Ich habe neulich ein Kompliment von einer SPAR-Kassiererin bekommen. "You are very clever", sagte sie, und das fand ich nett, denn sie lobte mich für etwas, dass normalerweise eher für Verwunderung sorgt: Ich gehe mit Stoffbeuteln einkaufen. Diese scheinen hier unbekannt - dafür bekommt man überall Plastiktüten, manchmal gegen eine geringe Gebühr, oft aber umsonst. Meist stehen Angestellte der Supermärkte hinter der Kasse und packen für einen ein - das dann auch noch sehr großzügig in mehrere Plastiktüten. In einem Geschäft für Deko und Haushaltskram sagten Philip und ich mal, dass wir für die zwei Teile, die wir gekauft hatten, keine Tüte bräuchten - der Verkäufer antwortete ungläubig: "But it's for free!" und packte sie uns trotzdem. Philip wurde außerdem mal gefragt ob er ein "environmentalist" sei, als er seinen Stoffbeutel auspackte. Hier braucht es wirklich nicht viel, um als aktiver Umweltschützer zu gelten. Immerhin haben wir jetzt sogar einen Wertstoffhof gefunden, zu dem wir leere Glasflaschen und Papiermüll bringen können. Es ließe sich hier auch alles in den Mülleimer schmeißen, aber so gar nichts zu trennen, kommt uns einfach zu seltsam vor ...
Einmal hat mich sogar eine Einpackhilfe an der Kasse gefragt, ob sie eine meiner Stofftaschen haben dürfte. Wir haben so viele Beutel, dass wir locker welche unters Volk bringen könnten, aber wenn ich einkaufen gehe, habe ich immer nur meine zwei Lieblingstaschen dabei und ihr deswegen doch keine gegeben. Eine von beiden ist ein Geschenk von Philip:
Zugegeben, manchmal wäre ich schon lieber in New York. Aber ist diese Tasche nicht einfach nur cool?
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