Dienstag, 16. Januar 2018

Zimmerpflanze zu verschenken

Es war meinen Kollegen und mir klar, dass wir nicht mehr ewig in unserem Bürogebäude bleiben würden können, da sich unsere Partnerorganisation SADC bereits um neue Räume für uns bemühte - das hatte ich ja schon einmal geschrieben. Seitdem hatte ich jedoch nichts mehr zu dem Thema gehört - bis eine Woche vor Weihnachten. Dann teilte uns SADC mit, dass die neuen Räumlichkeiten wohl ab März, vielleicht auch erst im April, zur Verfügung stünden. Soweit nichts gänzlich Neues. Direkt danach erfuhren wir jedoch, dass sich SADC nicht mit dem Vermieter der derzeitigen Immobilie über die Verlängerung des Mietvertrags einigen konnte - und dass der Vermieter der Auffassung war, wir wären daher illegal im Gebäude, weswegen er es ab 1.1. räumen lassen wollte. Eine Woche vor Weihnachten war so jedenfalls sichergestellt, dass wir nicht in irgendeine vorweihnachtliche Ruhe verfallen würden. Einige meiner Mitarbeiter waren bereits im Urlaub oder auf Dienstreise mit anschließendem Urlaub, etc. Immerhin ist hier quasi von Mitte Dezember bis Mitte Januar Ferien-Hochsaison: Sommerferien!

Als das Chaos am Größten war, flog ich in den Weihnachtsurlaub nach Deutschland. Am gleichen Tag wurde der Server im Büro abgebaut, der Internet-Anschluss gekappt - so war quasi sichergestellt, dass ich in den Weihnachtsferien nichts aus dem Büro oder vom Umzug hören würde ...

Pauschalisierend kann ich im Nachhinein nur sagen: In Afrika lässt sich vieles auch recht kurzfristig lösen. Das war dann auch hier der Fall. Nach unserer Rückkehr nach Gaborone erfuhr ich: Es hatte sich tatsächlich eine freie Immobilie finden lassen, in der wir überbrücken können, bis das endgültige Büro eingerichtet sein wird. Und es hat sich auch noch ein Umzugsunternehmen gefunden, das mit Vorlauf von einem Tag anfangen konnte, den Umzug durchzuführen. Das hat mich schon einigermaßen beeindruckt.
Glücklicherweise war ein Kollege aus einem ebenfalls betroffenen Nachbarprojekt nicht im Urlaub, so dass er sich von unserer Seite aus um die Koordination vor Ort kümmern konnte.


Mit einer Anfahrtskizze zum neuen Büro ausgerüstet suchte ich das Gebäude am ersten Tag nach meinem Urlaub auf. Anfang Januar waren noch nicht allzu viele Kollegen wieder vor Ort - so versuchten wir in kleiner Besetzung, das Chaos etwas zu lichten. Viele Kartons und Möbel waren in zwei Räumen gestapelt worden, die mussten erst einmal wieder leer geräumt werden mussten. Allein meine Schreibtischplatte erwies sich als so massiv, dass sie von vier Umzugshelfern getragen werden musste (wobei sie leider auch noch ein paar Schäden davontrug).
Inzwischen sind fast alle Kisten ausgepackt, die Büros eingerichtet und auch der Internetanschluss funktioniert wieder (wenn auch noch sehr, sehr langsam).

Ich habe Glück gehabt: Mein Büro hat Tageslicht, d.h. ein Fenster in Richtung eines Garagengebäudes. Es ist - das war zu erwarten - deutlich kleiner als mein früheres Büro, die großen Möbel aus letzterem sind allerdings die gleichen geblieben. Daher passte auch meine Zimmerpflanze, die ich von meiner Vorgängerin übernommen hatte, leider nicht mehr in den neuen Raum. Ich schenkte sie einer Mitarbeiterin, die künftig ein (größeres) Büro ohne Tageslicht hat - mal schauen, ob sie das überlebt (die Pflanze, nicht die Mitarbeiterin!).

Statt weniger als 2 km Distanz von zu Hause zum alten Büro habe ich nun mehr als 8 km Fahrtstrecke über stauanfällige Straßen. Ich trauere dem alten Bürogebäude daher schon etwas hinterher. Walli hat mich aber netterweise auch im neuen Büro schon einmal besucht - sie hat auch die Bilder dieses Eintrags gemacht.



Es ist ja voraussichtlich nur eine Übergangslösung. Mal schauen, was uns dann anschließend erwartet.

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