Samstag, 30. Juni 2018

Im Golfclub

Erinnert sich noch jemand? Es ist nun etwas mehr als zwei Jahre her, Walli war gerade eine Woche im Land und ihr wurde von zwei Mitausreisenden Partnern von Botschafts-Mitarbeiterinnen gesagt, dass sie in Gaborone eigentlich nur Golf spielen könne, sonst nichts. Das war damals ein ziemlicher Schock für sie.
In den letzten Wochen waren wir nun gleich mehrmals im Gaborone Golf Club zu Gast. Wer hätte das gedacht. Bis auf den Rasen schafften wir es allerdings nicht, wir blieben im Clubhaus, wohin die deutsche Botschaft zu den drei deutschen WM-Vorrundenspielen geladen hatte; wir waren immerhin zwei Mal beim Public Viewing dabei. Der Kreis der Teilnehmer an diesen Veranstaltungen war eher überschaubar: Die wenigen Botschaftsmitarbeiter, ein paar alteingesessene (oder sollte man sagen: hängen gebliebene) Deutsche, mein Chef und wir. Dazu gab's Fußball per Beamer auf einer Leinwand, mit englischem Kommentar.
Auch bei der EM vor zwei Jahren hatte die Botschaft ein paar Mal ein Public Viewing organisiert, wir waren damals noch recht neu im Land und hofften, bei solchen Veranstaltungen neue Leute kennenzulernen. Diesmal sind wir realistischer ans Public Viewing herangegangen - allerdings kannten wir eben auch schon einige Teilnehmer (insbesondere von der Botschaft).
Ein netter Nebeneffekt: Da die beiden Spiele, die wir dort sahen, nicht unbedingt die allerbesten waren, schweifte mein Blick häufiger nach draußen auf die Rasenfläche. Auch wenn der Rasen aufgrund der Trockenzeit hier nicht mehr überall ganz grün ist (kein Wunder), so war es schön, einen tendenziell grünen Blick und etwas weite Fläche zu sehen. Am Ende kam mir tatsächlich doch mal der Gedanken, dass es ganz nett sein könnte, Golfen zu lernen und hier zu spielen. Dann hätte man hier etwas Bewegung im Freien. Vielleicht doch ganz gut, dass das deutsche Team ausgeschieden ist, wer weiß, was ich bei weiteren Public Viewing-Terminen sonst noch alles für verrückte Ideen entwickelt hätte?!
P.S.: Ende letzter Woche war ich zu einer Besprechung bei unserem Projektpartner SADC. Der Abteilungsleiter begann die Besprechung mit einer Schweigeminute. Wir waren zunächst etwas verwirrt, befürchteten wir doch, dass jemand gestorben war, ohne dass wir es mitbekommen hatten. Dann grinste er breit und erklärte: "Eine Schweigeminute für Deutschland, das gerade aus der WM ausgeschieden ist...".

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen