Nun ist es schon mehr als zwei Wochen her, dass unser Container in Frankfurt beladen wurde und abfuhr. Und als er dann mal weg war und wir mit dem Putzen der Wohnung fertig waren, da fiel uns auf, dass wir ja gar nicht genau wussten, wie genau unser Container nach Afrika kommen würde (ok, per Schiff, klar, und sonst?). Wir hatten gar nicht mehr gefragt, was die nächste Station des Containers sein würde.
Was ich übrigens die von uns beauftragte Spedition Schenker auch nie gefragt habe, ist wann denn der Container in Gaborone ungefähr ankommen soll. Die anderen Speditionen sprachen immer von 6-8 Wochen, so ging ich davon aus, dass das auch bei unserer Spedition so sein würde. Wobei Schenker ja zur Deutschen Bahn gehört - Pünktlichkeit lässt sich da ja ohnehin nicht voraussetzen (sorry, konnte ich mir nicht verkneifen).
Ein paar Tage nach der Verladung kam die (dicke) Rechnung der Spedition. Und damit einhergehend auch die Information, dass unser Container in Bremerhaven auf die Maersk Lavras verladen werden soll. Google macht's möglich: Ich fand recht schnell heraus, dass dieses Schiff noch gar nicht in Bremerhaven war: Zunächst fuhr es in Rotterdam und in England vorbei, dann, vor einer knappen Woche, meldete die Website, über die man Containerschiffe nachverfolgen kann: Vor Anker in Bremerhaven. Nächster Stopp war Algeciras, bei Gibraltar. Dort gab's für die Crew offenbar zwei Tage Osterlandgang, seit gestern Nachmittag ist das Schiff wieder unterwegs. Nächster Stopp: Kapstadt!
Während ich diese Zeilen schreibe, pflügt das Schiff durch den Atlantik, ungefähr auf Höhe von Gran Canaria. In Kapstadt soll "unser" Schiff nun am 9.4. gegen Abend ankommen. Wie lange der Container dann wohl noch nach Gaborone braucht? - Ich rechne nicht mit unter zwei Wochen.
Letztlich hoffe ich derzeit, dass der Container möglichst lange braucht, bis er Gaborone erreicht - denn ich muss erst mal noch sämtliche Genehmigungen hier beantragen, u.a. diejenige, die mich zur einmaligen zollfreien Einfuhr von Waren berechtigt. Und bis ich diese Genehmigung habe, kann es noch dauern (dazu ein anderes Mal).
Eigentlich bleibt nur noch diese Frage: Wer wird wohl zuerst in Gaborone sein, der Container oder Walli?
Dienstag, 29. März 2016
Sonntag, 27. März 2016
Enge Freunde mit Mutti
Wenn man im Ausland für die GIZ arbeitet, erlebt man manchmal recht skurrile Dinge - das kenne ich ja schon aus meiner Zeit in Ghana. Diese Woche hatte ich mein erstes solches Highlight bei der Arbeit:
Eine meiner Mitarbeiterinnen erzählte von einer Besprechung in der vergangenen Woche, bei der auch der "Country Representative" (also Landesdirektor) eines anderen westlichen Gebers anwesend war (von der anderen Seite des großen Teichs). Nach dem Treffen schob er ihr eine Visitenkarte zu, mit der Bitte, diese dringend an ihren Chef weiterzureichen. Sie versuchte ihm noch zu erklären, dass ihr Chef gerade wechsele - aber er meinte, nein, die sollte an den Landesdirektor gehen, er möge sich doch bitte mal melden, sobald er wieder im Land sei. Erst anschließend sah meine Mitarbeiterin, dass auf der Rückseite der Visitenkarte eine Nachricht geschrieben war. Wenn ich die Visitenkarte nicht selbst zum Weiterreichen erhalten hätte, dann hätte ich das nicht geglaubt:
(Schwärzungen durch mich - und unser Landesdirektor ist übrigens nicht promoviert). Wir haben einiges gelacht.
Mittlerweile habe ich die Visitenkarte an den intendierten Empfänger weitergegeben - es stellte sich (leider?) heraus, dass dies nur ein Scherz war; die beiden Landesdirektoren kennen sich gut und sind wohl auch befreundet - alles offenbar nur ein Scherz. Aber zugetraut hätten wir es ihnen schon, den Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs - es leben die Vorurteile!
Eine meiner Mitarbeiterinnen erzählte von einer Besprechung in der vergangenen Woche, bei der auch der "Country Representative" (also Landesdirektor) eines anderen westlichen Gebers anwesend war (von der anderen Seite des großen Teichs). Nach dem Treffen schob er ihr eine Visitenkarte zu, mit der Bitte, diese dringend an ihren Chef weiterzureichen. Sie versuchte ihm noch zu erklären, dass ihr Chef gerade wechsele - aber er meinte, nein, die sollte an den Landesdirektor gehen, er möge sich doch bitte mal melden, sobald er wieder im Land sei. Erst anschließend sah meine Mitarbeiterin, dass auf der Rückseite der Visitenkarte eine Nachricht geschrieben war. Wenn ich die Visitenkarte nicht selbst zum Weiterreichen erhalten hätte, dann hätte ich das nicht geglaubt:
(Schwärzungen durch mich - und unser Landesdirektor ist übrigens nicht promoviert). Wir haben einiges gelacht.
Mittlerweile habe ich die Visitenkarte an den intendierten Empfänger weitergegeben - es stellte sich (leider?) heraus, dass dies nur ein Scherz war; die beiden Landesdirektoren kennen sich gut und sind wohl auch befreundet - alles offenbar nur ein Scherz. Aber zugetraut hätten wir es ihnen schon, den Kollegen von der anderen Seite des großen Teichs - es leben die Vorurteile!
Samstag, 26. März 2016
Ich bin jetzt AV
Seit dem gestrigen späten Nachmittag bin ich nun offiziell AV. Die GIZ lebt von Abkürzungen, diese steht für "Auftragsverantwortlicher". Man könnte auch sagen: Ich bin jetzt Programmleiter.
Die GIZ führt alle Projekte als Aufträge durch, d.h. jedes einzelne Projekt wird von einem Auftraggeber (ganz häufig das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ) beauftragt - und der Auftragsverantwortliche (AV) ist dann für die Umsetzung verantwortlich. In unserem internen Regelwerk steht dazu dann ganz lapidar:
Die letzte Woche war eine Übergabewoche von der bisherigen AV auf mich. Die bisherige AV war nur interimsweise mandatiert, sie hatte sich auch auf diese Stelle beworben, daher war das für uns beide sicherlich keine ganz einfache Woche - aber wir haben es dann doch sehr professionell gemanaged. Sie hat glücklicherweise kurzfristig noch eine Stelle in einem Projekt in Ostafrika bekommen. Eine gute Woche ist nicht viel für die inhaltliche und kaufmännische Übergabe eines komplexen Projekts, die Vorstellung bei den Hauptpartnern - aber häufig genug passiert es in der GIZ, dass gar keine Überlappung zwischen altem AV und neuem AV möglich ist. Insofern muss ich fast dankbar sein für jeden Tag, den wir hier gemeinsam hatten und an dem wir Gespräche führen konnten.
Es war eine intensive Woche mit unheimlich vielen Informationen, die ich sicherlich noch nicht alle verstanden und erst recht nicht verarbeitet habe. Aber ein Anfang ist gemacht.
Gestern nachmittag trafen wir dann also den Landesdirektor der GIZ (der mein Vorgesetzter sein wird) und unterschrieben die Übergabedokumente. Jetzt bin ich also unterschriftsberechtigt, habe mein Arbeitszimmer (siehe unten) bezogen - und kann loslegen. Auf geht's!
(zu dem Programm, das ich nun mit meinem Team umsetzen soll, habe ich hier schon einmal etwas geschrieben.)
Die GIZ führt alle Projekte als Aufträge durch, d.h. jedes einzelne Projekt wird von einem Auftraggeber (ganz häufig das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, BMZ) beauftragt - und der Auftragsverantwortliche (AV) ist dann für die Umsetzung verantwortlich. In unserem internen Regelwerk steht dazu dann ganz lapidar:
"Mitarbeiter/-innen, die für einen Auftrag verantwortlich sind, tragen Verantwortung nicht nur für die sachgerechte Erledigung der fachlichen und kaufmännischen Aufgaben, sondern auch für das Erreichen des im Auftrag definierten Ergebnisses."Das liest sich (für mich) erst einmal ganz flüssig, aber da steckt doch eine Menge dahinter.
Die letzte Woche war eine Übergabewoche von der bisherigen AV auf mich. Die bisherige AV war nur interimsweise mandatiert, sie hatte sich auch auf diese Stelle beworben, daher war das für uns beide sicherlich keine ganz einfache Woche - aber wir haben es dann doch sehr professionell gemanaged. Sie hat glücklicherweise kurzfristig noch eine Stelle in einem Projekt in Ostafrika bekommen. Eine gute Woche ist nicht viel für die inhaltliche und kaufmännische Übergabe eines komplexen Projekts, die Vorstellung bei den Hauptpartnern - aber häufig genug passiert es in der GIZ, dass gar keine Überlappung zwischen altem AV und neuem AV möglich ist. Insofern muss ich fast dankbar sein für jeden Tag, den wir hier gemeinsam hatten und an dem wir Gespräche führen konnten.
Es war eine intensive Woche mit unheimlich vielen Informationen, die ich sicherlich noch nicht alle verstanden und erst recht nicht verarbeitet habe. Aber ein Anfang ist gemacht.
Gestern nachmittag trafen wir dann also den Landesdirektor der GIZ (der mein Vorgesetzter sein wird) und unterschrieben die Übergabedokumente. Jetzt bin ich also unterschriftsberechtigt, habe mein Arbeitszimmer (siehe unten) bezogen - und kann loslegen. Auf geht's!
(zu dem Programm, das ich nun mit meinem Team umsetzen soll, habe ich hier schon einmal etwas geschrieben.)
Freitag, 25. März 2016
Wo wohnt Walli?
... und wo wohnst DU jetzt? Diese Frage wird mir momentan von Freunden und Verwandten oft gestellt. Nur auf der Arbeit fragt keiner, denn da wissen es von der Putzfrau bis zur Chefin alle: Ich wohne im Büro! Aber keine Sorge, ich habe nicht einfach eine Liege neben meinem Schreibtisch aufgestellt. Wir haben zusätzlich zu den beiden Büro-Einheiten, die unsere Partneragentur und wir mit insgesamt sechs Räumen (+ Küche und Bad) nutzen, noch eine Wohnung im selben Haus. Das Wohnzimmer ist der Raum, in dem wir Besprechungen abhalten und uns zum Mittagessen treffen, ein weiterer Raum wird gelegentlich als zusätzliches Büro genutzt, dann gibt es noch eine kleine Küche mit Wasserkocher, Kaffeemaschine, Kühlschrank, Mikrowelle und zwei Herdplatten, ein Bad - und ein Gästezimmer. Das ist möbliert mit Bett, Nachttisch, Sideboard, Kleiderstange und zwei Sitzwürfeln. Und da wohne ich jetzt.
Ein bisschen fühlt es sich an wie zu Studentenwohnheims-Zeiten: Ich wohne möbliert und teile mir das Bad mit anderen (nämlich den Kollegen / Besprechungsgästen, die die Toilette nutzen), dafür wird das auch von der Putzfrau sauber gehalten. Ein bisschen fühlt es sich auch seltsam an - wer schafft es sonst vom Bett ins Büro in maximal fünf Sekunden? (Ich verzichte trotzdem darauf, mich in Hausschuhen an den Schreibtisch zu setzen.) Und alle Gags sollten inzwischen auch gemacht sein: "Wo ist denn meine Jacke? Ach, die hängt noch zu Hause ..."
Die Kollegen hatten zum Einzug ein "Do not disturb"-Schild für die Türklinke gemalt und auch sonst meinen Einzug kommentiert:
Ich habe drei Wäschewasch-Angebote (und meine Schmutzwäsche trotzdem jetzt an Ostern nach Hause mitgenommen - DANKE, Mama!). Eine Kollegin hat mich zum Abendessen eingeladen, sie schrieb mir eine reizende Nachricht: "Obdachlose ohne festen Wohnsitz nehmen wir schon deshalb gerne auf, weil wir so unser soziales Gewissen aufpolieren". Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht ablehnen (auf das Thema "fester Wohnsitz" werde ich in den nächsten Tagen nochmal zurückkommen ...) und wurde von ihren Kindern mit Begrüßungsschildern willkommen geheißen:
Man kümmert sich also um mich - sehr lieb und mit einer ordentlichen Portion Humor. Und ich bin sehr zufrieden mit den im Januar getroffenen Entscheidungen: Dass ich nicht alleine in unserer eingerichteten Wohnung geblieben bin und den Umzug dann alleine über die Bühne bringen musste - und dass ich nicht alleine in der leeren Wohnung geblieben bin, der Gedanke war mir auch immer sehr trostlos erschienen.
Ein bisschen fühlt es sich an wie zu Studentenwohnheims-Zeiten: Ich wohne möbliert und teile mir das Bad mit anderen (nämlich den Kollegen / Besprechungsgästen, die die Toilette nutzen), dafür wird das auch von der Putzfrau sauber gehalten. Ein bisschen fühlt es sich auch seltsam an - wer schafft es sonst vom Bett ins Büro in maximal fünf Sekunden? (Ich verzichte trotzdem darauf, mich in Hausschuhen an den Schreibtisch zu setzen.) Und alle Gags sollten inzwischen auch gemacht sein: "Wo ist denn meine Jacke? Ach, die hängt noch zu Hause ..."
Die Kollegen hatten zum Einzug ein "Do not disturb"-Schild für die Türklinke gemalt und auch sonst meinen Einzug kommentiert:
Ich habe drei Wäschewasch-Angebote (und meine Schmutzwäsche trotzdem jetzt an Ostern nach Hause mitgenommen - DANKE, Mama!). Eine Kollegin hat mich zum Abendessen eingeladen, sie schrieb mir eine reizende Nachricht: "Obdachlose ohne festen Wohnsitz nehmen wir schon deshalb gerne auf, weil wir so unser soziales Gewissen aufpolieren". Dieses Angebot konnte ich natürlich nicht ablehnen (auf das Thema "fester Wohnsitz" werde ich in den nächsten Tagen nochmal zurückkommen ...) und wurde von ihren Kindern mit Begrüßungsschildern willkommen geheißen:
Man kümmert sich also um mich - sehr lieb und mit einer ordentlichen Portion Humor. Und ich bin sehr zufrieden mit den im Januar getroffenen Entscheidungen: Dass ich nicht alleine in unserer eingerichteten Wohnung geblieben bin und den Umzug dann alleine über die Bühne bringen musste - und dass ich nicht alleine in der leeren Wohnung geblieben bin, der Gedanke war mir auch immer sehr trostlos erschienen.
Dienstag, 22. März 2016
Erste Einkäufe für ein spartanisches Leben
Was benötigt man eigentlich, um in einem leeren Haus leben zu können? Die Frage stellte ich mir auch schon länger: Denn bis der Container mit unserem Hab und Gut ankommt, wird wohl noch einige Zeit vergehen - wieviel will bzw. muss ich schon einmal kaufen, um in der Zwischenzeit nicht allzu entbehrungsreich leben zu können und gleichzeitig nicht verschwenderisch zu sein (bzw. anschließend alles doppelt zu haben)?
Mit der Hausübergabe am Samstag und der Lieferung von Kühlschrank und Bett waren schon einmal ein paar Grundlagen gelegt. Aus Deutschland mitgebracht hatte ich das alte Pfadfindergeschirr und Besteck von Walli und ein Taschenmesser.
Sobald Kühlschrank und Bett letzten Samstag angekommen waren, machte ich mich auf den Weg in einen Supermarkt (der jedoch um 17 Uhr schloss, während ich dort war). Am nächsten Tag, Sonntag, war ich überrascht, dass doch einige Läden in der nahen "Game City Shopping Mall" offen hatten, und so konnte ich dort weitere Einkäufe tätigen. Auf meiner Liste standen: Müsli, Milch, Obst, Brot und Käse (beides bekommen!), Besen und Kehrblech, Putzeimer, Fußabstreifer für mind. 2 Türen, Küchenhandtücher, Wasser.
Außerdem stellte ich schon am ersten Abend fest, dass ich mich zwar auf eine recht tiefe Fensterbank ganz gut hinsetzen kann, aber auf Dauer könnten Stuhl und Tisch doch hilfreich sein. Daher hier ein Bild meiner neuesten Errungenschaften - auf der überdachten Terrasse:
Hier lässt sich gut ein Feierabend verbringen!
Nun seid Ihr dran - was sollte ich mir noch kaufen, um die ersten Wochen in einem leeren Haus gut zu verbringen?
Mit der Hausübergabe am Samstag und der Lieferung von Kühlschrank und Bett waren schon einmal ein paar Grundlagen gelegt. Aus Deutschland mitgebracht hatte ich das alte Pfadfindergeschirr und Besteck von Walli und ein Taschenmesser.
Sobald Kühlschrank und Bett letzten Samstag angekommen waren, machte ich mich auf den Weg in einen Supermarkt (der jedoch um 17 Uhr schloss, während ich dort war). Am nächsten Tag, Sonntag, war ich überrascht, dass doch einige Läden in der nahen "Game City Shopping Mall" offen hatten, und so konnte ich dort weitere Einkäufe tätigen. Auf meiner Liste standen: Müsli, Milch, Obst, Brot und Käse (beides bekommen!), Besen und Kehrblech, Putzeimer, Fußabstreifer für mind. 2 Türen, Küchenhandtücher, Wasser.
Außerdem stellte ich schon am ersten Abend fest, dass ich mich zwar auf eine recht tiefe Fensterbank ganz gut hinsetzen kann, aber auf Dauer könnten Stuhl und Tisch doch hilfreich sein. Daher hier ein Bild meiner neuesten Errungenschaften - auf der überdachten Terrasse:
Hier lässt sich gut ein Feierabend verbringen!
Nun seid Ihr dran - was sollte ich mir noch kaufen, um die ersten Wochen in einem leeren Haus gut zu verbringen?
Montag, 21. März 2016
Hausübergabe
Es war ein schönes Gefühl, schon in Deutschland zu wissen, wo wir hier in Botswana wohnen würden - zumindest für mich, der ich das Haus ja gesehen und ausgesucht hatte, denn Walli kennt das Haus ja bisher nur von Bildern. Klar, dass ich daher auch so schnell wie möglich einziehen wollte.
Am Dienstag unterzeichnete ich (nachträglich) den Mietvertrag und bekam die Schlüssel ausgehändigt, die Vermieter wollten noch ein paar letzte Sachen am Haus machen (lassen), und für Samstag verabredeten wir uns für eine detailliertere Übergabe (also zu dem Zeitpunkt, an dem ich dann wirklich einziehen würde).
Unter der Woche - nach meinen Shopping-Erkundungstouren für Bett und Kühlschrank - schaute ich schon zweimal abends vorbei, um das Haus noch etwas besser kennenzulernen. Am Samstag um 10 Uhr war es dann soweit, die eigentliche Übergabe stand "ins Haus". Aus dem Hotel hatte ich bereits ausgecheckt, die beiden Koffer des Fluggepäcks und die Handgepäckstücke waren gepackt und im Auto verstaut, zusätzlich der Koffer, den ich im Januar schon mitgenommen hatte und im Büro gelagert hatte.
Was dann folgte, war für mich nicht ganz berechenbar gewesen: Die Hausübergabe dauerte dreieinhalb Stunden. Und nein, ich habe keine "Smart Home" angemietet, das so voll digitaler Steuerungstechnik steckt, dass die Übergabe etwas länger dauern könnte.
Los ging's mit der Übergabe der Schlüssel. Meine Vermieter sind "halb Deutsch", sagen sie (ihre Mutter ist Deutsche, der Vater wohl Schwede). Und so definieren sie sich auch. Mattias kam stolz mit einer ausgedruckten Excel-Liste mit Übersicht über die Schlüssel. Jeder Schlüssel war numeriert, die Liste vermerkte, ob der Schlüssel im jeweiligen Schloss steckte oder sonst wo lag. Zusätzlich gab es drei (beschriftete) Marmeladengläser mit Ersatzschlüsseln - alle numeriert und in der Liste aufgeführt). 39 Schlösser gibt es im Haus, dazu jeweils 0 bis 1 Schlüssel und 0 bis 6 Ersatzschlüssel. Wir probierten sie alle aus. (Papa, liest Du das? Wäre das nicht auch ein tolles System für die blaue Schlüssel-Schachtel?)
Weiter ging's mit der Alarmanlage. Ja, unser Haus hat eine Alarmanlage (und nicht nur eine, um genau zu sein, aber so weit gehe ich jetzt mal hier nicht ins Detail, ich will den Blogeintrag ja auch noch irgendwann fertigstellen). Die Alarmanlage wurde mir gezeigt, wir probierten sie aus - und stellten fest, dass es mindestens einen Fehler gab. Also wurde die Sicherheitsfirma gerufen, die auch innerhalb einer halben Stunde mit Technikpersonal kam und alles in Ordnung brachte. Währenddessen zeigte Mattias mir schon einmal die Wasserversorgung. Aus dem öffentlichen Leitungsnetz kam gerade kaum Wasser. Ein schöner Demonstrationseffekt, denn so wurde mir gleich gezeigt, wie ich die Wasserversorgung auf den Wassertank umstellen kann, der über das Leitungsnetz aufgefüllt wird. Der Wassertank ist derzeit dankenswerter Weise recht voll. Weiter ging's zum nächsten Wassertank, der das Regenwasser sammelt und für die Gartenbewässerung genutzt wird. Dank der Regenfälle der letzten Woche gerade auch voll. Dann gibt es noch zwei weitere Wassertanks und auch unterirdisch weitere Wasserspeicher, die alle auch teils durch Regenwasser, teils durch Abwasser aus dem Haus gespeist werden - und wie war das noch mal mit denen? Wofür werden die genutzt? Die Wasserpumpe am ersten Tank ist neu und bringt das Wasser gerade mit etwas zu viel Druck in die Leitung, also bastelten wir (nein, nicht wir, er) daran herum, bis der Druck etwas schwächer wurde (aber noch immer stark genug). Weiter ging's zum Pool (hatte ich von dem schon geschrieben?). Auch der wurde mir erklärt. Nicht ganz einfach, den Pool sauber zu halten - doch davon vielleicht ein anderes Mal.
Wir fanden Telefon- und Fernsehanschluss - doch gab es tatsächlich noch die Satellitenschüssel zum Fernsehanschluss? Einmal ums Haus gehen, und das Thema war auch geklärt: Ja.
Dazwischen noch Anweisungen für die Gartenpflege und viele weitere Informationen.
Wenn ich mir nur die Hälfte all dessen gemerkt habe, was mir gesagt wurde, dann war ich schon ganz gut, fand' ich. Nein, ein "smart home" ist es nicht, in dem Rolländen, Licht, Heizung und alles weitere digital gesteuert werden können; hier ist noch einiges an manuellen Handgriffen gefordert. Die bisherigen Mieter seien handwerklich nicht so begabt gewesen, wurde mir gesagt - mal schauen, was die Vermieter dann in einiger Zeit über uns sagen werden...
Am Dienstag unterzeichnete ich (nachträglich) den Mietvertrag und bekam die Schlüssel ausgehändigt, die Vermieter wollten noch ein paar letzte Sachen am Haus machen (lassen), und für Samstag verabredeten wir uns für eine detailliertere Übergabe (also zu dem Zeitpunkt, an dem ich dann wirklich einziehen würde).
Unter der Woche - nach meinen Shopping-Erkundungstouren für Bett und Kühlschrank - schaute ich schon zweimal abends vorbei, um das Haus noch etwas besser kennenzulernen. Am Samstag um 10 Uhr war es dann soweit, die eigentliche Übergabe stand "ins Haus". Aus dem Hotel hatte ich bereits ausgecheckt, die beiden Koffer des Fluggepäcks und die Handgepäckstücke waren gepackt und im Auto verstaut, zusätzlich der Koffer, den ich im Januar schon mitgenommen hatte und im Büro gelagert hatte.
Was dann folgte, war für mich nicht ganz berechenbar gewesen: Die Hausübergabe dauerte dreieinhalb Stunden. Und nein, ich habe keine "Smart Home" angemietet, das so voll digitaler Steuerungstechnik steckt, dass die Übergabe etwas länger dauern könnte.
Los ging's mit der Übergabe der Schlüssel. Meine Vermieter sind "halb Deutsch", sagen sie (ihre Mutter ist Deutsche, der Vater wohl Schwede). Und so definieren sie sich auch. Mattias kam stolz mit einer ausgedruckten Excel-Liste mit Übersicht über die Schlüssel. Jeder Schlüssel war numeriert, die Liste vermerkte, ob der Schlüssel im jeweiligen Schloss steckte oder sonst wo lag. Zusätzlich gab es drei (beschriftete) Marmeladengläser mit Ersatzschlüsseln - alle numeriert und in der Liste aufgeführt). 39 Schlösser gibt es im Haus, dazu jeweils 0 bis 1 Schlüssel und 0 bis 6 Ersatzschlüssel. Wir probierten sie alle aus. (Papa, liest Du das? Wäre das nicht auch ein tolles System für die blaue Schlüssel-Schachtel?)
Weiter ging's mit der Alarmanlage. Ja, unser Haus hat eine Alarmanlage (und nicht nur eine, um genau zu sein, aber so weit gehe ich jetzt mal hier nicht ins Detail, ich will den Blogeintrag ja auch noch irgendwann fertigstellen). Die Alarmanlage wurde mir gezeigt, wir probierten sie aus - und stellten fest, dass es mindestens einen Fehler gab. Also wurde die Sicherheitsfirma gerufen, die auch innerhalb einer halben Stunde mit Technikpersonal kam und alles in Ordnung brachte. Währenddessen zeigte Mattias mir schon einmal die Wasserversorgung. Aus dem öffentlichen Leitungsnetz kam gerade kaum Wasser. Ein schöner Demonstrationseffekt, denn so wurde mir gleich gezeigt, wie ich die Wasserversorgung auf den Wassertank umstellen kann, der über das Leitungsnetz aufgefüllt wird. Der Wassertank ist derzeit dankenswerter Weise recht voll. Weiter ging's zum nächsten Wassertank, der das Regenwasser sammelt und für die Gartenbewässerung genutzt wird. Dank der Regenfälle der letzten Woche gerade auch voll. Dann gibt es noch zwei weitere Wassertanks und auch unterirdisch weitere Wasserspeicher, die alle auch teils durch Regenwasser, teils durch Abwasser aus dem Haus gespeist werden - und wie war das noch mal mit denen? Wofür werden die genutzt? Die Wasserpumpe am ersten Tank ist neu und bringt das Wasser gerade mit etwas zu viel Druck in die Leitung, also bastelten wir (nein, nicht wir, er) daran herum, bis der Druck etwas schwächer wurde (aber noch immer stark genug). Weiter ging's zum Pool (hatte ich von dem schon geschrieben?). Auch der wurde mir erklärt. Nicht ganz einfach, den Pool sauber zu halten - doch davon vielleicht ein anderes Mal.
Wir fanden Telefon- und Fernsehanschluss - doch gab es tatsächlich noch die Satellitenschüssel zum Fernsehanschluss? Einmal ums Haus gehen, und das Thema war auch geklärt: Ja.
Dazwischen noch Anweisungen für die Gartenpflege und viele weitere Informationen.
Wenn ich mir nur die Hälfte all dessen gemerkt habe, was mir gesagt wurde, dann war ich schon ganz gut, fand' ich. Nein, ein "smart home" ist es nicht, in dem Rolländen, Licht, Heizung und alles weitere digital gesteuert werden können; hier ist noch einiges an manuellen Handgriffen gefordert. Die bisherigen Mieter seien handwerklich nicht so begabt gewesen, wurde mir gesagt - mal schauen, was die Vermieter dann in einiger Zeit über uns sagen werden...
Sonntag, 20. März 2016
Bett und Kühlschrank
Zwar hatte ich während meiner Dienstreise im Januar schon ein Häuschen für uns gefunden und auch ab März bereits angemietet - aber das war ja komplett leer. Daher beschloss ich erst einmal, die ersten paar Nächte im Hotel zu verbringen. An einem Montag bin ich gelandet, bis Samstag war das Hotel gebucht. Klar hätte ich das Hotel noch einmal verlängern können - aber wenn da gleichzeitig schon ein Haus für mich bereitsteht, dann erschloss sich mir der Sinn darin nicht so ganz, dauerhaft im Hotel zu bleiben.
Was benötigt man also, um in ein leeres Haus einziehen zu können? Ein Bett, klar, irgendwo will man ja schlafen. Montag also angekommen, Dienstag erste Schlüsselübergabe - und die Erkenntnis, dass das Haus zwar eine eingerichtete Küche hat, jedoch keinen Kühlschrank. Zum Einzug benötigt man also auch einen Kühlschrank (zumal wenn keiner im erwarteten Container sein wird).
Mittags auf dem Weg in ein Cafe zum Mittagessen mit meiner Vorgängerin zeigte sie mir einen Möbelladen mit schicken Möbeln - doch 2000 Euro für ein Bettgestell,das künftig vielleicht ein Gästebett wird, erschien mir dann doch etwas viel (liebe künftigen Gäste, wir freuen uns sehr über Euren Besuch - aber für ein paar Nächte bis wenige Wochen, die ihr bei uns in Gaborone sein werdet, brauchen wir Euch vielleicht nicht ganz so edel betten?). Nach der Arbeit wollte ich also zu weiteren Möbelgeschäften gehen, die mir meine Vorgängerin im vorbeifahren gezeigt hatte. Gegen 18:20 Uhr hatte jedoch keines davon mehr auf: Hier ist entweder um 17 oder um 18 Uhr bereits Ladenschluss in vielen Läden. An den nächsten Abenden war ich etwas vorbereiteter, verließ die Arbeit etwas früher, um noch Vergleiche bei Möbelgeschäften anstellen zu können. Ein typischer Dialog mit den Fachverkäufern sah dann so aus:
Am Samstagmorgen erhielt ich einen Anruf, dass die Lieferung "after lunch" kommen solle. Als gegen 16 Uhr noch immer nichts geliefert war, rief ich an - und 10 Minuten später kam meine Bestellung an. Der ersten Nacht im neuen Heim stand nichts mehr im Wege! Nun teste ich also das Bett, in dem Ihr dann schlafen werdet, wenn Ihr uns besucht:
Und auch der Kühlschrank tut das, was er tun soll - er kühlt!
Was benötigt man also, um in ein leeres Haus einziehen zu können? Ein Bett, klar, irgendwo will man ja schlafen. Montag also angekommen, Dienstag erste Schlüsselübergabe - und die Erkenntnis, dass das Haus zwar eine eingerichtete Küche hat, jedoch keinen Kühlschrank. Zum Einzug benötigt man also auch einen Kühlschrank (zumal wenn keiner im erwarteten Container sein wird).
Mittags auf dem Weg in ein Cafe zum Mittagessen mit meiner Vorgängerin zeigte sie mir einen Möbelladen mit schicken Möbeln - doch 2000 Euro für ein Bettgestell,das künftig vielleicht ein Gästebett wird, erschien mir dann doch etwas viel (liebe künftigen Gäste, wir freuen uns sehr über Euren Besuch - aber für ein paar Nächte bis wenige Wochen, die ihr bei uns in Gaborone sein werdet, brauchen wir Euch vielleicht nicht ganz so edel betten?). Nach der Arbeit wollte ich also zu weiteren Möbelgeschäften gehen, die mir meine Vorgängerin im vorbeifahren gezeigt hatte. Gegen 18:20 Uhr hatte jedoch keines davon mehr auf: Hier ist entweder um 17 oder um 18 Uhr bereits Ladenschluss in vielen Läden. An den nächsten Abenden war ich etwas vorbereiteter, verließ die Arbeit etwas früher, um noch Vergleiche bei Möbelgeschäften anstellen zu können. Ein typischer Dialog mit den Fachverkäufern sah dann so aus:
"Sie benötigen ein Bett?"So viel also zum Thema Beratung. Interessant auch das Geschäft, wo mich die gleiche Verkäuferin für Bett und Kühlschrank beriet. Immerhin wusste sie, dass ab Freitag ein evtl. auf meine Bedürfnisse passender Kühlschrank im Angebot sein würde (der am Donnerstag aber noch nicht ausgestellt war). Am Freitag schlug ich dann also zu. Die Lieferung wurde mir für Samstag versprochen.
"Ja, genau, welches dieser Betten können Sie mir denn empfehlen?"
"Dieses hier ist gerade im Angebot."
"Aha. Und wie unterscheidet es sich von den anderen Betten rechts und links daneben?"
"Es ist 200 Pula günstiger."
"Und welches dieser Betten hat die bessere Qualität?"
"Dieses hier, es ist aber auch teurer."
"Und warum ist es besser?"
"Weil es teurer ist."
Am Samstagmorgen erhielt ich einen Anruf, dass die Lieferung "after lunch" kommen solle. Als gegen 16 Uhr noch immer nichts geliefert war, rief ich an - und 10 Minuten später kam meine Bestellung an. Der ersten Nacht im neuen Heim stand nichts mehr im Wege! Nun teste ich also das Bett, in dem Ihr dann schlafen werdet, wenn Ihr uns besucht:
Und auch der Kühlschrank tut das, was er tun soll - er kühlt!
Donnerstag, 17. März 2016
Rainman - Ich bringe den Regen
Nun bin ich schon über 3 Tage angekommen in Botswana, Zeit für einen ersten Blog-Eintrag. Man könnte fast sagen, dass ich mich in den letzten Wochen vor der Ausreise immer weniger mit Botswana und meinem neuen Job hier beschäftigt habe - zu sehr stand die Organisation des Umzugs im Vordergrund und damit all das, was ich vorher noch in Deutschland erledigt haben wollte.
Dann war es plötzlich so weit und ich stand am Flughafen, musste mich für ein paar Wochen von Walli verabschieden - und schon war ich nach einem Nachtflug und einmal umsteigen in Johannesburg gelandet in Gaborone.
Bin ich nun hier schon angekommen? Das würde ich wohl noch nicht sagen. Ich habe beschlossen, die ersten Nächte in einem Hotel zu logieren, werde erst am Wochenende in unser neues Heim einziehen. Die Arbeitstage sind gerade von einer Übergabe von meiner Vorgängerin an mich bestimmt, abends versuche ich noch mein künftiges Leben hier zu organisieren - zu all dem schreibe ich vielleicht noch ein anderes Mal.
Heute war ich erstmals im Landesbüro der GIZ und wurde dort zahlreichen Kollegen vorgestellt. Fast jeder bemerkte, dass mit meiner Ankunft der Regen kam. Von November bis April ist hier Regenzeit, doch es hat dieses Jahr - wie schon in den letzten Jahren - bisher viel zu wenig geregnet. In ganz Afrika - aber insbesondere im südlichen Afrika - herrscht derzeit eine schwere Dürre, manche Nachbarstaaten haben bereits den Notstand ausgerufen. In der einen Woche, die ich im Januar auf Dienstreise hier war, hatte es auch schon geregnet, seitdem aber wohl kaum noch. Seit ich aber wieder hier bin, hat es viel geregnet. Regen ist hier wichtig, jeder redet davon, wenn es ihn mal gibt. Und wenn ich hier also der Regenbringer bin, dann werde ich positiv aufgenommen und ich kann das als gutes Zeichen für meine Arbeit und das Leben hier ansehen.
Meine Vorgängerin im Job sagte, dass sie es in ihren zwei Jahren hier nie so heftig habe regnen sehen, wie in dieser Woche. Der Regen führt zu massiven Überschwemmungen der Straßen (und in der Folge Staus).
Notiz an mich selbst: Wenn ich hier ein Auto kaufe, sollte es möglichst nicht tiefergelegt sein - nicht nur wegen der Schlaglöcher, sondern auch wegen des Regens, den ich offenbar bringe.
Dann war es plötzlich so weit und ich stand am Flughafen, musste mich für ein paar Wochen von Walli verabschieden - und schon war ich nach einem Nachtflug und einmal umsteigen in Johannesburg gelandet in Gaborone.
Bin ich nun hier schon angekommen? Das würde ich wohl noch nicht sagen. Ich habe beschlossen, die ersten Nächte in einem Hotel zu logieren, werde erst am Wochenende in unser neues Heim einziehen. Die Arbeitstage sind gerade von einer Übergabe von meiner Vorgängerin an mich bestimmt, abends versuche ich noch mein künftiges Leben hier zu organisieren - zu all dem schreibe ich vielleicht noch ein anderes Mal.
Heute war ich erstmals im Landesbüro der GIZ und wurde dort zahlreichen Kollegen vorgestellt. Fast jeder bemerkte, dass mit meiner Ankunft der Regen kam. Von November bis April ist hier Regenzeit, doch es hat dieses Jahr - wie schon in den letzten Jahren - bisher viel zu wenig geregnet. In ganz Afrika - aber insbesondere im südlichen Afrika - herrscht derzeit eine schwere Dürre, manche Nachbarstaaten haben bereits den Notstand ausgerufen. In der einen Woche, die ich im Januar auf Dienstreise hier war, hatte es auch schon geregnet, seitdem aber wohl kaum noch. Seit ich aber wieder hier bin, hat es viel geregnet. Regen ist hier wichtig, jeder redet davon, wenn es ihn mal gibt. Und wenn ich hier also der Regenbringer bin, dann werde ich positiv aufgenommen und ich kann das als gutes Zeichen für meine Arbeit und das Leben hier ansehen.
Meine Vorgängerin im Job sagte, dass sie es in ihren zwei Jahren hier nie so heftig habe regnen sehen, wie in dieser Woche. Der Regen führt zu massiven Überschwemmungen der Straßen (und in der Folge Staus).
Notiz an mich selbst: Wenn ich hier ein Auto kaufe, sollte es möglichst nicht tiefergelegt sein - nicht nur wegen der Schlaglöcher, sondern auch wegen des Regens, den ich offenbar bringe.
Sonntag, 13. März 2016
Ausreise, die erste
Zwei Blogeinträge an einem Tag? Heute schon, denn heute ist der 13.03. Es ist 22:25 Uhr - der Lufthansa-Flug nach Johannesburg ist gerade mit einer knappen halben Stunde Verspätung losgeflogen. Philip ist ausgereist.
Das beiden Köfferchen sind übrigens nur sein Handgepäck.
Ich fasse kurz zusammen: Mann in der Luft, Container sonstwo, ich im Büro. Na dann gute Nacht ...
Das beiden Köfferchen sind übrigens nur sein Handgepäck.
Ich fasse kurz zusammen: Mann in der Luft, Container sonstwo, ich im Büro. Na dann gute Nacht ...
Container ahoi!
Am vergangenen Donnerstag war es dann soweit: Um 8:15 Uhr, eine dreiviertel Stunde früher als verabredet, klingelte es und die Möbelpacker von Schenker standen vor der Tür. Sie entschuldigten sich für die Verspätung ... Zu viert gingen sie schnell ans Werk, jeder vergnügte sich in einem Raum, weswegen wir uns schließlich ins Bad zurückzogen. Es war schon ganz gut, nicht selbst einpacken zu müssen (fast alle von uns angefragten Speditionen wollten das übernehmen, ist wohl einfacher mit dem Zoll) - denn so brauchten wir nicht über jeden Handgriff nachdenken. Nichtsdestotrotz hatten wir uns vorab auch nicht gelangweilt: Wir versuchten in den letzten Tagen, noch etwas Ordnung ins Chaos zu bringen, gleiche Sachen zu gleichen Sachen zu legen, etc. Allein die Packliste für die Versicherung zu erstellen hat fast drei Abende in Anspruch genommen. Dass wir dafür die Kulis nicht gezählt haben, war schon fast ein Wunder (und immerhin nehmen wir jetzt nur die 100 mit, die noch funktionieren). Den eigenen Hausrat mal auf Neuwertbasis zu schätzen, ist übrigens auch eine interessante Übung. Wir sind ganz schön reich (na ja, Gebrauch nicht mitgerechnet). Aber zurück zum Umzug: Innerhalb von zwei Stunden erkannten wir die Wohnung nicht wieder. Um 15 Uhr verabschiedeten sich die Umzugsleute (noch nicht ganz fertig) und wir putzten den Rest des Tages. Aber Zeit für ein Foto unseres Wohnzimmers am ersten Nachmittag musste sein:
Am nächsten Morgen ging es um 8:30 Uhr wieder los: Die restlichen Dinge wurden eingepackt (d.h. im Zweifelsfall mit Knisterfolie umwickelt), selbst die Fahrräder bekamen eine Verpackung. Eigentlich waren die Umzugsleute mittags bereits fertig mit dem Einpacken, und so begannen sie schon einmal, Kisten und Möbel aus der Wohnung zu schaffen: in den Raum vor dem Aufzug, zwischen Aufzug und Haustüre, und in den Flur vor den Kellern. Auf die Weise konnten wir schon weiter in der Wohnung putzen. Der Container verspätete sich - statt um 15 Uhr kam er wohl erst gegen 15:45 Uhr, und dann stand da so ein Riesending vor dem Haus, das auf den ersten Blick vom 5. Stock aus so aussah:
Einer der Möbelpacker hatte sich wohl schon in den Container einschließen lassen, um zu schauen, dass auch kein Licht (sprich kein Wasser, Staub etc.) eindringen würde. Dann wurde beladen, und aufgrund der Vorbereitungen ging das recht schnell. Und nein, wir haben es nicht geschafft, mit unserem Hausrat diesen Container zu füllen. Aber für einen kleineren Container hätten wir eben auch zu viel gehabt. Der Moment, in dem man sieht, dass alles Hab und Gut plötzlich in so einem Ding verschwindet (das man hofft, in einigen Wochen am anderen Ende der Welt wieder zu sehen), fühlt sich dann doch etwas seltsam an - jetzt wird es wohl ernst!
Am nächsten Morgen ging es um 8:30 Uhr wieder los: Die restlichen Dinge wurden eingepackt (d.h. im Zweifelsfall mit Knisterfolie umwickelt), selbst die Fahrräder bekamen eine Verpackung. Eigentlich waren die Umzugsleute mittags bereits fertig mit dem Einpacken, und so begannen sie schon einmal, Kisten und Möbel aus der Wohnung zu schaffen: in den Raum vor dem Aufzug, zwischen Aufzug und Haustüre, und in den Flur vor den Kellern. Auf die Weise konnten wir schon weiter in der Wohnung putzen. Der Container verspätete sich - statt um 15 Uhr kam er wohl erst gegen 15:45 Uhr, und dann stand da so ein Riesending vor dem Haus, das auf den ersten Blick vom 5. Stock aus so aussah:
Einer der Möbelpacker hatte sich wohl schon in den Container einschließen lassen, um zu schauen, dass auch kein Licht (sprich kein Wasser, Staub etc.) eindringen würde. Dann wurde beladen, und aufgrund der Vorbereitungen ging das recht schnell. Und nein, wir haben es nicht geschafft, mit unserem Hausrat diesen Container zu füllen. Aber für einen kleineren Container hätten wir eben auch zu viel gehabt. Der Moment, in dem man sieht, dass alles Hab und Gut plötzlich in so einem Ding verschwindet (das man hofft, in einigen Wochen am anderen Ende der Welt wieder zu sehen), fühlt sich dann doch etwas seltsam an - jetzt wird es wohl ernst!
Mit den letzten quergelegten Möbeln und Kisten wurde quasi eine Transportsicherung geschaffen - dann wurde der Container verschlossen ...
... und verplombt: Wenn alles gut läuft, dann sollte diese Plombe in Botswana noch am (ungeöffneten) Container angebracht sein. Alternativ - falls der Zoll in Deutschland, Südafrika oder Botswana inspizieren will - werden wir wohl nur noch ein Zollsiegel vorfinden.
Bis dahin werden aber mindestens sechs bis acht Wochen vergehen (obwohl, Schenker gehört ja zur Bahn, ob der Container wirklich pünktlich ankommen wird?).
Schließlich hieß es Container ahoi - und auf ein Wiedersehen (hoffentlich) in Botswana!
Freitag, 4. März 2016
Shopping!
Was macht man in den letzten Wochen - bzw. inzwischen Tagen -, bevor das Umzugsunternehmen kommt, neben Arbeit und Alltag? Ausmisten und einkaufen. Auf der einen Seite sind wir gerade dabei, Sachen loszuwerden (neben dem Büro sind meine Hauptanlaufstellen zur Zeit öffentliche Bücherschränke, Altkleidercontainer und nicht zuletzt der Mülltonnenraum im Erdgeschoss), auf der anderen Seite decken wir uns auf Vorrat ein. Aber was brauchen wir noch für Botswana? Was wird uns dort fehlen? Wir wissen es nicht. Bevor Philip im Januar auf Dienstreise ging, fragte er seine Vorgängerin, ob er für sie oder das Team irgendetwas aus Deutschland mitbringen sollte. Ihre Antwort: "eine Dose kalte Luft". Auch jetzt hat er seine zukünftigen Mitarbeiter nochmal gefragt; bisher ist aber niemandem etwas eingefallen.
Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch von Sebastian Schnoy gelesen: "Heimat ist, was man vermisst". Ich fand es sehr gelungen und freue mich schon, es in Botswana noch einmal zu lesen - diesmal aus einer anderen Perspektive, weil fernab der Heimat. Ich erinnere mich noch, dass ein Fazit des Buches war, dass man die Dinge am meisten vermisst, auf die man vorher nicht unbedingt gekommen wäre. Unsere Freunde Anna und Malte vermissen in Chicago z.B. Backpulver - bzw., vielleicht gibt es auch welches und es ist sauteuer, ich weiß es nicht mehr so genau, auf jeden Fall haben wir ihnen im letzten Sommer größere Mengen mitgebracht. Meine Freundin Nadja hat in Mainz manchmal das Schleswig-Holstein-Lied gehört. Die nach Hamburg gezogene Verwandtschaft meiner Fürther Verwandtschaft bekommt Care-Pakete mit Gelbwurst und Frankenbrot mit der Post. Was der einzelne wirklich vermisst, ist mal mehr, mal weniger absehbar - und zeigt sich so richtig erst, wenn es soweit ist.
Und was kaufen wir jetzt ein? Unser erster Großeinkauf war vor drei Wochen bei dm und sah so aus:
Deo, Klopapier und Taschentücher wird es auch in Botswana geben und wir werden es auch dort einkaufen. Aber vielleicht tut es gut, sich nicht gleich für lauter neue Produktmarken entscheiden zu müssen, sondern erst einmal auf Vertrautes zurückgreifen zu können. Außerdem haben wir uns auch endlich mal einen funktionierenden Drucker zugelegt. "Staubsaugerbeutel bei Saturn wollten wir noch kaufen", sagt Philip gerade. Heute Abend waren wir dann bei IKEA, Regale, einen neuen Schreibtischstuhl und Kleinkram besorgen. Dankenswerterweise ging vorgestern unser kleiner Mülleimer im Badezimmer kaputt (besser vor als nach dem IKEA-Einkauf) und so konnten wir gleich Ersatz besorgen. Und da hatte ich ein Déjà-vu. Der ein oder andere Leser wird sich noch an unseren Hochzeitsblog erinnern. Ich habe da mal ein Foto gepostet von drei Paar Brautschuhen, die ich mir als Auswahl nach Hause bestellt hatte und die für den nicht-heiratenden Betrachter alle sehr ähnlich ausgesehen haben. Heute standen Philip und ich drei Minuten stumm vor zwei kleinen, weißen Badezimmermülleimern, die wir nebeneinander in ein Regal gestellt hatten, und versuchten, uns zwischen STRAPATS und MJÖSA zu entscheiden. Ich habe kurz überlegt, die beiden Mülleimer auch zu fotografieren und neben das Bild mit den Schuhen zu stellen (vor der Hochzeit - nach der Hochzeit?) aber das hätte der Situation - und IKEA, wo ich ja eigentlich ganz gerne bin - doch unrecht getan ...
So sah dann unser IKEA-Einkaufswagen aus:
Morgen Abend gehen wir übrigens Essen statt Einkaufen. Muss auch mal sein.
Vor ein paar Jahren habe ich ein Buch von Sebastian Schnoy gelesen: "Heimat ist, was man vermisst". Ich fand es sehr gelungen und freue mich schon, es in Botswana noch einmal zu lesen - diesmal aus einer anderen Perspektive, weil fernab der Heimat. Ich erinnere mich noch, dass ein Fazit des Buches war, dass man die Dinge am meisten vermisst, auf die man vorher nicht unbedingt gekommen wäre. Unsere Freunde Anna und Malte vermissen in Chicago z.B. Backpulver - bzw., vielleicht gibt es auch welches und es ist sauteuer, ich weiß es nicht mehr so genau, auf jeden Fall haben wir ihnen im letzten Sommer größere Mengen mitgebracht. Meine Freundin Nadja hat in Mainz manchmal das Schleswig-Holstein-Lied gehört. Die nach Hamburg gezogene Verwandtschaft meiner Fürther Verwandtschaft bekommt Care-Pakete mit Gelbwurst und Frankenbrot mit der Post. Was der einzelne wirklich vermisst, ist mal mehr, mal weniger absehbar - und zeigt sich so richtig erst, wenn es soweit ist.
Und was kaufen wir jetzt ein? Unser erster Großeinkauf war vor drei Wochen bei dm und sah so aus:
Deo, Klopapier und Taschentücher wird es auch in Botswana geben und wir werden es auch dort einkaufen. Aber vielleicht tut es gut, sich nicht gleich für lauter neue Produktmarken entscheiden zu müssen, sondern erst einmal auf Vertrautes zurückgreifen zu können. Außerdem haben wir uns auch endlich mal einen funktionierenden Drucker zugelegt. "Staubsaugerbeutel bei Saturn wollten wir noch kaufen", sagt Philip gerade. Heute Abend waren wir dann bei IKEA, Regale, einen neuen Schreibtischstuhl und Kleinkram besorgen. Dankenswerterweise ging vorgestern unser kleiner Mülleimer im Badezimmer kaputt (besser vor als nach dem IKEA-Einkauf) und so konnten wir gleich Ersatz besorgen. Und da hatte ich ein Déjà-vu. Der ein oder andere Leser wird sich noch an unseren Hochzeitsblog erinnern. Ich habe da mal ein Foto gepostet von drei Paar Brautschuhen, die ich mir als Auswahl nach Hause bestellt hatte und die für den nicht-heiratenden Betrachter alle sehr ähnlich ausgesehen haben. Heute standen Philip und ich drei Minuten stumm vor zwei kleinen, weißen Badezimmermülleimern, die wir nebeneinander in ein Regal gestellt hatten, und versuchten, uns zwischen STRAPATS und MJÖSA zu entscheiden. Ich habe kurz überlegt, die beiden Mülleimer auch zu fotografieren und neben das Bild mit den Schuhen zu stellen (vor der Hochzeit - nach der Hochzeit?) aber das hätte der Situation - und IKEA, wo ich ja eigentlich ganz gerne bin - doch unrecht getan ...
So sah dann unser IKEA-Einkaufswagen aus:
Morgen Abend gehen wir übrigens Essen statt Einkaufen. Muss auch mal sein.
Dienstag, 1. März 2016
Ich bin ein Umsetzer
Nun bin ich es also wirklich, ein "Umsetzer". Seit heute läuft mein neuer Vertrag, ich bin jetzt Auslandsmitarbeiter der GIZ in Botswana - auch wenn ich noch nicht dort bin. Da ich schon aus einem laufenden anderen Vertrag komme, bin ich für die Personalabteilung ein "Umsetzer".
Mit meiner bisherigen Chefin und dem künftigen Chef habe ich vereinbart, dass ich bis zur Ausreise - deren Termin nun schon bald ansteht - auch für meinen bisherigen Job zur Verfügung stehe. Dafür habe ich einige Vorbereitungskurse für den neuen Job schon in den letzten Wochen absolviert. Ich versuche also gerade, meine bisherigen Aufgaben abzuschließen und an Kollegen zu übergeben, gleichzeitig will ich auch noch ein paar neue Kollegen treffen, mit denen ich möglicherweise künftig gelegentlich zu tun haben werde: Es arbeitet sich halt doch angenehmer miteinander, wenn man sich vorher schon einmal getroffen hat. Und bei 1500-1800 Mitarbeitern allein am Standort Eschborn kann ich ja nicht alle kennen.
Seit heute läuft also mein neuer Vertrag. Dann ist das wohl der Startschuss für mich, los geht's mit dem Umsetzen des Projekts!
Mit meiner bisherigen Chefin und dem künftigen Chef habe ich vereinbart, dass ich bis zur Ausreise - deren Termin nun schon bald ansteht - auch für meinen bisherigen Job zur Verfügung stehe. Dafür habe ich einige Vorbereitungskurse für den neuen Job schon in den letzten Wochen absolviert. Ich versuche also gerade, meine bisherigen Aufgaben abzuschließen und an Kollegen zu übergeben, gleichzeitig will ich auch noch ein paar neue Kollegen treffen, mit denen ich möglicherweise künftig gelegentlich zu tun haben werde: Es arbeitet sich halt doch angenehmer miteinander, wenn man sich vorher schon einmal getroffen hat. Und bei 1500-1800 Mitarbeitern allein am Standort Eschborn kann ich ja nicht alle kennen.
Seit heute läuft also mein neuer Vertrag. Dann ist das wohl der Startschuss für mich, los geht's mit dem Umsetzen des Projekts!
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