Schon letztes Jahr um diese Zeit habe ich einen Jahresrückblick in Bildern veröffentlicht. Auch dieses Jahr haben wir wieder 13 Bilder (Deckblatt!) ausgesucht und daraus einen Monatskalender gestaltet. Eine Auswahl zu treffen, war mal wieder nicht ganz leicht. Hier die ausgewählten Bilder des Jahres 2017:
Ein relaxender Löwe im Okavango Delta:
Landschaft im Okavango Delta:
Ein Schakal auf unserem Campingplatz im Mabuasehube Nationalpark:
Ein Elefant im Madikwe Game Reserve:
Eine Fuchsmanguste im Mabuasehube Nationalpark:
Zwei Geparden im Madikwe Game Reserve:
Im "Dead Vlei" im Sossusvlei Nationalpark in Namibia:
Ein Gecko in der Nähe unseres Campingplatzes in Hauchabfontein, Namibia:
Ein Löwenrudel im Okavango Delta:
Flug übers Okavango Delta:
Ein "Roller" im Okavango Delta:
Eine Leopardin im Okonjima Game Reserve, Namibia:
Samstag, 30. Dezember 2017
Donnerstag, 28. Dezember 2017
Gästeblog: Nachgereicht
Wir haben ein Weihnachtsgeschenk bekommen! Einen Blogbeitrag, geschrieben von Geno. Sie und ihr Mann Ali haben uns Ende Mai/Anfang Juni besucht. Die Freude ist groß, wir wollen sie gleich mit Euch teilen, hier der neueste Beitrag aus der Serie "Gästeblog statt Gästebuch" (wir hoffen, diese Serie wirkt nicht abschreckend auf potentielle Besucher, wie Ihr seht akzeptieren wir auch noch späte Einsendungen!):
Mittlerweile ist es bereits einige Monate her, dass wir Walli und Philip in Botswana besucht haben. Na ja, wir hatten uns eher einquartiert mit der Option auf unbestimmte Verlängerung und die beiden waren so höflich, sich auf das Abenteuer einzulassen.
Aber nun von vorne mit der Geschichte: Ich kenne Walli bereits seit dem Kindergarten und als sie erzählte, dass sie mit Philip nach Botswana geht, war klar, dass ich die Möglichkeit für einen Besuch nutzen wollte. So war ich im Mai dieses Jahres für insgesamt vier Wochen mit meiner Schwester Christiane und meinem Mann Ali im südlichen Afrika unterwegs. Namibia, Botswana und Zimbabwe lagen auf unserer Reiseroute. Nun ist eine Reise durch Afrika vieles, vor allem eine Lektion in Geduld und Gelassenheit und wir haben unsere Lektion gelernt. Trotz monatelanger Reisevorbereitung waren unsere Probleme nicht etwa der Begegnung mit wilden Tieren beim Camping oder der Sorge um unsere Malariaprophylaxe geschuldet, sondern eher bürokratischer Natur. In Swakopmund war uns das Auto aufgebrochen worden. Der Dieb hatte dabei nicht nur einen Gebetsteppich ergattert, sondern auch Alis Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland, ohne die er nicht mehr nach Hause einreisen konnte. Der Versuch, bis zum Ende unserer geplanten Reise irgendwie Ersatz für die verloren gegangen Papiere zu beschaffen, war gescheitert und so setzten wir unsere geplante Reise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe fort. Unser Plan B war in Gaborone bei der deutschen Botschaft ein neues Visum zu beantragen. Über Plan C – D, die ich noch als Alternative ausgearbeitet hatte, wollen wir nicht weiter reden.
Man hatte uns mittlerweile darüber aufgeklärt, dass das Unterfangen nicht kurzfristig zu erledigen wäre, und so hatten wir uns von den bereits gebuchten Rückflügen verabschiedet und uns auf unbestimmte Zeit bei Walli und Philip einquartiert. Wie gesagt, Afrika lehrt einen Geduld und Gelassenheit. Und die deutsche Botschaft trägt noch ihr übriges dazu bei, da sie es mit Feiertagen und Öffnungszeiten sehr genau nimmt, so dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als einfach der Dinge zu harren und die Zeit bei unseren Gastgebern zu genießen. Und das haben wir auch getan. Walli und Philip hatten nichts (wirksames) dagegen, dass wir Gäste ohne Rückflugticket waren und so haben sich beide sehr viel Mühe gegeben uns die schönen Seiten von Gaborone zu zeigen. Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen, aber nicht gänzlich umsonst.
Tag 1 – frische Wäsche!
Wir waren zu dem Zeitpunkt ja bereits fast drei Wochen als Camper im südlichen Afrika unterwegs gewesen. Daher wurde der Umstand, in einem bequemen Bett mit eigenen Bad und fertigem Frühstück am Morgen aufzuwachen nur noch von der Waschmaschine getoppt, mit der wir unsere Garderobe stadtfein machen konnten. Was will man eigentlich mehr im Urlaub! Gut, man muss sich erst einmal an Elektrozäune im Garten, blinkende Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Panikknöpfe gewöhnen, aber danach stellt sich schnell ein Gefühl der Gemütlichkeit ein.
Tag 2 – Der Yachtclub
Als Tagesprogramm stand ein Besuch im Yachtclub von Gaborone an. Noch nicht so viel über die Hauptstadt wissend, dachten wir uns, dass hier vielleicht neben Hausangestellten auch ein Liegeplatz im Yachtclub zur normalen Ausstattung gehört. Wir konnten uns leider keinen eigenen Eindruck der Anlage verschaffen, der Weg dorthin war überflutet, der Fährverkehr zeitlich beschränkt und während wir da im Matsch am Rande des Stausees standen und auf eine unspektakuläre kleine Insel hinaussahen, überkam mich das Gefühl, dass die Wörter 'mondän' und 'Yachtclub' in Gaborone doch anders verstanden werden.
Tag 3 – Shopping in der Mall
Walli hatte es schon angedeutet, nach dem Studieren der Broschüre des Tourismusbüros Gaborone hatte ich es dann auch verstanden: Zu den Sehenswürdigkeiten in Gaborone gehören die großen Shopping Malls, allen voran Game City, die Mall, die nur fußläufig von unserem Quartier entfernt lag. Da meinem Mann ja seit dem Diebstahl in Namibia noch ein paar Ausrüstungsgegenstände fehlten, nahm er die Gelegenheit gern wahr. Dass er sich direkt zwei Jogginghosen zugelegt hat, hätte Walli als Zeichen unseres Willens, noch etwas länger zu bleiben, interpretieren können. Wer die Zeichen zu deuten weiß ...
Tatsächlich fanden wir das Wetter im Juni in Gaborone noch richtig sommerlich und haben gerne in der Sonne auf der Terrasse oder am Pool gesessen. Uns zuliebe hatten Walli und Philip an einem Abend sogar den Grill rausgeholt, um uns danach zu versichern, dass eigentlich kein Einheimischer mehr bei diesen Temperaturen grillen würde. Was man nicht alles macht für diese Touristen!
Tag 4 – Glühwein am Pfingstmontag
Da eine deutsche diplomatische Vertretung im Ausland sich an alle verfügbaren deutschen sowie landestypischen Feiertage des Gastlandes halten muss, hatten wir uns einfach eine schlechte Woche ausgesucht, um dort etwas erledigen zu wollen. Es musste also ein weiterer Tag mit alternativem Unterhaltungsprogramm in Gaborone verbracht werden. Der erste Versuch galt dem Nationalmuseum. Was immer die Ausstellung eigentlich zu bieten hat, es muss unfassbar aufwendig zu restaurieren sein, da dieser Vorgang nun schon alle Besucher von Walli und Philip vor verschlossenen Türen hat stehen lassen. Gaborone zeigt sich von seiner komplizierten Seite: kulturell eher dürftig, aber wettertechnisch ok.
Da musste eine Alternative her, die sich uns tatsächlich in einer Abendveranstaltung auftat, bei der wir auch Kollegen von Philip kennen lernen dürften: Gulasch und Glühwein in Mokolodi, dem hauseigenen Nature Reserve von Gaborone.
Tag 5 – Die Welt ist ein Dorf
Endlich hatten wir es geschafft, die Visa-Beantragung auf den Weg zu bringen. Da Walli anschließend noch etwas zu erledigen hatte und der Versuch, sich in der Innenstadt von Gaborone die Zeit zu vertreiben kläglich gescheitert war, hatten wir uns kurzerhand für den Besuch einer weiteren, als Sehenswürdigkeit gekennzeichneten Shopping Mall, entschieden. Diese Auszeichnung hat sie nach Walli durchaus zu Recht, da sie über die Rarität einer Buchhandlung verfügt. Das wir aber wirklich an einem der beliebtesten Places-to-be abgesetzt worden waren, bestätigte sich doch tatsächlich kurz darauf: Uns liefen zwei Mitglieder der Reisegruppe über den Weg, mit der wir eine Woche lang durch Botswana gereist waren und die wir fünf Tage zuvor in Victoria Fall/Simbabwe verlassen hatten. Unglaublich, nach fünf Tagen hatten wir also schon unsere ersten Bekannten in Gaborone! Beim obligatorischen Austausch von weiteren möglichen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung hatten die beiden folgende Antwort: Wart ihr schon in Johannesburg?
Tag 6 – Entspannung
Ich war ja noch gewillt, Gaborone einen versteckten Charme und unbekannte, interessante Seiten zu unterstellen. Daher war ich beim Stöbern im Internet auf einen interessanten Artikel gestoßen. Besonders ein Satz aus dem Artikel hat es mir angetan, da ich selber in Bonn wohne und dies sehr gerne tue:
„Finanzdienstleister haben sich in ihr [Gaborone] eingerichtet, Konferenzmanager, Behörden, internationale Organisationen. Wer Bonn oder Brasilia mag, wird Gaborone lieben.“
Ich mag Bonn und kenne Brasilia nicht. Aber das ist doch ein Argument, um der Stadt eine Chance zu geben!
Tag 7 – Kommunikation
Da sich bezüglich unserer Rückreise sowieso nichts beschleunigen ließ, warteten wir weiterhin geduldig auf Antwort aus der Botschaft. In der Zwischenzeit musste ein wenig Kontakt mit meinem Arbeitgeber gehalten werden, der das Problem sehr entspannt hinnahm und meinen Urlaub auf ungewisse Zeit verlängerte. Auch bei Freunden und Familie ließ ich wieder einmal von uns hören. Da die Kommunikation in den letzten Wochen eher dürftig ausgefallen war, konnte ich nun in einer Whatsapp-Gruppe lesen: „... und das ist Geno, die hängt gerade in Afrika fest und antwortet eher selten“. Immerhin erinnerte man sich noch an mich.
Tag 8 – Rhinos
Wir besannen uns auf die wichtigen Dinge in Botswana: Mit Walli fuhren wir ins Khama Rhino Sanctuary, um uns dort auf die Jagd nach spektakulären Tierbeobachtungen zu begeben. Und tatsächlich konnten wir Nashörner aus direkter Nähe betrachten. Mit solchen Erlebnissen im Gepäck ärgert man sich auch nicht mehr über all die Unplanmäßigkeiten, die unsere eigentliche Urlaubsplanung durchkreuzt hatten.
Tag 9 – Verluste
Am nächsten Tag brachen wir wieder Richtung Gaborone auf. Irgendwo auf der Heimfahrt merkte Ali dann, dass er wohl sein Handyladekabel im Hotel liegen gelassen hatte. In aller Stille setzte ich dieses auf unsere immer länger werdende Verlustliste: Tagesrucksack, Gebetsteppich, Jogginghose, Regenjacke, Taschenlampe, Portemonnaie, Krankenversicherungskarte, Aufenthaltstitel, Hausschlüssel, Ehering, ein Küchenmesser (das nun irgendwo in der Wüste der Namib liegt) und ein Handyladekabel. Na gut, positives an der Situation: Immerhin habe ich meinen Mann nicht verloren. Obwohl er aufgrund des fehlenden Eherings nicht mehr offensichtlich als solcher zu identifizieren ist.
Tag 10 – Abschied
Beim Frühstück mussten wir feststellen, dass die Kaffeevorräte der Gastgeber langsam zur Neige gingen, es wurde Zeit zu gehen. Zudem hatte sich die Botschaft gemeldet: Mein Mann verfügte wieder über ein gültiges Visum und konnte in Deutschland einreisen. Nach über einer Woche Urlaubsverlängerung konnten wir als also wieder nach Haus aufbrechen, auch wenn es uns schwer fiel, da wir eine echte tolle Zeit in Gaborone hatten.
Den letzten Abend verbrachten wir noch gemeinsam mit Walli und Philip in einer Skylounge, in der man zu seinem Getränk eine tolle Übersicht über Gaborone hatte. Da wir uns ja noch immer mitten im Ramadan befanden, rollte Ali in einer Ecke der Skylounge seinen Gebetsteppich aus, während wir anderen den Sonnenuntergang über der Stadt genossen. Aus der Irritation des Kellners war zu schließen, dass eine solche Szenerie nicht häufig vorkommt, aber anscheinend ungefragt bei Touristen geduldet wird. Den Abend haben wir anschließend in einem Restaurant ausklingen lassen, um uns am nächsten Tag mit unserem Gepäck und unseren Erinnerungen auf zum Flughafen zu machen und uns ins nächste Abenteuer zu stürzen: der Einreise nach Europa mit einem Tunesier, der nur ein vorläufiges Visum aus der deutschen Botschaft aus Gaborone besitzt ...
Epilog
Nach unvergesslichen Wochen unserer abenteuerlichen Afrikareise konnten wir noch richtig entspannte und erholsame Tage bei Walli und Philip genießen. Was die Stadt Gaborone nicht an Erwartungen erfüllen kann, machen die beiden als Gastgeber mehr als wieder wett.
In einer Stadt, in der ein Gartencenter ein touristisches Highlight darstellt, freut man sich über alle kleinen Highlights. Und davon haben wir mit unseren Gastgebern doch sehr viele zusammentragen können. Am Anfang war Gaborone etwas verstörend, doch am Ende hat sich ein Bild zusammengefügt. Ich will nicht sagen, dass ich Gabs als Urlaubsdomizil ins Herz geschlossen hätte, nein, das nicht, aber der Urlaub dort war wunderbar!
Mittlerweile ist es bereits einige Monate her, dass wir Walli und Philip in Botswana besucht haben. Na ja, wir hatten uns eher einquartiert mit der Option auf unbestimmte Verlängerung und die beiden waren so höflich, sich auf das Abenteuer einzulassen.
Aber nun von vorne mit der Geschichte: Ich kenne Walli bereits seit dem Kindergarten und als sie erzählte, dass sie mit Philip nach Botswana geht, war klar, dass ich die Möglichkeit für einen Besuch nutzen wollte. So war ich im Mai dieses Jahres für insgesamt vier Wochen mit meiner Schwester Christiane und meinem Mann Ali im südlichen Afrika unterwegs. Namibia, Botswana und Zimbabwe lagen auf unserer Reiseroute. Nun ist eine Reise durch Afrika vieles, vor allem eine Lektion in Geduld und Gelassenheit und wir haben unsere Lektion gelernt. Trotz monatelanger Reisevorbereitung waren unsere Probleme nicht etwa der Begegnung mit wilden Tieren beim Camping oder der Sorge um unsere Malariaprophylaxe geschuldet, sondern eher bürokratischer Natur. In Swakopmund war uns das Auto aufgebrochen worden. Der Dieb hatte dabei nicht nur einen Gebetsteppich ergattert, sondern auch Alis Aufenthaltstitel für die Bundesrepublik Deutschland, ohne die er nicht mehr nach Hause einreisen konnte. Der Versuch, bis zum Ende unserer geplanten Reise irgendwie Ersatz für die verloren gegangen Papiere zu beschaffen, war gescheitert und so setzten wir unsere geplante Reise durch Namibia, Botswana und Zimbabwe fort. Unser Plan B war in Gaborone bei der deutschen Botschaft ein neues Visum zu beantragen. Über Plan C – D, die ich noch als Alternative ausgearbeitet hatte, wollen wir nicht weiter reden.
Man hatte uns mittlerweile darüber aufgeklärt, dass das Unterfangen nicht kurzfristig zu erledigen wäre, und so hatten wir uns von den bereits gebuchten Rückflügen verabschiedet und uns auf unbestimmte Zeit bei Walli und Philip einquartiert. Wie gesagt, Afrika lehrt einen Geduld und Gelassenheit. Und die deutsche Botschaft trägt noch ihr übriges dazu bei, da sie es mit Feiertagen und Öffnungszeiten sehr genau nimmt, so dass uns gar nichts anderes übrig blieb, als einfach der Dinge zu harren und die Zeit bei unseren Gastgebern zu genießen. Und das haben wir auch getan. Walli und Philip hatten nichts (wirksames) dagegen, dass wir Gäste ohne Rückflugticket waren und so haben sich beide sehr viel Mühe gegeben uns die schönen Seiten von Gaborone zu zeigen. Zugegeben, ein schwieriges Unterfangen, aber nicht gänzlich umsonst.
Tag 1 – frische Wäsche!
Wir waren zu dem Zeitpunkt ja bereits fast drei Wochen als Camper im südlichen Afrika unterwegs gewesen. Daher wurde der Umstand, in einem bequemen Bett mit eigenen Bad und fertigem Frühstück am Morgen aufzuwachen nur noch von der Waschmaschine getoppt, mit der wir unsere Garderobe stadtfein machen konnten. Was will man eigentlich mehr im Urlaub! Gut, man muss sich erst einmal an Elektrozäune im Garten, blinkende Alarmanlagen, Bewegungsmelder und Panikknöpfe gewöhnen, aber danach stellt sich schnell ein Gefühl der Gemütlichkeit ein.
Tag 2 – Der Yachtclub
Als Tagesprogramm stand ein Besuch im Yachtclub von Gaborone an. Noch nicht so viel über die Hauptstadt wissend, dachten wir uns, dass hier vielleicht neben Hausangestellten auch ein Liegeplatz im Yachtclub zur normalen Ausstattung gehört. Wir konnten uns leider keinen eigenen Eindruck der Anlage verschaffen, der Weg dorthin war überflutet, der Fährverkehr zeitlich beschränkt und während wir da im Matsch am Rande des Stausees standen und auf eine unspektakuläre kleine Insel hinaussahen, überkam mich das Gefühl, dass die Wörter 'mondän' und 'Yachtclub' in Gaborone doch anders verstanden werden.
Tag 3 – Shopping in der Mall
Walli hatte es schon angedeutet, nach dem Studieren der Broschüre des Tourismusbüros Gaborone hatte ich es dann auch verstanden: Zu den Sehenswürdigkeiten in Gaborone gehören die großen Shopping Malls, allen voran Game City, die Mall, die nur fußläufig von unserem Quartier entfernt lag. Da meinem Mann ja seit dem Diebstahl in Namibia noch ein paar Ausrüstungsgegenstände fehlten, nahm er die Gelegenheit gern wahr. Dass er sich direkt zwei Jogginghosen zugelegt hat, hätte Walli als Zeichen unseres Willens, noch etwas länger zu bleiben, interpretieren können. Wer die Zeichen zu deuten weiß ...
Tatsächlich fanden wir das Wetter im Juni in Gaborone noch richtig sommerlich und haben gerne in der Sonne auf der Terrasse oder am Pool gesessen. Uns zuliebe hatten Walli und Philip an einem Abend sogar den Grill rausgeholt, um uns danach zu versichern, dass eigentlich kein Einheimischer mehr bei diesen Temperaturen grillen würde. Was man nicht alles macht für diese Touristen!
Tag 4 – Glühwein am Pfingstmontag
Da eine deutsche diplomatische Vertretung im Ausland sich an alle verfügbaren deutschen sowie landestypischen Feiertage des Gastlandes halten muss, hatten wir uns einfach eine schlechte Woche ausgesucht, um dort etwas erledigen zu wollen. Es musste also ein weiterer Tag mit alternativem Unterhaltungsprogramm in Gaborone verbracht werden. Der erste Versuch galt dem Nationalmuseum. Was immer die Ausstellung eigentlich zu bieten hat, es muss unfassbar aufwendig zu restaurieren sein, da dieser Vorgang nun schon alle Besucher von Walli und Philip vor verschlossenen Türen hat stehen lassen. Gaborone zeigt sich von seiner komplizierten Seite: kulturell eher dürftig, aber wettertechnisch ok.
Da musste eine Alternative her, die sich uns tatsächlich in einer Abendveranstaltung auftat, bei der wir auch Kollegen von Philip kennen lernen dürften: Gulasch und Glühwein in Mokolodi, dem hauseigenen Nature Reserve von Gaborone.
Tag 5 – Die Welt ist ein Dorf
Endlich hatten wir es geschafft, die Visa-Beantragung auf den Weg zu bringen. Da Walli anschließend noch etwas zu erledigen hatte und der Versuch, sich in der Innenstadt von Gaborone die Zeit zu vertreiben kläglich gescheitert war, hatten wir uns kurzerhand für den Besuch einer weiteren, als Sehenswürdigkeit gekennzeichneten Shopping Mall, entschieden. Diese Auszeichnung hat sie nach Walli durchaus zu Recht, da sie über die Rarität einer Buchhandlung verfügt. Das wir aber wirklich an einem der beliebtesten Places-to-be abgesetzt worden waren, bestätigte sich doch tatsächlich kurz darauf: Uns liefen zwei Mitglieder der Reisegruppe über den Weg, mit der wir eine Woche lang durch Botswana gereist waren und die wir fünf Tage zuvor in Victoria Fall/Simbabwe verlassen hatten. Unglaublich, nach fünf Tagen hatten wir also schon unsere ersten Bekannten in Gaborone! Beim obligatorischen Austausch von weiteren möglichen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung hatten die beiden folgende Antwort: Wart ihr schon in Johannesburg?
Tag 6 – Entspannung
Ich war ja noch gewillt, Gaborone einen versteckten Charme und unbekannte, interessante Seiten zu unterstellen. Daher war ich beim Stöbern im Internet auf einen interessanten Artikel gestoßen. Besonders ein Satz aus dem Artikel hat es mir angetan, da ich selber in Bonn wohne und dies sehr gerne tue:
„Finanzdienstleister haben sich in ihr [Gaborone] eingerichtet, Konferenzmanager, Behörden, internationale Organisationen. Wer Bonn oder Brasilia mag, wird Gaborone lieben.“
Ich mag Bonn und kenne Brasilia nicht. Aber das ist doch ein Argument, um der Stadt eine Chance zu geben!
Tag 7 – Kommunikation
Da sich bezüglich unserer Rückreise sowieso nichts beschleunigen ließ, warteten wir weiterhin geduldig auf Antwort aus der Botschaft. In der Zwischenzeit musste ein wenig Kontakt mit meinem Arbeitgeber gehalten werden, der das Problem sehr entspannt hinnahm und meinen Urlaub auf ungewisse Zeit verlängerte. Auch bei Freunden und Familie ließ ich wieder einmal von uns hören. Da die Kommunikation in den letzten Wochen eher dürftig ausgefallen war, konnte ich nun in einer Whatsapp-Gruppe lesen: „... und das ist Geno, die hängt gerade in Afrika fest und antwortet eher selten“. Immerhin erinnerte man sich noch an mich.
Tag 8 – Rhinos
Wir besannen uns auf die wichtigen Dinge in Botswana: Mit Walli fuhren wir ins Khama Rhino Sanctuary, um uns dort auf die Jagd nach spektakulären Tierbeobachtungen zu begeben. Und tatsächlich konnten wir Nashörner aus direkter Nähe betrachten. Mit solchen Erlebnissen im Gepäck ärgert man sich auch nicht mehr über all die Unplanmäßigkeiten, die unsere eigentliche Urlaubsplanung durchkreuzt hatten.
Tag 9 – Verluste
Am nächsten Tag brachen wir wieder Richtung Gaborone auf. Irgendwo auf der Heimfahrt merkte Ali dann, dass er wohl sein Handyladekabel im Hotel liegen gelassen hatte. In aller Stille setzte ich dieses auf unsere immer länger werdende Verlustliste: Tagesrucksack, Gebetsteppich, Jogginghose, Regenjacke, Taschenlampe, Portemonnaie, Krankenversicherungskarte, Aufenthaltstitel, Hausschlüssel, Ehering, ein Küchenmesser (das nun irgendwo in der Wüste der Namib liegt) und ein Handyladekabel. Na gut, positives an der Situation: Immerhin habe ich meinen Mann nicht verloren. Obwohl er aufgrund des fehlenden Eherings nicht mehr offensichtlich als solcher zu identifizieren ist.
Tag 10 – Abschied
Beim Frühstück mussten wir feststellen, dass die Kaffeevorräte der Gastgeber langsam zur Neige gingen, es wurde Zeit zu gehen. Zudem hatte sich die Botschaft gemeldet: Mein Mann verfügte wieder über ein gültiges Visum und konnte in Deutschland einreisen. Nach über einer Woche Urlaubsverlängerung konnten wir als also wieder nach Haus aufbrechen, auch wenn es uns schwer fiel, da wir eine echte tolle Zeit in Gaborone hatten.
Den letzten Abend verbrachten wir noch gemeinsam mit Walli und Philip in einer Skylounge, in der man zu seinem Getränk eine tolle Übersicht über Gaborone hatte. Da wir uns ja noch immer mitten im Ramadan befanden, rollte Ali in einer Ecke der Skylounge seinen Gebetsteppich aus, während wir anderen den Sonnenuntergang über der Stadt genossen. Aus der Irritation des Kellners war zu schließen, dass eine solche Szenerie nicht häufig vorkommt, aber anscheinend ungefragt bei Touristen geduldet wird. Den Abend haben wir anschließend in einem Restaurant ausklingen lassen, um uns am nächsten Tag mit unserem Gepäck und unseren Erinnerungen auf zum Flughafen zu machen und uns ins nächste Abenteuer zu stürzen: der Einreise nach Europa mit einem Tunesier, der nur ein vorläufiges Visum aus der deutschen Botschaft aus Gaborone besitzt ...
Epilog
Nach unvergesslichen Wochen unserer abenteuerlichen Afrikareise konnten wir noch richtig entspannte und erholsame Tage bei Walli und Philip genießen. Was die Stadt Gaborone nicht an Erwartungen erfüllen kann, machen die beiden als Gastgeber mehr als wieder wett.
In einer Stadt, in der ein Gartencenter ein touristisches Highlight darstellt, freut man sich über alle kleinen Highlights. Und davon haben wir mit unseren Gastgebern doch sehr viele zusammentragen können. Am Anfang war Gaborone etwas verstörend, doch am Ende hat sich ein Bild zusammengefügt. Ich will nicht sagen, dass ich Gabs als Urlaubsdomizil ins Herz geschlossen hätte, nein, das nicht, aber der Urlaub dort war wunderbar!
Sonntag, 24. Dezember 2017
Weihnachtsgruß und Jahresrückblick 2017
In diesem Jahr haben wir viel erlebt. Von einigen Erlebnissen haben wir in diesem Blog bereits erzählt, möchten 2017 zum Jahresende hin aber trotzdem noch ein wenig Revue passieren lassen.
Nachdem 2016 im Zeichen des Umzugs nach und der Eingewöhnung in Botswana stand, sind wir dieses Jahr so richtig in Gaborone angekommen, wissen inzwischen, wie unser botswanisches Leben funktioniert und konnten uns einen Freundeskreis aufbauen. Und wir haben uns Zeit genommen, zu reisen und Botswana bzw. das südliche Afrika zu erkunden – ziemlich oft sogar. Mehrmals konnten wir das mit liebem Besuch tun: Angelika und Friedemann, Geno und Ali, Petra sowie Brigitte und Franz (letztere bereits zum zweiten Mal!) haben sich Zeit genommen, bei uns in Gaborone vorbeizuschauen, was uns immens gefreut hat! (Und wir freuen uns natürlich immer über weiteren Besuch!) Aber auch zu zweit und mit hiesigen Freunden waren wir gelegentlich unterwegs und sogar allein sind wir ab und an gereist. Walli hat im Februar im namibischen Damaraland im Rahmen eines Freiwilligenprojekts eine Mauer gebaut, um Wassertanks vor durstigen Wüstenelefanten zu schützen, Philip führten seine Dienstreisen u.a. nach Johannesburg (oft), Windhoek und Eschborn/Feldafing. Er bedauert es, dass sich noch keine Dienstreise nach Mauritius oder die Seychellen ergeben hat – aber auch bei den bisherigen Zielen konnte Walli ihn ein paar Mal begleiten und etwas „First Lady“-Programm absolvieren (allein und selbstorganisiert). Die Stempelsammlung in unseren Pässen wächst (ja ja, als „Expat“ achtet man auf so etwas). Wenn wir mit dem Auto reisen, haben wir seit September nun auch immer einen bequemen Schlafplatz dabei: Nach langem Abwägen haben wir uns ein Dachzelt geleistet, mit dem wir die einsamen Ecken des Landes überhaupt erst bereisen können – und mit dem wir an der ein oder anderen Stelle auch nicht mehr in teuren Lodges übernachten müssen. Neben dem sehr schnellen und einfachen Aufbau hat solch ein Dachzelt eine richtige Matratze und der Nervenkitzel ist, verglichen mit dem Camping in einem Bodenzelt, etwas geringer: Falls ein Raubtier nachts auf dem Campingplatz umherstreift, fühlt man sich doch sicherer. (Dies ist uns jedoch leider(?!) noch nicht passiert.) Apropos Auto fahren: Dass Walli erst 2016 nach vielen Jahren der Abstinenz wieder mit dem Autofahren angefangen hat, merkt man heute gar nicht mehr, sie düst jetzt durch Gaborone und weite Fahrtstrecken können wir uns teilen, das macht die Urlaube deutlich angenehmer (mindestens für Philip).
2017 wurde aber auch gearbeitet. Vor allem von Philip. Er hat mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, sich dem Teambuilding gewidmet und zu hören bekommen, dass die Atmosphäre in seinem Projekt mindestens seit 2013 nicht mehr so angenehm gewesen sei. Nachdem er in den letzten Jahren in alle möglichen Länder gereist ist, um Projektfortschrittskontrollen durchzuführen, war er in diesem Jahr erstmals Leiter eines Projekts, das einer Projektfortschrittskontrolle unterzogen wurde. Neue Erfahrungen, die gut gelaufen sind, aber Zeit, Kraft und Mühe gekostet haben. Glücklicherweise war er mit dem Ergebnis recht zufrieden, hat sich aber auch in Demut geübt, denn es ist doch leichter, ein Projekt zu evaluieren als es zu managen ...
Auch Walli hat neue Erfahrungen gesammelt: Von April bis Ende September hat sie bei einer NGO Wirtschaftsunterricht für benachteiligte botswanische Jugendliche und junge Erwachsene gegeben, was ebenfalls mit Herausforderungen verbunden war. Sie hat dabei vermutlich ebenso viel gelernt wie die Jugendlichen (allerdings mehr über die botswanische Denkweise als über Wirtschaft) und hofft, den Unterricht im Februar 2018 mit einer neuen Gruppe fortsetzen zu können. Von August bis September hat sie sich außerdem mit dem Gaboroner Immobilienmarkt beschäftigt und den firmeninternen Mietspiegel der GIZ aktualisiert. Seit Oktober bloggt sie noch mehr als vorher und schreibt unter www.romanregal.de über Literatur – denn ein Tag ohne mindestens ein halbes Buch gelesen zu haben ist für sie mittlerweile ein schlechter Tag. Ansonsten frischt sie ihr Französisch in einem Kurs beim französischen Kulturinstitut auf und widmet sich der Organisation des alltäglichen Lebens, von A wie Automechaniker rufen bis Z wie Zahltag von Haushaltshilfe und Gärtner. Über Langeweile können wir uns also beide nach wie vor nicht beklagen und gehen davon aus, dass das auch 2018 so bleiben wird.
Nicht immer ist es einfach, so weit weg von Deutschland im Ausland zu leben. Das gilt nicht nur (aber natürlich auch), wenn wir uns wie so häufig mal wieder wünschen würden, Euch, unsere Freunde und Familie, öfters sehen zu können. Dieses Jahr war die große Entfernung für uns besonders schwierig, als es Philips Vater gesundheitlich sehr schlecht ging; wir sind froh, dass sein Zustand inzwischen stabiler ist und er sich zumindest etwas Lebensqualität zurückerobern konnte.
Was wird wohl im nächsten Jahr passieren? Philip wird sein momentanes Projekt zu Ende bringen und ein Folgeprojekt starten. Walli plant, Vorlesepatin für zwei Kinder von Philips Kollegen zu werden, damit diese mehr deutsch hören und sprechen. Ein verlängertes Wochenende in Kapstadt ist für Januar geplant, die südafrikanische Garden Route wird hoffentlich im März erkundet. Kleine Berichte aus unserem Alltag, Bilder von unseren Reisen und was es sonst noch Neues gibt, werdet Ihr weiterhin hier auf unserem Blog finden.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2018! Und freuen uns, die Feiertage in Deutschland zu verbringen – auch wenn die Zeit mal wieder zu schnell vergehen wird, aber das tun Urlaube ja meistens und Heimaturlaube sind da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wie schon bei den letzten Heimaturlauben werden wir wohl auch diesmal leider nicht genügend Zeit haben, alle lieben Menschen zu sehen, die wir gerne sehen würden; müssen dafür aber Besuche bei Zahnarzt, Optiker und Friseur einplanen … Wir hoffen dennoch auf ein baldiges Wiedersehen mit möglichst vielen von Euch – oder dass wir zumindest mal wieder mit Euch sprechen können, sei es via Telefon, Skype oder WhatsApp. Nur die Post von und nach Botswana können wir Euch als Kommunikationsmittel mit uns weiterhin nicht ans Herz legen, denn die befördert Postkarten, Briefe oder Päckchen auch gerne mal länger als sechs Monate.
Schöne Feiertage und alles Liebe!
Nachdem 2016 im Zeichen des Umzugs nach und der Eingewöhnung in Botswana stand, sind wir dieses Jahr so richtig in Gaborone angekommen, wissen inzwischen, wie unser botswanisches Leben funktioniert und konnten uns einen Freundeskreis aufbauen. Und wir haben uns Zeit genommen, zu reisen und Botswana bzw. das südliche Afrika zu erkunden – ziemlich oft sogar. Mehrmals konnten wir das mit liebem Besuch tun: Angelika und Friedemann, Geno und Ali, Petra sowie Brigitte und Franz (letztere bereits zum zweiten Mal!) haben sich Zeit genommen, bei uns in Gaborone vorbeizuschauen, was uns immens gefreut hat! (Und wir freuen uns natürlich immer über weiteren Besuch!) Aber auch zu zweit und mit hiesigen Freunden waren wir gelegentlich unterwegs und sogar allein sind wir ab und an gereist. Walli hat im Februar im namibischen Damaraland im Rahmen eines Freiwilligenprojekts eine Mauer gebaut, um Wassertanks vor durstigen Wüstenelefanten zu schützen, Philip führten seine Dienstreisen u.a. nach Johannesburg (oft), Windhoek und Eschborn/Feldafing. Er bedauert es, dass sich noch keine Dienstreise nach Mauritius oder die Seychellen ergeben hat – aber auch bei den bisherigen Zielen konnte Walli ihn ein paar Mal begleiten und etwas „First Lady“-Programm absolvieren (allein und selbstorganisiert). Die Stempelsammlung in unseren Pässen wächst (ja ja, als „Expat“ achtet man auf so etwas). Wenn wir mit dem Auto reisen, haben wir seit September nun auch immer einen bequemen Schlafplatz dabei: Nach langem Abwägen haben wir uns ein Dachzelt geleistet, mit dem wir die einsamen Ecken des Landes überhaupt erst bereisen können – und mit dem wir an der ein oder anderen Stelle auch nicht mehr in teuren Lodges übernachten müssen. Neben dem sehr schnellen und einfachen Aufbau hat solch ein Dachzelt eine richtige Matratze und der Nervenkitzel ist, verglichen mit dem Camping in einem Bodenzelt, etwas geringer: Falls ein Raubtier nachts auf dem Campingplatz umherstreift, fühlt man sich doch sicherer. (Dies ist uns jedoch leider(?!) noch nicht passiert.) Apropos Auto fahren: Dass Walli erst 2016 nach vielen Jahren der Abstinenz wieder mit dem Autofahren angefangen hat, merkt man heute gar nicht mehr, sie düst jetzt durch Gaborone und weite Fahrtstrecken können wir uns teilen, das macht die Urlaube deutlich angenehmer (mindestens für Philip).
2017 wurde aber auch gearbeitet. Vor allem von Philip. Er hat mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, sich dem Teambuilding gewidmet und zu hören bekommen, dass die Atmosphäre in seinem Projekt mindestens seit 2013 nicht mehr so angenehm gewesen sei. Nachdem er in den letzten Jahren in alle möglichen Länder gereist ist, um Projektfortschrittskontrollen durchzuführen, war er in diesem Jahr erstmals Leiter eines Projekts, das einer Projektfortschrittskontrolle unterzogen wurde. Neue Erfahrungen, die gut gelaufen sind, aber Zeit, Kraft und Mühe gekostet haben. Glücklicherweise war er mit dem Ergebnis recht zufrieden, hat sich aber auch in Demut geübt, denn es ist doch leichter, ein Projekt zu evaluieren als es zu managen ...
Auch Walli hat neue Erfahrungen gesammelt: Von April bis Ende September hat sie bei einer NGO Wirtschaftsunterricht für benachteiligte botswanische Jugendliche und junge Erwachsene gegeben, was ebenfalls mit Herausforderungen verbunden war. Sie hat dabei vermutlich ebenso viel gelernt wie die Jugendlichen (allerdings mehr über die botswanische Denkweise als über Wirtschaft) und hofft, den Unterricht im Februar 2018 mit einer neuen Gruppe fortsetzen zu können. Von August bis September hat sie sich außerdem mit dem Gaboroner Immobilienmarkt beschäftigt und den firmeninternen Mietspiegel der GIZ aktualisiert. Seit Oktober bloggt sie noch mehr als vorher und schreibt unter www.romanregal.de über Literatur – denn ein Tag ohne mindestens ein halbes Buch gelesen zu haben ist für sie mittlerweile ein schlechter Tag. Ansonsten frischt sie ihr Französisch in einem Kurs beim französischen Kulturinstitut auf und widmet sich der Organisation des alltäglichen Lebens, von A wie Automechaniker rufen bis Z wie Zahltag von Haushaltshilfe und Gärtner. Über Langeweile können wir uns also beide nach wie vor nicht beklagen und gehen davon aus, dass das auch 2018 so bleiben wird.
Nicht immer ist es einfach, so weit weg von Deutschland im Ausland zu leben. Das gilt nicht nur (aber natürlich auch), wenn wir uns wie so häufig mal wieder wünschen würden, Euch, unsere Freunde und Familie, öfters sehen zu können. Dieses Jahr war die große Entfernung für uns besonders schwierig, als es Philips Vater gesundheitlich sehr schlecht ging; wir sind froh, dass sein Zustand inzwischen stabiler ist und er sich zumindest etwas Lebensqualität zurückerobern konnte.
Was wird wohl im nächsten Jahr passieren? Philip wird sein momentanes Projekt zu Ende bringen und ein Folgeprojekt starten. Walli plant, Vorlesepatin für zwei Kinder von Philips Kollegen zu werden, damit diese mehr deutsch hören und sprechen. Ein verlängertes Wochenende in Kapstadt ist für Januar geplant, die südafrikanische Garden Route wird hoffentlich im März erkundet. Kleine Berichte aus unserem Alltag, Bilder von unseren Reisen und was es sonst noch Neues gibt, werdet Ihr weiterhin hier auf unserem Blog finden.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2018! Und freuen uns, die Feiertage in Deutschland zu verbringen – auch wenn die Zeit mal wieder zu schnell vergehen wird, aber das tun Urlaube ja meistens und Heimaturlaube sind da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wie schon bei den letzten Heimaturlauben werden wir wohl auch diesmal leider nicht genügend Zeit haben, alle lieben Menschen zu sehen, die wir gerne sehen würden; müssen dafür aber Besuche bei Zahnarzt, Optiker und Friseur einplanen … Wir hoffen dennoch auf ein baldiges Wiedersehen mit möglichst vielen von Euch – oder dass wir zumindest mal wieder mit Euch sprechen können, sei es via Telefon, Skype oder WhatsApp. Nur die Post von und nach Botswana können wir Euch als Kommunikationsmittel mit uns weiterhin nicht ans Herz legen, denn die befördert Postkarten, Briefe oder Päckchen auch gerne mal länger als sechs Monate.
Schöne Feiertage und alles Liebe!
Mittwoch, 20. Dezember 2017
Gaborone von oben
Nachdem Walli bereits letzte Woche nach Deutschland geflogen ist, darf ich heute nachkommen - ich freue mich.
Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich Gaborone tatsächlich schon verlassen. Leider bin ich diesmal nicht über die Stadt geflogen, obwohl das durchaus möglich gewesen wäre. Ganz manchmal, wenn ich viel Glück habe und bei Tageslicht mit dem Flieger in Gaborone ankomme, z.B. nach einer Dienstreise nach Johannesburg, habe ich ein klein wenig Sicht auf die Stadt. Neulich konnte ich einige beleuchtete "Landmarks" auch im Dunkeln erkennen (Stadion, eines der zwei Hochhäuser etc.).
Im Dunkeln nur schwer zu erkennen ist allerdings der Stadtteil, in dem wir wohnen. Als meine Mutter uns im September besuchte, hatten wir das Glück, dass ich ab Johannesburg neben ihr sitzen konnte, wir über die Stadt einflogen und ich ihr aus der Luft zeigen konnte, wo wir wohnen.
Zunächst flogen wir über den Gaborone Dam, in dem auch - hier nicht sichtbar rechts unten außerhalb gelegen - der Gaborone Yacht Club auf einer Insel liegt:
Anschließend hatten wir gute Sicht auf Kgale View, das Viertel, in dem wir wohnen:
Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich Gaborone tatsächlich schon verlassen. Leider bin ich diesmal nicht über die Stadt geflogen, obwohl das durchaus möglich gewesen wäre. Ganz manchmal, wenn ich viel Glück habe und bei Tageslicht mit dem Flieger in Gaborone ankomme, z.B. nach einer Dienstreise nach Johannesburg, habe ich ein klein wenig Sicht auf die Stadt. Neulich konnte ich einige beleuchtete "Landmarks" auch im Dunkeln erkennen (Stadion, eines der zwei Hochhäuser etc.).
Im Dunkeln nur schwer zu erkennen ist allerdings der Stadtteil, in dem wir wohnen. Als meine Mutter uns im September besuchte, hatten wir das Glück, dass ich ab Johannesburg neben ihr sitzen konnte, wir über die Stadt einflogen und ich ihr aus der Luft zeigen konnte, wo wir wohnen.
Zunächst flogen wir über den Gaborone Dam, in dem auch - hier nicht sichtbar rechts unten außerhalb gelegen - der Gaborone Yacht Club auf einer Insel liegt:
Anschließend hatten wir gute Sicht auf Kgale View, das Viertel, in dem wir wohnen:
Kgale View liegt ungefähr in der Bildmitte. Links davon ist etwas Freifläche, dann kommt die Botho University. Daran anschließend und nicht mehr auf dem Bild ist das Einkaufszentrum Game City. Ebenfalls gerade außerhalb links oben gelegen ist der Kgale Hill, der Hausberg Gaborones, von dem aus man ebenfalls einen schönen Blick auf die Stadt hat. Wer nach unserem Haus suchen möchte: Es hat ein grünes Dach und sieht ungefähr L-förmig aus.
Von oben ergibt sich doch ein ganz anderes Stadtbild als vom Boden aus. Die Straßen sind (fast) alle asphaltiert - angesichts der Schlaglöcher ausgerechnet auf der Straße vor unserem Haus meint man allerdings manchmal, da sei mehr Staub als Asphalt. Insgesamt wirkt Gaborone aber weitläufig und aufgeräumt, das hatte ich auch bereits bei meinem allerersten Besuch festgestellt.
Bye Bye Gaborone für 2017 - und bis 2018!
Mittwoch, 13. Dezember 2017
Die Woche in schwarzweiß
Die letzten Tage hat unser Blog geruht - auch bei 35 Grad kann man im Vorweihnachtsstress sein! Hinzu kommen bei uns Reisevorbereitungen, denn über Weihnachten geht es nach Deutschland. Ich befinde mich gerade auf dem Weg und schreibe diesen Blogbeitrag bereits aus Windhoek, während Philip sich arbeitstechnisch voll im Jahresendspurt befindet und noch eine weitere Woche in Gaborone verbringen wird.
In den letzten sieben Tagen habe ich ein paar Bilder meines/unseres täglichen Lebens aufgenommen - in erster Linie für Facebook, denn dort kursiert gerade eine "Challenge" mit folgender Aufgabenstellung: Jeden Tag ist ein Alltagsfoto in schwarzweiß hochzuladen, ohne Personen, ohne Erklärungen. Ich stelle meine Fotos hier auch noch einmal gesammelt ein, als meinen kleinen Abschied von Gaborone für dieses Jahr. Goodbye Botswana, see you in 2018!
In den letzten sieben Tagen habe ich ein paar Bilder meines/unseres täglichen Lebens aufgenommen - in erster Linie für Facebook, denn dort kursiert gerade eine "Challenge" mit folgender Aufgabenstellung: Jeden Tag ist ein Alltagsfoto in schwarzweiß hochzuladen, ohne Personen, ohne Erklärungen. Ich stelle meine Fotos hier auch noch einmal gesammelt ein, als meinen kleinen Abschied von Gaborone für dieses Jahr. Goodbye Botswana, see you in 2018!
Und zum Abschluss hier noch eine am Gaboroner Flughafen aufgenommene Zugabe:
Sonntag, 3. Dezember 2017
Advent, Advent ...
... ein Lichtlein brennt!
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Wir freuen uns sehr, dass unser neuer afrikanischer Adventskranz mit diesem Lichtlein nun eingeweiht ist. Erstanden haben wir ihn Ende Oktober in Windhoek, beim Kunsthandwerkszentrum Namibia Crafts - hergestellt und verkauft hat ihn allerdings eine deutsche Auswanderin. Schon seit mehreren Jahren hatten wir überlegt, uns einen immerwährenden Adventskranz zuzulegen, aber noch kein Modell gefunden, auf das wir uns festlegen wollten. Und dann sahen wir dieses: Stachelschweinborsten, Warzenschweinzahn, Elefantenfiguren - gekauft! Sind das wohl Anzeichen unserer fortschreitenden Verbuschung? Verbuscht oder nicht verbuscht, wir wünschen Euch einen frohen ersten Advent und eine schöne Vorweihnachtszeit!
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Wir freuen uns sehr, dass unser neuer afrikanischer Adventskranz mit diesem Lichtlein nun eingeweiht ist. Erstanden haben wir ihn Ende Oktober in Windhoek, beim Kunsthandwerkszentrum Namibia Crafts - hergestellt und verkauft hat ihn allerdings eine deutsche Auswanderin. Schon seit mehreren Jahren hatten wir überlegt, uns einen immerwährenden Adventskranz zuzulegen, aber noch kein Modell gefunden, auf das wir uns festlegen wollten. Und dann sahen wir dieses: Stachelschweinborsten, Warzenschweinzahn, Elefantenfiguren - gekauft! Sind das wohl Anzeichen unserer fortschreitenden Verbuschung? Verbuscht oder nicht verbuscht, wir wünschen Euch einen frohen ersten Advent und eine schöne Vorweihnachtszeit!
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