Gestern war meine erste Begegnung mit anderen Expats und MAPs. Kurz zu den Begrifflichkeiten: Expats (Abkürzung von Expatriates) sind Mitarbeiter, die von ihren Arbeitgebern ins Ausland geschickt werden - wie z.B. Philip. MAPs sind die mitausreisenden Partner.
Gestern Abend war deutscher Stammtisch im Restaurant "Bull & Bush". Einmal im Monat wird dieser von giz-Seite organisiert, es treffen sich dabei unterschiedlich viele Deutsche (in erster Linie wohl giz- und Botschaftsmitarbeiter). Außer uns war noch ein Pärchen mit zwei Kleinkindern da (sie arbeitet hier, er ist MAP) und ein weiterer männlicher MAP. Alle wie wir in den 30ern. Sie haben uns Neue gleich mit ein paar Ratschlägen und Reisetipps versorgt.
Die beiden MAPs sind schon unterschiedlich lange hier, der eine ein gutes halbes Jahr, der andere schon drei Jahre. Beide sind Familienväter. Und beide standen vor mir und zählten auf: "Als MAP hast Du hier zwei Möglichkeiten: Entweder Du machst nichts - dann fällt Dir aber zu Hause die Decke auf den Kopf - oder Du spielst Golf."
Gaborone hat tatsächlich zwei Golfplätze und die Mitgliedschaft im Golfclub kostet anscheinend nur ein Fünftel von dem, was man in Deutschland fürs Golfspielen ausgeben würde. Ich habe nichts gegen Golf, warf aber doch ein, dass es mir seltsam vorkäme, plötzlich erwerbslos und Golfspielerin zu sein (ich meine: Mein Mann ist Chef und ich bin plötzlich golfspielende Hausfrau?!). Darauf lachten beide - und gaben mir ein paar Monate, bis ich meine Meinung ändern würde.
Ein paar Alternativen kamen im Laufe des Abends noch dazu. Die Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio. Reiten. Tennis spielen. Es gab auch noch andere Themen als das Leben als MAP: Viertel, die man als Weißer bei Nacht meiden sollte. Rassismus gegen Weiße. Probleme mit den gemieteten Häusern.
Kann man als Deutsche unter - insgesamt sogar ganz sympathischen - Deutschen einen Kulturschock kriegen?
Samstag, 30. April 2016
Mittwoch, 27. April 2016
Ich bin jetzt Chef
In meinem letzten Job war ich Dienstleister, zumindest ein interner Dienstleister. Projekte konnten mich anfragen, ich habe geliefert, die Projekte haben per interner Verrechnung für meine Dienste gezahlt (leider nicht in cash an mich direkt...).
Nun habe ich einen neuen Job. Ich bin Chef. Das ist, nun ja, doch eine Umgewöhnung. Ich kann Weisung geben. Ich brauche nicht mehr nachzufragen, "ob das so ok ist". Ich kann entscheiden. Durchaus interessant auch, wenn die Mitarbeiter mir sagen "Wir richten uns nach Dir." Daran kann ich mich gewöhnen.
Ich übe derzeit auch meine Autogramme. Ständig darf ich unterschreiben. Wenn ich mal in einer Besprechung war, gehe ich schon fast automatisch bei meinen Verwaltungsmitarbeiterinnen vorbei und frage, was es zu unterschreiben gibt. Eigentlich sollte ich das ja nicht machen. Ich sollte mich wohl einfach in mein Büro setzen und warten, bis sie vorbeikommen und mich um mein Autogramm bitten - aber noch unterschreibe ich gerne. Das ändert sich vielleicht dann mal, wenn mir meine Mitarbeiter eine Bestellung für 1000 Radiergummis zur Unterschrift unterjubeln - bisher ist das aber noch nicht geschehen, zum Glück.
Was ich vielleicht als nächstes mal machen sollte: einen sogenannten Arbeitsauftrag an die Ex-Kollegen in Eschborn geben. Sie sind ja weiterhin interne Dienstleister. Und können mich dann fragen, "ob das so ok ist". Interessant wird es dann, wenn sie kommen, um meine Arbeit hier zu evaluieren...
Nun habe ich einen neuen Job. Ich bin Chef. Das ist, nun ja, doch eine Umgewöhnung. Ich kann Weisung geben. Ich brauche nicht mehr nachzufragen, "ob das so ok ist". Ich kann entscheiden. Durchaus interessant auch, wenn die Mitarbeiter mir sagen "Wir richten uns nach Dir." Daran kann ich mich gewöhnen.
Ich übe derzeit auch meine Autogramme. Ständig darf ich unterschreiben. Wenn ich mal in einer Besprechung war, gehe ich schon fast automatisch bei meinen Verwaltungsmitarbeiterinnen vorbei und frage, was es zu unterschreiben gibt. Eigentlich sollte ich das ja nicht machen. Ich sollte mich wohl einfach in mein Büro setzen und warten, bis sie vorbeikommen und mich um mein Autogramm bitten - aber noch unterschreibe ich gerne. Das ändert sich vielleicht dann mal, wenn mir meine Mitarbeiter eine Bestellung für 1000 Radiergummis zur Unterschrift unterjubeln - bisher ist das aber noch nicht geschehen, zum Glück.
Was ich vielleicht als nächstes mal machen sollte: einen sogenannten Arbeitsauftrag an die Ex-Kollegen in Eschborn geben. Sie sind ja weiterhin interne Dienstleister. Und können mich dann fragen, "ob das so ok ist". Interessant wird es dann, wenn sie kommen, um meine Arbeit hier zu evaluieren...
Sonntag, 24. April 2016
Angekommen!
Ich bin in Gaborone! Mein letzter Tag in Deutschland ist mit wahnsinniger Geschwindigkeit verflogen, er endete mit einem Grüne Soße-Abschiedsessen im Büro, dann brachten mich vier Kolleginnen zum Flughafen - wir waren quasi gerade genug, um mein Gepäck mit der S-Bahn zu transportieren. Dass ich meine Sachen überhaupt halbwegs mitbekommen habe, verdanke ich einer anderen Kollegen, die sehr verdienstvoll einen Reißverschluss aus einem Koffer rausgeschnitten hat, so dass ich noch etwas mehr Platz hatte ... also, alle haben sich wahnsinnig lieb um mich gekümmert, und das war auch nötig, ich stand doch ziemlich neben mir. Und außerdem ist es so schön, wenn einem am Flughafen jemand hinterherwinkt!
Tja, und dann saß ich im Flugzeug, aß, schaute die Kerkeling-Verfilmung "Ich bin dann mal weg" (der Titel sprach mich spontan an) und schlief - und war nach dem Aufwachen auch fast schon in Johannesburg. Dort wurde leider mein 11:55h-Weiterflug nach Gaborone gecancelt - und zwar im letzten Moment, wir saßen schon alle im Flugzeug - aber wir ca. 20-30 Passagiere passten alle noch in den 14:30h-Flieger, so dass das verschmerzbar war. In Gaborone dann Einreise, Zollkontrolle - und dann war ich da! Und Philip erwartete mich und das war natürlich sehr schön. Das Wettrennen mit dem Container habe ich übrigens gewonnen.
Und wie war jetzt das erste Wochenende? Das kann ich noch gar nicht so richtig beschreiben. Es ist großartig, Philip wieder in die Arme schließen zu können. Unser Haus ist sehr schön. Und riesig. Und leer. Und die Sicherheitsvorkehrungen schüchtern mich ein winziges bißchen ein. Wir waren am Freitag- und Samstagabend ganz toll essen und heute quasi auf Safari, in einem Naturreservat nahe Gaborone - das fühlte sich jeweils an wie Urlaub. Unser Pool fühlt sich auch an wie Urlaub. Das große leere Haus fühlt sich vor allem noch ungewohnt an. Die Geräusche sind ungewohnt. Die Shopping Malls sind anders, aber doch nicht so fremd. Auf den ersten Blick bekommt man hier alles - von glutenfreien Spaghetti bis Pedigree-Hundefutter.
Das Wetter ist Urlaubswetter - sonnig-warm. Aber kurz nach 18 Uhr wird es dunkel, und dann ist es richtig dunkel. Man sieht im Garten einen tollen Sternenhimmel.
Tja, und ab morgen wird es sich noch etwas weniger wie Urlaub anfühlen - da muss Philip nämlich wieder arbeiten. Und ich werde mich weiter akklimatsieren. Heute wurde ich gefragt, ob ich mir diese Woche dann einen Job suche. Das beantworte ich mit einem klaren nein (bin aber voller Bewunderung für jeden, der das in einem ihm unbekannten afrikanischen Land nach dem Ankunftswochenende in Angriff nimmt ;-)). Ich halte Euch auf dem Laufenden.
Tja, und dann saß ich im Flugzeug, aß, schaute die Kerkeling-Verfilmung "Ich bin dann mal weg" (der Titel sprach mich spontan an) und schlief - und war nach dem Aufwachen auch fast schon in Johannesburg. Dort wurde leider mein 11:55h-Weiterflug nach Gaborone gecancelt - und zwar im letzten Moment, wir saßen schon alle im Flugzeug - aber wir ca. 20-30 Passagiere passten alle noch in den 14:30h-Flieger, so dass das verschmerzbar war. In Gaborone dann Einreise, Zollkontrolle - und dann war ich da! Und Philip erwartete mich und das war natürlich sehr schön. Das Wettrennen mit dem Container habe ich übrigens gewonnen.
Und wie war jetzt das erste Wochenende? Das kann ich noch gar nicht so richtig beschreiben. Es ist großartig, Philip wieder in die Arme schließen zu können. Unser Haus ist sehr schön. Und riesig. Und leer. Und die Sicherheitsvorkehrungen schüchtern mich ein winziges bißchen ein. Wir waren am Freitag- und Samstagabend ganz toll essen und heute quasi auf Safari, in einem Naturreservat nahe Gaborone - das fühlte sich jeweils an wie Urlaub. Unser Pool fühlt sich auch an wie Urlaub. Das große leere Haus fühlt sich vor allem noch ungewohnt an. Die Geräusche sind ungewohnt. Die Shopping Malls sind anders, aber doch nicht so fremd. Auf den ersten Blick bekommt man hier alles - von glutenfreien Spaghetti bis Pedigree-Hundefutter.
Das Wetter ist Urlaubswetter - sonnig-warm. Aber kurz nach 18 Uhr wird es dunkel, und dann ist es richtig dunkel. Man sieht im Garten einen tollen Sternenhimmel.
Tja, und ab morgen wird es sich noch etwas weniger wie Urlaub anfühlen - da muss Philip nämlich wieder arbeiten. Und ich werde mich weiter akklimatsieren. Heute wurde ich gefragt, ob ich mir diese Woche dann einen Job suche. Das beantworte ich mit einem klaren nein (bin aber voller Bewunderung für jeden, der das in einem ihm unbekannten afrikanischen Land nach dem Ankunftswochenende in Angriff nimmt ;-)). Ich halte Euch auf dem Laufenden.
Mittwoch, 20. April 2016
With a little help from my colleagues and my friends and my family ...
Die Fastenzeit ist fast vorbei! Die reguläre vor Ostern natürlich schon länger. Normalerweise halte ich es immer durch, währenddessen gänzlich auf Süßigkeiten zu verzichten. Dieses Jahr nicht - die ersten Wochen liefen noch wie immer, aber kurz vor dem Umzug / Auszug aus unserer Wohnung habe ich dann kapituliert. Man muss auch seine Grenzen kennen ...
Als ich dann ein paar Tage vor seiner Abreise nachrechnete, wie lange Philip und ich genau getrennt wären, war ich verblüfft: 40 Tage! Das ist die Dauer der Fastenzeit. Ich habe also quasi Philip gefastet - da verzichte ich doch viel lieber auf Schokolade... Aber diese Trennung mussten wir nun aushalten. Und weil wir fast jeden Tag telefonieren konnten, ging das - aber nur so gerade.
Wie übersteht man so eine Fastenzeit? With a little help ... und die hatte ich, von allen Seiten. Vor allem täglich von den Kollegen und meiner Chefin, die mir mein Leben im Büro so leicht wie möglich gemacht haben. Ich hatte mehr Wäschewasch- und Fernseher-Angebote, als ich nutzen konnte, mir wurde Frühstück mitgebracht, unser Container wurde übers Internet mitverfolgt und wenn ich mal nicht gut drauf war, gestresst, unsicher, sonstwas, wurde auch das aufgefangen. Wenn meine Kollegen nicht so großartig wären, wären die fünfeinhalb Wochen wesentlich zäher geworden.
Meine Freundinnen sind auch großartig. Ich habe fast alle nochmal treffen können und wie es plötzlich - außerhalb der Buchmesse! - möglich ist, vielbeschäftigte Menschen aus Karlsruhe, Baden-Baden, Hamburg und Wiesbaden zum selben Zeitpunkt in einem Frankfurter Café zu versammeln, hat mich erstaunt und begeistert. Ich bekam Familienanschluss, war nochmal im Palmengarten, bei einer Lesung, mehrmals im Kino, Abendessen etc. und hatte kein einziges einsames Wochenende in Frankfurt. Im Gegenteil, ich hab's noch nicht mal geschafft, in die MIRÓ-Ausstellung in der Schirn zu gehen und aus Zeitmangel bereits einen Wellness- und einen Kinogutschein weiterverschenkt. Freizeitstress - nur größtenteils ohne Stress.
Und dann meine Familie. Ich spar mir hier die Details, das ist ja keine Oscar-Rede ... Aber ich bin ganz dankbar und gerührt, wie alle Anteil genommen und sich auf ihre eigene Art um mich gekümmert haben.
Durch das alles habe ich diese Fastenzeit so gut wie möglich überstanden. Sie dauerte übrigens quasi eine Magnolienblüte lang. Hinter dem Büro steht ein Magnolienbaum, der bei Philips Abreise ganz langsam anfing, die ein oder andere Blüte zu öffnen ... jetzt sind die meisten Blüten verblüht und abgefallen. Time to say goodbye.
Als ich dann ein paar Tage vor seiner Abreise nachrechnete, wie lange Philip und ich genau getrennt wären, war ich verblüfft: 40 Tage! Das ist die Dauer der Fastenzeit. Ich habe also quasi Philip gefastet - da verzichte ich doch viel lieber auf Schokolade... Aber diese Trennung mussten wir nun aushalten. Und weil wir fast jeden Tag telefonieren konnten, ging das - aber nur so gerade.
Wie übersteht man so eine Fastenzeit? With a little help ... und die hatte ich, von allen Seiten. Vor allem täglich von den Kollegen und meiner Chefin, die mir mein Leben im Büro so leicht wie möglich gemacht haben. Ich hatte mehr Wäschewasch- und Fernseher-Angebote, als ich nutzen konnte, mir wurde Frühstück mitgebracht, unser Container wurde übers Internet mitverfolgt und wenn ich mal nicht gut drauf war, gestresst, unsicher, sonstwas, wurde auch das aufgefangen. Wenn meine Kollegen nicht so großartig wären, wären die fünfeinhalb Wochen wesentlich zäher geworden.
Meine Freundinnen sind auch großartig. Ich habe fast alle nochmal treffen können und wie es plötzlich - außerhalb der Buchmesse! - möglich ist, vielbeschäftigte Menschen aus Karlsruhe, Baden-Baden, Hamburg und Wiesbaden zum selben Zeitpunkt in einem Frankfurter Café zu versammeln, hat mich erstaunt und begeistert. Ich bekam Familienanschluss, war nochmal im Palmengarten, bei einer Lesung, mehrmals im Kino, Abendessen etc. und hatte kein einziges einsames Wochenende in Frankfurt. Im Gegenteil, ich hab's noch nicht mal geschafft, in die MIRÓ-Ausstellung in der Schirn zu gehen und aus Zeitmangel bereits einen Wellness- und einen Kinogutschein weiterverschenkt. Freizeitstress - nur größtenteils ohne Stress.
Und dann meine Familie. Ich spar mir hier die Details, das ist ja keine Oscar-Rede ... Aber ich bin ganz dankbar und gerührt, wie alle Anteil genommen und sich auf ihre eigene Art um mich gekümmert haben.
Durch das alles habe ich diese Fastenzeit so gut wie möglich überstanden. Sie dauerte übrigens quasi eine Magnolienblüte lang. Hinter dem Büro steht ein Magnolienbaum, der bei Philips Abreise ganz langsam anfing, die ein oder andere Blüte zu öffnen ... jetzt sind die meisten Blüten verblüht und abgefallen. Time to say goodbye.
Montag, 18. April 2016
Eine Reise nach Johannesburg
In der vergangenen Woche stand meine erste kleine Dienstreise auf dem Programm. Ziel war Johannesburg. Dort hat mein Projekt eine Veranstaltung organisiert bzw. gesponsort: Ziel war es, Vertreter des Privatsektors aus dem südlichen Afrika in einen Dialog zu bringen mit Mitarbeitern des Sekretariats der Southern African Development Community (SADC) sowie mit Regierungsvertretern der SADC-Mitgliedsstaaten. Aufbauend auf einer solchen Veranstaltung im letzten August wurden dieses Mal sechs Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen eingesetzt, die konkrete Probleme des Privatsektors in Bezug auf regionale Handelsbarrieren aufarbeiten sollten, um dann Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren.
Die Veranstaltung war gut besucht, die Unternehmensvertreter zufrieden, was will man mehr. Sogar in der Presse wurde die Veranstaltung erwähnt, z.B. hier und hier. In der kommenden Woche werden wir die Veranstaltung auswerten und schauen, wie wir weiter vorgehen.
Von Johannesburg habe ich leider - abgesehen von den Ausblicken aus dem Hotel - nichts gesehen. Nach allem, was ich höre, werde ich wohl öfters in Johannesburg sein, da es logistisch praktisch liegt und aus allen Ländern der Region direkte Flüge hierhin gehen. Vielleicht ergibt sich ja ein anderes Mal die Möglichkeit der privaten Verlängerung der Dienstreise um einen Tag.
Die Veranstaltung war gut besucht, die Unternehmensvertreter zufrieden, was will man mehr. Sogar in der Presse wurde die Veranstaltung erwähnt, z.B. hier und hier. In der kommenden Woche werden wir die Veranstaltung auswerten und schauen, wie wir weiter vorgehen.
Von Johannesburg habe ich leider - abgesehen von den Ausblicken aus dem Hotel - nichts gesehen. Nach allem, was ich höre, werde ich wohl öfters in Johannesburg sein, da es logistisch praktisch liegt und aus allen Ländern der Region direkte Flüge hierhin gehen. Vielleicht ergibt sich ja ein anderes Mal die Möglichkeit der privaten Verlängerung der Dienstreise um einen Tag.
Samstag, 16. April 2016
Der erste Monat
Gestern vor einem Monat bin ich in Gaborone gelandet - Zeit für eine erste Bilanz.
Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit hier vergeht - eine Floskel, die doch stimmt. Der erste Monat war hauptsächlich von Arbeit geprägt: Das Projekt verstehen, Mitarbeiter, Partner, Kollegen kennenlernen, zwei größere Veranstaltungen organisieren (lassen). Ich kann bisher noch nicht behaupten, dass ich das Projekt und alle Themen, die darin bearbeitet werden in allen Einzelheiten verstanden hätte. Das hat mich doch etwas überrascht: Als ich mich auf diese Stelle beworben habe, dachte ich, dass ich hauptsächlich im Projektmanagement und in Führungsfragen Lernbedarf haben würde; dass ich auch in fachlicher Hinsicht ordentlich gefordert sein würde, war mir nicht ganz so klar. Zum Glück hat das Projekt ein kompetentes Team!
"Nebenbei" versuche ich, soweit möglich, das Privatleben ganz langsam zu sortieren: Einzug in unser Haus, einleben dort, Internet für zu Hause besorgen, zuletzt ein Auto kaufen. Wo kann man was kaufen? Wie lange haben die verschiedenen Läden eigentlich geöffnet an den verschiedenen Wochentagen? (Erst heute habe ich um 18:05 Uhr wieder vor verschlossenen Türen gestanden.)
Nun freue ich mich darauf, dass Walli bald ankommt - und das Wettrennen zwischen Walli und Container ist auch noch nicht entschieden. Das Internet zu Hause hat schon einmal eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität mit sich gebracht (auch wenn es noch nicht so schnell ist wie bestellt), mit Autoabholung, Wallis Ankunft und Containerankunft wird das Leben hier sicher noch einmal angenehmer machen.
Es ist kaum zu glauben, wie schnell die Zeit hier vergeht - eine Floskel, die doch stimmt. Der erste Monat war hauptsächlich von Arbeit geprägt: Das Projekt verstehen, Mitarbeiter, Partner, Kollegen kennenlernen, zwei größere Veranstaltungen organisieren (lassen). Ich kann bisher noch nicht behaupten, dass ich das Projekt und alle Themen, die darin bearbeitet werden in allen Einzelheiten verstanden hätte. Das hat mich doch etwas überrascht: Als ich mich auf diese Stelle beworben habe, dachte ich, dass ich hauptsächlich im Projektmanagement und in Führungsfragen Lernbedarf haben würde; dass ich auch in fachlicher Hinsicht ordentlich gefordert sein würde, war mir nicht ganz so klar. Zum Glück hat das Projekt ein kompetentes Team!
"Nebenbei" versuche ich, soweit möglich, das Privatleben ganz langsam zu sortieren: Einzug in unser Haus, einleben dort, Internet für zu Hause besorgen, zuletzt ein Auto kaufen. Wo kann man was kaufen? Wie lange haben die verschiedenen Läden eigentlich geöffnet an den verschiedenen Wochentagen? (Erst heute habe ich um 18:05 Uhr wieder vor verschlossenen Türen gestanden.)
Nun freue ich mich darauf, dass Walli bald ankommt - und das Wettrennen zwischen Walli und Container ist auch noch nicht entschieden. Das Internet zu Hause hat schon einmal eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität mit sich gebracht (auch wenn es noch nicht so schnell ist wie bestellt), mit Autoabholung, Wallis Ankunft und Containerankunft wird das Leben hier sicher noch einmal angenehmer machen.
Montag, 11. April 2016
Hallo Welt!
Dies ist der erste Blogeintrag, den ich aus unserem neuen zuhause schreibe!
Oder anders gesagt: Seit heute haben wir Internet-Anschluss zu Hause!
Das ist doch wirklich ein Fortschritt - und ich freue mich mächtig darüber. Wie also erhält man einen Internet-Anschluss in Botswana?
Nun, Internetprovider und Botswana lässt sich tatsächlich googeln und man erfährt so schon etwas über verschiedene Anbieter. Allerdings sollte man nicht erwarten, dass a) ein Internetprovider überhaupt eine eigene Internetseite hat und b) dass diese auch aktuell ist und c) dass diese Informationen zu verschieden schnellen Internetanschlüssen und deren Preise enthält. Von unserem Vermieter erfuhr ich, dass die Vormieterin bei einer Firma namens VBN ihren Internetanschluss hatte. Also dachte ich mir, höre ich dort mal nach. Die Internet-Seite ist schnell gefunden, die Seite war nur so halb aussagekräftig, das Büro laut Internetseite in der Nähe des meines Büros. Also bin ich dorthin gefahren. Die Fassade des Gebäudes hatte das Logo des Internetproviders, aber um 17 Uhr machte niemand mehr die Türe auf. Ein wenig später kam ich dort tagsüber vorbei, wieder war niemand da. Nebenan erzähle man mir dann, dass sie umgezogen seien, schon vor einiger Zeit. Ok. Immerhin reagierten sie später auch mal auf emails.
Bei anderen Internet-Providern fuhr ich vorbei bzw. schrieb ich emails (letzteres ohne eine Antwort zu erhalten). Letztlich entschied ich mich aber doch für den Internet-Provider der Vormieterin, denn immerhin ist das Equipment bereits installiert und das Angebot ist auch brauchbar. Genutzt wird hier nicht, wie i.d.R. in Deutschland, eine Telefon (DSL)- oder Glaskabelverbindung, sondern eine Richtfunkverbindung. Dafür muss eine Antenne auf dem Dach installiert werden.
Der Vertrieb von VBN antwortete zuverlässig, und ich wollte gleich eine besonders schnelle Verbindung. Mit 6 Mbit/sek. sollten wir künftig eine Internetleitung haben, die genauso schnell ist, wie in unserer Frankfurter Wohnung. Dafür werden wir hier das ca. 4-fache wie in Frankfurt zahlen müssen, denn diese Verbindung gilt hier als wahnsinnig schnell ("Wofür wollen Sie denn das?"). In Deutschland gilt diese Verbindung wohl mittlerweile eher als langsam. Ich möchte aber vernünftig Skype bzw. Internettelefonie nutzen können, vielleicht auch mal etwas in einer Mediathek anschauen können etc. Was hier auch noch anders als in Deutschland: Unser monatliches Datenvolumen ist begrenzt, d.h. wir werden hier kein Internet-Café eröffnen können (hatten das aber auch nicht vor) - für unseren Alltagsgebrauch sollte es dennoch ausreichen. Und: Möglicherweise ist das Internet tagsüber nicht so schnell wie abends; tagsüber hat geschäftlicher Internetverkehr vorrang, abends privater. Mit der gewählten Geschwindigkeit sollten wir aber auch tagsüber akzeptabel surfen und skypen können.
Die Installation sollte innerhalb von 5-6 Tagen nach Vertragsabschluss erfolgen. Als ich nach Ablauf dieser Frist noch nichts gehört hatte, fragte ich noch einmal nach - und bekam für den heutigen Tag einen Termin (nur knapp eine halbe Woche später). Um 14:30 Uhr sollten sie da sein, ich erhielt immerhin kurz vorher eine mail, dass sie sich 1,5 Stunden verspäten würden. Wie ich die mail ohne Internetanschluss lesen sollte, bin ich mir auch nicht sicher... aber ich hatte ja ein Smartphone. Nach 2 Stunden fuhr ich doch mal wieder ins Büro, nur um wenig später einen Anruf zu erhalten, dass sie nun vor der Tür stünden. Um 17:30 waren sie da, sehr freundlich - die alten Geräte konnten genutzt werden, die Installation ist so schnell erfolgt. Hallo Welt!
(ok, die Geschwindigkeit ist derzeit noch nicht ganz so schnell wie bestellt, das soll noch geändert werden. Vielleicht schaffen sie das ja morgen, ich bin optimistisch.)
Oder anders gesagt: Seit heute haben wir Internet-Anschluss zu Hause!
Das ist doch wirklich ein Fortschritt - und ich freue mich mächtig darüber. Wie also erhält man einen Internet-Anschluss in Botswana?
Nun, Internetprovider und Botswana lässt sich tatsächlich googeln und man erfährt so schon etwas über verschiedene Anbieter. Allerdings sollte man nicht erwarten, dass a) ein Internetprovider überhaupt eine eigene Internetseite hat und b) dass diese auch aktuell ist und c) dass diese Informationen zu verschieden schnellen Internetanschlüssen und deren Preise enthält. Von unserem Vermieter erfuhr ich, dass die Vormieterin bei einer Firma namens VBN ihren Internetanschluss hatte. Also dachte ich mir, höre ich dort mal nach. Die Internet-Seite ist schnell gefunden, die Seite war nur so halb aussagekräftig, das Büro laut Internetseite in der Nähe des meines Büros. Also bin ich dorthin gefahren. Die Fassade des Gebäudes hatte das Logo des Internetproviders, aber um 17 Uhr machte niemand mehr die Türe auf. Ein wenig später kam ich dort tagsüber vorbei, wieder war niemand da. Nebenan erzähle man mir dann, dass sie umgezogen seien, schon vor einiger Zeit. Ok. Immerhin reagierten sie später auch mal auf emails.
Bei anderen Internet-Providern fuhr ich vorbei bzw. schrieb ich emails (letzteres ohne eine Antwort zu erhalten). Letztlich entschied ich mich aber doch für den Internet-Provider der Vormieterin, denn immerhin ist das Equipment bereits installiert und das Angebot ist auch brauchbar. Genutzt wird hier nicht, wie i.d.R. in Deutschland, eine Telefon (DSL)- oder Glaskabelverbindung, sondern eine Richtfunkverbindung. Dafür muss eine Antenne auf dem Dach installiert werden.
Der Vertrieb von VBN antwortete zuverlässig, und ich wollte gleich eine besonders schnelle Verbindung. Mit 6 Mbit/sek. sollten wir künftig eine Internetleitung haben, die genauso schnell ist, wie in unserer Frankfurter Wohnung. Dafür werden wir hier das ca. 4-fache wie in Frankfurt zahlen müssen, denn diese Verbindung gilt hier als wahnsinnig schnell ("Wofür wollen Sie denn das?"). In Deutschland gilt diese Verbindung wohl mittlerweile eher als langsam. Ich möchte aber vernünftig Skype bzw. Internettelefonie nutzen können, vielleicht auch mal etwas in einer Mediathek anschauen können etc. Was hier auch noch anders als in Deutschland: Unser monatliches Datenvolumen ist begrenzt, d.h. wir werden hier kein Internet-Café eröffnen können (hatten das aber auch nicht vor) - für unseren Alltagsgebrauch sollte es dennoch ausreichen. Und: Möglicherweise ist das Internet tagsüber nicht so schnell wie abends; tagsüber hat geschäftlicher Internetverkehr vorrang, abends privater. Mit der gewählten Geschwindigkeit sollten wir aber auch tagsüber akzeptabel surfen und skypen können.
Die Installation sollte innerhalb von 5-6 Tagen nach Vertragsabschluss erfolgen. Als ich nach Ablauf dieser Frist noch nichts gehört hatte, fragte ich noch einmal nach - und bekam für den heutigen Tag einen Termin (nur knapp eine halbe Woche später). Um 14:30 Uhr sollten sie da sein, ich erhielt immerhin kurz vorher eine mail, dass sie sich 1,5 Stunden verspäten würden. Wie ich die mail ohne Internetanschluss lesen sollte, bin ich mir auch nicht sicher... aber ich hatte ja ein Smartphone. Nach 2 Stunden fuhr ich doch mal wieder ins Büro, nur um wenig später einen Anruf zu erhalten, dass sie nun vor der Tür stünden. Um 17:30 waren sie da, sehr freundlich - die alten Geräte konnten genutzt werden, die Installation ist so schnell erfolgt. Hallo Welt!
(ok, die Geschwindigkeit ist derzeit noch nicht ganz so schnell wie bestellt, das soll noch geändert werden. Vielleicht schaffen sie das ja morgen, ich bin optimistisch.)
Sonntag, 10. April 2016
Wie kauft man ein Auto?
Die ersten zwei Wochen habe ich mich auf das Ankommen konzentriert: Übergabe mit der Vorgängerin, Einzug ins Haus, neuer Job, ankommen. Doch nun brauche ich einen fahrbaren Untersatz. Ein Auto, ein Königreich für ein Auto! (Möglichst ohne auch für ein ganzes Königreich zu bezahlen.)
Derzeit mache ich so etwas wie Carsharing. Ich fahre nämlich mein Dienstauto auch privat. Das wurde mir von meinem Chef für die ersten sechs Wochen erlaubt - unter der Voraussetzung, dass ich für jeden Kilometer, den ich privat fahre, 30 Cent zahle. Das ist ungefähr der Preis, den ich für die Nutzung eines Carsharing-Autos in Frankfurt gezahlt habe. Der Preis schockt mich also nicht weiter, für die gelegentliche Nutzung eines Autos in Frankfurt war das Modell ganz praktisch, ab einer gewissen Anzahl Kilometer wird es dann aber doch teuer.
Also benötige ich ein eigenes Auto. In einem Safari-Land wie Botswana sollte es ein Auto mit Vierradantrieb sein. Ein Toyota ist der Mercedes der SUVs, heißt es hier. Nissan sei wie ein VW, Mitsubishi wie ein Fiat. Nun gut. Weitere Tipps, die ich bekam: Eher kein Importauto (wegen Ersatzteilen), sondern ein in Südafrika hergestelltes Auto. Auf den Kilometerstand achten, der werde gerne manipuliert. Und ein Autohändler, der aus Japan importiere, wurde mir empfohlen, bei dem kaufen viele Kollegen.
Mit dem Fahrer des Projekts fuhr ich also los, um fachkundige Beratung dabei zu haben. Er brachte mich als erstes zu einem Laden, von dem er sagte, dass es wohl der billigste der Stadt sei. Vor dem Tor sollten wir aus irgendwelchen Gründen nicht parken. Sie hatten ein paar halbwegs passende Autos zur Auswahl. Eine Verkäuferin nannte mir Marke und Modell des Autos sowie Motorgröße und Baujahr des jeweiligen Autos - nicht jedoch den Kilometerstand. Dieser spielte für sie offenbar keine große Rolle. Die Autos waren importiert aus Japan, ziemlich dreckig und wenig vorzeigbar hergerichtet, im Innenraum eines Autos lag noch eine zerknüllte Coladose und anderer Müll. Ein Auto wollte ich mir näher anschauen: Also wurde eine Batterie und ein Starterkabel geholt, um es anzulassen - keines der Autos hatte eine funktionierende Batterie. 70.000 km zeigte der Tacho. An der Fahrertür prangte ein Aufkleber "letzte Wartung bei 130.000 km" (soviel japanisch verstehe sogar ich!). Irgendwie war man hier nicht wirklich bemüht, mir ein seriöses Auto zu verkaufen, fand ich. Also fuhren wir weiter zum nächsten Anbieter, dem von vielen Kollegen empfohlenen.
Dort hatte man ein Modell quasi genau wie ich es mir vorstellen konnte, ein Toyota Hilux Surf. Allerdings Baujahr 2000 und 160.000 km. Vielleicht doch nicht ganz ideal. Der Besitzer sagte mir, dass er in einem anderen Laden noch einen Toyota Prado habe, den solle ich mir doch anschauen. Wir wurden dorthin gefahren, der Prado hatte allerdings mehr als 200.000 km auf dem Buckel, auch nicht ideal. Daneben stand noch ein Mitsubishi Pajero. Baujahr 2000 zwar, aber nur 15.000 km auf dem Tacho und optisch in sehr gutem Zustand. Ob die 15.000 wohl stimmen mögen? Die Mitarbeiter schworen es. Ein Wartungsaufkleber auf der Abdeckung des Getriebes zeigte 110.800 km - das sei der nächste fällige Austausch des Riemens wurde mir gesagt. Ah ja. Ich wollte ein wenig nachdenken, zwei Tage später kam ich zur Probefahrt, ausgerüstet mit Gebrauchtwagenkauf-Checklisten aus dem Internet. Mithilfe einer anderen Batterie wurde das Auto angelassen, dann machte ich mich zusammen mit einem Mitarbeiter auf eine Probefahrt. Das Auto fuhr sich wirklich gut, ein wenig zog es nach links, ausbalancieren wäre also nötig. Beim Aussteigen entdeckte ich dann die Service-Aufkleber für 40.000 km - und für 110.000 km. Doch keine 15.000 km, aber das war mir eigentlich schon klar, da die Ledersitze nicht mehr ganz neu aussahen. Nachdenken.
Weiterfahren, diesmal in ein Autohaus, das ich von meinem Bürofenster aus sehen kann, das auch wie ein Autohaus aussieht. Schöne Gebrauchtwagen gab es da. Die sollten allerdings auch ein Königreich kosten. Das günstigste sollte 2,5 Mal so viel kosten wie das Auto, das ich zuvor probegefahren hatte, obwohl es 190.000 km drauf hatte und nur unwesentlich jünger war. Dafür mit "Service history". Alle weiteren Autos, jünger zwar, sollten schnell das 5- bis 8-fache kosten. Keine wirkliche Option, denn da könnte ich ja fast gleich einen Neuwagen kaufen.
Ich fuhr der Form halber noch zu den Autohäusern der Marken VW, Ford, Volvo (in einem zusammengefasst) sowie Toyota. Die Auswahl an Gebrauchtwagen war begrenzt - und teuer. Sollte ich mein Suchraster doch anpassen müssen? Im Laufe der letzten Woche schaute ich noch in einem weiteren Autohaus vorbei, doch auch dort waren die Preise kaum besser.
So fuhr ich gestern noch mal zu dem von den Kollegen empfohlenen Händler. Vielleicht hatte er ja neue Autos bekommen. Und so war es auch. Gestern aus einem Container ausgeladen. Doch dazu dann ein anderes Mal ...
Derzeit mache ich so etwas wie Carsharing. Ich fahre nämlich mein Dienstauto auch privat. Das wurde mir von meinem Chef für die ersten sechs Wochen erlaubt - unter der Voraussetzung, dass ich für jeden Kilometer, den ich privat fahre, 30 Cent zahle. Das ist ungefähr der Preis, den ich für die Nutzung eines Carsharing-Autos in Frankfurt gezahlt habe. Der Preis schockt mich also nicht weiter, für die gelegentliche Nutzung eines Autos in Frankfurt war das Modell ganz praktisch, ab einer gewissen Anzahl Kilometer wird es dann aber doch teuer.
Also benötige ich ein eigenes Auto. In einem Safari-Land wie Botswana sollte es ein Auto mit Vierradantrieb sein. Ein Toyota ist der Mercedes der SUVs, heißt es hier. Nissan sei wie ein VW, Mitsubishi wie ein Fiat. Nun gut. Weitere Tipps, die ich bekam: Eher kein Importauto (wegen Ersatzteilen), sondern ein in Südafrika hergestelltes Auto. Auf den Kilometerstand achten, der werde gerne manipuliert. Und ein Autohändler, der aus Japan importiere, wurde mir empfohlen, bei dem kaufen viele Kollegen.
Mit dem Fahrer des Projekts fuhr ich also los, um fachkundige Beratung dabei zu haben. Er brachte mich als erstes zu einem Laden, von dem er sagte, dass es wohl der billigste der Stadt sei. Vor dem Tor sollten wir aus irgendwelchen Gründen nicht parken. Sie hatten ein paar halbwegs passende Autos zur Auswahl. Eine Verkäuferin nannte mir Marke und Modell des Autos sowie Motorgröße und Baujahr des jeweiligen Autos - nicht jedoch den Kilometerstand. Dieser spielte für sie offenbar keine große Rolle. Die Autos waren importiert aus Japan, ziemlich dreckig und wenig vorzeigbar hergerichtet, im Innenraum eines Autos lag noch eine zerknüllte Coladose und anderer Müll. Ein Auto wollte ich mir näher anschauen: Also wurde eine Batterie und ein Starterkabel geholt, um es anzulassen - keines der Autos hatte eine funktionierende Batterie. 70.000 km zeigte der Tacho. An der Fahrertür prangte ein Aufkleber "letzte Wartung bei 130.000 km" (soviel japanisch verstehe sogar ich!). Irgendwie war man hier nicht wirklich bemüht, mir ein seriöses Auto zu verkaufen, fand ich. Also fuhren wir weiter zum nächsten Anbieter, dem von vielen Kollegen empfohlenen.
Dort hatte man ein Modell quasi genau wie ich es mir vorstellen konnte, ein Toyota Hilux Surf. Allerdings Baujahr 2000 und 160.000 km. Vielleicht doch nicht ganz ideal. Der Besitzer sagte mir, dass er in einem anderen Laden noch einen Toyota Prado habe, den solle ich mir doch anschauen. Wir wurden dorthin gefahren, der Prado hatte allerdings mehr als 200.000 km auf dem Buckel, auch nicht ideal. Daneben stand noch ein Mitsubishi Pajero. Baujahr 2000 zwar, aber nur 15.000 km auf dem Tacho und optisch in sehr gutem Zustand. Ob die 15.000 wohl stimmen mögen? Die Mitarbeiter schworen es. Ein Wartungsaufkleber auf der Abdeckung des Getriebes zeigte 110.800 km - das sei der nächste fällige Austausch des Riemens wurde mir gesagt. Ah ja. Ich wollte ein wenig nachdenken, zwei Tage später kam ich zur Probefahrt, ausgerüstet mit Gebrauchtwagenkauf-Checklisten aus dem Internet. Mithilfe einer anderen Batterie wurde das Auto angelassen, dann machte ich mich zusammen mit einem Mitarbeiter auf eine Probefahrt. Das Auto fuhr sich wirklich gut, ein wenig zog es nach links, ausbalancieren wäre also nötig. Beim Aussteigen entdeckte ich dann die Service-Aufkleber für 40.000 km - und für 110.000 km. Doch keine 15.000 km, aber das war mir eigentlich schon klar, da die Ledersitze nicht mehr ganz neu aussahen. Nachdenken.
Weiterfahren, diesmal in ein Autohaus, das ich von meinem Bürofenster aus sehen kann, das auch wie ein Autohaus aussieht. Schöne Gebrauchtwagen gab es da. Die sollten allerdings auch ein Königreich kosten. Das günstigste sollte 2,5 Mal so viel kosten wie das Auto, das ich zuvor probegefahren hatte, obwohl es 190.000 km drauf hatte und nur unwesentlich jünger war. Dafür mit "Service history". Alle weiteren Autos, jünger zwar, sollten schnell das 5- bis 8-fache kosten. Keine wirkliche Option, denn da könnte ich ja fast gleich einen Neuwagen kaufen.
Ich fuhr der Form halber noch zu den Autohäusern der Marken VW, Ford, Volvo (in einem zusammengefasst) sowie Toyota. Die Auswahl an Gebrauchtwagen war begrenzt - und teuer. Sollte ich mein Suchraster doch anpassen müssen? Im Laufe der letzten Woche schaute ich noch in einem weiteren Autohaus vorbei, doch auch dort waren die Preise kaum besser.
So fuhr ich gestern noch mal zu dem von den Kollegen empfohlenen Händler. Vielleicht hatte er ja neue Autos bekommen. Und so war es auch. Gestern aus einem Container ausgeladen. Doch dazu dann ein anderes Mal ...
Mittwoch, 6. April 2016
Und was wirst Du da machen?
Nachdem meine Wohnsituation ja jetzt geklärt ist (an dieser Stelle liebe Grüße aus dem Büro), komme ich zu der zweiten Frage, die mir dieser Tage oft gestellt wird: Die Frage nach meiner beruflichen Zukunft in Botswana. Ich stehe ihr tatsächlich relativ entspannt gegenüber - oder vielleicht habe ich im Moment auch einfach andere Sorgen. Meinen jetzigen Job habe ich nach mehr als acht Jahren gekündigt und werde hier bis einschließlich 21.04. arbeiten - abends steige ich dann ins Flugzeug. Von hier aus auszuloten, wo ich mich in Botswana bewerben könnte und dies zu tun, erscheint mir schlicht unmöglich. Obwohl ich theoretisch sicher Firmen googeln und erste Mails hinschreiben könnte. Mache ich aber nicht. Ich habe einen anderen Plan: Hier nun alles so gut es geht zuende bringen. Ins Flugzeug steigen. Philip wiedersehen! Einmal Luft holen, mich umschauen, und irgendwie Fuß fassen, was Orientierung / Haus / einkaufen / leben in Botswana angeht. Auspacken. Und dann schau ich mal, wie und wo das mit der Arbeit klappen könnte.
Die Chancen, ein Künstlermanagement zu finden, bei dem ich als Veranstaltungsmanagerin anfangen kann, dürften fröhlich gen null gehen. Auch meinen Einstieg ins botswanische Verlagswesen halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich muss mich also mal sortieren und ausloten, was gebraucht werden könnte, was ich bieten kann und was ich gerne machen möchte. Und hoffen, dass das zusammengeht. Und dass ich eine Beschäftigung finde, die mich auf irgendeine Art und Weise weiterbringt. Ehrlich gesagt bin ich selbst gespannt, was das werden wird. Mein Lebenslauf erscheint relativ stringent, jetzt kommt der erste richtige Bruch, sogar eine Lücke - wobei ich natürlich hoffe, dass die nicht zu groß wird. Aber hey, vielleicht ist es auch mal Zeit für einen Bruch und die Chance auf was Neues. Ich bin kein risikofreudiger Typ - und da ich mir keine Sorge um ein Dach über dem Kopf machen muss, ist mein Risiko hier natürlich auch überschaubar. Aber ich wage jetzt mal was ganz anderes. Einen Auslandsaufenthalt in Afrika hätte ich ohne Philip nie in Erwägung gezogen, inzwischen erscheint mir völlig natürlich, das mal auszuprobieren - auch wenn ich mit meinem Job hier in Frankfurt doch sehr verwachsen bin über die Jahre. Um passenderweise mit den Worten eines Kabarettisten zu schließen, den ich sehr schätze: "Natürlich kann ich dabei auf die Fresse fliegen. Na und? Schrammen sind sexy. Angstschweiß nie."
Die Chancen, ein Künstlermanagement zu finden, bei dem ich als Veranstaltungsmanagerin anfangen kann, dürften fröhlich gen null gehen. Auch meinen Einstieg ins botswanische Verlagswesen halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich muss mich also mal sortieren und ausloten, was gebraucht werden könnte, was ich bieten kann und was ich gerne machen möchte. Und hoffen, dass das zusammengeht. Und dass ich eine Beschäftigung finde, die mich auf irgendeine Art und Weise weiterbringt. Ehrlich gesagt bin ich selbst gespannt, was das werden wird. Mein Lebenslauf erscheint relativ stringent, jetzt kommt der erste richtige Bruch, sogar eine Lücke - wobei ich natürlich hoffe, dass die nicht zu groß wird. Aber hey, vielleicht ist es auch mal Zeit für einen Bruch und die Chance auf was Neues. Ich bin kein risikofreudiger Typ - und da ich mir keine Sorge um ein Dach über dem Kopf machen muss, ist mein Risiko hier natürlich auch überschaubar. Aber ich wage jetzt mal was ganz anderes. Einen Auslandsaufenthalt in Afrika hätte ich ohne Philip nie in Erwägung gezogen, inzwischen erscheint mir völlig natürlich, das mal auszuprobieren - auch wenn ich mit meinem Job hier in Frankfurt doch sehr verwachsen bin über die Jahre. Um passenderweise mit den Worten eines Kabarettisten zu schließen, den ich sehr schätze: "Natürlich kann ich dabei auf die Fresse fliegen. Na und? Schrammen sind sexy. Angstschweiß nie."
Sonntag, 3. April 2016
Wasserversorgung
Die Wasserversorgung ist hier ein Thema. Das hängt sicherlich auch mit der nun schon jahrelang andauernden Dürre zusammen, aber es wäre wohl auch ohne diese ein Thema in einem trockenen Land wie Botswana.
Ein wichtiger Grund für die Wahl unseres Hauses war tatsächlich die Wasserversorgung, d.h. nicht nur die Wasserversorgung selbst, sondern vor allem die Tatsache, dass da ein Wassertank ist, der Wasser aus der Leitung speichert, für Zeiten, in denen Wasser rationiert wird. So haben wir also in einer Ecke unseres Vorgartens einen grünen Wassertank stehen, etwas versteckt hinter einer bewachsenen Wand:
Daneben steht noch eine Pumpe, die für den entsprechenden Wasserdruck sorgt, wenn es nötig ist. Im Loch davor befinden sich die Ventile:
Von rechts kommt das Wasser aus der Hauptleitung - und hat derzeit freie Bahn ins Haus. Wenn aus der Hauptleitung mal kein Wasser kommt (in meinen ersten Tagen im Haus ist das ein paar Mal vorgekommen), dann schließt man den Hahn an der geraden Leitung und öffnet Zu- und Abfluss zum Wassertank. Und schon gibt's wieder Wasser im Haus (zumindest solange noch Wasser im Tank ist).
Darüber hinaus gibt es auf dem Grundstück weitere 3 solcher Wassertanks und wohl auch eine Zisterne, in denen Regenwasser gesammelt wird. Da es bei meiner Ankunft ja endlich einigermaßen geregnet hat, sollte das gesammelte Regenwasser für ca. 6 Monate ausreichen für die Bewässerung des Gartens und das Auffüllen des Pools wurde mir gesagt. Und dann wäre es ja nicht mehr allzu lange hin bis zur nächsten Regenzeit. Schauen wir mal. Sonst müssen wir noch Wasser zum Gartengießen zukaufen.
Allein dass diese Wassertanks vorhanden sind, ist ein großer Mehrwert für das Haus, der wohl nicht selbstverständlich ist. Praktisch, dass wir solch ein Haus gefunden haben.
Nur der Wasserqualität können wir mindestens beim Wasser aus dem Tank leider nicht trauen, d.h. als Trinkwasser sollten wir es wohl nicht verwenden. Wasser lässt sich hier natürlich beliebig in Flaschen kaufen, was ich anfangs auch getan habe. Nun bin ich in der vergangenen Woche umgestiegen auf Wasser aus einem 25 l Kanister:
Solche Kanister haben wir auch bei der Arbeit stehen, man kauft sie einmal, kann sie dann aber beliebig austauschen/nachfüllen lassen. Das erschien mir doch etwas umweltfreundlicher und praktischer auf Dauer als 1-Liter Plastikflaschen. Ist doch fast wie Bier aus dem Fass, oder? Prost!
Ein wichtiger Grund für die Wahl unseres Hauses war tatsächlich die Wasserversorgung, d.h. nicht nur die Wasserversorgung selbst, sondern vor allem die Tatsache, dass da ein Wassertank ist, der Wasser aus der Leitung speichert, für Zeiten, in denen Wasser rationiert wird. So haben wir also in einer Ecke unseres Vorgartens einen grünen Wassertank stehen, etwas versteckt hinter einer bewachsenen Wand:
Daneben steht noch eine Pumpe, die für den entsprechenden Wasserdruck sorgt, wenn es nötig ist. Im Loch davor befinden sich die Ventile:
Von rechts kommt das Wasser aus der Hauptleitung - und hat derzeit freie Bahn ins Haus. Wenn aus der Hauptleitung mal kein Wasser kommt (in meinen ersten Tagen im Haus ist das ein paar Mal vorgekommen), dann schließt man den Hahn an der geraden Leitung und öffnet Zu- und Abfluss zum Wassertank. Und schon gibt's wieder Wasser im Haus (zumindest solange noch Wasser im Tank ist).
Darüber hinaus gibt es auf dem Grundstück weitere 3 solcher Wassertanks und wohl auch eine Zisterne, in denen Regenwasser gesammelt wird. Da es bei meiner Ankunft ja endlich einigermaßen geregnet hat, sollte das gesammelte Regenwasser für ca. 6 Monate ausreichen für die Bewässerung des Gartens und das Auffüllen des Pools wurde mir gesagt. Und dann wäre es ja nicht mehr allzu lange hin bis zur nächsten Regenzeit. Schauen wir mal. Sonst müssen wir noch Wasser zum Gartengießen zukaufen.
Allein dass diese Wassertanks vorhanden sind, ist ein großer Mehrwert für das Haus, der wohl nicht selbstverständlich ist. Praktisch, dass wir solch ein Haus gefunden haben.
Nur der Wasserqualität können wir mindestens beim Wasser aus dem Tank leider nicht trauen, d.h. als Trinkwasser sollten wir es wohl nicht verwenden. Wasser lässt sich hier natürlich beliebig in Flaschen kaufen, was ich anfangs auch getan habe. Nun bin ich in der vergangenen Woche umgestiegen auf Wasser aus einem 25 l Kanister:
Solche Kanister haben wir auch bei der Arbeit stehen, man kauft sie einmal, kann sie dann aber beliebig austauschen/nachfüllen lassen. Das erschien mir doch etwas umweltfreundlicher und praktischer auf Dauer als 1-Liter Plastikflaschen. Ist doch fast wie Bier aus dem Fass, oder? Prost!
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