Literarisch wird mit Botswana meist Mma Ramotswe verbunden, die die erste Frauen-Detektei in Botswana eröffnet. Wir hatten die Internet-Kataloge selbst schon nach weiterer lesenswerter Belletristik aus bzw. über Botswana abgesucht, leider ohne nennenswerte Erfolge. Umso überraschter waren wir, als ich von meinen Eschborner Kollegen zum Abschied den ersten Band einer weiteren Krimi-Serie geschenkt bekam, die in Botswana spielt: Michael Stanley (hinter dem sich das Autorenteam Michael Sears und Stanley Trollip verbergen) geben mit ihrem Buch "A Carrion Death" einen ganz anderen Einblick in Botswana:
Inspektor Kubu (sein Spitzname bedeutet Nilpferd auf Setswana und beschreibt neben seinem Äußeren auch seinen Charakter: ausdauernd, tödlich) arbeitet bei der Kriminalpolizei in Gaborone in einem Büro direkt am Kgale Hill - und der Fall, den er zu lösen hat, ist ein verstümmelter und nicht identifizierbarer Leichnam, der in der Wüste gefunden wird, als bereits Tiere daran knabbern. Schnell stellt sich heraus, dass der Leichnam umgebracht wurde - und es bleibt nicht bei dieser einen Leiche: Es ergeben sich Verstrickungen bis in höchste politische Kreise Botswanas, Botswanas mächtigste Firma ist beteiligt (die fiktive Botswana Cattle and Mining Company) und damit auch die hohe Politik.
Anders als in den Büchern über Mma Ramotswe geht es hier um "härtere" Themen - Mord, Erpressung, Korruption, Diamanten, viel Geld. Die Stimmung ist dunkler, das "schöne Botswana" kommt noch am ehesten über die freundliche Beschreibung und Vorgehensweise des Helden, Inspektor Kubu, heraus.
Für Botswana-Besucher eine klare Leseempfehlung - als schöne Ergänzung zu den Büchern über Mma Ramotswe! Ich habe jedenfalls festgestellt, dass es bereits mehrere Bücher über Inspektor Kubu gibt, das nächste ist bereits bestellt.
Der Blog-Eintrag war soweit schon geschrieben, da erhielt ich bei der Arbeit eine Benachrichtigung, dass ein Päckchen für uns eingegangen sei: abholbar bei einer Poststation am anderen Ende der Stadt, nach Zahlung von knapp 10 Euro Mehrwertsteuer (dankenswerter Weise keine Zollgebühren). Wir rechneten mit einem angekündigten Päckchen, das im Mai losgeschickt wurde. Als wir am Samstag dann zur Post fuhren und ein anderes kleines Päckchen abholten, war die Überraschung groß: Innenliegend war das Buch "Kubu und der Tote in der Wüste" von Michael Stanley, auf Deutsch veröffentlicht im Eichborn Verlag (!). Das Buch stand wohl jahrelang in Wallis altem Büro, zufällig hatten ihren lieben Kolleginnen es jetzt wiederentdeckt und ihr dann prompt geschickt. An das Cover konnte Walli sich sogar erinnern. Welch freudige Überraschung!
P.S.: Aus unserer derzeitigen Post-Erfahrung lernend: Wir freuen uns weiterhin über jeden Brief und jede Postkarte! Mit Päckchen haben wir leider bisher keine guten Erfahrungen gemacht: Entweder kamen sie noch nicht an oder wir mussten ordentlich nachzahlen... Vielleicht sollte Inspektor Kubu dort mal ermitteln!
Dienstag, 26. Juli 2016
Sonntag, 24. Juli 2016
Fast alpine Kraxeleien
Philip wollte schon länger einmal auf den Kgale Hill steigen, den 1.300 m hohen Hausberg von Gaborone, der sich am Rande unseres Viertels Kgale View erhebt. Ausgebremst wurde er durch mich, nachdem er mir bereits an meinem Ankunftswochenende erzählte, dass man dann aber keinerlei Wertsachen mitnehmen dürfte und laut der giz-Sicherheitsbeauftragten auch nur hochlaufen sollte, wenn auf dem Parkplatz schon andere Autos stehen würden. Es würde wohl ab und zu zu Überfällen kommen. Meine Wanderlust hatte das deutlich gemindert, aber nachdem wir an diesem Wochenende keine größeren Pläne hatten und nun während der Wintermonate eigentlich die ideale Jahreszeit ist, den Kgale Hill zu erklimmen, haben wir uns heute doch mal auf den Weg gemacht. Philip steckte noch 200 Pula (ca. 17,- €) ein, damit eventuelle Räuber nicht zu frustriert wären, ansonsten ließen wir - außer einem kleinen Fotoapparat - alle Wertsachen zu Hause und hatten so noch nicht mal eine Armbanduhr dabei.
Auf dem Parkplatz standen viele Autos, wir konnten es also wagen. Schon auf den ersten Metern kam uns eine Familie entgegen, die uns bestätigte, auf dem richtigen Weg zu sein. Erst einmal ging es an einem Zaun entlang, rechts von uns im Gebüsch fraßen ein paar Kühe an Dornensträuchern und mindestens eine hatte eine Glocke um den Hals - das Gebimmel gab dem Ganzen etwas Alpenflair. Zu sehen gabe es allerdings Felsen und Dornenbüsche statt Almen und Bäume. Der Weg wurde schnell etwas steiler und vor allem sehr steinig - das wirkte nun wieder fast alpin auf uns.
Bald waren wir auf einem ersten Hügel, auf dem wir der Tatsache ins Auge sehen mussten, dass es nun erstmal abwärts gehen würde, bevor wir den eigentlichen Kgale Hill besteigen würden. Also stiegen wir wieder etwas hinab. Entgegenkommende Frauen bestätigten uns aber, dass unser Abstieg eigentlich der Aufstieg sei, wir trafen noch weitere Wanderer, begannen wieder, aufwärts zu kraxeln und kamen schließlich sogar an eine teilweise geteerte Straße, die uns schließlich auf ein großes Plateau führte. Wir waren fast oben!
Auf dem Kgale Hill sind verschiedenste Antennen befestigt; dieser Bereich ist umzäunt. Philip wollte trotzdem die Stelle mit dem schönsten Blick auf Gaborone finden und so kletterten wir einmal um die Umzäunung herum. Ich beschloss schließlich, einem Graffiti zu glauben, dass "Stop here! It's overrated" verkündete. Philip dagegen kraxelte noch ein paar Meter weiter, bis zu einem Wegweiser, der quasi das Gipfelkreuz ersetzte und verkündete, dass Peking 12.758 km entfernt sei. Wer hätte diese Erkenntnis da oben erwartet!
Ein schöner Ausblick über Gaborone bot sich von dort: im linken Bildteil unser - recht grünes - Viertel Kgale View (sogar das grüne Dach unseres Hauses konnten wir identifizieren); in der Bildmitte das Shoppingcenter Game City mit seinem großen Parkplatz, weiter entfernt die etwas höheren Häuser des "Central Business District". In der rechten Bildhälfte ein Gewerbepark und dann natürlich noch der Stausee Gaborone Dam, an dem wir neulich den Gaborone Yacht Club angesehen hatten.
Wieder zurück auf dem Plateau sahen wir, dass alle anderen Wanderer inzwischen den Abstieg begonnen hatten und machten uns auch auf den Weg - die Sonne war schon tiefer gesunken. Wir hatten kein richtiges Zeitgefühl, wollten aber gerne vor Einbruch der Dämmerung unten sein und schafften das auch gut. Tatsächlich kamen uns auf dem Rückweg noch einige Leute entgegen, die vermutlich den Sonnenuntergang von oben anschauen wollten. Überfallen wollte uns aber niemand. Somit war unsere kleine Bergtour sehr schön und wird wiederholt werden!
Auf dem Parkplatz standen viele Autos, wir konnten es also wagen. Schon auf den ersten Metern kam uns eine Familie entgegen, die uns bestätigte, auf dem richtigen Weg zu sein. Erst einmal ging es an einem Zaun entlang, rechts von uns im Gebüsch fraßen ein paar Kühe an Dornensträuchern und mindestens eine hatte eine Glocke um den Hals - das Gebimmel gab dem Ganzen etwas Alpenflair. Zu sehen gabe es allerdings Felsen und Dornenbüsche statt Almen und Bäume. Der Weg wurde schnell etwas steiler und vor allem sehr steinig - das wirkte nun wieder fast alpin auf uns.
Bald waren wir auf einem ersten Hügel, auf dem wir der Tatsache ins Auge sehen mussten, dass es nun erstmal abwärts gehen würde, bevor wir den eigentlichen Kgale Hill besteigen würden. Also stiegen wir wieder etwas hinab. Entgegenkommende Frauen bestätigten uns aber, dass unser Abstieg eigentlich der Aufstieg sei, wir trafen noch weitere Wanderer, begannen wieder, aufwärts zu kraxeln und kamen schließlich sogar an eine teilweise geteerte Straße, die uns schließlich auf ein großes Plateau führte. Wir waren fast oben!
Auf dem Kgale Hill sind verschiedenste Antennen befestigt; dieser Bereich ist umzäunt. Philip wollte trotzdem die Stelle mit dem schönsten Blick auf Gaborone finden und so kletterten wir einmal um die Umzäunung herum. Ich beschloss schließlich, einem Graffiti zu glauben, dass "Stop here! It's overrated" verkündete. Philip dagegen kraxelte noch ein paar Meter weiter, bis zu einem Wegweiser, der quasi das Gipfelkreuz ersetzte und verkündete, dass Peking 12.758 km entfernt sei. Wer hätte diese Erkenntnis da oben erwartet!
Ein schöner Ausblick über Gaborone bot sich von dort: im linken Bildteil unser - recht grünes - Viertel Kgale View (sogar das grüne Dach unseres Hauses konnten wir identifizieren); in der Bildmitte das Shoppingcenter Game City mit seinem großen Parkplatz, weiter entfernt die etwas höheren Häuser des "Central Business District". In der rechten Bildhälfte ein Gewerbepark und dann natürlich noch der Stausee Gaborone Dam, an dem wir neulich den Gaborone Yacht Club angesehen hatten.
Wieder zurück auf dem Plateau sahen wir, dass alle anderen Wanderer inzwischen den Abstieg begonnen hatten und machten uns auch auf den Weg - die Sonne war schon tiefer gesunken. Wir hatten kein richtiges Zeitgefühl, wollten aber gerne vor Einbruch der Dämmerung unten sein und schafften das auch gut. Tatsächlich kamen uns auf dem Rückweg noch einige Leute entgegen, die vermutlich den Sonnenuntergang von oben anschauen wollten. Überfallen wollte uns aber niemand. Somit war unsere kleine Bergtour sehr schön und wird wiederholt werden!
Freitag, 22. Juli 2016
Durch Flussbetten und auf Hügel (Tuli Block Teil 2)
Die Tierwelt in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist eine tolle Erfahrung. Die übliche Variante solcher Beobachtungen ist mit dem eigenen Fahrzeug oder im Rahmen eines "Game Drives". In den öffentlichen Nationalparks ist dies eigentlich auch die einzige Variante - nur in privaten Nationalparks sind auch geführte "Bush Walks" erlaubt. Im Khama Rhino Sanctuary hatten wir schon einmal die Chance, mit einem Ranger ein "Nashorntracking" zu Fuß zu machen und anhand der Spuren und Ausscheidungen Rückschlüsse darauf zu ziehen, wo sich die Viecher gerade aufhielten. Als wir nun letztes Wochenende im Tuli Block waren (Teil 1 des Berichts), hatten wir wieder einmal die Chance zu einem solchen Spaziergang - und haben sie gleich zweimal genutzt.
Durch einschlägige Lektüre hatten wir die Verhaltensregeln für solche Spaziergänge ja bereits verinnerlicht: Don't run, whatever you do. Frühmorgens ging es also los, direkt von unserem Camp aus. Mit einem Gewehr bewaffnet schritt unser Führer voraus, im Gänsemarsch trippelten wir hinterher. Unser Spaziergang führte uns durch das trockene Flussbett des Limpopo River, der auch Grenzfluss zwischen Südafrika und Botswana ist.
Der Boden war sandig, ständig kamen wir an Tierspuren vorbei. Beeindruckend auch die Löcher, die Elefanten im Boden graben, um an wasserführende Schichten zu gelangen. Gelegentlich führte unser Spaziergang auch am Flussufer entlang, mal gingen wir die Böschung hoch und schlugen uns etwas abseits des Flussbetts durch den Busch oder liefen über ein Stück Savanne. Einmal fanden wir recht frische Löwenspuren, denen wir ein ganzes Stück weit folgten - ich fragte mich schon, ob unser Führer es tatsächlich darauf anlegen wollte, dem Löwen zu begegnen, aber dann gingen wir doch wieder unseres Weges.
Beeindruckend sind übrigens auch die Spuren von Elefantenherden, wenn sie auf Sand oder Erde in eine Richtung marschieren:
Wir begegneten nur wenigen Säugetieren: Ein paar Impalas sahen wir kurz, bevor sie dann doch wegrannten. Dafür beobachteten wir viele Vögel.
Zwischenziel des Spaziergangs war ein Hügel, den wir erklommen und von dem aus wir eine wunderbare Aussicht hatten.
Von dort sahen wir nicht nur das Flussbett, das wir entlanggekommen waren, sondern auch Paviane und Impalas, die dieses gerade kreuzten.
Anschließend ging es im und entlang des Flussbetts zurück zu unserem Camp. Wie schön, den afrikanischen Busch mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen!
Eine weitere Wanderung hatten wir noch gebucht und machten sie am Nachmittag des gleichen Tages - es ging zum "Eagle Rock". Wenig verwunderlich hat dieser Hügel seinen Namen aufgrund von Adlern, die dort regelmäßig brüten. Dieses Jahr haben allerdings Paviane das Nest geräubert und das Adlerküken mitgenommen - daher bekamen wir keine Adler zu sehen.
Nach einer ca. einstündigen Fahrt mit dem Safariauto (die wir gleich als weitere Safari nutzten), stellten wir es an einem markanten Baum ab und liefen los: Wieder ging unser Führer voraus und wir im Gänsemarsch hinterher. Zunächst ging es durch Savanne. Tiere sahen wir auch bei diesem Spaziergang keine aus der Nähe, dafür kamen wir an Stellen vorbei, wo vor vielen Jahren die San lebten (ein Buschvolk aus der Region). Nach einem kleinen felsigen Aufstieg hatten wir vom Gipfel des Eagle Rock eine fantastische Aussicht auf die Gegend:
Gleich am Fuße des Hügels befand sich die Biegung des ausgetrockneten Flussbetts des Motloutse River. Es war - wie auch schon beim Limpopo River - schwer vorstellbar, dass dieser Fluss nach Beginn der Regenzeit auf seiner ganzen Breite Wasser führen soll.
Durch einschlägige Lektüre hatten wir die Verhaltensregeln für solche Spaziergänge ja bereits verinnerlicht: Don't run, whatever you do. Frühmorgens ging es also los, direkt von unserem Camp aus. Mit einem Gewehr bewaffnet schritt unser Führer voraus, im Gänsemarsch trippelten wir hinterher. Unser Spaziergang führte uns durch das trockene Flussbett des Limpopo River, der auch Grenzfluss zwischen Südafrika und Botswana ist.
Der Boden war sandig, ständig kamen wir an Tierspuren vorbei. Beeindruckend auch die Löcher, die Elefanten im Boden graben, um an wasserführende Schichten zu gelangen. Gelegentlich führte unser Spaziergang auch am Flussufer entlang, mal gingen wir die Böschung hoch und schlugen uns etwas abseits des Flussbetts durch den Busch oder liefen über ein Stück Savanne. Einmal fanden wir recht frische Löwenspuren, denen wir ein ganzes Stück weit folgten - ich fragte mich schon, ob unser Führer es tatsächlich darauf anlegen wollte, dem Löwen zu begegnen, aber dann gingen wir doch wieder unseres Weges.
Beeindruckend sind übrigens auch die Spuren von Elefantenherden, wenn sie auf Sand oder Erde in eine Richtung marschieren:
Wir begegneten nur wenigen Säugetieren: Ein paar Impalas sahen wir kurz, bevor sie dann doch wegrannten. Dafür beobachteten wir viele Vögel.
Zwischenziel des Spaziergangs war ein Hügel, den wir erklommen und von dem aus wir eine wunderbare Aussicht hatten.
Von dort sahen wir nicht nur das Flussbett, das wir entlanggekommen waren, sondern auch Paviane und Impalas, die dieses gerade kreuzten.
Anschließend ging es im und entlang des Flussbetts zurück zu unserem Camp. Wie schön, den afrikanischen Busch mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen!
Eine weitere Wanderung hatten wir noch gebucht und machten sie am Nachmittag des gleichen Tages - es ging zum "Eagle Rock". Wenig verwunderlich hat dieser Hügel seinen Namen aufgrund von Adlern, die dort regelmäßig brüten. Dieses Jahr haben allerdings Paviane das Nest geräubert und das Adlerküken mitgenommen - daher bekamen wir keine Adler zu sehen.
Nach einer ca. einstündigen Fahrt mit dem Safariauto (die wir gleich als weitere Safari nutzten), stellten wir es an einem markanten Baum ab und liefen los: Wieder ging unser Führer voraus und wir im Gänsemarsch hinterher. Zunächst ging es durch Savanne. Tiere sahen wir auch bei diesem Spaziergang keine aus der Nähe, dafür kamen wir an Stellen vorbei, wo vor vielen Jahren die San lebten (ein Buschvolk aus der Region). Nach einem kleinen felsigen Aufstieg hatten wir vom Gipfel des Eagle Rock eine fantastische Aussicht auf die Gegend:
Gleich am Fuße des Hügels befand sich die Biegung des ausgetrockneten Flussbetts des Motloutse River. Es war - wie auch schon beim Limpopo River - schwer vorstellbar, dass dieser Fluss nach Beginn der Regenzeit auf seiner ganzen Breite Wasser führen soll.
Wir genossen die Aussicht von dort oben eine Weile und stiegen dann kurz vor Sonnenuntergang auf leicht verändertem Weg wieder ab. Allein durch die fantastische Aussicht von oben war dieser Bush Walk ein absoluter Höhepunkt unseres Tuli-Wochenendes!
Zurück am Safarifahrzeug drehten wir noch eine Runde, grüßten einen Elefanten, der nicht weit vom Weg entfernt stand, und wurden schließlich zu unserem Camp zurückgefahren.
Mittwoch, 20. Juli 2016
Im wilden Osten (Tuli-Block Teil 1)
Nachdem an das letzte Wochenende zwei Feiertage anschlossen (es waren die "Sir Seretse Khama holidays" zu Ehren des Staatsgründers / ersten Präsidenten), wollten wir es nicht in Gaborone verbringen, sondern für einen Kurzurlaub nutzen. Wir entschieden uns, ins Molema Bush Camp im Tuli-Block zu reisen. Der Tuli-Block liegt im Dreiländereck Botswana/Südafrika/Simbabwe, also im östlichsten Zipfel Botswanas. Wir fuhren sechs Stunden hin, die ersten 300 km auf der uns schon durch den Ausflug ins Khama Rhino Sanctuary bekannten Haupstraße Richtung Norden und dann weiter auf deutlich weniger befahrenen, aber größtenteils sehr gut geteerten Nebenstraßen. Die Fahrt verlief problemlos - es gab einige Tiere auf der Fahrbahn (Kühe, Ziegen), einige Polizeikontrollen, aber nichts, was uns länger aufhielt. Die letzten 10 km ging es dann auf ungeteerten Straßen bis zu unserem Camp.
Diesmal hatten wir keine Luxus-Safari gebucht, sondern uns für ein Selbstversorgercamp entschieden, in dem wir eine der vier Blockhütten reserviert hatten.
Es gab keinen elektrischen Strom (selbst der Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche war gasbetrieben), aber warmes Wasser - unsere Dusche war solarbetrieben (in unserer Blockhütte hatten wir ein eigenes Badezimmer). Abends und morgens machten die Angestellten ein Feuer an der Gemeinschafts-Feuerstelle, in der Dämmerung hingen sie vor jeder Hütte eine Petroleumlampe auf und verteilten außerdem tagsüber aufgeladene Solarlampen, die uns Hütte, Wege und Küche erhellten (apropos: Nach unserer Rückkehr bemerkten wir, dass genau diese Solarlampen im aktuellen ZEITmagazin beschrieben wurden!). Die Küche war gut ausgestattet und wir erhitzten uns abends die eingefrorenen und inzwischen wieder aufgetauten Reste unserer letzten Party auf dem Gasofen. Ein Luxus war auf jeden Fall, dass wir nicht selbst abspülen mussten - die Angestellten des Camps übernahmen das.
Abgesehen von den diversen Tierlauten war es sehr ruhig. Die Löwen brüllten gerade nicht in der Gegend und auch Elefanten kamen während unseres Aufenthalts nicht im nichtumzäunten Camp vorbei (wie sie das wohl manchmal machen). Der nächste Ort war weit weg. Nach unserer Ankunft saßen wir erstmal lange auf der Veranda, lasen und beobachteten die Paviane, die auf einem riesigen Baum rumturnten und ab und an einen Kopf aus dem Dickicht steckten. Dann erkundeten wir das Camp, das direkt am Limpopo River liegt, der gleichzeitig der Grenzfluss zu Südafrika ist. Zumindest während der Regenzeit, jetzt kann man von einem Grenzfluss nicht sprechen - das Flussbett ist komplett ausgetrocknet, von einem kleinen Wasserloch abgesehen, in dem ein Krokodil bis zur nächsten Regenzeit ein ziemlich einsames Dasein fristet. Bei Ankunft im Camp wurden wir gewarnt, uns dem Wasserloch nicht mehr als zwei bis drei Meter zu nähern ... unser Wohlfühl-Abstand zum Krokodil war dann aber doch ein ganzes Stück größer.
Im Camp gab es kein feststehendes Programm. Wir hatten im Vorfeld alle Exkursionen, an denen wir teilnehmen wollten, extra gebucht. Da man im Tuli-Block nicht mit dem eigenen Auto auf Safari fahren darf, war das eine ganze Menge, denn wir wollten ja was erleben: Game Drives, Bush Walks und ein Bush Dinner. Wir waren bei diesen Exkursionen zu dritt mit einem Engländer, der eine der anderen Blockhütten bewohnte. Unser Guide nahm sich viel Zeit. Auf dem ersten Game Drive hörte er über Funk, dass ein Löwe gesichtet worden war, dem wir dann eine Weile folgten, bis er sich niederließ.
Ansonsten sahen wir Impalas, Zebras, Schakale und verschiedenste Vögel. Außerdem bewunderten wir die vielseitige Landschaft: Büsche und Bäume, letztere oft grün oder vermeintlich herbstlich gefärbt, Hügel, Steine, rote Erde ...
Im Tuli-Block gibt es nur wenige Camps und Lodges, daher sind auch kaum andere Safarifahrzeuge unterwegs. Das hat zur Folge, dass die Tiere nicht so sehr an diese gewohnt sind und viele von ihnen schreckhaft reagieren, wenn mal eins vorbeikommt. Es gibt aber auch Tiere, die die Guides zielgerichtet an sich gewöhnt haben. Beim nachmittäglichen Game Drive besuchten wir eine Hyänenfamilie. Der Bau war den Guides schon lange bekannt und die Hyänenmutter ließ zu, dass wir uns zu Fuß näherten. Die Hyänenjungen waren sogar recht neugierig und kamen ihrerseits bis auf wenige Meter an uns heran. Wer hätte gedacht, dass kleine Hyänen so niedlich aussehen!
Ein anderes Mal sahen wir eine größere Gruppe Impalas durch die Savanne rennen und springen. So ganz war uns nicht klar, wovor sie wegrannten, aber sie rannten, und das ziemlich flink. Impalas sind die gängigste Antilopen-Art, man sieht sie auf Safaris ständig - und mittlerweile halten wir für sie schon gar nicht mehr an. Fun Fact: Impalas heißen bei den Safariführern "McDonald's" - nicht nur, weil sie so zahlreich vertreten und quasi "Fast Food" für Löwen etc. sind, sondern weil die schwarze Markierung auf ihren Hinterläufen und -teilen an das McDonald's "M" erinnert.
Wir waren bis in die Dunkelheit unterwegs und sahen noch Elefanten, Giraffen und Kudus. Sobald es dunkel war, kramte unser Guide einen Scheinwerfer raus, den der englische Tourist dankenswerterweise vom Beifahrersitz aus händisch nach links und rechts schwenkte. Wir hielten nach reflektierenden Tieraugen Ausschau und sahen so unter anderem noch einige Südafrikanischen Springhasen, die wie kleine Känguruhs aufgeregt auf ihren Hinterbeinen durch die Gegend hüpften. Schön war's!
Schön waren dann auch noch die Bush Walks am nächsten Tag - mehr davon demnächst.
Diesmal hatten wir keine Luxus-Safari gebucht, sondern uns für ein Selbstversorgercamp entschieden, in dem wir eine der vier Blockhütten reserviert hatten.
Es gab keinen elektrischen Strom (selbst der Kühlschrank in der Gemeinschaftsküche war gasbetrieben), aber warmes Wasser - unsere Dusche war solarbetrieben (in unserer Blockhütte hatten wir ein eigenes Badezimmer). Abends und morgens machten die Angestellten ein Feuer an der Gemeinschafts-Feuerstelle, in der Dämmerung hingen sie vor jeder Hütte eine Petroleumlampe auf und verteilten außerdem tagsüber aufgeladene Solarlampen, die uns Hütte, Wege und Küche erhellten (apropos: Nach unserer Rückkehr bemerkten wir, dass genau diese Solarlampen im aktuellen ZEITmagazin beschrieben wurden!). Die Küche war gut ausgestattet und wir erhitzten uns abends die eingefrorenen und inzwischen wieder aufgetauten Reste unserer letzten Party auf dem Gasofen. Ein Luxus war auf jeden Fall, dass wir nicht selbst abspülen mussten - die Angestellten des Camps übernahmen das.
Abgesehen von den diversen Tierlauten war es sehr ruhig. Die Löwen brüllten gerade nicht in der Gegend und auch Elefanten kamen während unseres Aufenthalts nicht im nichtumzäunten Camp vorbei (wie sie das wohl manchmal machen). Der nächste Ort war weit weg. Nach unserer Ankunft saßen wir erstmal lange auf der Veranda, lasen und beobachteten die Paviane, die auf einem riesigen Baum rumturnten und ab und an einen Kopf aus dem Dickicht steckten. Dann erkundeten wir das Camp, das direkt am Limpopo River liegt, der gleichzeitig der Grenzfluss zu Südafrika ist. Zumindest während der Regenzeit, jetzt kann man von einem Grenzfluss nicht sprechen - das Flussbett ist komplett ausgetrocknet, von einem kleinen Wasserloch abgesehen, in dem ein Krokodil bis zur nächsten Regenzeit ein ziemlich einsames Dasein fristet. Bei Ankunft im Camp wurden wir gewarnt, uns dem Wasserloch nicht mehr als zwei bis drei Meter zu nähern ... unser Wohlfühl-Abstand zum Krokodil war dann aber doch ein ganzes Stück größer.
Im Camp gab es kein feststehendes Programm. Wir hatten im Vorfeld alle Exkursionen, an denen wir teilnehmen wollten, extra gebucht. Da man im Tuli-Block nicht mit dem eigenen Auto auf Safari fahren darf, war das eine ganze Menge, denn wir wollten ja was erleben: Game Drives, Bush Walks und ein Bush Dinner. Wir waren bei diesen Exkursionen zu dritt mit einem Engländer, der eine der anderen Blockhütten bewohnte. Unser Guide nahm sich viel Zeit. Auf dem ersten Game Drive hörte er über Funk, dass ein Löwe gesichtet worden war, dem wir dann eine Weile folgten, bis er sich niederließ.
Ansonsten sahen wir Impalas, Zebras, Schakale und verschiedenste Vögel. Außerdem bewunderten wir die vielseitige Landschaft: Büsche und Bäume, letztere oft grün oder vermeintlich herbstlich gefärbt, Hügel, Steine, rote Erde ...
Im Tuli-Block gibt es nur wenige Camps und Lodges, daher sind auch kaum andere Safarifahrzeuge unterwegs. Das hat zur Folge, dass die Tiere nicht so sehr an diese gewohnt sind und viele von ihnen schreckhaft reagieren, wenn mal eins vorbeikommt. Es gibt aber auch Tiere, die die Guides zielgerichtet an sich gewöhnt haben. Beim nachmittäglichen Game Drive besuchten wir eine Hyänenfamilie. Der Bau war den Guides schon lange bekannt und die Hyänenmutter ließ zu, dass wir uns zu Fuß näherten. Die Hyänenjungen waren sogar recht neugierig und kamen ihrerseits bis auf wenige Meter an uns heran. Wer hätte gedacht, dass kleine Hyänen so niedlich aussehen!
Ein anderes Mal sahen wir eine größere Gruppe Impalas durch die Savanne rennen und springen. So ganz war uns nicht klar, wovor sie wegrannten, aber sie rannten, und das ziemlich flink. Impalas sind die gängigste Antilopen-Art, man sieht sie auf Safaris ständig - und mittlerweile halten wir für sie schon gar nicht mehr an. Fun Fact: Impalas heißen bei den Safariführern "McDonald's" - nicht nur, weil sie so zahlreich vertreten und quasi "Fast Food" für Löwen etc. sind, sondern weil die schwarze Markierung auf ihren Hinterläufen und -teilen an das McDonald's "M" erinnert.
Wir waren bis in die Dunkelheit unterwegs und sahen noch Elefanten, Giraffen und Kudus. Sobald es dunkel war, kramte unser Guide einen Scheinwerfer raus, den der englische Tourist dankenswerterweise vom Beifahrersitz aus händisch nach links und rechts schwenkte. Wir hielten nach reflektierenden Tieraugen Ausschau und sahen so unter anderem noch einige Südafrikanischen Springhasen, die wie kleine Känguruhs aufgeregt auf ihren Hinterbeinen durch die Gegend hüpften. Schön war's!
Schön waren dann auch noch die Bush Walks am nächsten Tag - mehr davon demnächst.
Samstag, 16. Juli 2016
Verwöhnaroma - weltweit!
Es ist ja bekannt, dass es in der englischen Sprache einige Wörter gibt, die eins zu eins aus dem Deutschen übernommen wurden. Zum Beispiel "kindergarten", "wanderlust" und "blitzkrieg". Ein weiteres, uns beiden im Englischen bislang unbekanntes Wort ist Philip und mir begegegnet, als wir im Khama Rhino Sanctuary beim Frühstück saßen und mir Instant-Kaffepulver hingestellt wurde.
Zugegegeben, es war Jacobs Krönung und in Deutschland hergestellt - aber für eine südafrikanische Firma, die sich im südlichen Afrika um den Vertrieb des Kaffees kümmert. Die Produktbeschreibung war deswegen auch auf englisch, weswegen neben "Jacobs Krönung" das schöne Wort "Verwöhnaroma" doch sehr hervorstach. Ob sich Jacobs das hat patentieren lassen? Und ob sie glauben, dass sich das Wort "Verwöhnaroma" (auch noch mit einem Umlaut!) international durchsetzt? Sie scheinen zumindest daran zu arbeiten ... Ich fand's lustig!
Zugegegeben, es war Jacobs Krönung und in Deutschland hergestellt - aber für eine südafrikanische Firma, die sich im südlichen Afrika um den Vertrieb des Kaffees kümmert. Die Produktbeschreibung war deswegen auch auf englisch, weswegen neben "Jacobs Krönung" das schöne Wort "Verwöhnaroma" doch sehr hervorstach. Ob sich Jacobs das hat patentieren lassen? Und ob sie glauben, dass sich das Wort "Verwöhnaroma" (auch noch mit einem Umlaut!) international durchsetzt? Sie scheinen zumindest daran zu arbeiten ... Ich fand's lustig!
Mittwoch, 13. Juli 2016
Nur Futter rennt!
Während unseres Ausflugs nach Madikwe bin ich auf ein literarisches Genre gestoßen, dass ich so noch gar nicht kannte: Safari-Berichte! Sieht man in deutschen Buchhandlungen eher selten, würde ich behaupten ... im Buchregal unserer Lodge standen dagegen gleich zwei Bücher, von denen mich der Klappentext des einen so gefesselt hatte, dass ich es am liebsten mitnehmen wollte. Stattdessen habe ich es mir dann hier in Gaborone brav auf meinen ebook-reader runtergeladen.
Der Autor von "Don't run, whatever you do" heißt Peter Allison und ist ein Australier, der sich in den 90ern im Alter von 19 Jahren nach Südafrika aufgemacht hat und dort in einem Safari Camp hängenblieb, als ihm das Geld ausging - erst als Barmann, aber er hat sich dann nach und nach zum Safari Guide ausbilden lassen und schließlich mehrere Jahre in verschiendenen Lodges im Okavango Delta in Botswana gearbeitet. Inzwischen hat er drei Bücher geschrieben, ich habe das erste gelesen und fand es sehr amüsant. Er erzählt mit viel Selbtsironie von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im Busch. Mein englischer Wortschatz zu afrikanischen Tieren hat sich durch die Lektüre nochmal vergrößert und gleichzeitig habe ich viel Neues erfahren. So ist der honey badger zum Beispiel der Honigdachs. Philip und ich haben beide noch keinen gesehen (dabei ist er - abgesehen von den nördlichsten Ländern - in ganz Afrika zu finden) und er wirkt auch erst einmal eher unscheinbar, ist aber eines von nur vier Tieren, mit denen sich Löwen lieber nicht anlegen. Der Honigdachs hat nämlich zwei sehr wirkungsvolle Verteidigungsstrategien: Zum einen verspüht er ein anscheinend extrem übelriechendes Analsekret, wenn er sich bedroht fühlt (laut Allison stellt er damit jedes Stinktier in den Schatten), zum anderen hat er wohl lange Klauen, die er sehr effektiv auch gegen größere Tiere einsetzt. Falls junge, unerfahrene Löwen oder Leoparden ihn tatsächlich angreifen, schlägt der wohl sehr bewegliche Honigdachs diese zielsicher in die Genitalien seiner Angreifer, was jeden Feind, der nicht schnell genug geflüchtet ist, verbluten lässt. Er ist also ein kleines, aber recht wehrhaftes Kerlchen, das man nicht unbedingt versuchen sollte zu streicheln ...
Der Titel des Buches zitiert übrigens die Wildnis-Regel Nummer eins: Was auch immer man tut, wenn man einem Raubtier gegenübersteht: Wegrennen ist das Verkehrteste. Abgesehen davon, dass jedes Raubtier schneller ist als der Mensch, weiß es: Nur Futter rennt ... und als das möchte man ja gerade nicht gesehen werden.
Ich will mein neuerworbenes Wissen zwar nicht unbedingt beim nächsten (geführten, die sind ja immer geführt) Bush Walk einsetzen müssen, aber spannend zu lesen war es schon. Und natürlich ist es auch mal schön, die Perspektive eines Safari Guides, der täglich Pirschfahrten mit Touristen macht, zu erleben. Und der natürlich auch amüsante Anekdoten über seine verschiedenen Gäste zu berichten weiß. Ich habe mich beim Lesen sehr gut amüsiert.
Der Autor von "Don't run, whatever you do" heißt Peter Allison und ist ein Australier, der sich in den 90ern im Alter von 19 Jahren nach Südafrika aufgemacht hat und dort in einem Safari Camp hängenblieb, als ihm das Geld ausging - erst als Barmann, aber er hat sich dann nach und nach zum Safari Guide ausbilden lassen und schließlich mehrere Jahre in verschiendenen Lodges im Okavango Delta in Botswana gearbeitet. Inzwischen hat er drei Bücher geschrieben, ich habe das erste gelesen und fand es sehr amüsant. Er erzählt mit viel Selbtsironie von seinen Erlebnissen und Erfahrungen im Busch. Mein englischer Wortschatz zu afrikanischen Tieren hat sich durch die Lektüre nochmal vergrößert und gleichzeitig habe ich viel Neues erfahren. So ist der honey badger zum Beispiel der Honigdachs. Philip und ich haben beide noch keinen gesehen (dabei ist er - abgesehen von den nördlichsten Ländern - in ganz Afrika zu finden) und er wirkt auch erst einmal eher unscheinbar, ist aber eines von nur vier Tieren, mit denen sich Löwen lieber nicht anlegen. Der Honigdachs hat nämlich zwei sehr wirkungsvolle Verteidigungsstrategien: Zum einen verspüht er ein anscheinend extrem übelriechendes Analsekret, wenn er sich bedroht fühlt (laut Allison stellt er damit jedes Stinktier in den Schatten), zum anderen hat er wohl lange Klauen, die er sehr effektiv auch gegen größere Tiere einsetzt. Falls junge, unerfahrene Löwen oder Leoparden ihn tatsächlich angreifen, schlägt der wohl sehr bewegliche Honigdachs diese zielsicher in die Genitalien seiner Angreifer, was jeden Feind, der nicht schnell genug geflüchtet ist, verbluten lässt. Er ist also ein kleines, aber recht wehrhaftes Kerlchen, das man nicht unbedingt versuchen sollte zu streicheln ...
Der Titel des Buches zitiert übrigens die Wildnis-Regel Nummer eins: Was auch immer man tut, wenn man einem Raubtier gegenübersteht: Wegrennen ist das Verkehrteste. Abgesehen davon, dass jedes Raubtier schneller ist als der Mensch, weiß es: Nur Futter rennt ... und als das möchte man ja gerade nicht gesehen werden.
Ich will mein neuerworbenes Wissen zwar nicht unbedingt beim nächsten (geführten, die sind ja immer geführt) Bush Walk einsetzen müssen, aber spannend zu lesen war es schon. Und natürlich ist es auch mal schön, die Perspektive eines Safari Guides, der täglich Pirschfahrten mit Touristen macht, zu erleben. Und der natürlich auch amüsante Anekdoten über seine verschiedenen Gäste zu berichten weiß. Ich habe mich beim Lesen sehr gut amüsiert.
Montag, 11. Juli 2016
It's party time!
Wir hätten Euch ja Bescheid gesagt... wärt Ihr auch gekommen?
Nachdem wir vor einiger Zeit schon einmal unsere Nachbarn eingeladen hatten, haben wir diesmal einige meiner Kollegen eingeladen zu einer kleinen Einweihungsparty. Weil sonst nicht viel los ist in Gaborone, kann man eine solche Einladung auch mal nur 4 Tage vor der Party rausschicken. Und dennoch kamen um die 20 Kollegen an diesem Samstagabend.
Das bedeutete für uns: Ein wenig vorbereiten. Wir kochten Kürbissuppe, Chili con Carne, Nudelsalat, grünen Salat, backten Brot aus dem Brotbackautomat, Schokomuffins und Bananen-Walnuss-Muffins. Das war also unsere Beschäftigung am Samstag - und wir wurden gerade so fertig, bis die ersten Gäste gegen 19 Uhr kamen.
Sogar unseren Kamin im Wohnzimmer habe ich angeheizt bekommen (was gar nicht so einfach ist, denn das Holz hier ist recht hart und dadurch schwer entzündlich, die Holzscheite etwas zu groß zum Anzünden, etc.) - und im Laufe des Abends wurde das Wohnzimmer so warm wie noch nie zuvor. Zugegeben, der Tag war auch ein wenig wärmer als die vorhergehenden Tage/Nächte, aber der Kamin hat doch deutlich den Raum wärmen können.
Ich war im Vorfeld etwas unsicher, ob wir wohl genügend Getränke eingekauft hätten und ob wohl das Essen reichen würde. Beides war unbegründet: Jeder brachte Wein mit, so dass wir mehr Wein bekamen als getrunken wurde - und unser Weinregal ist auf einmal wieder voll. Und das Essen reichte wundersamer Weise auch. Am gestrigen Sonntag gab's schon Restessen - wie vermutlich auch für den Rest der Woche: Nudelsalat zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Gestern, heute, morgen, übermorgen.
Unsere Gäste waren voll des Lobes über das selbstgemachte Essen - die meisten, die in Gaborone eine Party machten, ließen sich das Essen von einem Cateringunternehmen liefern, so hörten wir. Schön, dass wir so begeistern konnten. Unsere Gäste unterhielten sich gut - und wir waren rundum zufrieden mit dem Abend.
Nachdem wir vor einiger Zeit schon einmal unsere Nachbarn eingeladen hatten, haben wir diesmal einige meiner Kollegen eingeladen zu einer kleinen Einweihungsparty. Weil sonst nicht viel los ist in Gaborone, kann man eine solche Einladung auch mal nur 4 Tage vor der Party rausschicken. Und dennoch kamen um die 20 Kollegen an diesem Samstagabend.
Das bedeutete für uns: Ein wenig vorbereiten. Wir kochten Kürbissuppe, Chili con Carne, Nudelsalat, grünen Salat, backten Brot aus dem Brotbackautomat, Schokomuffins und Bananen-Walnuss-Muffins. Das war also unsere Beschäftigung am Samstag - und wir wurden gerade so fertig, bis die ersten Gäste gegen 19 Uhr kamen.
Sogar unseren Kamin im Wohnzimmer habe ich angeheizt bekommen (was gar nicht so einfach ist, denn das Holz hier ist recht hart und dadurch schwer entzündlich, die Holzscheite etwas zu groß zum Anzünden, etc.) - und im Laufe des Abends wurde das Wohnzimmer so warm wie noch nie zuvor. Zugegeben, der Tag war auch ein wenig wärmer als die vorhergehenden Tage/Nächte, aber der Kamin hat doch deutlich den Raum wärmen können.
Ich war im Vorfeld etwas unsicher, ob wir wohl genügend Getränke eingekauft hätten und ob wohl das Essen reichen würde. Beides war unbegründet: Jeder brachte Wein mit, so dass wir mehr Wein bekamen als getrunken wurde - und unser Weinregal ist auf einmal wieder voll. Und das Essen reichte wundersamer Weise auch. Am gestrigen Sonntag gab's schon Restessen - wie vermutlich auch für den Rest der Woche: Nudelsalat zum Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Gestern, heute, morgen, übermorgen.
Unsere Gäste waren voll des Lobes über das selbstgemachte Essen - die meisten, die in Gaborone eine Party machten, ließen sich das Essen von einem Cateringunternehmen liefern, so hörten wir. Schön, dass wir so begeistern konnten. Unsere Gäste unterhielten sich gut - und wir waren rundum zufrieden mit dem Abend.
Sonntag, 10. Juli 2016
Schau' mir in die Augen, Großer!
Botswana ist ein Rinderzüchterland. Das wird - nicht nur, aber sehr schön - in den fiktiven Büchern über Mma Ramotswe, die die erste Detektei Botswanas eröffnet, dargestellt. Eine Rinderherde zu besitzen gilt in Botswana z.B. als gute Altersvorsorge. Das Rinderfleisch hier ist wirklich exzellent - und sehr günstig (als Vegetarier hat man es hier nicht leicht - man muss halt ein bisschen Verständnis für das Fleisch in der Gemüsesuppe aufbringen können).
Letzte Woche habe ich zufällig einen Zeitungsartikel im Internet entdeckt. Demnach haben Forscher in Botswana ausprobiert, Rindern ein Augenpaar auf den Allerwertesten zu stempeln. Damit sollen Löwen abgeschreckt werden - und offenbar hat es auch funktioniert. In einer Rinderherde hat man 2/3 der Tiere mit dem Augenpaar gestempelt, 1/3 nicht gestempelt. Nach einiger Zeit hat man festgestellt, dass aus der Gruppe mit den Augenstempeln alle Tiere überlebt haben, während von der Gruppe ohne Augenstempel 3 Tiere durch Löwen gestorben waren.
Die Hypothese hinter dem Versuch ist wohl, dass Löwen zwar schnell sind, aber aufgrund ihrer massigen Körper nur auf kurze Distanz ihre Geschwindigkeit halten können. Daher schleichen sie sich gerne von hinten an ihre Beute heran. Wenn sie nun aber denken, dass ihre Beute sie entdeckt hat und damit potenziell gleich wegrennt, dann brechen sie ihren Angriff ab, da ihre Erfolgsaussichten sinken. Nachdem der erste Feldversuch mit den Augenstempeln in Botswana wohl Erfolg gehabt hat, soll er nun ausgeweitet werden.
Mal schauen, wann wir die ersten Kühe mit Augen auf dem Hinterteil entdecken...
Letzte Woche habe ich zufällig einen Zeitungsartikel im Internet entdeckt. Demnach haben Forscher in Botswana ausprobiert, Rindern ein Augenpaar auf den Allerwertesten zu stempeln. Damit sollen Löwen abgeschreckt werden - und offenbar hat es auch funktioniert. In einer Rinderherde hat man 2/3 der Tiere mit dem Augenpaar gestempelt, 1/3 nicht gestempelt. Nach einiger Zeit hat man festgestellt, dass aus der Gruppe mit den Augenstempeln alle Tiere überlebt haben, während von der Gruppe ohne Augenstempel 3 Tiere durch Löwen gestorben waren.
Die Hypothese hinter dem Versuch ist wohl, dass Löwen zwar schnell sind, aber aufgrund ihrer massigen Körper nur auf kurze Distanz ihre Geschwindigkeit halten können. Daher schleichen sie sich gerne von hinten an ihre Beute heran. Wenn sie nun aber denken, dass ihre Beute sie entdeckt hat und damit potenziell gleich wegrennt, dann brechen sie ihren Angriff ab, da ihre Erfolgsaussichten sinken. Nachdem der erste Feldversuch mit den Augenstempeln in Botswana wohl Erfolg gehabt hat, soll er nun ausgeweitet werden.
Mal schauen, wann wir die ersten Kühe mit Augen auf dem Hinterteil entdecken...
Freitag, 8. Juli 2016
Morgens, halbzehn in Botswana
Bevor ich nach Botswana kam, fand ich den Gedanken, dass wir Haus"angestellte", "-hilfen", wie auch immer haben würden, sehr seltsam. (Wie man merkt, tue ich mich auch nach wie vor mit dem Wording schwer.) Es kam mir irgendwie so kolonial vor. Es ist hier aber üblich, das wohlhabendere Menschen (zu denen wir als Ausländer per se gehören), Personal haben. Unsere Maid Brenda ist Mitte Mai zu unserem großen Entsetzen verstorben und wir haben bislang niemand Neues eingestellt. In einem zwei Personen-Haushalt ist eine Putzfrau nun auch nicht so unbedingt nötig, wobei wir uns trotzdem umhören. Ab und an klingeln auch junge Frauen und fragen, ob wir eine Maid bräuchten, aber uns wäre es lieber, jemanden auf Empfehlung einzustellen.
Unser Gärtner Sam kommt nach wie vor regelmäßig zweimal pro Woche. Nach meinem ersten Monat hier hatte ich schon geschrieben, dass er mir gar nicht so sehr als unser Angestellter vorkommt, weil wir ihm seltenst sagen, was er hier tun soll - er kennt den Garten ja schon viel länger und besser als wir. Seit einigen Wochen trägt außerdem die Käsebrot-Tradition dazu bei, dass sich alle kolonialen Gefühle bei mir gelegt haben. Ich habe "Jenseits von Afrika" nie ganz gesehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Meryl Streep ihren kenianischen Arbeitern regelmäßig Brote geschmiert hat ...
Nach meinen ersten zwei, drei Wochen stand Sam in der offenen Terrassentür und erzählte mir, dass er Diabetiker sei. Aus irgendwelchen Gründen hatte er an dem Morgen nicht gefrühstückt und fühlte sich nun gar nicht gut. Ob er einen Tee bekommen könnte und etwas zu essen. Ich war erschrocken und überlegte, was wir da hatten - was sollte ein Diabetiker denn in diesem Fall essen? Obst? Brot? Brot mit Käse? Letzteres sagte Sam zu und ich habe mich sehr beeilt, den gewünschten Roibuschtee aufzubrühen und ein Brot zu schmieren. Danach schrieb ich erstmal einer Freundin, die sich mit Diabetes auskannte und ließ mich informieren, was man Diabeteskranken bei Unterzuckerung am besten vorsetzt - ich war ziemlich ahnungslos.
Sam ging es nach dem Essen schon wieder besser. Als er das nächste Mal kam und ich ihm morgens hallo sagte, bot ich an, ihm wieder einen Tee zu machen, was er gerne annahm - so gegen halbzehn wäre super. Da es hier auf den Winter zuging, wiederholte ich das Angebot beim darauffolgenden Mal wieder. Tee gegen halbzehn war erneut sehr willkommen - aber ob er nicht auch ein Käsebrot bekommen könnte? Diesmal war es offensichtlich kein Notfall, da es bis halbzehn warten konnte. Aber es sprach natürlich nichts dagegen.
Tja und seitdem haben wir eine Tradition. Ich mache gegen halbzehn die Terassentüren auf, begrüße Sam, wir smalltalken über unser Befinden und das Wetter, ich biete ihm Tee an, er sagt zu und dann gehe ich in die Küche, brühe den Tee auf und schmiere außerdem Käsebrote. Wenn unser Gartentisch nicht schon in der Sonne stehen sollte, rückt er ihn dahin und ich decke ihn dann und räume ihn eine halbe Stunde später ab. Inzwischen plane ich Sam beim Brotbacken und Käsekauf automatisch ein. Einmal hatte ich vergessen, Brot zu backen und konnte ihm nur Knäckebrot anbieten, das hat er aber auch gegessen. Und so haben wir beide montags und donnerstags unsere kleine Tradition - morgens, halbzehn in Botswana.
Unser Gärtner Sam kommt nach wie vor regelmäßig zweimal pro Woche. Nach meinem ersten Monat hier hatte ich schon geschrieben, dass er mir gar nicht so sehr als unser Angestellter vorkommt, weil wir ihm seltenst sagen, was er hier tun soll - er kennt den Garten ja schon viel länger und besser als wir. Seit einigen Wochen trägt außerdem die Käsebrot-Tradition dazu bei, dass sich alle kolonialen Gefühle bei mir gelegt haben. Ich habe "Jenseits von Afrika" nie ganz gesehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Meryl Streep ihren kenianischen Arbeitern regelmäßig Brote geschmiert hat ...
Nach meinen ersten zwei, drei Wochen stand Sam in der offenen Terrassentür und erzählte mir, dass er Diabetiker sei. Aus irgendwelchen Gründen hatte er an dem Morgen nicht gefrühstückt und fühlte sich nun gar nicht gut. Ob er einen Tee bekommen könnte und etwas zu essen. Ich war erschrocken und überlegte, was wir da hatten - was sollte ein Diabetiker denn in diesem Fall essen? Obst? Brot? Brot mit Käse? Letzteres sagte Sam zu und ich habe mich sehr beeilt, den gewünschten Roibuschtee aufzubrühen und ein Brot zu schmieren. Danach schrieb ich erstmal einer Freundin, die sich mit Diabetes auskannte und ließ mich informieren, was man Diabeteskranken bei Unterzuckerung am besten vorsetzt - ich war ziemlich ahnungslos.
Sam ging es nach dem Essen schon wieder besser. Als er das nächste Mal kam und ich ihm morgens hallo sagte, bot ich an, ihm wieder einen Tee zu machen, was er gerne annahm - so gegen halbzehn wäre super. Da es hier auf den Winter zuging, wiederholte ich das Angebot beim darauffolgenden Mal wieder. Tee gegen halbzehn war erneut sehr willkommen - aber ob er nicht auch ein Käsebrot bekommen könnte? Diesmal war es offensichtlich kein Notfall, da es bis halbzehn warten konnte. Aber es sprach natürlich nichts dagegen.
Tja und seitdem haben wir eine Tradition. Ich mache gegen halbzehn die Terassentüren auf, begrüße Sam, wir smalltalken über unser Befinden und das Wetter, ich biete ihm Tee an, er sagt zu und dann gehe ich in die Küche, brühe den Tee auf und schmiere außerdem Käsebrote. Wenn unser Gartentisch nicht schon in der Sonne stehen sollte, rückt er ihn dahin und ich decke ihn dann und räume ihn eine halbe Stunde später ab. Inzwischen plane ich Sam beim Brotbacken und Käsekauf automatisch ein. Einmal hatte ich vergessen, Brot zu backen und konnte ihm nur Knäckebrot anbieten, das hat er aber auch gegessen. Und so haben wir beide montags und donnerstags unsere kleine Tradition - morgens, halbzehn in Botswana.
Mittwoch, 6. Juli 2016
Unsere Gartenzwerge
Ich erinnere mich noch gut, wie ich, als ich in Ghana lebte, einmal nach Deutschland kam und bei Freunden in der Nachbarschaft im Vorgarten eine ganze Horde Gartenzwerge sah. Das war schon irgendwie ein Kulturschock. Gartenzwerge verkörperten Deutschland für mich, ein vielleicht auch etwas spießiges Deutschland.
Und nun ist es soweit: Wir haben hier jetzt auch unsere Gartenzwerge. Sie sind sicherlich nicht ganz so perfekt wie in Deutschland, aber eigentlich kann man sie doch nicht anders bezeichnen. "Gartenzwerge" werden hier gerne aus Altmetall gemacht, stellen verschiedenste Tiere dar und gibt es in den unterschiedlichsten Größen.
Bei einem Rundgang durch unseren Garten entdeckten wir unsere drei Gartenzwerge, die umgekippt in verschiedenen nebeneinanderliegenden Büschen lagen. Es sollen wohl (Perl-?) Hühner sein, vielleicht wurden sie von unserer Vormieterin vergessen. Nachdem wir sie schon mal hatten, könnten wir sie ja auch aufstellen, dachten wir. Und nun stehen sie da, in einem Beet gegenüber der Terrasse.
In einer der ersten Nächte, nachdem wir sie aufgestellt hatten, wachten wir mitten in der Nacht auf durch ein größeres Geschrei gefühlt direkt vor unserem Schlafzimmerfenster. Das Geschrei konnten wir zunächst nicht ganz zuordnen, ich vermutete, dass es von zwei miteinander kämpfenden Katzen kam. Am nächsten Morgen waren unsere Gartenzwerge umgekippt. Da hatte wohl eine Nachbarskatze mit den Hühnern gekämpft. Wir stellten sie wieder auf, seitdem haben wir keine solche Kämpfe mehr mitbekommen (fast schon langweilig).
Zu unserer Entlastung könnte ich jetzt sagen, dass wir nur Gartenzwerge aufgestellt haben, die ohnehin schon in unserem Garten vorhanden waren. Allerdings sahen wir kürzlich nun weitere "Gartenzwerge" im Schlussverkauf. Und kauften selbst einen: Einen Mistkäfer, der gerade seine Mistkugel rollt. Er ist zugegebener Weise etwas kleiner als die Hühner. Damit er bei den drei Hühnern nicht "untergeht", hat Walli ihn vorerst auf die Fensterbank im Wohnzimmer gestellt. Damit ihn alle bewundern können.
Nun ist es also soweit: Wir sind spießige Gartenzwergbesitzer.
Und nun ist es soweit: Wir haben hier jetzt auch unsere Gartenzwerge. Sie sind sicherlich nicht ganz so perfekt wie in Deutschland, aber eigentlich kann man sie doch nicht anders bezeichnen. "Gartenzwerge" werden hier gerne aus Altmetall gemacht, stellen verschiedenste Tiere dar und gibt es in den unterschiedlichsten Größen.
Bei einem Rundgang durch unseren Garten entdeckten wir unsere drei Gartenzwerge, die umgekippt in verschiedenen nebeneinanderliegenden Büschen lagen. Es sollen wohl (Perl-?) Hühner sein, vielleicht wurden sie von unserer Vormieterin vergessen. Nachdem wir sie schon mal hatten, könnten wir sie ja auch aufstellen, dachten wir. Und nun stehen sie da, in einem Beet gegenüber der Terrasse.
In einer der ersten Nächte, nachdem wir sie aufgestellt hatten, wachten wir mitten in der Nacht auf durch ein größeres Geschrei gefühlt direkt vor unserem Schlafzimmerfenster. Das Geschrei konnten wir zunächst nicht ganz zuordnen, ich vermutete, dass es von zwei miteinander kämpfenden Katzen kam. Am nächsten Morgen waren unsere Gartenzwerge umgekippt. Da hatte wohl eine Nachbarskatze mit den Hühnern gekämpft. Wir stellten sie wieder auf, seitdem haben wir keine solche Kämpfe mehr mitbekommen (fast schon langweilig).
Zu unserer Entlastung könnte ich jetzt sagen, dass wir nur Gartenzwerge aufgestellt haben, die ohnehin schon in unserem Garten vorhanden waren. Allerdings sahen wir kürzlich nun weitere "Gartenzwerge" im Schlussverkauf. Und kauften selbst einen: Einen Mistkäfer, der gerade seine Mistkugel rollt. Er ist zugegebener Weise etwas kleiner als die Hühner. Damit er bei den drei Hühnern nicht "untergeht", hat Walli ihn vorerst auf die Fensterbank im Wohnzimmer gestellt. Damit ihn alle bewundern können.
Nun ist es also soweit: Wir sind spießige Gartenzwergbesitzer.
Sonntag, 3. Juli 2016
Grenzerfahrungen
Ach, was ist Europa doch toll!
Zugegeben, grenzenloses Reisen in Europa (= Schengenprotokoll) ist nicht gleich Europa, aber für den "normalen Bürger" macht es doch einen guten Teil von Europas Identität aus. Und was man bereits als Errungenschaft hat, das wertschätzt man manchmal vielleicht nicht so sehr. Daher dachten wir, dass wir hier mal eine kleine Ode an Schengen schreiben könnten.
An diesem Wochenende haben wir ja einen Ausflug ins Madikwe Game Reserve gemacht, das gerade mal auf der anderen Seite der Grenze zu Südafrika liegt. Wir wussten ja, dass wir eine Grenze zu passieren hätten, doch wenn wir gewusst hätten, was uns erwartete, dann hätten wir wohl noch etwas mehr Zeit einkalkuliert.
An der Grenze - auf botswanischer Seite - mussten wir das Auto erst einmal parken und in das Grenzgebäude gehen. Zunächst läuft man an mehreren Schaltern mit Zollbeamten vorbei; da wir nichts zu verzollen hatten, ignorierten wir sie und gingen einen Raum weiter zur Passkontrolle. Auch hierfür gab es mehrere Schalter, wir stellten uns zunächst in der ersten Schlange an, um dann festzustellen, dass an den verschiedenen Fenstern unterschiedliche Personengruppen abgefertigt wurden. Und zunächst hieß es sowieso ein kleines Papierdokument ausfüllen. Dann stellten wir uns an einem Fenster für "Residents" an. Vor uns waren eine Familie und zwei weitere Grenzgänger, die Beamtin arbeitete offenbar gründlich. Irgendwann kamen wir an die Reihe, alles lief problemlos, wir bekamen die Ausreisestempel in den Pass und verließen das Gebäude, um zum Auto zu gehen. Bis hierhin hatten wir gerade mal 20 Minuten gebraucht, das ging ja schneller als befürchtet. So fuhren wir also auf das botswanische Grenztor zu; die Grenzbeamten interessierten unsere Stempel im Pass jedoch nicht, sie wollten von uns den "gate pass" für das Auto samt Insassen sehen, der von Zoll und Passkontrolle abgestempelt sein muss. Da wir das Dokument nicht hatten, mussten wir das Auto wieder parken und zurück ins Gebäude gehen. Nach nur kurzem Anstehen bekamen wir das Dokument mit dem Stempel vom Zoll - damit mussten wir wieder zur Passkontrolle. Nachdem wir wieder brav in der Schlange gewartet hatten, erkannte uns die Beamtin dort schnell wieder und stempelte den "gate pass" ab. Sie hätte uns ja auch vorher mal darauf aufmerksam machen können, dass wir so etwas brauchen.
Wir fuhren 300m weiter, dann begann der Grenzbereich der Südafrikaner. Ein Grenzbeamter sagte uns, dass der Parkplatz voll sei, daher sollten wir doch links herum fahren (statt rechts) - im Endeffekt parkten wir nun hinter der eigentlichen Kontrolle, wie wir erst später bemerkten.
Vor dem Grenzhäuschen, in das wir hineinsollten, gab es bereits eine sehr lange Schlange, in die wir uns auch einreihen mussten. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden wir von einer Art Türsteher, der durch seine markigen Sprüche auffiel und seine Rolle durchaus genoss, in das Gebäude vorgelassen. Dort kam dann glücklicherweise recht schnell die Passkontrolle, die fast ohne Probleme verlief. Vorsichtshalber gingen wir auch noch beim Zoll vorbei, falls wir das Auto wieder extra angeben müssten, doch hier schaute man uns nur komisch an und verstand nicht, was wir denn wollten.
Außerhalb des Gebäudes gingen wir dann zum Grenztor, an dem alle Fahrzeuge vom Zoll kontrolliert wurden - wir waren zum Parken bereits daran vorbeigefahren. Auf unsere Nachfrage hin mussten wir glücklicherweise nicht zurückfahren, sondern konnten einfach zu Fuß hindurch und zu unserem Auto gehen - der Grenzbeamte rief uns noch hinter her, dass er hoffen würde, dass wir die Big Five sähen. So saßen wir bald im Auto, fuhren los, hielten die Pässe in der Hand - und konnten kaum glauben, dass wir es geschafft hatten nach Südafrika. 1,5 Stunden hatte uns diese Grenzprozedur insgesamt gekostet (länger als die gesamte Autofahrt hätte dauern sollen); vielleicht hatten wir einfach nur Pech und es war gerade großer Andrang?!
Auf dem Rückweg aus Madikwe ging es dann umgekehrt - glücklicherweise mit kürzeren Schlangen: Die südafrikanische Grenzkontrolle ging recht fix, dann fuhren wir durch die südafrikanische Zollkontrolle/Grenztor mit Befragung ("I used to like Bayern Munich, now I like Ajax Amsterdam more"), dann auf botswanischer Seite am Zoll ein schneller Stempel auf den "gate pass", eine kurze Warteschlange bei der wieder sehr gründlichen und dadurch doch langwierigen Passkontrolle und wir waren wieder zurück.
War das in Europa auch mal so? Was für eine Errungenschaft jedenfalls, dass wir heute in Europa einfach so die Grenze überqueren können!
Zugegeben, grenzenloses Reisen in Europa (= Schengenprotokoll) ist nicht gleich Europa, aber für den "normalen Bürger" macht es doch einen guten Teil von Europas Identität aus. Und was man bereits als Errungenschaft hat, das wertschätzt man manchmal vielleicht nicht so sehr. Daher dachten wir, dass wir hier mal eine kleine Ode an Schengen schreiben könnten.
An diesem Wochenende haben wir ja einen Ausflug ins Madikwe Game Reserve gemacht, das gerade mal auf der anderen Seite der Grenze zu Südafrika liegt. Wir wussten ja, dass wir eine Grenze zu passieren hätten, doch wenn wir gewusst hätten, was uns erwartete, dann hätten wir wohl noch etwas mehr Zeit einkalkuliert.
An der Grenze - auf botswanischer Seite - mussten wir das Auto erst einmal parken und in das Grenzgebäude gehen. Zunächst läuft man an mehreren Schaltern mit Zollbeamten vorbei; da wir nichts zu verzollen hatten, ignorierten wir sie und gingen einen Raum weiter zur Passkontrolle. Auch hierfür gab es mehrere Schalter, wir stellten uns zunächst in der ersten Schlange an, um dann festzustellen, dass an den verschiedenen Fenstern unterschiedliche Personengruppen abgefertigt wurden. Und zunächst hieß es sowieso ein kleines Papierdokument ausfüllen. Dann stellten wir uns an einem Fenster für "Residents" an. Vor uns waren eine Familie und zwei weitere Grenzgänger, die Beamtin arbeitete offenbar gründlich. Irgendwann kamen wir an die Reihe, alles lief problemlos, wir bekamen die Ausreisestempel in den Pass und verließen das Gebäude, um zum Auto zu gehen. Bis hierhin hatten wir gerade mal 20 Minuten gebraucht, das ging ja schneller als befürchtet. So fuhren wir also auf das botswanische Grenztor zu; die Grenzbeamten interessierten unsere Stempel im Pass jedoch nicht, sie wollten von uns den "gate pass" für das Auto samt Insassen sehen, der von Zoll und Passkontrolle abgestempelt sein muss. Da wir das Dokument nicht hatten, mussten wir das Auto wieder parken und zurück ins Gebäude gehen. Nach nur kurzem Anstehen bekamen wir das Dokument mit dem Stempel vom Zoll - damit mussten wir wieder zur Passkontrolle. Nachdem wir wieder brav in der Schlange gewartet hatten, erkannte uns die Beamtin dort schnell wieder und stempelte den "gate pass" ab. Sie hätte uns ja auch vorher mal darauf aufmerksam machen können, dass wir so etwas brauchen.
Wir fuhren 300m weiter, dann begann der Grenzbereich der Südafrikaner. Ein Grenzbeamter sagte uns, dass der Parkplatz voll sei, daher sollten wir doch links herum fahren (statt rechts) - im Endeffekt parkten wir nun hinter der eigentlichen Kontrolle, wie wir erst später bemerkten.
Vor dem Grenzhäuschen, in das wir hineinsollten, gab es bereits eine sehr lange Schlange, in die wir uns auch einreihen mussten. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden wir von einer Art Türsteher, der durch seine markigen Sprüche auffiel und seine Rolle durchaus genoss, in das Gebäude vorgelassen. Dort kam dann glücklicherweise recht schnell die Passkontrolle, die fast ohne Probleme verlief. Vorsichtshalber gingen wir auch noch beim Zoll vorbei, falls wir das Auto wieder extra angeben müssten, doch hier schaute man uns nur komisch an und verstand nicht, was wir denn wollten.
Außerhalb des Gebäudes gingen wir dann zum Grenztor, an dem alle Fahrzeuge vom Zoll kontrolliert wurden - wir waren zum Parken bereits daran vorbeigefahren. Auf unsere Nachfrage hin mussten wir glücklicherweise nicht zurückfahren, sondern konnten einfach zu Fuß hindurch und zu unserem Auto gehen - der Grenzbeamte rief uns noch hinter her, dass er hoffen würde, dass wir die Big Five sähen. So saßen wir bald im Auto, fuhren los, hielten die Pässe in der Hand - und konnten kaum glauben, dass wir es geschafft hatten nach Südafrika. 1,5 Stunden hatte uns diese Grenzprozedur insgesamt gekostet (länger als die gesamte Autofahrt hätte dauern sollen); vielleicht hatten wir einfach nur Pech und es war gerade großer Andrang?!
Auf dem Rückweg aus Madikwe ging es dann umgekehrt - glücklicherweise mit kürzeren Schlangen: Die südafrikanische Grenzkontrolle ging recht fix, dann fuhren wir durch die südafrikanische Zollkontrolle/Grenztor mit Befragung ("I used to like Bayern Munich, now I like Ajax Amsterdam more"), dann auf botswanischer Seite am Zoll ein schneller Stempel auf den "gate pass", eine kurze Warteschlange bei der wieder sehr gründlichen und dadurch doch langwierigen Passkontrolle und wir waren wieder zurück.
War das in Europa auch mal so? Was für eine Errungenschaft jedenfalls, dass wir heute in Europa einfach so die Grenze überqueren können!
Samstag, 2. Juli 2016
Luxus in Madikwe
Philip und ich hatten schon länger das Gefühl, dass mal wieder ein etwas größerer Ausflug fällig wäre. Dafür hatten wir das Tierreservat Madikwe ins Auge gefasst. Es ist das nächstgrößere von Gaborone aus (wenn man die beiden kleinen Parks Gaborone Game Reserve und Mokolodi nicht mitzählt), nur 37km von unserer Haustür entfernt; liegt aber bereits in Südafrika.
Von einem anderen Deutschen hatten wir den Tipp bekommen, dass man am besten kurzfristig in den Lodges anruft und so gute Chancen hat, Sonderpreise auszuhandeln. Das erschien uns als eine sehr gute Idee, denn in Madikwe gibt es fast ausschließlich 5-Sterne-Lodges, in denen die Übernachtungen dementsprechend viel Geld kosten. Dafür hat man dort gleich Vollpension und zwei Game Drives (Safarifahrten) pro Übernachtung sind auch inklusive, denn in Madikwe darf man mit dem eigenen Auto nur bis zu seiner Lodge fahren.
Ich rief letzten Mittwoch bei zwei "günstigeren" Lodges an, um eine Übernachtung von Freitag auf Samstag zu buchen und bekam von beiden größere Rabatte angeboten. Bei der zweiten, deren Internetauftritt uns etwas besser gefiel, konnte ich noch per Mail etwas nachverhandeln und so sagten wir zu und machten uns am späten Freitagvormittag auf den Weg. Der nächste Wildpark-Eingang zu unserer Ziel-Lodge "The Bush House" lag nur 10km hinter der Grenze. Bevor sie uns reinfahren ließ, klärte die Torwärterin telefonisch ab, dass wir auch wirklich erwartet wurden, und dann waren wir nach ca. 300m Fahrt auch schon am Eingang der Lodge, wo bereits eine Mitarbeiterin nach uns Ausschau hielt. Die Begrüßung war äußerst zuvorkommend, das Zimmer wunderschön und das Gelände einfach traumhaft. Wie familiär die inhabergeführte Lodge war und dass sie nur sechs luxoriöse Zimmer vermietete, hatten wir im Vorfeld gar nicht mitbekommen.
Neben Korbsesseln und Liegen mit Blick auf das Wasserloch gab es auch einen "Hide", den man über einen Tunnel erreichte und durch den man einen versteckten, ebenerdigen und ganz nahen Blick auf das Wasserloch hatte. Leider hat sich kein Tier dorthin verirrt, während wir dort saßen, von einigen Vögeln abgesehen - und ohne Tiere mutete die Szenerie fast apokalyptisch an, obwohl es wahnsinnig friedlich war.
Um 14:30 Uhr gab es einen kleinen Nachmittagssnack (Möhrensalat und Lammspieße, zum Nachtisch Éclairs) und um 15 Uhr begann der Game Drive. Wir waren nur vier Gäste; ein älteres amerikanisches Ehepaar war ebenfalls an dem Tag angereist. Unser Safari Guide Gregg zeigte uns als erstes einen Giraffenbullen, der wohl relativ zuverlässig nahe eines bestimmten Weges steht, dann sahen wir Impalas und schließlich folgte Gregg eine ganze Weile lang Löwenspuren, die teilweise selbst für uns Touristen deutlich erkennbar waren:
Dann hatte Gregg sie aufgespürt - zwei männliche Löwen, Brüder, die wohl erst vor ein paar Stunden einen Revierkampf verloren hatten und nun im Gras lagen. (An dieser Stelle ein Kalauer von Gregg: "Why is the lion called lion? Because he's always lying!") Löwen verbringen ja generell die meiste Zeit des Tages rumliegend und ließen sich durch uns und ein später zu uns stoßendes zweites Safarifahrzeug nicht stören. Sieht dieser nicht aus wie eine verspielte Katze mit etwas groß geratenen Tatzen?
Als nächstes sahen wir Breitmaulnashörner und hielten dann für einen kleinen "Sundowner" an. Auf dem Rückweg, schon in der Dunkelheit, trafen wir noch auf mehrere Hasen und schließlich auf Büffel. Drei der Big Five auf einem Game Drive - keine schlechte Bilanz!
An der Lodge wurden wir bereits mit einem Begrüßungs-Apéritif erwartet und gingen dann auch recht bald zum Abendessen. In der Zwischenzeit war noch ein fünfter Gast angekommen, auch ein Deutscher, der gerade ein Jahr lang in Südafrika für einen Energiekonzern arbeitet und bereits das letzte Wochenende in The Bush House verbracht hatte, nun aber noch mal wiedergekommen war, weil er seine Lederjacke vergessen hatte. Er war bereits 60 Jahre alt und sehr freundlich, auch wenn es mich irriterte, dass er seine in London lebende Partnerin "Meine kleine Thai-Freundin" nannte. Aber so ist es fern der Heimat: Man kommt mit Menschen ins Gespräch, die man in Deutschland aufgrund mangelnder Gemeinsamkeiten kaum kennengelernt hätte - im Ausland ist das Herkunftsland dann aber ein verbindender gemeinsamer Nenner.
Wir fünf zogen uns nach dem Abendessen alle relativ schnell zurück - am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Philip und ich setzten uns noch ein bißchen in den Hide und lasen, Tiere ließen sich am beleuchteten Wasserloch allerdings keine mehr blicken. In der Unterkunft inspizierten wir noch den Bücherschrank. Oft ist es in Hotels ja so, dass es ein Regal gibt, in dem Urlauber ihre Bücher lassen und andere sie dann mitnehmen können, hier stand jedoch in einigen Büchern drin, dass sie The Bush House gehörten. Ich liebäugelte trotzdem damit, mir eines zumindest auszuleihen, entschied mich aber dagegen, als wir zu Bett gingen - und in unserem Bett zwei Wärmflaschen vorfanden! Mal ehrlich, man kann doch nicht guten Gewissens ein Buch von jemandem mitgehen lassen (wenn auch leihweise), der einem eine Wärmflasche ins Bett legt ...
Am nächsten Morgen klopfte Gregg wie angekündigt um 6 Uhr an unsere Tür. Nach Kaffee/Tee und einem Muffin bestiegen unsere drei Mitgäste und wir gegen 6:30 Uhr das Safari-Auto und fuhren durch die Morgendämmerung. Im Vorfeld war uns eingeschärft worden, dass es während der Fahrt sehr kalt werden würden - anfangs ohne Sonne und dann sitzt man in so einem offenen Safarifahrzeug ja auch sehr exponiert und ist dem Wind und dem südafrikanischen Winter voll ausgesetzt. Aber für jeden von uns lag eine Decke bereit - und in jede Decke eingewickelt war außerdem eine Wärmflasche! Für künftige Game Drives sind wir nun vermutlich für immer verdorben ...
Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die ersten Tiere entdeckten: Gnus, dann Impalas und schließlich männliche Kudus. Letztere hatten riesige geschwungene Hörner - mindestens aus der Nähe hatten wir diese noch nie gesehen.
Schließlich entdeckte ich den ersten Elefant, auf den wir alle schon gewartet hatten, nachdem Gregg uns am Vortag als erstes erläutert hatte, welche Schäden die große Elefantenpopulation von Madikwe (wohl 1.300 Tiere, die wegen eines generellen Jagdverbots immer mehr werden) an den Bäumen anrichten würden. Tatsächlich hatten wir auch viele abgestorbene, da umgeknickte Bäume gesehen - aber keine Elefanten! Auch dieser hier war in einem Hang eher versteckt und wurde dort von Affen geärgert, weswegen er zweimal empört trötete.
Bald darauf machten wir eine kleine Pause und es gab Tee sowie "Bush Coffee" mit Amarula, einem Wildfrucht-Sahne-Likör. Dann fuhren wir noch zu zwei Löwen, deren Lagerplatz Gregg per Funk von anderen Safari Guides erfahren hatte. Auch sie schliefen zeitweise und zeigten sich völlig ungerührt durch unsere Anwesenheit.
An Zebras und Gnus vorbei fuhren wir schließlich wieder zur Lodge, wo wir von Mitarbeitern und Inhabern mit heißem Kakao empfangen wurden. Das Frühstück gab es heute Morgen nicht auf der Terasse, sondern drinnen - es war einfach zu kühl. Auf dem Frühstückstisch waren deutschsprachige Blätter mit einer Zusammenfassung von deutschen Nachrichten sowie englischsprachige Nachrichten aus den USA ausgelegt. Das amerikanische Paar nutze die Gelegenheit, uns über die deutsche Wahrnehmung von Trump zu befragen, während unser Landsmann etwas unvermittelt ein Foto seiner Kinder auf dem Handy rumzeigte. Es war ein nettes Frühstück, dann mussten wir auch schon packen. Die Belegschaft winkte uns hinterher, bis wir um die Ecke bogen, es war ganz rührend. Was für eine schöne Auszeit - nach Madikwe fahren wir bald wieder mal!
Von einem anderen Deutschen hatten wir den Tipp bekommen, dass man am besten kurzfristig in den Lodges anruft und so gute Chancen hat, Sonderpreise auszuhandeln. Das erschien uns als eine sehr gute Idee, denn in Madikwe gibt es fast ausschließlich 5-Sterne-Lodges, in denen die Übernachtungen dementsprechend viel Geld kosten. Dafür hat man dort gleich Vollpension und zwei Game Drives (Safarifahrten) pro Übernachtung sind auch inklusive, denn in Madikwe darf man mit dem eigenen Auto nur bis zu seiner Lodge fahren.
Ich rief letzten Mittwoch bei zwei "günstigeren" Lodges an, um eine Übernachtung von Freitag auf Samstag zu buchen und bekam von beiden größere Rabatte angeboten. Bei der zweiten, deren Internetauftritt uns etwas besser gefiel, konnte ich noch per Mail etwas nachverhandeln und so sagten wir zu und machten uns am späten Freitagvormittag auf den Weg. Der nächste Wildpark-Eingang zu unserer Ziel-Lodge "The Bush House" lag nur 10km hinter der Grenze. Bevor sie uns reinfahren ließ, klärte die Torwärterin telefonisch ab, dass wir auch wirklich erwartet wurden, und dann waren wir nach ca. 300m Fahrt auch schon am Eingang der Lodge, wo bereits eine Mitarbeiterin nach uns Ausschau hielt. Die Begrüßung war äußerst zuvorkommend, das Zimmer wunderschön und das Gelände einfach traumhaft. Wie familiär die inhabergeführte Lodge war und dass sie nur sechs luxoriöse Zimmer vermietete, hatten wir im Vorfeld gar nicht mitbekommen.
Neben Korbsesseln und Liegen mit Blick auf das Wasserloch gab es auch einen "Hide", den man über einen Tunnel erreichte und durch den man einen versteckten, ebenerdigen und ganz nahen Blick auf das Wasserloch hatte. Leider hat sich kein Tier dorthin verirrt, während wir dort saßen, von einigen Vögeln abgesehen - und ohne Tiere mutete die Szenerie fast apokalyptisch an, obwohl es wahnsinnig friedlich war.
Um 14:30 Uhr gab es einen kleinen Nachmittagssnack (Möhrensalat und Lammspieße, zum Nachtisch Éclairs) und um 15 Uhr begann der Game Drive. Wir waren nur vier Gäste; ein älteres amerikanisches Ehepaar war ebenfalls an dem Tag angereist. Unser Safari Guide Gregg zeigte uns als erstes einen Giraffenbullen, der wohl relativ zuverlässig nahe eines bestimmten Weges steht, dann sahen wir Impalas und schließlich folgte Gregg eine ganze Weile lang Löwenspuren, die teilweise selbst für uns Touristen deutlich erkennbar waren:
Dann hatte Gregg sie aufgespürt - zwei männliche Löwen, Brüder, die wohl erst vor ein paar Stunden einen Revierkampf verloren hatten und nun im Gras lagen. (An dieser Stelle ein Kalauer von Gregg: "Why is the lion called lion? Because he's always lying!") Löwen verbringen ja generell die meiste Zeit des Tages rumliegend und ließen sich durch uns und ein später zu uns stoßendes zweites Safarifahrzeug nicht stören. Sieht dieser nicht aus wie eine verspielte Katze mit etwas groß geratenen Tatzen?
An der Lodge wurden wir bereits mit einem Begrüßungs-Apéritif erwartet und gingen dann auch recht bald zum Abendessen. In der Zwischenzeit war noch ein fünfter Gast angekommen, auch ein Deutscher, der gerade ein Jahr lang in Südafrika für einen Energiekonzern arbeitet und bereits das letzte Wochenende in The Bush House verbracht hatte, nun aber noch mal wiedergekommen war, weil er seine Lederjacke vergessen hatte. Er war bereits 60 Jahre alt und sehr freundlich, auch wenn es mich irriterte, dass er seine in London lebende Partnerin "Meine kleine Thai-Freundin" nannte. Aber so ist es fern der Heimat: Man kommt mit Menschen ins Gespräch, die man in Deutschland aufgrund mangelnder Gemeinsamkeiten kaum kennengelernt hätte - im Ausland ist das Herkunftsland dann aber ein verbindender gemeinsamer Nenner.
Wir fünf zogen uns nach dem Abendessen alle relativ schnell zurück - am nächsten Morgen sollte es früh losgehen. Philip und ich setzten uns noch ein bißchen in den Hide und lasen, Tiere ließen sich am beleuchteten Wasserloch allerdings keine mehr blicken. In der Unterkunft inspizierten wir noch den Bücherschrank. Oft ist es in Hotels ja so, dass es ein Regal gibt, in dem Urlauber ihre Bücher lassen und andere sie dann mitnehmen können, hier stand jedoch in einigen Büchern drin, dass sie The Bush House gehörten. Ich liebäugelte trotzdem damit, mir eines zumindest auszuleihen, entschied mich aber dagegen, als wir zu Bett gingen - und in unserem Bett zwei Wärmflaschen vorfanden! Mal ehrlich, man kann doch nicht guten Gewissens ein Buch von jemandem mitgehen lassen (wenn auch leihweise), der einem eine Wärmflasche ins Bett legt ...
Am nächsten Morgen klopfte Gregg wie angekündigt um 6 Uhr an unsere Tür. Nach Kaffee/Tee und einem Muffin bestiegen unsere drei Mitgäste und wir gegen 6:30 Uhr das Safari-Auto und fuhren durch die Morgendämmerung. Im Vorfeld war uns eingeschärft worden, dass es während der Fahrt sehr kalt werden würden - anfangs ohne Sonne und dann sitzt man in so einem offenen Safarifahrzeug ja auch sehr exponiert und ist dem Wind und dem südafrikanischen Winter voll ausgesetzt. Aber für jeden von uns lag eine Decke bereit - und in jede Decke eingewickelt war außerdem eine Wärmflasche! Für künftige Game Drives sind wir nun vermutlich für immer verdorben ...
Es dauerte eine ganze Weile, bis wir die ersten Tiere entdeckten: Gnus, dann Impalas und schließlich männliche Kudus. Letztere hatten riesige geschwungene Hörner - mindestens aus der Nähe hatten wir diese noch nie gesehen.
Schließlich entdeckte ich den ersten Elefant, auf den wir alle schon gewartet hatten, nachdem Gregg uns am Vortag als erstes erläutert hatte, welche Schäden die große Elefantenpopulation von Madikwe (wohl 1.300 Tiere, die wegen eines generellen Jagdverbots immer mehr werden) an den Bäumen anrichten würden. Tatsächlich hatten wir auch viele abgestorbene, da umgeknickte Bäume gesehen - aber keine Elefanten! Auch dieser hier war in einem Hang eher versteckt und wurde dort von Affen geärgert, weswegen er zweimal empört trötete.
Bald darauf machten wir eine kleine Pause und es gab Tee sowie "Bush Coffee" mit Amarula, einem Wildfrucht-Sahne-Likör. Dann fuhren wir noch zu zwei Löwen, deren Lagerplatz Gregg per Funk von anderen Safari Guides erfahren hatte. Auch sie schliefen zeitweise und zeigten sich völlig ungerührt durch unsere Anwesenheit.
An Zebras und Gnus vorbei fuhren wir schließlich wieder zur Lodge, wo wir von Mitarbeitern und Inhabern mit heißem Kakao empfangen wurden. Das Frühstück gab es heute Morgen nicht auf der Terasse, sondern drinnen - es war einfach zu kühl. Auf dem Frühstückstisch waren deutschsprachige Blätter mit einer Zusammenfassung von deutschen Nachrichten sowie englischsprachige Nachrichten aus den USA ausgelegt. Das amerikanische Paar nutze die Gelegenheit, uns über die deutsche Wahrnehmung von Trump zu befragen, während unser Landsmann etwas unvermittelt ein Foto seiner Kinder auf dem Handy rumzeigte. Es war ein nettes Frühstück, dann mussten wir auch schon packen. Die Belegschaft winkte uns hinterher, bis wir um die Ecke bogen, es war ganz rührend. Was für eine schöne Auszeit - nach Madikwe fahren wir bald wieder mal!
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