2016 neigt sich seinem Ende zu und überall sieht, liest und hört man Jahresrückblicke. Bei uns hat sich in den letzten 12 Monaten auch viel getan - zuviel, um es nochmal schriftlich Revue passieren zu lassen. Deswegen haben wir uns für eine andere Form des Rückblicks entschieden. Ein paar Familienmitgliedern haben wir zu Weihnachten einen Kalender für 2017 geschenkt mit unseren schönsten Bildern des letzten Jahres. Diesen "Jahresrückblick in Bildern" veröffentlichen wir für Euch auch hier. Bei der Fülle an Fotos war es extrem schwierig, 13 Bilder auszuwählen (eins pro Monat und noch ein zusätzliches für das Kalender-Titelblatt). Die treuen Leser unseres Blogs werden das ein oder andere vermutlich wiedererkennen.
Ein Baobab-Baum an der Planet Baobab Lodge:
Ein Pavian im Tuli-Block im Osten Botswanas (Teil 1, Teil 2):
Eine Leopardin im Okavango-Delta:
Antilopen an einem Wasserloch im Khama Rhino Sanctuary:
Büffel im Chobe-Nationalpark:
Zebras im Okavango-Delta:
Junge neugierige Hyänen im Tuli-Block im Osten Botswanas (Teil 1, Teil 2):
Blick aus einem Kleinstflugzeug über dem Okavango-Delta:
Eine Löwin im Okavango-Delta:
Ein Erdmännchen am Rande der Makgadikgadi Pans:
Ein Elefant im Chobe Nationalpark:
Ein Spitzmaulnashorn trinkt lässig aus dem Pool im Khama Rhino Sanctuary:
Die Victoriafälle:
Damit bleibt uns nur noch, Euch alles Gute für 2017 zu wünschen!
Freitag, 30. Dezember 2016
Samstag, 24. Dezember 2016
Schöne Feiertage!
Wir wünschen frohe Weihnachten und ein glückliches, friedliches und gesundes 2017! Ob mit Afrika-Urlaub oder ohne ...
Alles Liebe,
Walli und Philip
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Haushaltsgeschichten
Seit Oktober haben wir wieder eine "Maid" - also eine Putzfrau/Haushaltshilfe. Patricia wurde uns von einem Kollegen von Philip empfohlen. Sie stammt aus Simbabwe und wohnt schon einige Jahre in Gaborone. Zu uns kommt sie einmal pro Woche zum putzen und bügeln. Als meine Eltern da waren, hatte ich sie auch einmal gebeten, für uns etwas zu kochen, damit sie einmal die lokale Küche kennenlernten - typisch botswanischen Restaurants gibt es nämlich nicht.
Mit Patricia ist es anders als mit unserem Gärtner Sam. Der kümmert sich um den Garten, informiert mich über nötige Wasserbestellungen bzw. sagt mir, wenn irgendwas für Pool oder Garten gekauft werden muss. Ich mache ihm sein Käsebrot und bitte ihn ab und zu, die Büsche in der Nähe des Elektrozauns zurückzuschneiden. So weit, so gut.
Patricia dagegen arbeitet im Haus, und das war schon eine Umgewöhnung für mich. Erst einmal muss man einander ja etwas kennenlernen. Das fängt bei Kleinigkeiten an: Wenn ich z.B. die Stühle um den Esstisch zur Seite schiebe, putzt sie auch unterm Esstisch, sonst nur außenrum. Außerdem gibt es natürlich kulturelle bzw. sogar sprachliche Unterschiede. Wenn ich ihr irgendwas anbiete, sagt sie in der Regel "It's okay" (was dann "ja" bedeutet), auch in Fällen, in denen ich eher ein "Thank you" erwarten würde. Auf der anderen Seite sagte sie mir irgendwann, sie sollte mich eigentlich nicht Walli nennen, das wäre "disrespectful". Ich habe vergessen, ob ihr stattdessen "Mam" oder "Mrs." vorschwebte, sie aber gebeten, bei Walli zu bleiben - ich sage ja schließlich auf Patricia. Passend zum Thema erzählte mir Sam eine Woche später, was er morgens mit "Master Philip" besprochen hätte ...
Seit ein paar Wochen treffe ich mich regelmäßig mit einer anderen Deutschen, die mit ihrer Familie schon in den unterschiedlichsten Ländern gelebt hat. Ihr Haushalt ist größer als unserer und sie haben Personal, das im dafür vorgesehenen Anbau ihres Hauses wohnt. Sie erzählt mir manchmal von ihren in Südamerika und Afrika gemachten Erfahrungen, die uns hoffentlich erspart bleiben: Wie Angestellte während ihres Urlaubs die für die Kaninchen als Futter gekauften Maiskolben selbst aufgegessen haben und die Kaninchen verhungern ließen. Wie nach einem Urlaub sämtlicher Prepaid-Strom aufgebraucht war und sie sich anhand ihrer öligen Pfannen zusammenreimte, das während ihrer Abwesenheit wohl ordentlich auf ihre Kosten gelebt wurde. Wie sie Milch, Zucker und Brot tatsächlich rationieren musste, weil einfach Unmengen davon verbraucht wurden - gegessen wurde anscheinend nur noch aus ihrem Kühlschrank.
Die Kluft zwischen Ausländern - vor allem weißen Ausländern? - und einheimischen Hausangestellten ist groß. Ich habe mich mal während Patricias Mittagessen zu ihr gesetzt und sie sagte mir, dass das Weiße eigentlich nicht machen - sich einfach dazusetzen und ein normales Gespräch führen. Neulich erzählte sie mir von einer anderen Europäerin, für die sie mal gearbeitet hätte: Wenn aus Versehen ein Glas oder ähnliches kaputt gegangen wäre, hätte die einen so angeschrien, dass es bis zur nächsten Straßenecke zu hören gewesen sei. Mit einer von Patricia gebügelten Bluse sei sie einmal so unzufrieden gewesen, dass sie ihr diese an den Kopf geworfen hätte.
Ich hoffe, dass wir unsere Zusammenarbeit weiterhin gut hinbekommen - dass Patricia sich als Mensch gleichberechtigt und respektiert fühlt und ich mich nicht ausgenutzt. Jetzt ist erst einmal Weihnachten - was schenkt man seinen Hausangestellten im südlichen Afrika denn eigentlich? Da konnte uns meine international versierte neue Freundin beraten. Voilà:
Wir haben einen Großeinkauf an Grundnahrungsmitteln gemacht: Maismehl, aus dem Pap gekocht wird, ein geschmackloser weißer Brei, den die Einhemischen eigentlich täglich essen. Reis, der auch in Säcken aller Größen verkauft wird, aber trotzdem eine Art Luxus darstellt, weil er längst nicht so ergiebig und sättigend ist wie Pap. Zucker, Öl, Roibuschtee ... dazu haben wir noch ein paar Kekse und Bonbons gelegt, eine Dose Corned Beef und Weihnachtsgeld. Patricia bekam außerdem eine 2 Liter-Flasche Fanta Grapefruit, weil ich weiß, dass sie sich diese auch ab und an selber kauft, außerdem Prepaid-Guthaben für ihr Handy. Die Geschenke habe ich schon vor meiner Abreise nach Deutschland übergeben. Sam hat sich auf jeden Fall gefreut, Patricia äußerte tatsächlich eher wieder so etwas wie "It's okay" ... aber eine Woche später hat sie sich bei Philip dann doch sehr bedankt und außerdem ihre Freude darüber geäußert, dass sie von dieser Tüte Lebensmittel im Großen und Ganzen einen Monat leben können wird.
Mit Patricia ist es anders als mit unserem Gärtner Sam. Der kümmert sich um den Garten, informiert mich über nötige Wasserbestellungen bzw. sagt mir, wenn irgendwas für Pool oder Garten gekauft werden muss. Ich mache ihm sein Käsebrot und bitte ihn ab und zu, die Büsche in der Nähe des Elektrozauns zurückzuschneiden. So weit, so gut.
Patricia dagegen arbeitet im Haus, und das war schon eine Umgewöhnung für mich. Erst einmal muss man einander ja etwas kennenlernen. Das fängt bei Kleinigkeiten an: Wenn ich z.B. die Stühle um den Esstisch zur Seite schiebe, putzt sie auch unterm Esstisch, sonst nur außenrum. Außerdem gibt es natürlich kulturelle bzw. sogar sprachliche Unterschiede. Wenn ich ihr irgendwas anbiete, sagt sie in der Regel "It's okay" (was dann "ja" bedeutet), auch in Fällen, in denen ich eher ein "Thank you" erwarten würde. Auf der anderen Seite sagte sie mir irgendwann, sie sollte mich eigentlich nicht Walli nennen, das wäre "disrespectful". Ich habe vergessen, ob ihr stattdessen "Mam" oder "Mrs." vorschwebte, sie aber gebeten, bei Walli zu bleiben - ich sage ja schließlich auf Patricia. Passend zum Thema erzählte mir Sam eine Woche später, was er morgens mit "Master Philip" besprochen hätte ...
Seit ein paar Wochen treffe ich mich regelmäßig mit einer anderen Deutschen, die mit ihrer Familie schon in den unterschiedlichsten Ländern gelebt hat. Ihr Haushalt ist größer als unserer und sie haben Personal, das im dafür vorgesehenen Anbau ihres Hauses wohnt. Sie erzählt mir manchmal von ihren in Südamerika und Afrika gemachten Erfahrungen, die uns hoffentlich erspart bleiben: Wie Angestellte während ihres Urlaubs die für die Kaninchen als Futter gekauften Maiskolben selbst aufgegessen haben und die Kaninchen verhungern ließen. Wie nach einem Urlaub sämtlicher Prepaid-Strom aufgebraucht war und sie sich anhand ihrer öligen Pfannen zusammenreimte, das während ihrer Abwesenheit wohl ordentlich auf ihre Kosten gelebt wurde. Wie sie Milch, Zucker und Brot tatsächlich rationieren musste, weil einfach Unmengen davon verbraucht wurden - gegessen wurde anscheinend nur noch aus ihrem Kühlschrank.
Die Kluft zwischen Ausländern - vor allem weißen Ausländern? - und einheimischen Hausangestellten ist groß. Ich habe mich mal während Patricias Mittagessen zu ihr gesetzt und sie sagte mir, dass das Weiße eigentlich nicht machen - sich einfach dazusetzen und ein normales Gespräch führen. Neulich erzählte sie mir von einer anderen Europäerin, für die sie mal gearbeitet hätte: Wenn aus Versehen ein Glas oder ähnliches kaputt gegangen wäre, hätte die einen so angeschrien, dass es bis zur nächsten Straßenecke zu hören gewesen sei. Mit einer von Patricia gebügelten Bluse sei sie einmal so unzufrieden gewesen, dass sie ihr diese an den Kopf geworfen hätte.
Ich hoffe, dass wir unsere Zusammenarbeit weiterhin gut hinbekommen - dass Patricia sich als Mensch gleichberechtigt und respektiert fühlt und ich mich nicht ausgenutzt. Jetzt ist erst einmal Weihnachten - was schenkt man seinen Hausangestellten im südlichen Afrika denn eigentlich? Da konnte uns meine international versierte neue Freundin beraten. Voilà:
Wir haben einen Großeinkauf an Grundnahrungsmitteln gemacht: Maismehl, aus dem Pap gekocht wird, ein geschmackloser weißer Brei, den die Einhemischen eigentlich täglich essen. Reis, der auch in Säcken aller Größen verkauft wird, aber trotzdem eine Art Luxus darstellt, weil er längst nicht so ergiebig und sättigend ist wie Pap. Zucker, Öl, Roibuschtee ... dazu haben wir noch ein paar Kekse und Bonbons gelegt, eine Dose Corned Beef und Weihnachtsgeld. Patricia bekam außerdem eine 2 Liter-Flasche Fanta Grapefruit, weil ich weiß, dass sie sich diese auch ab und an selber kauft, außerdem Prepaid-Guthaben für ihr Handy. Die Geschenke habe ich schon vor meiner Abreise nach Deutschland übergeben. Sam hat sich auf jeden Fall gefreut, Patricia äußerte tatsächlich eher wieder so etwas wie "It's okay" ... aber eine Woche später hat sie sich bei Philip dann doch sehr bedankt und außerdem ihre Freude darüber geäußert, dass sie von dieser Tüte Lebensmittel im Großen und Ganzen einen Monat leben können wird.
Montag, 19. Dezember 2016
Schoko- und Eissucht
Was macht man eigentlich, wenn man in Gaborone Schokoladen- und Eis-süchtig ist, am besten in Kombination als Schokoeis?
Nun, die Schokoladensituation ist erstaunlich entspannt, jedenfalls viel besser als sie während meines Aufenthalts in Ghana war (wo es de facto nur eine wenig schmeckende einheimische Sorte gab, deren Mixtur so war, dass sie auch bei hohen Temperaturen nicht schmilzt). Hier bekommt man im Supermarkt verschiedene Sorten Schokolade. Cadbury's ist ein Standard. KitKats sieht man auch häufig (und hier gibt es gelegentlich auch solche mit dunkler Schokolade!) - und Lindt-Schokolade gibt es auch. Letztere ist manchmal nicht in den dunkleren Varianten verfügbar, aber immerhin gibt es sie.
Schoko-Nikoläuse für mein Team sollten am 6.12. her - und Walli war so nett, sie zu besorgen (es gab in normalen Supermärkten sogar zwei verschiedene Sorten). Für den Transport wählte sie eine Kühltasche, die wir tatsächlich noch aus Deutschland hierher mitgebracht hatten. Bei 39°C und 15 Minuten Heimweg half diese allerdings auch nicht mehr wirklich - ein paar der in Griechenland hergestellten Nikoläuse hatten dann doch leichte Dellen, bis sie hier ankamen (so machten wir immerhin Wirtschaftsförderung in Griechenland und Botswana!).
Die Eissituation ist auch annehmbar. Magnum im Supermarkt bekommt man einfach, auch ein paar mir unbekanntere Eisboxen. In einem Supermarkt bekommen wir sehr gutes Eis im Literpack: "Belgian Chocolate" und "Grenadilla" (= Passionsfrucht) sind unsere Lieblingssorten, ersteres ist aber seit ein paar Wochen leider nicht erhältlich, Katastrophe!
Richtige Eisdielen gibt es nicht in Gaborone. In einem Café, das nicht ganz zentral liegt, gibt es selbstgemachtes Eis in Eisbechern (Banana Split!), das recht lecker ist, aber auf Dauer nicht wirklich abwechslungsreich. Letzte Woche hat mir nun eine Mitarbeiterin eine neue Eisdiele gezeigt, die erste richtige Eisdiele, die ich in Botswana gesehen habe. Dort bekommt man immerhin Eis auf die Hand, die Möglichkeiten zum Hinsetzen sind noch nicht wirklich gemütlich. Auf jeden Fall ist das Eis dort lecker - und dunkles Schokoladeneis gibt es dort auch! Die Eisdiele liegt praktischer Weise in der Nähe des GIZ Landesbüros, wo ich ca. 1-2 Mal die Woche bin. Vielleicht werde ich da Stammkunde!
Nun, die Schokoladensituation ist erstaunlich entspannt, jedenfalls viel besser als sie während meines Aufenthalts in Ghana war (wo es de facto nur eine wenig schmeckende einheimische Sorte gab, deren Mixtur so war, dass sie auch bei hohen Temperaturen nicht schmilzt). Hier bekommt man im Supermarkt verschiedene Sorten Schokolade. Cadbury's ist ein Standard. KitKats sieht man auch häufig (und hier gibt es gelegentlich auch solche mit dunkler Schokolade!) - und Lindt-Schokolade gibt es auch. Letztere ist manchmal nicht in den dunkleren Varianten verfügbar, aber immerhin gibt es sie.
Schoko-Nikoläuse für mein Team sollten am 6.12. her - und Walli war so nett, sie zu besorgen (es gab in normalen Supermärkten sogar zwei verschiedene Sorten). Für den Transport wählte sie eine Kühltasche, die wir tatsächlich noch aus Deutschland hierher mitgebracht hatten. Bei 39°C und 15 Minuten Heimweg half diese allerdings auch nicht mehr wirklich - ein paar der in Griechenland hergestellten Nikoläuse hatten dann doch leichte Dellen, bis sie hier ankamen (so machten wir immerhin Wirtschaftsförderung in Griechenland und Botswana!).
Die Eissituation ist auch annehmbar. Magnum im Supermarkt bekommt man einfach, auch ein paar mir unbekanntere Eisboxen. In einem Supermarkt bekommen wir sehr gutes Eis im Literpack: "Belgian Chocolate" und "Grenadilla" (= Passionsfrucht) sind unsere Lieblingssorten, ersteres ist aber seit ein paar Wochen leider nicht erhältlich, Katastrophe!
Richtige Eisdielen gibt es nicht in Gaborone. In einem Café, das nicht ganz zentral liegt, gibt es selbstgemachtes Eis in Eisbechern (Banana Split!), das recht lecker ist, aber auf Dauer nicht wirklich abwechslungsreich. Letzte Woche hat mir nun eine Mitarbeiterin eine neue Eisdiele gezeigt, die erste richtige Eisdiele, die ich in Botswana gesehen habe. Dort bekommt man immerhin Eis auf die Hand, die Möglichkeiten zum Hinsetzen sind noch nicht wirklich gemütlich. Auf jeden Fall ist das Eis dort lecker - und dunkles Schokoladeneis gibt es dort auch! Die Eisdiele liegt praktischer Weise in der Nähe des GIZ Landesbüros, wo ich ca. 1-2 Mal die Woche bin. Vielleicht werde ich da Stammkunde!
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Sonntag, 11. Dezember 2016
Spaziergang durchs Gebüsch
Es ist nicht ganz einfach, viel Bewegung hier zu bekommen: Ein Spaziergang durch unseren Kiez die Straße entlang: ohne Bürgersteig staubig und teils wegen der Autos gefährlich, auch wegen der Sicherheitslage nicht wirklich empfohlen. Fahrradfahrer sind den Autofahrern unbekannt, sie fahren entsprechend, also auch keine wirkliche Alternative - und zu heiß ist es sowieso. Daher haben wir uns vor einiger Zeit im Fitnessstudio angemeldet. Dort bin ich kürzlich zum besten Kunden gewählt worden: Zahlt pünktlich, aber verstopft das Fitnessstudio nicht.
Ein paar Sporteleien haben wir schon versucht: Wir sind mit Mountainbikes durch den Mokolodipark gefahren, und wir sind ein paar Mal auf den Kgale Hill gestiegen. Für beides ist es tagsüber mittlerweile zu heiß, man müsste ganz früh morgens aufbrechen - zu früh für uns.
Ein langweiliges Wochenende stand mir bevor: Walli ist schon am Freitag nach Deutschland geflogen, ich habe nicht ganz so viele Urlaubstage und werde erst in einer Woche nachkommen können. Für Samstagmorgen bot der Mokolodipark einen "Bush Walk" an, und nachdem auch eine Kollegin sich angemeldet hatte, hatte ich keine Ausrede mehr. Immerhin sollte ich etwas Bewegung bekommen. Um 6:30 Uhr war Treffpunkt am Empfang, wenig später wanderten wir los. Aus den neun Gästen wurden schnell nur noch sechs, denn drei hatten gedacht, wir würden auf den Straßen herumrennen (es konnte sich niemand erklären, wie sie darauf gekommen waren), so waren wir ihnen zu langsam und sie kehrten um. Zu sechst wanderten wir also mit drei Rangern herum; auf sieben bis acht Kilometer war die Wanderstrecke geschätzt worden. Zunächst ging es leicht abwärts, dann eben: Die angelegten Straßen/Piste überquerten wir höchstens, mieden sie sonst; gelegentlich liefen wir auf den markierten Mountainbike-Strecken, viel häufiger führten uns unsere Führer querfeldein durch den Busch. Immer wieder wichen wir den peitschenden Ästen unserer Vorderleute aus oder bemühten uns, unter Ästen gebückt hindurchzulaufen. Letzteres erinnerte mich ein wenig an unser Rhino-Tracking im Khama Rhino Sanctuary. Trotz der frühen Uhrzeit war es schon ausreichend warm, und ich war froh um die Wasserflasche, die ich dabei hatte.
Mokolodi - für Walli und mich ist das mittlerweile fast synonym mit "keine/kaum" Tiere sehen; nur mit Wallis Eltern hatten wir mal wirklich Glück. Als Wandergruppe erging es uns nicht unbedingt anders als sonst, wir sahen nicht wirklich viele Tiere: Eine Leopardenschildkröte, ein paar flüchtende Impalas - und einmal schauten uns eine Gruppe Eland-Antilopen aus dem Unterholz eine Weile an, bis auch sie beschlossen wegzuspringen.
Dafür kamen wir immer wieder an Spuren vorbei, und unsere Ranger fragten uns regelmäßig, welche Spur wir gerade sähen. Mittlerweile habe ich ja viele Safaris mitgemacht und viele Spuren gezeigt bekommen - aber dennoch gibt es immer wieder noch Spuren, die ich noch nicht gesehen habe oder die ich einfach nicht wiedererkenne. Am Rand eines Sees entdeckten wir einmal sogar Leopardenspuren, vermutlich aus der vorangegangenen Nacht. Eigentlich gibt es in Mokolodi keine Raubtiere (daher kann man dort Mountainbiken oder eben einen bush walk machen) - offenbar kommen aber doch gelegentlich ein paar Leoparden vorbei. Gut, dass sie sicherlich genauso viel Angst vor uns wie wir vor ihnen haben...
Gegen neun Uhr schaute ich einmal auf die Uhr, wie spät es wohl sei - die Sonne brannte mittlerweile ziemlich unerbittlich auf uns hernieder. Glücklicherweise zogen wenig später ein paar leichte Quellwolken auf (vorher war es, wie so häufig hier, wolkenlos), die sich gelegentlich vor die Sonne schoben. Gegen viertel vor zehn Uhr fragten unsere Führer uns, ob wir noch eine Stunde weiterlaufen wollten, oder in ca. 20 Minuten zum Ausgangspunkt zurück. Es traute sich wohl niemand, aufzugeben, und so liefen wir noch eineinhalb Stunden weiter. An einem Termitenhügel, der auf über 500 Jahre geschätzt wurde, kehrten wir schließlich um - und als wir gegen 11:15 Uhr nach von einem Fitnessarmband gemessenen 13 Kilometern am Ausgangspunkt wieder ankamen, waren wir alle ein wenig kaputt. Es erwarteten uns eine Cola und Fingerfood - gerade richtig zur Erholung.
Am heutigen Sonntag pflege ich nun meinen Muskelkater. Vielleicht sollte ich doch wieder häufiger ins Fitnessstudio gehen?
Ein paar Sporteleien haben wir schon versucht: Wir sind mit Mountainbikes durch den Mokolodipark gefahren, und wir sind ein paar Mal auf den Kgale Hill gestiegen. Für beides ist es tagsüber mittlerweile zu heiß, man müsste ganz früh morgens aufbrechen - zu früh für uns.
Ein langweiliges Wochenende stand mir bevor: Walli ist schon am Freitag nach Deutschland geflogen, ich habe nicht ganz so viele Urlaubstage und werde erst in einer Woche nachkommen können. Für Samstagmorgen bot der Mokolodipark einen "Bush Walk" an, und nachdem auch eine Kollegin sich angemeldet hatte, hatte ich keine Ausrede mehr. Immerhin sollte ich etwas Bewegung bekommen. Um 6:30 Uhr war Treffpunkt am Empfang, wenig später wanderten wir los. Aus den neun Gästen wurden schnell nur noch sechs, denn drei hatten gedacht, wir würden auf den Straßen herumrennen (es konnte sich niemand erklären, wie sie darauf gekommen waren), so waren wir ihnen zu langsam und sie kehrten um. Zu sechst wanderten wir also mit drei Rangern herum; auf sieben bis acht Kilometer war die Wanderstrecke geschätzt worden. Zunächst ging es leicht abwärts, dann eben: Die angelegten Straßen/Piste überquerten wir höchstens, mieden sie sonst; gelegentlich liefen wir auf den markierten Mountainbike-Strecken, viel häufiger führten uns unsere Führer querfeldein durch den Busch. Immer wieder wichen wir den peitschenden Ästen unserer Vorderleute aus oder bemühten uns, unter Ästen gebückt hindurchzulaufen. Letzteres erinnerte mich ein wenig an unser Rhino-Tracking im Khama Rhino Sanctuary. Trotz der frühen Uhrzeit war es schon ausreichend warm, und ich war froh um die Wasserflasche, die ich dabei hatte.
Mokolodi - für Walli und mich ist das mittlerweile fast synonym mit "keine/kaum" Tiere sehen; nur mit Wallis Eltern hatten wir mal wirklich Glück. Als Wandergruppe erging es uns nicht unbedingt anders als sonst, wir sahen nicht wirklich viele Tiere: Eine Leopardenschildkröte, ein paar flüchtende Impalas - und einmal schauten uns eine Gruppe Eland-Antilopen aus dem Unterholz eine Weile an, bis auch sie beschlossen wegzuspringen.
Dafür kamen wir immer wieder an Spuren vorbei, und unsere Ranger fragten uns regelmäßig, welche Spur wir gerade sähen. Mittlerweile habe ich ja viele Safaris mitgemacht und viele Spuren gezeigt bekommen - aber dennoch gibt es immer wieder noch Spuren, die ich noch nicht gesehen habe oder die ich einfach nicht wiedererkenne. Am Rand eines Sees entdeckten wir einmal sogar Leopardenspuren, vermutlich aus der vorangegangenen Nacht. Eigentlich gibt es in Mokolodi keine Raubtiere (daher kann man dort Mountainbiken oder eben einen bush walk machen) - offenbar kommen aber doch gelegentlich ein paar Leoparden vorbei. Gut, dass sie sicherlich genauso viel Angst vor uns wie wir vor ihnen haben...
Gegen neun Uhr schaute ich einmal auf die Uhr, wie spät es wohl sei - die Sonne brannte mittlerweile ziemlich unerbittlich auf uns hernieder. Glücklicherweise zogen wenig später ein paar leichte Quellwolken auf (vorher war es, wie so häufig hier, wolkenlos), die sich gelegentlich vor die Sonne schoben. Gegen viertel vor zehn Uhr fragten unsere Führer uns, ob wir noch eine Stunde weiterlaufen wollten, oder in ca. 20 Minuten zum Ausgangspunkt zurück. Es traute sich wohl niemand, aufzugeben, und so liefen wir noch eineinhalb Stunden weiter. An einem Termitenhügel, der auf über 500 Jahre geschätzt wurde, kehrten wir schließlich um - und als wir gegen 11:15 Uhr nach von einem Fitnessarmband gemessenen 13 Kilometern am Ausgangspunkt wieder ankamen, waren wir alle ein wenig kaputt. Es erwarteten uns eine Cola und Fingerfood - gerade richtig zur Erholung.
Am heutigen Sonntag pflege ich nun meinen Muskelkater. Vielleicht sollte ich doch wieder häufiger ins Fitnessstudio gehen?
Donnerstag, 8. Dezember 2016
Jingle bells, jingle bells ...
Wie kommt man eigentlich bei durchschnittlich 35 Grad in Weihnachtsstimmung? Wissen wir auch nicht so richtig. Und so nutzen wir hoffnungsvoll die Gelegenheiten, die sich hier bieten - und hatten uns zum gestrigen Event "Christmas Carols in Mokolodi" angemeldet. Wir sind dann allerdings nicht in das Tierreservat gefahren und haben den Kudus und Giraffen vorgesungen; das Ganze fand im Open Air-Café hinter der Rezeption statt. Die Tische waren weihnachtlich-rot eingedeckt und fast alle reserviert, weswegen wir uns zu einem älteren Ehepaar setzten, das ursprünglich aus Simbabwe kam, aber schon seit über 30 Jahren in Botswana lebt. ("Mit einem zwei Jahres-Vertrag gekommen und über 30 Jahre geblieben!" erklärte uns der Mann stolz. Wow. Philip und ich planen das bislang allerdings nicht.)
Auch eine Kollegin von Philip fand sich mit Tochter und Au Pair ein, es gab Wein, Bier, Hotdogs und Käseplatten und schließlich trat eine Sängerin namens Liesl auf, die wir schon mal auf dem ein oder anderen Markt auftreten gesehen hatten. Auf den Tischen lagen Liedblätter und so sangen wir mehr oder weniger gemeinsam mit ihr "Jingle bells", "I saw Mommy kissing Santa Claus" und "Silent night". Es war ein stimmungsvoller Abend!
Auch eine Kollegin von Philip fand sich mit Tochter und Au Pair ein, es gab Wein, Bier, Hotdogs und Käseplatten und schließlich trat eine Sängerin namens Liesl auf, die wir schon mal auf dem ein oder anderen Markt auftreten gesehen hatten. Auf den Tischen lagen Liedblätter und so sangen wir mehr oder weniger gemeinsam mit ihr "Jingle bells", "I saw Mommy kissing Santa Claus" und "Silent night". Es war ein stimmungsvoller Abend!
Montag, 5. Dezember 2016
Wir wünschen einen frohen Nikolaus!
Wir denken an unsere frierenden Leser zu diesem Nikolaus! Der Pool hat bei 40°C tatsächlich Abkühlung gebracht! Und wir versuchen, uns schon einmal ein wenig in Weihnachtsstimmung zu bringen.
Viele Grüße
Walli und Philip
Samstag, 3. Dezember 2016
Weihnachtsmarkt
Weihnachtsmärkte sind eine typisch deutsche Angelegenheit, und so ist es kein Wunder, dass es hier keine gibt. Ok, zugegeben, Glühwein bei 40°C zu verkaufen, wäre vielleicht auch nicht die genialste Geschäftsidee, die es je gab.
Märkte an sich findet man in Botswana aber auch generell kaum. Das Land muss aufgrund seiner Trockenheit über 98 Prozent seines Obsts und Gemüses importieren - da macht ein Bauernmarkt für solche Produkte nur wenig Sinn.
Es gibt allerdings eine Gruppe von Leuten, die samstags einen kleinen Markt bestückt; der bekannteste ist am ersten Samstag im Monat im Hof des Restaurants "Bull & Bush", an anderen Samstagen findet man die gleichen Marktstände an anderen Orten.
Wir waren zu Beginn unserer Zeit in Gaborone einmal beim "Bull & Bush"-Markt: Es gibt Livemusik und verschiedene Stände/ kleine Verkaufstische; eine Farmerin bietet Gemüse aus ihrem Garten sowie Selbstgebackenes an (Einwurf Walli: "sehr empfehlenswerte Rote Beete-Brownies!"), andere verkaufen Kunsthandwerk, ein Tierheim gebrauchte Bücher, eine Inderin Samosas (kleine gefüllte Teigtaschen), etc.
Durchaus nette Stände - allerdings sind es jedes Mal die gleichen. Für den heutigen Samstag war ein "Weihnachtsmarkt" angekündigt; klar, dass wir dorthin gehen mussten. Es war deutlich voller als sonst, viele Leute saßen (in der prallen Sonne?!) auf Bänken und aßen und tranken etwas; ein paar mehr Stände als sonst gab es, die (zum Teil Weihnachtsmannmützen tragenden) Verkäufer hofften auf das Weihnachtsgeschenk-Geschäft.
Inwiefern sie auf ihre Kosten kamen, wissen wir nicht, aber auf jeden Fall war einiges los. Diese Samstagsmärkte sind generell Orte, an denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit zufällig Bekannten über den Weg läuft - wir trafen sowohl eine Nachbarin als auch eine von meinen Kolleginnen und unterhielten uns eine Weile. Glühwein haben wir übrigens trotz der Ankündigung eines "Weihnachtsmarktes" keinen gefunden/getrunken.
Märkte an sich findet man in Botswana aber auch generell kaum. Das Land muss aufgrund seiner Trockenheit über 98 Prozent seines Obsts und Gemüses importieren - da macht ein Bauernmarkt für solche Produkte nur wenig Sinn.
Es gibt allerdings eine Gruppe von Leuten, die samstags einen kleinen Markt bestückt; der bekannteste ist am ersten Samstag im Monat im Hof des Restaurants "Bull & Bush", an anderen Samstagen findet man die gleichen Marktstände an anderen Orten.
Wir waren zu Beginn unserer Zeit in Gaborone einmal beim "Bull & Bush"-Markt: Es gibt Livemusik und verschiedene Stände/ kleine Verkaufstische; eine Farmerin bietet Gemüse aus ihrem Garten sowie Selbstgebackenes an (Einwurf Walli: "sehr empfehlenswerte Rote Beete-Brownies!"), andere verkaufen Kunsthandwerk, ein Tierheim gebrauchte Bücher, eine Inderin Samosas (kleine gefüllte Teigtaschen), etc.
Durchaus nette Stände - allerdings sind es jedes Mal die gleichen. Für den heutigen Samstag war ein "Weihnachtsmarkt" angekündigt; klar, dass wir dorthin gehen mussten. Es war deutlich voller als sonst, viele Leute saßen (in der prallen Sonne?!) auf Bänken und aßen und tranken etwas; ein paar mehr Stände als sonst gab es, die (zum Teil Weihnachtsmannmützen tragenden) Verkäufer hofften auf das Weihnachtsgeschenk-Geschäft.
Inwiefern sie auf ihre Kosten kamen, wissen wir nicht, aber auf jeden Fall war einiges los. Diese Samstagsmärkte sind generell Orte, an denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit zufällig Bekannten über den Weg läuft - wir trafen sowohl eine Nachbarin als auch eine von meinen Kolleginnen und unterhielten uns eine Weile. Glühwein haben wir übrigens trotz der Ankündigung eines "Weihnachtsmarktes" keinen gefunden/getrunken.
Donnerstag, 1. Dezember 2016
No plastic bag, please
Ich habe neulich ein Kompliment von einer SPAR-Kassiererin bekommen. "You are very clever", sagte sie, und das fand ich nett, denn sie lobte mich für etwas, dass normalerweise eher für Verwunderung sorgt: Ich gehe mit Stoffbeuteln einkaufen. Diese scheinen hier unbekannt - dafür bekommt man überall Plastiktüten, manchmal gegen eine geringe Gebühr, oft aber umsonst. Meist stehen Angestellte der Supermärkte hinter der Kasse und packen für einen ein - das dann auch noch sehr großzügig in mehrere Plastiktüten. In einem Geschäft für Deko und Haushaltskram sagten Philip und ich mal, dass wir für die zwei Teile, die wir gekauft hatten, keine Tüte bräuchten - der Verkäufer antwortete ungläubig: "But it's for free!" und packte sie uns trotzdem. Philip wurde außerdem mal gefragt ob er ein "environmentalist" sei, als er seinen Stoffbeutel auspackte. Hier braucht es wirklich nicht viel, um als aktiver Umweltschützer zu gelten. Immerhin haben wir jetzt sogar einen Wertstoffhof gefunden, zu dem wir leere Glasflaschen und Papiermüll bringen können. Es ließe sich hier auch alles in den Mülleimer schmeißen, aber so gar nichts zu trennen, kommt uns einfach zu seltsam vor ...
Einmal hat mich sogar eine Einpackhilfe an der Kasse gefragt, ob sie eine meiner Stofftaschen haben dürfte. Wir haben so viele Beutel, dass wir locker welche unters Volk bringen könnten, aber wenn ich einkaufen gehe, habe ich immer nur meine zwei Lieblingstaschen dabei und ihr deswegen doch keine gegeben. Eine von beiden ist ein Geschenk von Philip:
Zugegeben, manchmal wäre ich schon lieber in New York. Aber ist diese Tasche nicht einfach nur cool?
Einmal hat mich sogar eine Einpackhilfe an der Kasse gefragt, ob sie eine meiner Stofftaschen haben dürfte. Wir haben so viele Beutel, dass wir locker welche unters Volk bringen könnten, aber wenn ich einkaufen gehe, habe ich immer nur meine zwei Lieblingstaschen dabei und ihr deswegen doch keine gegeben. Eine von beiden ist ein Geschenk von Philip:
Zugegeben, manchmal wäre ich schon lieber in New York. Aber ist diese Tasche nicht einfach nur cool?
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