Club auf einer Insel liegt:
Anschließend hatten wir gute Sicht auf Kgale View, das Viertel, in dem wir wohnen:
Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich Gaborone tatsächlich schon verlassen. Leider bin ich diesmal nicht über die Stadt geflogen, obwohl das durchaus möglich gewesen wäre. Ganz manchmal, wenn ich viel Glück habe und bei Tageslicht mit dem Flieger in Gaborone ankomme, z.B. nach einer Dienstreise nach Johannesburg, habe ich ein klein wenig Sicht auf die Stadt. Neulich konnte ich einige beleuchtete "Landmarks" auch im Dunkeln erkennen (Stadion, eines der zwei Hochhäuser etc.).
Im Dunkeln nur schwer zu erkennen ist allerdings der Stadtteil, in dem wir wohnen. Als meine Mutter uns im September besuchte, hatten wir das Glück, dass ich ab Johannesburg neben ihr sitzen konnte, wir über die Stadt einflogen und ich ihr aus der Luft zeigen konnte, wo wir wohnen.
Zunächst flogen wir über den Gaborone Dam, in dem auch - hier nicht sichtbar rechts unten außerhalb gelegen - der Gaborone Yacht Club auf einer Insel liegt:
Anschließend hatten wir gute Sicht auf Kgale View, das Viertel, in dem wir wohnen:
Kgale View liegt ungefähr in der Bildmitte. Links davon ist etwas Freifläche, dann kommt die Botho University. Daran anschließend und nicht mehr auf dem Bild ist das Einkaufszentrum Game City. Ebenfalls gerade außerhalb links oben gelegen ist der Kgale Hill, der Hausberg Gaborones, von dem aus man ebenfalls einen schönen Blick auf die Stadt hat. Wer nach unserem Haus suchen möchte: Es hat ein grünes Dach und sieht ungefähr L-förmig aus.
Von oben ergibt sich doch ein ganz anderes Stadtbild als vom Boden aus. Die Straßen sind (fast) alle asphaltiert - angesichts der Schlaglöcher ausgerechnet auf der Straße vor unserem Haus meint man allerdings manchmal, da sei mehr Staub als Asphalt. Insgesamt wirkt Gaborone aber weitläufig und aufgeräumt, das hatte ich auch bereits bei meinem allerersten Besuch festgestellt.
Bye Bye Gaborone für 2017 - und bis 2018!
Mittwoch, 13. Dezember 2017
Die Woche in schwarzweiß
Die letzten Tage hat unser Blog geruht - auch bei 35 Grad kann man im Vorweihnachtsstress sein! Hinzu kommen bei uns Reisevorbereitungen, denn über Weihnachten geht es nach Deutschland. Ich befinde mich gerade auf dem Weg und schreibe diesen Blogbeitrag bereits aus Windhoek, während Philip sich arbeitstechnisch voll im Jahresendspurt befindet und noch eine weitere Woche in Gaborone verbringen wird.
In den letzten sieben Tagen habe ich ein paar Bilder meines/unseres täglichen Lebens aufgenommen - in erster Linie für Facebook, denn dort kursiert gerade eine "Challenge" mit folgender Aufgabenstellung: Jeden Tag ist ein Alltagsfoto in schwarzweiß hochzuladen, ohne Personen, ohne Erklärungen. Ich stelle meine Fotos hier auch noch einmal gesammelt ein, als meinen kleinen Abschied von Gaborone für dieses Jahr. Goodbye Botswana, see you in 2018!
In den letzten sieben Tagen habe ich ein paar Bilder meines/unseres täglichen Lebens aufgenommen - in erster Linie für Facebook, denn dort kursiert gerade eine "Challenge" mit folgender Aufgabenstellung: Jeden Tag ist ein Alltagsfoto in schwarzweiß hochzuladen, ohne Personen, ohne Erklärungen. Ich stelle meine Fotos hier auch noch einmal gesammelt ein, als meinen kleinen Abschied von Gaborone für dieses Jahr. Goodbye Botswana, see you in 2018!
Und zum Abschluss hier noch eine am Gaboroner Flughafen aufgenommene Zugabe:
Sonntag, 3. Dezember 2017
Advent, Advent ...
... ein Lichtlein brennt!
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Wir freuen uns sehr, dass unser neuer afrikanischer Adventskranz mit diesem Lichtlein nun eingeweiht ist. Erstanden haben wir ihn Ende Oktober in Windhoek, beim Kunsthandwerkszentrum Namibia Crafts - hergestellt und verkauft hat ihn allerdings eine deutsche Auswanderin. Schon seit mehreren Jahren hatten wir überlegt, uns einen immerwährenden Adventskranz zuzulegen, aber noch kein Modell gefunden, auf das wir uns festlegen wollten. Und dann sahen wir dieses: Stachelschweinborsten, Warzenschweinzahn, Elefantenfiguren - gekauft! Sind das wohl Anzeichen unserer fortschreitenden Verbuschung? Verbuscht oder nicht verbuscht, wir wünschen Euch einen frohen ersten Advent und eine schöne Vorweihnachtszeit!
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Wir freuen uns sehr, dass unser neuer afrikanischer Adventskranz mit diesem Lichtlein nun eingeweiht ist. Erstanden haben wir ihn Ende Oktober in Windhoek, beim Kunsthandwerkszentrum Namibia Crafts - hergestellt und verkauft hat ihn allerdings eine deutsche Auswanderin. Schon seit mehreren Jahren hatten wir überlegt, uns einen immerwährenden Adventskranz zuzulegen, aber noch kein Modell gefunden, auf das wir uns festlegen wollten. Und dann sahen wir dieses: Stachelschweinborsten, Warzenschweinzahn, Elefantenfiguren - gekauft! Sind das wohl Anzeichen unserer fortschreitenden Verbuschung? Verbuscht oder nicht verbuscht, wir wünschen Euch einen frohen ersten Advent und eine schöne Vorweihnachtszeit!
Donnerstag, 30. November 2017
Kulturkontraste
Wir sagen ja immer wieder, in Gaborone sei nichts los. Stimmt ja auch. Oder liegt es nur daran, dass es nicht ganz einfach ist, herauszufinden, was gerade los ist? Wir stellten jedenfalls am vergangenen Freitag fest, dass es selten ist, dass wir bei einer abendlichen Veranstaltung sind, die kein Essen involviert. (Freitag war also ein ereignisreicher Tag hier, wenn man die Vereidigung des neuen simbabwischen Präsidenten und den Black Friday mitzählt.)
Für diesen Abend hatten wir Karten für "The President's Concert" im Maitisong Theater (quasi der Kulturinstitution hier). Der Veranstaltungsort war die Aula / das Theater einer internationalen Schule.
Schon die Ankunft auf dem Gelände fühlte sich besonders an und brachte gute Laune: Auf Treppenaufgängen, Dächern etc. standen an verschiedenen Stellen mehrere Musiker, die einfach auf ihren Instrumenten (Saxophon, Geige, Trompete) vor sich hinspielten und so die Zuschauer auf das Konzert einstimmten. Welch eine klasse Idee, den Veranstaltungsgästen nach einer langen Arbeitswoche die Möglichkeit zu geben, sich so langsam einzuhören!
Uns erwartete ein Abend der Kontraste:
Zwischen den einzelnen Performances trugen zwei Rezitatoren Lyrik vor - die auch fast wie Musik klang, uns jedoch nicht wirklich in Erinnerung blieb.
In der ersten Hälfte hörten wir den klassischen Chor noch stimmgewaltig hinter einer Leinwand - es ertönte eine bekannte Passage aus Carmina Burana von Orff. In Afrika erwartet man so etwas nicht unbedingt. Nach der Pause sang ein Tenor eine Arie aus einer italienischen Oper (die wir leider nicht identifizieren konnten) und wurde schließlich noch vom Chor unterstützt.
Dazwischen performte immer wieder die traditionelle Tanzgruppe - selbst in der Pause gab sie auf dem Hof eine veritable Show ab. Wir sind uns recht sicher, dass wir sie im September schon einmal beim Dithubaruba Festival gesehen haben - umso schöner, dass wir hier noch einmal die Gelegenheit hatten. Wilde akrobatische Tanzeinlagen wechselten sich mit rythmischen Teilen ab: Da wurde gestampft, gesprungen, getanzt - mit kassettenartigen Manschetten an den Beinen, die beim Auftreten scharrend klangen, mit anderen Manschetten an den Beinen, die als Trommeln verwendet wurden - es war ein Fest!
In der zweiten Hälfte waren dann fast alle Gruppen gleichzeitig auf der Bühne, reihum traten sie auf, zum Finale dann auch mehrere Gruppen zusammen, wie z.B. die Marimba-Gruppe mit der Tanzgruppe.
Wir kamen sehr beschwingt aus dem Konzert, waren ein wenig stolz, dass wir es entdeckt hatten (und auch noch drei befreundete Paare zum Mitkommen überreden konnten), und waren glücklich über diesen eindrucksvollen Start in ein erholsames Wochenende.
Für diesen Abend hatten wir Karten für "The President's Concert" im Maitisong Theater (quasi der Kulturinstitution hier). Der Veranstaltungsort war die Aula / das Theater einer internationalen Schule.
Schon die Ankunft auf dem Gelände fühlte sich besonders an und brachte gute Laune: Auf Treppenaufgängen, Dächern etc. standen an verschiedenen Stellen mehrere Musiker, die einfach auf ihren Instrumenten (Saxophon, Geige, Trompete) vor sich hinspielten und so die Zuschauer auf das Konzert einstimmten. Welch eine klasse Idee, den Veranstaltungsgästen nach einer langen Arbeitswoche die Möglichkeit zu geben, sich so langsam einzuhören!
Uns erwartete ein Abend der Kontraste:
Es spielten
- eine Jazz-Combo, teils mit Gesang ("It has to be Jazz")
- ein klassischer Chor ("Gaborone Youth Singers")
- ein Saxophon-Ensemble mit mehr als sieben Saxophonisten ("Botswana Society for Jazz Education")
- eine Marimba-Gruppe mit bis zu 12 Marimbas unterschiedlicher Größe ("Maru-a-Pula Marimba Band")
- eine traditionelle Tanzgruppe ("Mogwana Traditional Songa and Dance Group").
Das war eine unglaubliche Abwechslung an Klängen und Darbietungen: Kaum hörten wir smoothen Jazz, spielte als nächstes die Marimba-Band und gab alles:
Zwischen den einzelnen Performances trugen zwei Rezitatoren Lyrik vor - die auch fast wie Musik klang, uns jedoch nicht wirklich in Erinnerung blieb.
In der ersten Hälfte hörten wir den klassischen Chor noch stimmgewaltig hinter einer Leinwand - es ertönte eine bekannte Passage aus Carmina Burana von Orff. In Afrika erwartet man so etwas nicht unbedingt. Nach der Pause sang ein Tenor eine Arie aus einer italienischen Oper (die wir leider nicht identifizieren konnten) und wurde schließlich noch vom Chor unterstützt.
Dazwischen performte immer wieder die traditionelle Tanzgruppe - selbst in der Pause gab sie auf dem Hof eine veritable Show ab. Wir sind uns recht sicher, dass wir sie im September schon einmal beim Dithubaruba Festival gesehen haben - umso schöner, dass wir hier noch einmal die Gelegenheit hatten. Wilde akrobatische Tanzeinlagen wechselten sich mit rythmischen Teilen ab: Da wurde gestampft, gesprungen, getanzt - mit kassettenartigen Manschetten an den Beinen, die beim Auftreten scharrend klangen, mit anderen Manschetten an den Beinen, die als Trommeln verwendet wurden - es war ein Fest!
Wir kamen sehr beschwingt aus dem Konzert, waren ein wenig stolz, dass wir es entdeckt hatten (und auch noch drei befreundete Paare zum Mitkommen überreden konnten), und waren glücklich über diesen eindrucksvollen Start in ein erholsames Wochenende.
Montag, 27. November 2017
Schwarzer Freitag
Woran denkst Du, wenn Du Schwarzer Freitag liest?
- An Karfreitag
- Das wird wohl ein Freitag der 13. sein
- An die Zeiten des Sklavenhandels, als es dunkelhäutige Sklaven am Schwarzen Freitag zum halben Preis gab
- Shopping
- Den Börsencrash von 1929
Wenn Du genauso verdorben bist wie ich, denkst Du wohl ans Einkaufen (nein, nicht von Sklaven). Gaborone hat, so hörte ich einmal, die höchste Dichte an Einkaufszentren pro Einwohner in Afrika. Eigentlich schon erstaunlich für ein Land, dem es zwar vergleichsweise besser geht als vielen anderen Ländern auf diesem Kontinent, aber in dem doch noch ein größerer Teil der Bevölkerung nicht wirklich als wohlhabend bezeichnet werden kann. Und es werden bereits noch weitere Einkaufszentren gebaut.
Am letzten Freitag war "Black Friday", der Tag nach dem amerikanischen Thanksgiving (das hier nicht gefeiert wird), den viele Amerikaner als Brückentag nehmen, und an dem Geschäfte hohe Rabatte einräumen. Seit 2005 ist es in den USA wohl der Tag im Jahr mit dem höchsten Umsatz im Einzelhandel; er gilt als Indikator fürs anstehende Weihnachtsgeschäft.
Am letzten Freitag war "Black Friday", der Tag nach dem amerikanischen Thanksgiving (das hier nicht gefeiert wird), den viele Amerikaner als Brückentag nehmen, und an dem Geschäfte hohe Rabatte einräumen. Seit 2005 ist es in den USA wohl der Tag im Jahr mit dem höchsten Umsatz im Einzelhandel; er gilt als Indikator fürs anstehende Weihnachtsgeschäft.
Ich hätte also eine Ahnung haben können, dass der "Black Friday" dank der Shopping-Wut der Batswana auch hier eine gewisse Rolle spielen könnte. Und dennoch wurde ich überrascht. Als ich morgens um 8 Uhr ins Büro fuhr, waren die riesigen Parkplätze des nahe gelegenen Shoppingcenters Game City bereits voll, das hatte ich noch nie gesehen. Abends entdeckte ich dann im Internet Bilder des "Game", eines großen Kaufhauses (Mischung aus real und Obi) im Game City Einkaufszentrum.
Dieser Laden öffnete offenbar am Freitag bereits um Mitternacht - und so sah die Schlange vor der Mitternachts-Öffnung aus:
Dieser Laden öffnete offenbar am Freitag bereits um Mitternacht - und so sah die Schlange vor der Mitternachts-Öffnung aus:
Nach dem Ansturm wurde dann dieses Foto aufgenommen:
Eine botswanische Mitarbeiterin von mir hatte sich übrigens kurzfristig den Freitag freigenommen, sie sagte, sie müsse dringende Behördengänge erledigen. Vielleicht kann ich sie damit ein wenig aufziehen, wenn ich sie wiedersehe?
Den "Black Friday" als Einkaufstag hatte ich in Deutschland in den letzten Jahren nicht ganz so stark wahrgenommen - hat sich da etwas geändert, seit wir in Botswana sind? Es heißt, dass Amazon und Apple den Black Friday mittlerweile über den Onlinehandel nach Deutschland gebracht hätten. (Ach ja, liebe Eltern, da müsste demnächst übrigens ein entsprechendes Paket für mich zu Hause ankommen, bitte bewahrt es doch auf ...)
Quelle aller Bilder diesen Eintrags: hier.
Den "Black Friday" als Einkaufstag hatte ich in Deutschland in den letzten Jahren nicht ganz so stark wahrgenommen - hat sich da etwas geändert, seit wir in Botswana sind? Es heißt, dass Amazon und Apple den Black Friday mittlerweile über den Onlinehandel nach Deutschland gebracht hätten. (Ach ja, liebe Eltern, da müsste demnächst übrigens ein entsprechendes Paket für mich zu Hause ankommen, bitte bewahrt es doch auf ...)
Samstag, 25. November 2017
Simbabwe: Neuanfang oder weiter so?
In den letzten zwei bis drei Wochen hat sich viel getan in unserem Nachbarland Simbabwe. Der erste Präsident des Landes wurde, sagen wir mal, dazu "bewegt" zurückzutreten, am Freitag wurde sein Nachfolger vereidigt.
Bisher sind wir noch nicht viel in Simbabwe gereist (außer zwei Tagesbesuchen in Victoria Falls (erster Besuch, zweiter Besuch)), haben daher wenig eigenen Eindruck von dem Land. Im "Human Development Index" der Vereinten Nationen belegt es Platz 154 von 188 untersuchten Ländern und zählt somit zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (Botswana liegt in diesem Index übrigens auf Platz 108). Simbabwe ist ein bitterarmes Land - wo es doch eigentlich mal als die Kornkammer des südlichen Afrikas galt und das Bildungssystem früher als hervorragend angesehen wurde (und noch immer gut sein soll). Mehr als drei Millionen Simbabwer (von insgesamt 15 Millionen) sollen außerhalb des Landes leben, ein Großteil davon in Südafrika. Wir treffen solche Leute immer wieder, z.B. ausgebeutete (weil ohne Genehmigung schwarz arbeitende) Taxifahrer in Johannesburg, unsere Haushaltshilfe Patricia, zwei meiner Mitarbeiter im Team - und auch von den paar Bettlern, die uns bisher in Botswana begegnet sind, kamen die meisten aus Simbabwe.
Nicht nur die Welt, insbesondere das südliche Afrika hat also in den letzten Wochen auf Simbabwe geschaut.
Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse, für diejenigen, die davon nur wenig mitbekommen haben: Der 93-jährige Präsident Robert Mugabe, seit 37 Jahren an der Macht, versuchte in den letzten Monaten wohl zunehmend, seine Nachfolge zu regeln. Die Anzeichen verdichteten sich, dass er seine ca. 53-jährige Ehefrau Grace (Spitznamen: "Gucci-Grace" oder "Dis-Grace") als Nachfolgerin aufbauen wollte. Um das zu erreichen, ging er gegen Widersacher in seiner eigenen Partei vor - zuletzt entließ er seinen langjährigen Weggefährten und Vizepräsidenten Mnangagwa (Spitzname: "Das Krokodil"). Dies war wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Nach einer Reise Mnangagwas nach China (über die viel spekuliert wird - holte er sich die Erlaubnis zum Putsch?) setzte die Armee, ebenfalls unter Führung eines langjährigen Weggefährten Mugabes und Mnangagwas, den Präsidenten und seine Entourage fest und besetzte den staalichen Fernsehsender. Es wurde sorgsam vermieden, von einem Putsch zu sprechen, da ein solcher ja international nicht anerkannt wird, und Mugabe durfte ein paar Auftritte absolvieren. Als klar wurde, dass die Armee de facto die Macht im Staat übernommen hatte, wendeten Minister und Parteimitglieder sich zunehmend von Mugabe ab und die Bevölkerung wagte Protestmärsche. Mit einigem Druck wurde Mugabe schließlich dazu bewegt, "von sich aus" zurückzutreten; als neuer Präsident wurde am vergangenen Freitag Mnangagwa vereidigt. (Anekdote am Rande: Einen Tag nach der Militärintervention in Simbabwe verkündete der langjährige Diktator Ugandas wohl ein Sozialprogramm für die Ärmsten seines Landes, inkl. höherer Sozialtransfers, Wohnungsbau etc.)
SADC, die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas, die mein Projekt zu Fragen der Wirtschaftsintegration berät, hat in diesem Konflikt natürlich auch eine Rolle gespielt (außerhalb des thematischen Gebiets meines Projekts). Mugabe war einer der Gründungspräsidenten von SADC (und wohl der einzige Präsident, der seit Gründung von SADC noch im Amt war), er genoss auch aufgrund seines Alters eine hohe Anerkennung. Mugabe galt durchaus als einflussreich sowohl in SADC als auch auf Ebene der Afrikanischen Union (AU). In den SADC-Gipfelerklärungen klangen bis zuletzt Erklärungen zu den "imperialistischen Kolonisatoren" durch, die wohl auf ihn zurückzuführen waren. Die botswanische Außenministerin, die sich dieses Jahr um den Kommissionsvorsitz der AU bewarb und unterlag, sei, so heißt es, auch daran gescheitert, dass der botswanische Präsident als offener Kritiker Mugabes auftritt. Es versprach daher, interessant zu werden, wie sich SADC angesichts der Militärintervention positionieren würde. In der Phase des Militäraufmarschs reagierte SADC zunächst mit Appellen, dass Simbabwes Verfassung respektiert werden müsse, ebenso wie SADC- und AU-Verträge, die natürlich einen Putsch nicht zulassen. Es war wohl das, was gesagt werden musste. Sicherheits-Organe SADCs trafen sich, zu einer Reise einer SADC-Delegation nach Simbabwe kam es jedoch nicht mehr; bis dahin war schon klar, dass SADC Mugabe auch dazu bewegen wollte, zurückzutreten. In den sozialen Medien wurde SADC von Beginn an nicht viel zugetraut ("Wo warst Du, SADC, als die Leute in Simbabwe unter Mugabe verhungerten?") - aber das sind dann eben auch die sozialen Medien.
Noch ein Einschub zum (demokratisch gewählten) botswanischen Präsidenten Ian Khama: Der plant, nächstes Jahr vor Ablauf seiner zweiten Amtszeit zurückzutreten; es hieß bislang, dies solle auch ein Zeichen an Mugabe sein, dass man als Präsident nicht ewig im Amt bleiben müsse. Kein Wunder, dass Mugabe nicht gut auf Khama zu sprechen ist ... Einen Tag vor dem tatsächlichen Rücktritt Mugabes veröffentlichte der botswanische Präsident einen offenen Brief, in dem er Mugabe zum Rücktritt aufforderte. Und siehe da, nur einen Tag später trat Mugabe zurück - ein Zufall? Ich glaube nicht, dass sich Mugabe von Khama beeinflussen ließ, aber in den sozialen Medien wird dem botswanischen Präsidenten trotzdem gratuliert.
Zwei meiner Mitarbeiter kommen aus Simbabwe, für sie waren die Ereignisse natürlich von besonderer Bedeutung. Ihre Familien leben teilweise noch in Simbabwes Hauptstadt Harare und Umgebung. Es war für sie klar, dass Mugabe "weg muss", weil mit ihm eine wirtschaftliche und soziale Erneuerung des Landes nicht vorstellbar war. Ein Putsch durch die Armee war für sie jedoch kein wirklich adäquates Mittel; die Ängste überwogen zeitweise, weil man sich ja nicht sicher sein konnte, welche Ziele die Armee wirklich verfolgte. Der gerade abgesetzte Vizepräsident Mnangagwe, der sehr schnell als möglicher Nachfolger genannt wurde, hatte sich in den letzten Jahrzehnten als Mugabes Mann fürs Grobe, d.h. für "Säuberungen" etc., einen Namen gemacht - und ob Simbabwe mit ihm wirklich einer besseren Zukunft entgegenblickt, bezweifeln meine Mitarbeiter. Andererseits: Alles wird besser sein als Mugabe.
Der frisch vereidigte Mnangagwe hat mittlerweile in seiner Antrittsrede deutlich gemacht, dass er die umstrittenen Landreformen der frühen 2000er Jahre nicht rückgängig machen will - aber dass er diejenigen, die ihr Land aufgeben mussten, zu entschädigen plant. Er will einen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft aufnehmen, Investitionen ins Land holen. Und die ohnehin für nächstes Jahr geplanten Wahlen sollen wohl stattfinden. Sind es einfach nur die Sätze, die ein abgesetzter Vizepräsident, der vom Militär unterstützt ins Präsidentenamt eines bitterarmen Landes gehoben wird, sagen muss - oder meint er es ernst? Das werden die nächsten Wochen zeigen. Viele Menschen in Simbabwe scheinen jedoch erst einmal hoffnungsvoll zu sein.
Bisher sind wir noch nicht viel in Simbabwe gereist (außer zwei Tagesbesuchen in Victoria Falls (erster Besuch, zweiter Besuch)), haben daher wenig eigenen Eindruck von dem Land. Im "Human Development Index" der Vereinten Nationen belegt es Platz 154 von 188 untersuchten Ländern und zählt somit zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (Botswana liegt in diesem Index übrigens auf Platz 108). Simbabwe ist ein bitterarmes Land - wo es doch eigentlich mal als die Kornkammer des südlichen Afrikas galt und das Bildungssystem früher als hervorragend angesehen wurde (und noch immer gut sein soll). Mehr als drei Millionen Simbabwer (von insgesamt 15 Millionen) sollen außerhalb des Landes leben, ein Großteil davon in Südafrika. Wir treffen solche Leute immer wieder, z.B. ausgebeutete (weil ohne Genehmigung schwarz arbeitende) Taxifahrer in Johannesburg, unsere Haushaltshilfe Patricia, zwei meiner Mitarbeiter im Team - und auch von den paar Bettlern, die uns bisher in Botswana begegnet sind, kamen die meisten aus Simbabwe.
Nicht nur die Welt, insbesondere das südliche Afrika hat also in den letzten Wochen auf Simbabwe geschaut.
Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse, für diejenigen, die davon nur wenig mitbekommen haben: Der 93-jährige Präsident Robert Mugabe, seit 37 Jahren an der Macht, versuchte in den letzten Monaten wohl zunehmend, seine Nachfolge zu regeln. Die Anzeichen verdichteten sich, dass er seine ca. 53-jährige Ehefrau Grace (Spitznamen: "Gucci-Grace" oder "Dis-Grace") als Nachfolgerin aufbauen wollte. Um das zu erreichen, ging er gegen Widersacher in seiner eigenen Partei vor - zuletzt entließ er seinen langjährigen Weggefährten und Vizepräsidenten Mnangagwa (Spitzname: "Das Krokodil"). Dies war wohl der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte: Nach einer Reise Mnangagwas nach China (über die viel spekuliert wird - holte er sich die Erlaubnis zum Putsch?) setzte die Armee, ebenfalls unter Führung eines langjährigen Weggefährten Mugabes und Mnangagwas, den Präsidenten und seine Entourage fest und besetzte den staalichen Fernsehsender. Es wurde sorgsam vermieden, von einem Putsch zu sprechen, da ein solcher ja international nicht anerkannt wird, und Mugabe durfte ein paar Auftritte absolvieren. Als klar wurde, dass die Armee de facto die Macht im Staat übernommen hatte, wendeten Minister und Parteimitglieder sich zunehmend von Mugabe ab und die Bevölkerung wagte Protestmärsche. Mit einigem Druck wurde Mugabe schließlich dazu bewegt, "von sich aus" zurückzutreten; als neuer Präsident wurde am vergangenen Freitag Mnangagwa vereidigt. (Anekdote am Rande: Einen Tag nach der Militärintervention in Simbabwe verkündete der langjährige Diktator Ugandas wohl ein Sozialprogramm für die Ärmsten seines Landes, inkl. höherer Sozialtransfers, Wohnungsbau etc.)
SADC, die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas, die mein Projekt zu Fragen der Wirtschaftsintegration berät, hat in diesem Konflikt natürlich auch eine Rolle gespielt (außerhalb des thematischen Gebiets meines Projekts). Mugabe war einer der Gründungspräsidenten von SADC (und wohl der einzige Präsident, der seit Gründung von SADC noch im Amt war), er genoss auch aufgrund seines Alters eine hohe Anerkennung. Mugabe galt durchaus als einflussreich sowohl in SADC als auch auf Ebene der Afrikanischen Union (AU). In den SADC-Gipfelerklärungen klangen bis zuletzt Erklärungen zu den "imperialistischen Kolonisatoren" durch, die wohl auf ihn zurückzuführen waren. Die botswanische Außenministerin, die sich dieses Jahr um den Kommissionsvorsitz der AU bewarb und unterlag, sei, so heißt es, auch daran gescheitert, dass der botswanische Präsident als offener Kritiker Mugabes auftritt. Es versprach daher, interessant zu werden, wie sich SADC angesichts der Militärintervention positionieren würde. In der Phase des Militäraufmarschs reagierte SADC zunächst mit Appellen, dass Simbabwes Verfassung respektiert werden müsse, ebenso wie SADC- und AU-Verträge, die natürlich einen Putsch nicht zulassen. Es war wohl das, was gesagt werden musste. Sicherheits-Organe SADCs trafen sich, zu einer Reise einer SADC-Delegation nach Simbabwe kam es jedoch nicht mehr; bis dahin war schon klar, dass SADC Mugabe auch dazu bewegen wollte, zurückzutreten. In den sozialen Medien wurde SADC von Beginn an nicht viel zugetraut ("Wo warst Du, SADC, als die Leute in Simbabwe unter Mugabe verhungerten?") - aber das sind dann eben auch die sozialen Medien.
Noch ein Einschub zum (demokratisch gewählten) botswanischen Präsidenten Ian Khama: Der plant, nächstes Jahr vor Ablauf seiner zweiten Amtszeit zurückzutreten; es hieß bislang, dies solle auch ein Zeichen an Mugabe sein, dass man als Präsident nicht ewig im Amt bleiben müsse. Kein Wunder, dass Mugabe nicht gut auf Khama zu sprechen ist ... Einen Tag vor dem tatsächlichen Rücktritt Mugabes veröffentlichte der botswanische Präsident einen offenen Brief, in dem er Mugabe zum Rücktritt aufforderte. Und siehe da, nur einen Tag später trat Mugabe zurück - ein Zufall? Ich glaube nicht, dass sich Mugabe von Khama beeinflussen ließ, aber in den sozialen Medien wird dem botswanischen Präsidenten trotzdem gratuliert.
Zwei meiner Mitarbeiter kommen aus Simbabwe, für sie waren die Ereignisse natürlich von besonderer Bedeutung. Ihre Familien leben teilweise noch in Simbabwes Hauptstadt Harare und Umgebung. Es war für sie klar, dass Mugabe "weg muss", weil mit ihm eine wirtschaftliche und soziale Erneuerung des Landes nicht vorstellbar war. Ein Putsch durch die Armee war für sie jedoch kein wirklich adäquates Mittel; die Ängste überwogen zeitweise, weil man sich ja nicht sicher sein konnte, welche Ziele die Armee wirklich verfolgte. Der gerade abgesetzte Vizepräsident Mnangagwe, der sehr schnell als möglicher Nachfolger genannt wurde, hatte sich in den letzten Jahrzehnten als Mugabes Mann fürs Grobe, d.h. für "Säuberungen" etc., einen Namen gemacht - und ob Simbabwe mit ihm wirklich einer besseren Zukunft entgegenblickt, bezweifeln meine Mitarbeiter. Andererseits: Alles wird besser sein als Mugabe.
Der frisch vereidigte Mnangagwe hat mittlerweile in seiner Antrittsrede deutlich gemacht, dass er die umstrittenen Landreformen der frühen 2000er Jahre nicht rückgängig machen will - aber dass er diejenigen, die ihr Land aufgeben mussten, zu entschädigen plant. Er will einen Dialog mit der internationalen Gemeinschaft aufnehmen, Investitionen ins Land holen. Und die ohnehin für nächstes Jahr geplanten Wahlen sollen wohl stattfinden. Sind es einfach nur die Sätze, die ein abgesetzter Vizepräsident, der vom Militär unterstützt ins Präsidentenamt eines bitterarmen Landes gehoben wird, sagen muss - oder meint er es ernst? Das werden die nächsten Wochen zeigen. Viele Menschen in Simbabwe scheinen jedoch erst einmal hoffnungsvoll zu sein.
Donnerstag, 23. November 2017
Der Trend geht zum Zweitblog ... und der heißt: Das Romanregal
Heute habe ich mit einer Freundin telefoniert, die mir am Ende des Gesprächs noch mehrere Bücher empfohlen hat, die sie in letzter Zeit begeistert haben oder aber noch vielversprechend klingend ungelesen bei ihr zu Hause liegen. Vermutlich hätten die meisten meiner Freunde kein Problem damit, aus dem Stehgreif ein paar Bücher zu empfehlen. Sie lesen nämlich eigentlich alle sehr gerne - wie ich auch. Mein Leseverhalten hat sich allerdings verändert, seit wir in Botswana leben. Vor der Ausreise hatte ich mir glücklicherweise noch einen E-Book-Reader zugelegt und inzwischen lese ich vermutlich um die zwei Drittel meiner Bücher in digitaler Form - zwangsläufig, der Buchmarkt in Gaborone ist nämlich überschaubar. Wenn man die Schreibwarenkette, die auch ein paar Bestseller verkauft, nicht mitzählt, gibt es genau eine Buchhandlung in der botswanischen Hauptstadt. Und deren Angebot ist hochpreisig - eine Buchpreisbindung gibt es nicht und so gut wie alle Bücher werden aus Südafrika oder anderen englischsprachigen Ländern importiert. Schlechte Zeiten für Vielleser - gäbe es nicht das Internet. Es tut mir zwar leid, dass ich den stationären Buchhandel hier nur selten unterstütze, aber um an deutschsprachige Lektüre zu kommen, bleibt mir eh nur das World Wide Web. Und bei den englischsprachigen Titeln ist die preisliche Diskrepanz zwischen gedrucktem Buch in Gaborone und E-Book im Internet dermaßen groß, dass ich zu letzterem greife und mir so einiges mehr leiste, als es sonst der Fall wäre.
Allerdings bekomme ich auch viele meiner E-Books umsonst. Ich bin innerhalb des letzten Jahres mehreren Buchcommunities im Internet beigetreten, die beständig Bücher verlosen. Klingt die Leseprobe eines Buchs interessant und wird es als E-Book angeboten, bewerbe ich mich und komme so regelmäßig an neuen Lesestoff. In den Buchcommunites verpflichtet man sich schon bei der Bewerbung, das Buch im Gewinnfall auch zu rezensieren. Zum Teil gehört außerdem noch eine sogenannte "Leserunde" zu den Verlosungen, das heißt, man diskutiert online mit den anderen Gewinnern des Buchs über den Inhalt. Sowohl die Diskussionen als auch das Schreiben der Rezensionen machen mir Spaß und so bin ich auf mehreren Portalen ein recht aktives Mitglied geworden.
Seit einigen Monaten schreibe ich also regelmäßig Rezensionen - vor allem für Literatur und Unterhaltungsromane, ab und an aber auch Krimis und Thriller und manchmal verirrt sich außerdem ein Sach- oder Jugendbuch in meinen virtuellen Bücherstapel. Meine Rezensionen sind auf den Seiten der besagten Buchcommunities zu finden, ich stelle sie aber auch bei diversen Online-Buchhandlungen ein. Seit Neuestem gibt es außerdem einen zentralen Ort, an dem ich die besten von ihnen und meine absoluten Empfehlungen sammle. Darf ich vorstellen - mein neuer Blog: www.romanregal.de
Seit der diesjährigen Buchmesse ist Das Romanregal online - bisher inkognito, mein neuer Blog und ich mussten uns erstmal akklimatisieren. Philip hat mir geholfen, ihn einzurichten, es mussten Fotos gemacht, Texte geschrieben und Entscheidungen getroffen werden. Aber nun ist Das Romanregal bereit für Besucher und ich würde mich freuen, wenn Ihr mal reinschaut, einen Kommentar hinterlasst oder ihn sogar abonniert. Viel Spaß beim Stöbern!
Allerdings bekomme ich auch viele meiner E-Books umsonst. Ich bin innerhalb des letzten Jahres mehreren Buchcommunities im Internet beigetreten, die beständig Bücher verlosen. Klingt die Leseprobe eines Buchs interessant und wird es als E-Book angeboten, bewerbe ich mich und komme so regelmäßig an neuen Lesestoff. In den Buchcommunites verpflichtet man sich schon bei der Bewerbung, das Buch im Gewinnfall auch zu rezensieren. Zum Teil gehört außerdem noch eine sogenannte "Leserunde" zu den Verlosungen, das heißt, man diskutiert online mit den anderen Gewinnern des Buchs über den Inhalt. Sowohl die Diskussionen als auch das Schreiben der Rezensionen machen mir Spaß und so bin ich auf mehreren Portalen ein recht aktives Mitglied geworden.
Seit einigen Monaten schreibe ich also regelmäßig Rezensionen - vor allem für Literatur und Unterhaltungsromane, ab und an aber auch Krimis und Thriller und manchmal verirrt sich außerdem ein Sach- oder Jugendbuch in meinen virtuellen Bücherstapel. Meine Rezensionen sind auf den Seiten der besagten Buchcommunities zu finden, ich stelle sie aber auch bei diversen Online-Buchhandlungen ein. Seit Neuestem gibt es außerdem einen zentralen Ort, an dem ich die besten von ihnen und meine absoluten Empfehlungen sammle. Darf ich vorstellen - mein neuer Blog: www.romanregal.de
Seit der diesjährigen Buchmesse ist Das Romanregal online - bisher inkognito, mein neuer Blog und ich mussten uns erstmal akklimatisieren. Philip hat mir geholfen, ihn einzurichten, es mussten Fotos gemacht, Texte geschrieben und Entscheidungen getroffen werden. Aber nun ist Das Romanregal bereit für Besucher und ich würde mich freuen, wenn Ihr mal reinschaut, einen Kommentar hinterlasst oder ihn sogar abonniert. Viel Spaß beim Stöbern!
Montag, 20. November 2017
Besuch in Gaborone
Vor wenigen Tagen sind meine Eltern zurück nach Deutschland gereist. Sie waren unsere fünften Gäste in Gaborone - wenn wir sie doppelt zählen, sie haben uns nämlich auch schon vor einem Jahr besucht. Besuch zu haben ist immer schön. Zum einen haben wir hier ja ein großes Haus mit viel Platz, so dass man sich nicht auf die Füße tritt (auch wenn Friedemann und ich seinerzeit einen Engpass in der Küche festgestellt haben), zum anderen kommen unsere Besucher ja immer auch, um zu reisen und wir haben die Gelegenheit, Botswana und die Nachbarländer mit ihnen neu oder noch einmal anders zu erleben. Und das ist jedes Mal großartig!
Aber auch in und um Gaborone gibt es tatsächlich immer noch Neues zu entdecken. Petra war der einzige Gast, mit dem wir den Weg zum Gaborone Dam per Boot zurücklegen konnten; mit ihr habe ich außerdem den besten Eiskaffee der Stadt entdeckt. Mit Geno und Ali war ich das erste Mal bei den Matsieng Footprints, nach Stammesglauben eine Art Wiege der Menschheit. Meine Eltern und ich haben vor zwei Wochen tatsächlich das Briefmarkenmuseum von Gaborone besucht - schon seine Existenz (die ich bis zuletzt angezweifelt hatte) ist ein Kuriosum, nachdem es in Gaborone nur zwei Museen gibt, und das andere (das Nationalmuseum!) seit gut anderthalb Jahren auf unbestimmte Zeit geschlossen ist ... Und Angelika und Friedemann waren eh voller Pioniergeist und haben nicht locker gelassen, bis wir die Weberei in Oodi fanden (die ich so allen nachfolgenden Gästen vorführen konnte).
Meine Freundin Ruth ist der Meinung, ich könnte mein Wissen über die Sehenswürdigkeiten in und um Gaborone langsam mal schriftlich für die Nachwelt zusammenfassen, wir sind nämlich schon wesentlich mehr rumgekommen als sie und die meisten anderen aus unserem Bekanntenkreis. Und das verdanken wir vor allem unseren Besuchern, durch die wir immer mal wieder neue Pfade einschlagen.
Auch autofahrtechnisch haben mich unsere Besucher weitergebracht. Als meine Eltern letztes Jahr kamen, fuhr ich das erste Mal ohne Philip an meiner Seite und nachdem ich sie zum Flughafen gebracht hatte, auch das erste Mal ganz alleine. Mit Angelika und Friedemann traute ich mich zum ersten Mal auf gänzlich unbekannte Strecken auch mit dem großen Auto und machte - von den beiden angefeuert - auch noch meine ersten Offroad-Erfahrungen in Mokolodi. Mit Geno und Ali fuhr ich die 335 km zum Khama Rhino Sanctuary innerhalb von zwei Tagen hin und zurück, ohne mich mit Philip abwechseln zu können. Mit Petra und dem zweiten Besuch meiner Eltern kamen keine weiteren bemerkenswerten Autofahrerfahrungen hinzu, was aber einzig daran lag, dass ich inzwischen ziemlich viel fahre. Dafür war mein Vater zugegen, als ich das erste Mal eine Autoreparatur organisierte. Und meine Mutter empfing den Mechaniker, als er das reparierte Auto eine Dreiviertelstunde vor der vereinbarten Zeit zurückbrachte und ich wie in einem schlechten Film gerade eingeseift unter der Dusche stand.
Angelika und Friedemann lernten während ihres Besuches unser ehemaliges Katzenpflegekind Gollum kennen, das damals schon zu meiner Freundin Heidi umgezogen war, während mein Vater und ich in diesem November dreimal bei unserer Nachbarin auf Rattenjagd gingen (ohne dass sich das Vieh währenddessen auch nur ein einziges Mal gezeigt hätte). Auch der Gaboroner Alltag hält die ein oder anderen Herausforderungen bereit, die nicht nur uns, sondern auch unseren Gästen in Erinnerung bleiben werden. Und so schicke ich zum Abschluss dieses Blogbeitrags herzliche Grüße an diejenigen, die schon bei uns zu Gast waren - und möchte für alle anderen nochmal festhalten: Wir freuen uns über Besuch in Gaborone!
Aber auch in und um Gaborone gibt es tatsächlich immer noch Neues zu entdecken. Petra war der einzige Gast, mit dem wir den Weg zum Gaborone Dam per Boot zurücklegen konnten; mit ihr habe ich außerdem den besten Eiskaffee der Stadt entdeckt. Mit Geno und Ali war ich das erste Mal bei den Matsieng Footprints, nach Stammesglauben eine Art Wiege der Menschheit. Meine Eltern und ich haben vor zwei Wochen tatsächlich das Briefmarkenmuseum von Gaborone besucht - schon seine Existenz (die ich bis zuletzt angezweifelt hatte) ist ein Kuriosum, nachdem es in Gaborone nur zwei Museen gibt, und das andere (das Nationalmuseum!) seit gut anderthalb Jahren auf unbestimmte Zeit geschlossen ist ... Und Angelika und Friedemann waren eh voller Pioniergeist und haben nicht locker gelassen, bis wir die Weberei in Oodi fanden (die ich so allen nachfolgenden Gästen vorführen konnte).
Meine Freundin Ruth ist der Meinung, ich könnte mein Wissen über die Sehenswürdigkeiten in und um Gaborone langsam mal schriftlich für die Nachwelt zusammenfassen, wir sind nämlich schon wesentlich mehr rumgekommen als sie und die meisten anderen aus unserem Bekanntenkreis. Und das verdanken wir vor allem unseren Besuchern, durch die wir immer mal wieder neue Pfade einschlagen.
Auch autofahrtechnisch haben mich unsere Besucher weitergebracht. Als meine Eltern letztes Jahr kamen, fuhr ich das erste Mal ohne Philip an meiner Seite und nachdem ich sie zum Flughafen gebracht hatte, auch das erste Mal ganz alleine. Mit Angelika und Friedemann traute ich mich zum ersten Mal auf gänzlich unbekannte Strecken auch mit dem großen Auto und machte - von den beiden angefeuert - auch noch meine ersten Offroad-Erfahrungen in Mokolodi. Mit Geno und Ali fuhr ich die 335 km zum Khama Rhino Sanctuary innerhalb von zwei Tagen hin und zurück, ohne mich mit Philip abwechseln zu können. Mit Petra und dem zweiten Besuch meiner Eltern kamen keine weiteren bemerkenswerten Autofahrerfahrungen hinzu, was aber einzig daran lag, dass ich inzwischen ziemlich viel fahre. Dafür war mein Vater zugegen, als ich das erste Mal eine Autoreparatur organisierte. Und meine Mutter empfing den Mechaniker, als er das reparierte Auto eine Dreiviertelstunde vor der vereinbarten Zeit zurückbrachte und ich wie in einem schlechten Film gerade eingeseift unter der Dusche stand.
Angelika und Friedemann lernten während ihres Besuches unser ehemaliges Katzenpflegekind Gollum kennen, das damals schon zu meiner Freundin Heidi umgezogen war, während mein Vater und ich in diesem November dreimal bei unserer Nachbarin auf Rattenjagd gingen (ohne dass sich das Vieh währenddessen auch nur ein einziges Mal gezeigt hätte). Auch der Gaboroner Alltag hält die ein oder anderen Herausforderungen bereit, die nicht nur uns, sondern auch unseren Gästen in Erinnerung bleiben werden. Und so schicke ich zum Abschluss dieses Blogbeitrags herzliche Grüße an diejenigen, die schon bei uns zu Gast waren - und möchte für alle anderen nochmal festhalten: Wir freuen uns über Besuch in Gaborone!
Samstag, 18. November 2017
Gästeblog: Tiere im südlichen Afrika (Teil 2)
Aus der Serie Gästeblog statt Gästebuch: Hier der zweite Eintrag von Wallis Eltern, die uns kürzlich drei Wochen lang besucht haben bzw. mit uns gereist sind (zu Teil 1 geht's hier):
Der südafrikanische Nationalpark Madikwe mit dem Thakadu River Camp war die letzte Station der Wildbeobachtung. Bereits die Anfahrt zur Lodge mit Philip am Steuer seines Geländewagens wurde zum Game Drive. Über 40km sahen wir beinahe alles, was Afrikas Tierwelt zu bieten hatte, und zwar in erstaunlichen Mengen, meist um die Wasserlöcher versammelt, denn es wollte einfach nicht regnen: Impalas, Giraffen, Kudus, Gnus, Zebras, und die grauen Riesen, Elefanten allein, in Gruppen, in einer Herde, teilweise neben der Straße, oft weiter weg, aber meist in Fotografiernähe, der vierte Treffer.
Die Tour am Nachmittag mit Geparden in Fotopose auf ihrem Beobachtungssitz, einem mächtigen Termitenhügel, zeigte auch den Büffel. Sechs dieser trutzigen Gesellen waren neben bzw. in einem Wasserloch, was nur noch aus Schlamm bestand.
„The Big Five“ waren im Kasten, ein Schluck Rotwein besiegelte das nicht alltägliche Ereignis. Der morgendliche Game Drive, nach zartem Weckruf um fünf Uhr und einer Tasse Kaffee, erschloss uns noch ein seltenes Drama: ein großes Löwenrudel, etwa 15 Tiere stark, hatte den Anführer gewechselt. Das Rudel zog langsam weiter, der neue Chef markierte wie besessen alle Bäume und Büsche in seiner Nähe, der alte blieb auf seinem Platz, ob nur erschöpft oder schwer verletzt war nicht zu erkennen. So vollzieht sich der Generationenwechsel, aber auch der Nachwuchs ließ sich sehen bei Nashorn, Löwen, Zebra, Giraffe, Gnu und Kudu.
Zukunft und Vielfalt dieser einmaligen Tierwelt ist auch von den Besucherzahlen abhängig, die sich für sie begeistern, und z.B. „the Big Five“ ehrgeizig erfüllen wollen.
Der südafrikanische Nationalpark Madikwe mit dem Thakadu River Camp war die letzte Station der Wildbeobachtung. Bereits die Anfahrt zur Lodge mit Philip am Steuer seines Geländewagens wurde zum Game Drive. Über 40km sahen wir beinahe alles, was Afrikas Tierwelt zu bieten hatte, und zwar in erstaunlichen Mengen, meist um die Wasserlöcher versammelt, denn es wollte einfach nicht regnen: Impalas, Giraffen, Kudus, Gnus, Zebras, und die grauen Riesen, Elefanten allein, in Gruppen, in einer Herde, teilweise neben der Straße, oft weiter weg, aber meist in Fotografiernähe, der vierte Treffer.
Die Tour am Nachmittag mit Geparden in Fotopose auf ihrem Beobachtungssitz, einem mächtigen Termitenhügel, zeigte auch den Büffel. Sechs dieser trutzigen Gesellen waren neben bzw. in einem Wasserloch, was nur noch aus Schlamm bestand.
„The Big Five“ waren im Kasten, ein Schluck Rotwein besiegelte das nicht alltägliche Ereignis. Der morgendliche Game Drive, nach zartem Weckruf um fünf Uhr und einer Tasse Kaffee, erschloss uns noch ein seltenes Drama: ein großes Löwenrudel, etwa 15 Tiere stark, hatte den Anführer gewechselt. Das Rudel zog langsam weiter, der neue Chef markierte wie besessen alle Bäume und Büsche in seiner Nähe, der alte blieb auf seinem Platz, ob nur erschöpft oder schwer verletzt war nicht zu erkennen. So vollzieht sich der Generationenwechsel, aber auch der Nachwuchs ließ sich sehen bei Nashorn, Löwen, Zebra, Giraffe, Gnu und Kudu.
Zukunft und Vielfalt dieser einmaligen Tierwelt ist auch von den Besucherzahlen abhängig, die sich für sie begeistern, und z.B. „the Big Five“ ehrgeizig erfüllen wollen.
Mittwoch, 15. November 2017
Gästeblog: Tiere im südlichen Afrika (Teil 1)
Aus der Serie Gästeblog statt Gästebuch: Hier der erste Eintrag von Wallis Eltern, die uns kürzlich drei Wochen lang besucht haben bzw. mit uns gereist sind (zu Teil 2 geht's hier):
Von Windhoek in Namibia auf der Fahrt nach Norden kommt es zu ersten Begegnungen: Pferde, Rinder, Esel, Ziegen, Schafe, aber auch Warzenschweine, Kudus, Perlhühner sind auf und neben der Autobahn zu sehen. Am imposanten, geschichtsträchtigen Waterberg dominieren Warzenschweine, Vögel, Wildhühner und Dikdiks, die Mini-Antilopen.
Der Traum aller Safari-Jünger, „the Big Five“, beginnt am Etosha-Nationalpark Realität zu werden. Reger Betrieb am Wasserloch vor dem Zentralgebäude unserer Lodge: Impala, Springbock, Elen-Antilope, Oryx, Zebra, Gnu. Nachts noch ein White Rhino, ein Breitmaulnashorn.
Zwischendurch eine geführte Geländefahrt: Wasserbock, Giraffen, Kudu, Gnu, Zebra, und dabei zwei Treffer: ein Löwenrudel, 12 Tiere geführt von einem jungen Brüderpaar, eine Löwin mit zwei Jungen – und drei Nashörner, zwei davon auf dem Weg zum Wasserloch, da kommt Freude und Zufriedenheit auf.
Dann – allen Tieren sei es gegönnt – kam der große Regen, nachts 40mm, der Guss ging in eine Art Landregen über, überall war plötzlich reichlich Wasser, die Tiere verteilten sich und waren nur noch schwer zu finden. Ein Springbock, fröhlich, verspielt, bis vier Meter hochspringend, sieht bei Regen so aus: gekrümmter Rücken wie eine Katze, Schwanz heruntergeklappt bis in die Kniekehlen, Kopf gesenkt bis auf Kniehöhe – ein Bild des Jammers!
Weiter südlich, in der Okonjima Lodge, die Raubtiere pflegt, heilt, aufzieht und auswildert, war es noch trocken. In der Ebene vor den Unterkünften waren immer Böcke und Antilopen unterwegs, dazu auch Schakal und Warzenschwein.
Der Game Drive galt der Suche nach Geparden, die durch Halsbandsender gekennzeichnet waren. Der Ranger, ein hervorragender Tierkenner, hatte nach 45 Minuten mit Hilfe virtuoser Handhabung seiner Suchantenne das Ziel erreicht: Ein Gepardenbrüderpaar, ganz in der Nähe. Nun ging es zu Fuß in den Busch: Ranger, sechs Gäste, Hilfsranger mit Knüppel! So geschützt vor den Gefahren der Savanne erreichen wir unbeschädigt nach etwa 600 m den Rast- und Beobachtungsplatz der Tiere, erleben einen Jagdversuch, bei dem die Geparden mit Blitzstart verschwinden und sehen sie nach 500 m ohne Beute völlig außer Puste hechelnd am Boden liegen.
Danach die Überraschung durch den Ranger: „Hier in der Nähe ist ein Leopard“, das seltenste Tier der „Big Five“. Geländewagen und Fahrer leisten erstaunliches, querbeet durch den Busch, trockene Flussbetten und überall dort, wo nie ein Weg war. Weiter geht die Suche im Wettbewerb mit einem zweiten Fahrzeug, welches das gleiche Ziel hatte, und da war er schließlich, wälzte sich am Boden, kaute an etwas herum und hatte an uns Fotojägern nicht das geringste Interesse, der dritte Treffer.
10 Tage später setzten wir die Suche nach den "Big Five" in Südafrika fort. Fortsetzung hier!
Von Windhoek in Namibia auf der Fahrt nach Norden kommt es zu ersten Begegnungen: Pferde, Rinder, Esel, Ziegen, Schafe, aber auch Warzenschweine, Kudus, Perlhühner sind auf und neben der Autobahn zu sehen. Am imposanten, geschichtsträchtigen Waterberg dominieren Warzenschweine, Vögel, Wildhühner und Dikdiks, die Mini-Antilopen.
Der Traum aller Safari-Jünger, „the Big Five“, beginnt am Etosha-Nationalpark Realität zu werden. Reger Betrieb am Wasserloch vor dem Zentralgebäude unserer Lodge: Impala, Springbock, Elen-Antilope, Oryx, Zebra, Gnu. Nachts noch ein White Rhino, ein Breitmaulnashorn.
Zwischendurch eine geführte Geländefahrt: Wasserbock, Giraffen, Kudu, Gnu, Zebra, und dabei zwei Treffer: ein Löwenrudel, 12 Tiere geführt von einem jungen Brüderpaar, eine Löwin mit zwei Jungen – und drei Nashörner, zwei davon auf dem Weg zum Wasserloch, da kommt Freude und Zufriedenheit auf.
Dann – allen Tieren sei es gegönnt – kam der große Regen, nachts 40mm, der Guss ging in eine Art Landregen über, überall war plötzlich reichlich Wasser, die Tiere verteilten sich und waren nur noch schwer zu finden. Ein Springbock, fröhlich, verspielt, bis vier Meter hochspringend, sieht bei Regen so aus: gekrümmter Rücken wie eine Katze, Schwanz heruntergeklappt bis in die Kniekehlen, Kopf gesenkt bis auf Kniehöhe – ein Bild des Jammers!
Weiter südlich, in der Okonjima Lodge, die Raubtiere pflegt, heilt, aufzieht und auswildert, war es noch trocken. In der Ebene vor den Unterkünften waren immer Böcke und Antilopen unterwegs, dazu auch Schakal und Warzenschwein.
Der Game Drive galt der Suche nach Geparden, die durch Halsbandsender gekennzeichnet waren. Der Ranger, ein hervorragender Tierkenner, hatte nach 45 Minuten mit Hilfe virtuoser Handhabung seiner Suchantenne das Ziel erreicht: Ein Gepardenbrüderpaar, ganz in der Nähe. Nun ging es zu Fuß in den Busch: Ranger, sechs Gäste, Hilfsranger mit Knüppel! So geschützt vor den Gefahren der Savanne erreichen wir unbeschädigt nach etwa 600 m den Rast- und Beobachtungsplatz der Tiere, erleben einen Jagdversuch, bei dem die Geparden mit Blitzstart verschwinden und sehen sie nach 500 m ohne Beute völlig außer Puste hechelnd am Boden liegen.
Danach die Überraschung durch den Ranger: „Hier in der Nähe ist ein Leopard“, das seltenste Tier der „Big Five“. Geländewagen und Fahrer leisten erstaunliches, querbeet durch den Busch, trockene Flussbetten und überall dort, wo nie ein Weg war. Weiter geht die Suche im Wettbewerb mit einem zweiten Fahrzeug, welches das gleiche Ziel hatte, und da war er schließlich, wälzte sich am Boden, kaute an etwas herum und hatte an uns Fotojägern nicht das geringste Interesse, der dritte Treffer.
10 Tage später setzten wir die Suche nach den "Big Five" in Südafrika fort. Fortsetzung hier!
Mittwoch, 8. November 2017
Ein neues Haustier
Ich hatte mir nun schon seit einiger Zeit ein neues Haustier gewünscht. Gollum, das kleine Kätzchen, das uns Anfang des Jahres zugelaufen war, mussten wir ja leider abgeben, obwohl sie uns sehr ans Herz gewachsen war. Wallis Tierhaarallergie und unsere häufigen Ausflüge waren keine gute Kombination, um ein solches Haustier langfristig glücklich zu machen.
Ich wünschte mir also eine Ergänzung zu unserem Elefanten und den Nilpferden, und zwar in Form einer Giraffe. Ja, einer Holzgiraffe - und ganz klein sollte sie auch nicht sein. So hielt ich immer wieder die Augen offen. In Botswana sucht man solches Kunsthandwerk leider vergebens. Im September sahen wir in Namibia ein paar Holzgiraffen, doch die waren mir in der Regel deutlich zu teuer.
Bei einem Kollegen entdeckte ich kürzlich recht schöne Exemplare und fragte ihn, wo er sie herhabe. Der Johannesburger Flughafen scheint eine gute Quelle zu sein - nur steht gerade keine (Dienst-) Reise dorthin an. Als wir letzte Woche nun wieder in Namiba unterwegs waren, ergab sich eine günstige Gelegenheit, als wir an einem Markt mit Holz-Kunsthandwerk vorbeikamen. Und in der Tat fanden wir dort ein preislich akzeptables Modell, das uns beiden gefiel. Hier wurde es gerade eingepackt:
Als nächstes mussten wir es über die Grenze nach Botswana bringen. Grenzübergänge sind hier doch häufig etwas "komplex" (über einen Grenzübertritt nach Südafrika hatten wir hier schon einmal geschrieben). Und so bibberten wir auch dieses Mal, ob wir die Giraffe durch den Zoll bringen würden - immerhin war sie ja nicht zu übersehen. Nach fast allen Formalitäten auf namibischer Seite hielt uns im Niemandsland zwischen den Grenzposten ein namibischer Polizist an, schaute ins Fahrzeug und fragte mich dann, wer denn der "große da hinten" sei. Ich antwortete: "Das ist mein Schwiegervater!" (der auf der Rückbank saß, mit der Giraffe zwischen ihm und meiner Schwiegermutter). Es stellte sich heraus, dass der Polizist eher das liegende Exemplar der Giraffe meinte ...
Wir kamen schließlich einfacher als befürchtet über die Grenze, und nach langer Fahrt über den Trans-Kalahari-Highway auch wieder in unserem Heim in Gaborone an. Noch nicht ausgewickelt, lehnte ich die Giraffe vor der Haustür an; leider wurde sie gleich von einer Windböe umgeblasen und verletzte sich im Gesicht. So mussten wir mit Holzleim kurz darauf eine Schönheitsoperation durchführen.
Sie sieht jetzt wieder aus wie (fast) neu und schmückt unser Wohnzimmer. Bisher wollte sie noch nicht so viel gestreichelt werden wie Gollum...
Ich wünschte mir also eine Ergänzung zu unserem Elefanten und den Nilpferden, und zwar in Form einer Giraffe. Ja, einer Holzgiraffe - und ganz klein sollte sie auch nicht sein. So hielt ich immer wieder die Augen offen. In Botswana sucht man solches Kunsthandwerk leider vergebens. Im September sahen wir in Namibia ein paar Holzgiraffen, doch die waren mir in der Regel deutlich zu teuer.
Bei einem Kollegen entdeckte ich kürzlich recht schöne Exemplare und fragte ihn, wo er sie herhabe. Der Johannesburger Flughafen scheint eine gute Quelle zu sein - nur steht gerade keine (Dienst-) Reise dorthin an. Als wir letzte Woche nun wieder in Namiba unterwegs waren, ergab sich eine günstige Gelegenheit, als wir an einem Markt mit Holz-Kunsthandwerk vorbeikamen. Und in der Tat fanden wir dort ein preislich akzeptables Modell, das uns beiden gefiel. Hier wurde es gerade eingepackt:
Wir kamen schließlich einfacher als befürchtet über die Grenze, und nach langer Fahrt über den Trans-Kalahari-Highway auch wieder in unserem Heim in Gaborone an. Noch nicht ausgewickelt, lehnte ich die Giraffe vor der Haustür an; leider wurde sie gleich von einer Windböe umgeblasen und verletzte sich im Gesicht. So mussten wir mit Holzleim kurz darauf eine Schönheitsoperation durchführen.
Sie sieht jetzt wieder aus wie (fast) neu und schmückt unser Wohnzimmer. Bisher wollte sie noch nicht so viel gestreichelt werden wie Gollum...
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