Montag, 18. Juni 2018

Am Wendekreis des Steinbocks

Das könnte auch ein Buchtitel sein - und ist es auch, von Henry Miller. Der Wendekreis des Steinbocks ist aber auch eine imaginäre geographische Linie, die den südlichsten Breitenkreis bezeichnet, an dem die Mittagssonne gerade noch den Zenit erreicht, nämlich zur Sommersonnenwende am 21. oder 22. Dezember. Es ist somit der südliche Wendekreis - und der läuft auch durch Botswana. Der nördliche Wendekreis, der Wendekreis des Krebses, findet sich ungefähr auf der Höhe des südlichen Ägyptens. Beide Wendekreise sind 2609 km vom Äquator entfernt. Die Breitengrade zwischen den beiden Wendekreisen werden landläufig als die Tropen bezeichnet.
Gaborone liegt somit nicht mehr in den Tropen, da es südlich des südlichen Wendekreises liegt. Der Wendekreis des Steinbocks ist uns in Botswana schon früh aufgefallen, denn an der A1, also der Straße, die Gaborone mit der zweitgrößten Stadt Botswanas, Francistown, verbindet, steht ein entsprechendes Schild:


Nur vier Tage vor seiner Amtsübergabe an seinen Nachfolger hat der frühere Präsident Botswanas Ende März ein Denkmal enthüllt. Seitdem wird der Wendekreis also auch gebührend gefeiert:


Wir hatten schon davon gelesen, und als wir nun kürzlich mal wieder auf der Strecke unterwegs waren, hielten wir tatsächlich an, um es uns anzuschauen. Jede der Stelen steht für ein Land, durch das der Wendekreis verläuft, angegeben wird u.a. die Fläche des Landes sowie die Verschiebung der Zeitzone gegenüber Botswana. Außer Botswana verläuft der Wendekreis des Steinbocks auch durch Namibia, Südafrika, Mosambik, Madagaskar, Australien, Chile, Argentinien, Paraguay und Brasilien.
Als ich von dem neuen Denkmal las, dachte ich mir "Was für eine Geldverschwendung." Da wird entlang dieser Straße im Niemandsland ein Denkmal für teures Geld enthüllt - hätte man mit dem Geld in einem Land wie Botswana nicht sinnvolleres anfangen können? Nach unserem Besuch dort fange ich langsam an, etwas milder zu werden. Es ist ein stilvolles Monument, und vielleicht muss man es als einen Anfang sehen. Zunächst werden vielleicht einige Autofahrer dort anhalten und eine kurze Pause machen (so wie wir), was der Verkehrssicherheit dienen mag, da sie so eventuell wieder fitter werden. Mit der Zeit wird sich (hoffentlich) auch etwas weitere touristische Infrastruktur dort ansiedeln und so für Beschäftigung in dieser Gegend sorgen. Bei unserem Besuch hat schon jemand Wassermelonen aus seinem Pickup-Truck verkauft. Und wer weiß, was sich dort noch entwickelt?
Aufgrund der Verschiebung der Erdachse bewegen sich die Wendekreise übrigens um ca. 14 Meter jährlich. Wie die botswanische Regierung das bei der Erbauung des Denkmals berücksichtigt hat, ist mir ja noch nicht ganz klar... wird das Monument dann jährlich verschoben?

Freitag, 15. Juni 2018

Charity-Woche

Ende Mai hatte ich - im Nachklapp zum Arts and Crafts Market - eine Charity-Woche. Sie begann damit, dass wir am Montag nach dem Markt noch aufräumten und eine Inventarliste der übrigen Getränke erstellten. Mit dabei: Charity, eine Mitarbeiterin der gastgebenden NGO. Einige Botswaner sind nach englischsprachigen Tugenden benannt: Ich bin schon mehreren Frauen namens Precious begegnet, einer Purity, einem Innocent und alleine in Verbindung mit dem Kunsthandwerksmarkt auch zwei Charitys - eine der Damen, die für das Catering zuständig waren, hieß ebenfalls so. Und so begann die letzte Maiwoche für mich mit Charity - und endete freitags auch mit ihr, bei einem Charity Lunch. Meine Namensvetterin Wally engagiert sich in einer Wohltätigkeitsorganisation namens "Inner Wheel" - anscheinend die weibliche Antwort auf den Rotary Club. Zum "Inner Wheel" von Gaborone gehören nur acht Frauen, der Verein legt Wert auf Exklusivität, veranstaltet aber einmal im Jahr einen Ladies Charity Lunch für alle, die bereit sind, dafür 300 Pula zu zahlen (ca. 25 €). Ich war bereits letztes Jahr dabei und hatte da eigentlich die Erkenntnis gewonnen, dass ich mir für solche Veranstaltungen noch viel zu jung vorkomme. Ich kannte damals nur meine Baylor-Kollegin, die mich mitgenommen hatte, und die Leiterin des Reisebüros, bei der ich schon Urlaube gebucht hatte, die allerdings an einem anderen Tisch saß. Ansonsten waren viele ältere, weiße Damen zugegen, die ich noch nie gesehen hatte, die sich aber alle untereinander zu kennen schienen.

Ich hatte daher nicht vor, den diesjährigen "Inner Wheel Charity Lunch" zu besuchen. Wally lud aber Charity und deren Kollegin Kopo kurzerhand ein, weil sie uns bei der Durchführung des Arts and Crafts Markets eine große Hilfe gewesen waren. Außerdem kam noch eine französische Freundin von ihr, die ich ebenfalls kannte und sie schlug mir vor, dass wir das Ganze doch als entspanntes Markt-Nachtreffen sehen könnten. Und so habe ich mich dann überreden lassen und es nicht bereut: Zu fünft war die Veranstaltung schon wesentlich lustiger als letztes Jahr zu zweit. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob es letztes Jahr auch kostenlosen Wein gab, dieses Jahr war es auf jeden Fall so. Als ich das zweite Glas dankend ablehnte, fragte mich die Französin mitfühlend, ob ich noch fahren müsse, worauf Wally empört sagte: "Wir müssen alle noch fahren!" und sich schwungvoll ein weiteres Glas einschenkte. In Gaborone müssen ja eigentlich immer noch alle fahren, zumindest, wenn man ohne seinen Partner unterwegs ist. Fahrgemeinschaften sind selten realisierbar, die meisten Leute wohnen einfach in ganz verschiedenen Ecken der Stadt. Einen öffentlichen Nahverkehr gibt es nicht und ein Taxi zu bestellen, kann kompliziert werden und lange dauern. "Drink and drive" erscheint dadurch gesellschaftlich akzeptierter. Die Polizei sieht das sicherlich anders, aber wir haben bislang nur von einer einzigen Alkoholkontrolle gehört (der sich der Kontrollierte erfolgreich durch Verweigerung entzogen hat).

Die Stimmung beim Charity Lunch war also ganz gut, das Essen auch. Bevor es losging, wurden noch ein paar Reden gehalten und außerdem Kunstwerke versteigert - Wally erklärte fröhlich, dass die zu ersteigernden Bilder von ihren Besitzern gespendet worden waren, was bei einigen der angepriesenen Katzen- und Landschaftsaufnahmen nicht verwunderte. Während Charity, Kopo und ich unsere Hände unter dem Tisch behielten, um bloß keine unbedachte Bewegung zu machen, die als Gebot gewertet werden könnte, mischten andere Damen fröhlich bei der Versteigerung mit. (Laut Wally wäre diese trotzdem noch erfolgreicher gewesen, wenn man sie ans Ende der Veranstaltung gelegt hätte ... wie gesagt, der Wein war kostenlos.) Wenn die Versteigerung einzelner Bilder nicht recht in Schwung kam, wurde auch mal der Rahmen als besonders hübsch und der eigentliche Wertgegenstand angepriesen, was von der Moderatorin noch nicht mal witzig gemeint war, aber einer gewissen Komik nicht entbehrte.



Nach dem Essen (einem großen Buffet) fand dann die Verlosung statt, der "Charity Lunch Raffle Draw" als eigentliches Higlight der Veranstaltung. Ich hatte auch fünf Lose gekauft (und schon letztes Jahr nichts gewonnen). Die Preise waren Spenden lokaler Unternehmen - es gab Gutscheine von Beauty Spas, Gutscheine von Restaurants, Modeschmuck von Schmuckdesignern und ähnliches. Beim dritthöchsten Gewinn war ich fast erleichtert, kein Glück zu haben: Mit dem 1000 Pula Gutschein von Senn Foods, einem großen Fleischproduzenten, hätte man hier sehr viel Fleisch kaufen können, das hätte mich doch überfordert. Den Hauptpreis, drei Übernachtungen für zwei im Chobe Nationalpark, hätte ich dagegen sehr gerne genommen, aber leider wurde keines meiner Lose gezogen. Und nicht nur das: Mein ganzer Tisch hatte Pech.

Dafür unterhielten wir uns gut in unserer Fünfergruppe. Am anderen Tischende saßen noch drei ältere Damen, die unter sich blieben. Zwischen unseren zwei Grüppchen waren zwei Stühle freigeblieben, kurz bevor das Essen losging, stieß dann noch eine Frau verspätet zu unserem Tisch. Eine Weiße, auch jünger als der Durchschnitt. Das andere Grüppchen schien zu glauben, das sie zu uns gehörte, wir hatten sie den anderen drei Ladies zugeordnet, aber sie war ganz alleine da. Das Eis war gebrochen, als Charity irgendwas über Malawi erzählte, wo ihre Eltern herkommen. Die Frau verschluckte sich fast und rief: "You are from Malawi? Me too!" und dann hörten die beiden für den Rest des Charity Lunchs gar nicht mehr auf, sich zu unterhalten. Diese ungeahnte Gemeinsamkeit, die keiner auf den ersten Blick geahnt hätte, schuf sofort eine Verbindung und irgendwann berichteten sie uns Umsitzenden abwechseln vom Leben in Malawi. Für mich war das der netteste Moment des Charity Lunchs und so ging meine Charity-Woche sehr fröhlich zuende.

Dienstag, 12. Juni 2018

Wenn die Klimaanlage heizen muss

Es ist Winter. Und da Gaborone nicht in den Tropen liegt, wird es hier kalt. Es gibt Leute, die sagen, dass sie noch nie so gefroren haben wie in Afrika.
Wenn die Sonne untergegangen ist, wird es derzeit ca. 6 bis 8°C. Da unser Haus - wie die meisten Häuser hier - nicht isoliert ist, haben wir innen dann leider auch keine T-Shirt Temperaturen mehr. Stattdessen haben nun die Wochen begonnen, in denen wir uns abends nicht mehr ins Wohnzimmer setzen (wollen). Unser Wohnzimmer hat eine recht große Fläche und hohe Decken, es lässt sich so kaum heizen - daher hat es auch keine Heizung, nur einen großen offenen Kamin, der jedoch den Raum auch nicht ausreichend wärmt. So ziehen wir uns nun häufig in ein anderes Zimmer zurück, in dem eine Klimaanlage eingebaut ist. Die können wir nämlich auch so einstellen, dass sie heizt.
Im Schlafzimmer haben wir auch eine solche Klimaanlage, sie ist jedoch etwas eigenwillig und laut - bisher haben wir sie noch nicht über Nacht laufen lassen, die Bettdecke wärmt ja. Mittlerweile haben wir zusätzlich zur Bettdecke auch zwei Wärmflaschen. Die, so finden wir, sind auch wirklich nötig.
Immerhin wird es tagsüber noch über 20°C warm, und bei Sonnenschein und in der Regel wolkenlos blauem Himmel lässt sich der Winter dann wieder kurzzeitig vergessen. Für hiesige Verhältnisse ist es zwar so kühl, dass die Batswana gerne mit dicken Jacken und Wollmützen herumlaufen, aber wir wollen uns da nicht zu sehr beschweren.
Es ist der dritte Winter, den wir hier mitbekommen. Aus unserem ersten Winter hier haben wir glücklicherweise schon etwas Übung (und Wärmflaschen); letztes Jahr waren wir im Juli eine Zeit lang in Deutschland und in den restlichen Winterwochen hier war es nicht allzu kalt. Dieses Jahr scheint uns nun noch einmal das große Bibbern bevorzustehen; ab Mitte August haben wir evtl. Chancen, dass es wieder etwas wärmer wird. Dann können wir auch die Klimaanlage wieder auf "kühlen" stellen.

Samstag, 9. Juni 2018

Attacke aus dem Weltall: Botswana im Visier

Ok, zugegeben, diese Überschrift ist ein klein wenig reißerisch. Aber ganz falsch ist sie auch nicht. Und es handelt sich noch nicht mal um einen Filmtitel (der würde wohl auch besser nach Hollywood passen). Am vergangenen Wochenende, samstagsabends, ging ein Meteorit über Botswana nieder und verglühte in der Erdatmosphäre.
Der Meteorit war geschätzt ca. 2 Meter im Durchmesser - und wurde erst entdeckt, als er bereits am Mond vorbeigeflogen war. Dann wurden Forscher auf ihn aufmerksam und stellten fest, dass er auf Kollisionskurs mit der Erde war. Somit gab es nur wenige Stunden Vorwarnzeit. Wie gut, dass der Meteorit nicht größer war und eine ernste Bedrohung für die Erde (oder für Botswana) darstellte.
Man konnte den Meteoriten wohl deutlich über Botswana wahrnehmen, es existieren sogar kurze Videos im Internet (z.B. auf Spiegel Online). Wir waren zum Zeitpunkt seines Verglühens gerade campend im Okavango Delta, allerdings war der Himmel ungewöhnlich bewölkt, so dass wir nichts mitbekommen haben.
Nur einen Tag später konnten wir dafür wieder einen fantastischen Sternhimmel beobachten. In Botswana geht das, insbesondere außerhalb Gaborones, häufig richtig gut, weil die Lichtverschmutzung so gering ist. Wir sahen so viele Sterne, dass wir einzelne Sternbilder kaum noch identifizieren konnten, die Milchstraße war gut erkennbar. Als Krönung beobachteten wir noch Sternschnuppen. Wir verraten jetzt aber nicht, was wir uns gewünscht haben, ein bisschen Aberglaube muss sein.


Mittwoch, 6. Juni 2018

Vitamin D gesucht

"Vitamin B" kann mir helfen, eine spannende Stelle in Deutschland zu finden. Doch nun wurde mir bescheinigt, dass ich auch noch Vitamin D brauche. Das generiert der Körper insbesondere aus Sonnenlicht.
Einen solchen Vitamin D-Mangel fand ich zunächst einigermaßen überraschend: Botswana ist doch ein Land, in dem quasi an 365 Tagen im Jahr die Sonne zu sehen ist. Da sollte man ja denken, dass ich genügend Sonnenlicht abbekomme. Unter der Woche bin ich allerdings tagsüber im Büro und bekomme von der Sonne kaum etwas mit. Ich lege selten Strecken zu Fuß zurück, teils aus Sicherheitsgründen, teils weil die Distanzen zu weit sind und zu einem großen Teil auch weil es einfach keine Fußgängerwege gibt. Und am Wochenende oder im Urlaub versuchte ich bisher eigentlich, die Sonne zu vermeiden oder zumindest Sonnencreme zu verwenden. Denn die UV-Strahlung - und damit die Sonnenbrandgefahr - ist hier sehr hoch. Und so bin ich insgesamt kaum dem Sonnenlicht ausgesetzt.
Nun soll ich also eine Zeitlang Vitamin D-Pillen schlucken. Kein Problem, dachte ich. Mittlerweile war ich in drei verschiedenen Apotheken hier und musste feststellen, dass es doch eines ist: Man kennt zwar den Wirkstoff fast überall, aber besorgen kann ihn mir niemand. Vitamin D mag nicht das kritischste aller Medikamente sein, aber wenn sie schon so etwas nicht bestellen können, wie mag dann erst die Versorgungslage mit wichtigeren Medikamenten aussehen? Ich werde nun wohl versuchen, mir Tabletten aus Deutschland zu besorgen. Vielleicht finde ich demnächst ja eine/n Kolleg/in, der/die/das nach Botswana reist und sie mir mitbringen kann.  Oder eine/r von Euch kommt uns besuchen?
In der Zwischenzeit versuche ich es mit kleinen Maßnahmen. Mal ein paar Minuten auf der Sonnenliege in der Sonne liegen - ohne Sonnencreme. Oder - wie kürzlich an einem Sonntag - Verlagerung der Frühstücks von der überdachten Terrasse in die Sonne.



Da wir nun Winter haben, ist die Sonneneinstrahlung glücklicherweise nicht ganz so stark, und zumindest in den Morgen- und Nachmittagsstunden ist es in der Sonne auch nicht so heiß.
Mal schauen, ob ich in meinem nächsten Blogeintrag dann von meinem Sonnenbrand erzähle...

P.S.: Bisher mussten wir das Frühstück im Garten übrigens noch nicht mit den Pavianen teilen

Sonntag, 3. Juni 2018

Stellenausschreibung

Eine Frage, die uns in Gesprächen immer wieder gestellt wird, ist: "Wie lange bleibt Ihr denn noch dort?" Wir freuen uns ja, dass Ihr meint, dass wir schon viel zu lange "weg" sind und so langsam wiederkommen sollten!
Ich habe meinem Chef schon vor einiger Zeit gesagt, dass ich innerhalb der nächsten 12 Monate gerne wieder in Deutschland für die GIZ arbeiten möchte. Er war wenig begeistert. (Nebenbei: Auch seine Frau Ruth, die Walli häufiger trifft, war wenig begeistert, ist doch so absehbar, dass mit Walli dann eine Bezugsperson weniger hier sein wird.) Nach langen Verhandlungen (zwischen mir und ihm sowie zwischen Walli und Ruth) hat er dann zugestimmt, mich frühestens zum 1. September gehen zu lassen. Das setzt jedoch voraus, dass ich einen passenden Job in Deutschland finde - und das ist gar nicht so einfach, finde ich.
Mein Chef dagegen hat Panik, dass er mein Projekt leiten muss, falls ich gehe und kein Nachfolger bereit steht. Daher hat er nun meine Stelle ausgeschrieben. Das bedeutete auch, dass ich meinem Team bereits sagen musste, dass ich nicht mehr ewig bleiben werde; es fiel mir nicht leicht, ich hatte Sorge, dass ich so zu einer "lame duck" werden könnte, d.h. dass mir größere Entscheidungen nicht mehr zugetraut werden und mir "auf der Nase herumgetanzt" wird. Das ist bisher jedoch nicht geschehen. Und so fühle ich mich etwas befreit, denn nun ist es kein Geheimnis mehr, dass ich nicht mehr ewig hier sein werde.
Zur Dokumentation hier die wesentlichen Teile der (internen) Stellenausschreibung.

Leiter (m/w) Wirtschaftsvorhaben mit der Southern African Development Community (SADC)
Tätigkeitsbereich:

Das Programm "Stärkung der regionalen wirtschaftlichen Integration in der SADC-Region" (CESARE) zielt darauf, dass SADC-Mitgliedsländer die Voraussetzungen für den Handel mit Gütern und Dienstleistungen entsprechend der SADC-Industrialisierungsagenda verbessern können
Das Globalvorhaben „Förderung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Umsetzung von EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA)“ hat als eine von zwei Fokusregionen die SADC-EPA-Länder. Es fokussiert sich insbesondere auf Unterstützung beim Aufbau eines partizipativen Monitoringsystems für das EPA sowie auf ein „awareness raising“ zu ausgewählten EPA-Themen in der Region. Darüber hinaus wird aus dem Schwerpunkt die Planung und Umsetzung weiterer handelsrelevanter Vorhaben in der SADC-Region fachlich begleitet, so z.B. die Umsetzung einer Maßnahme aus dem Globalvorhaben „Fonds Handel für Entwicklung“ zur Handelserleichterung am Grenzübergang Kasumbalesa (DR Kongo – Sambia) sowie ein angedachtes Projekt der deutschen Allianz für Handelserleichterungen in Südafrika im Rahmen des globalen IZR-Vorhabens „Globale Allianz für Handelserleichterungen“.

Ihre Aufgaben: 
  • Führungsverantwortung für ein hochqualifiziertes Team aus internationalen, regionalen und nationalen Fachkräften sowie die Koordination eines an die Consultingwirtschaft vergebenen Handlungsfelds
  • Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Finanzmittelplanung, das Monitoring der Programmaktivitäten, die Gewährleistung eines sinnvollen Instrumentenmixes sowie die Berichterstattung an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie an SADC.
  • Fachliche Beratung des SADC Sekretariats und anderer relevanter Akteure zu Themen der regionalen wirtschaftlichen Integration (z.B. Industriepolitik, Zollmodernisierung, Handelserleichterungen, EU-Wirtschaftspartnerschaftsabkommen).
  • Finalisierung der Verhandlungen einer Kofinanzierung durch die EU sowie die Erstellung eines entsprechenden Änderungsangebots an das BMZ (inkl. Aufstockung aus Rahmenplanung 2019)
  • Enge Abstimmung mit handelsrelevanten Globalvorhaben, insbesondere solchen, die Aktivitäten in der SADC-Region umsetzen.
  • Mitwirkung im Managementteam der GIZ Botswana/SADC.
Ihr Profil:
  • Sie kombinieren ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der Wirtschaftswissenschaften mit breiter Fachkompetenz und mehrjähriger Berufserfahrung zu den Prozessen der regionalen wirtschaftlichen Integration in den Bereichen Handel mit Gütern und Dienstleistungen.
  • Dabei haben Sie auch Umsetzungskenntnisse und -erfahrungen im Bereich Privatwirtschaftsentwicklung und regionale Wertschöpfungsketten. Umsetzungserfahrung von EU-Kofinanzierungen sind wünschenswert.
  • Des Weiteren haben Sie mehrjährige Berufserfahrung in der Partnerberatung in einem politisch sensiblen Umfeld und in der Ausgestaltung von Netzwerken gesammelt.
  • Sie verfügen über Managementerfahrung im komplexen Umfeld, wünschenswerterweise in einem regionalen Projekt, und haben bereits Führungserfahrung gesammelt.
  • Eine ausgeprägte Kommunikationskompetenz sowie kulturelles Einfühlungsvermögen gehören zu Ihren Stärken.
  • Dadurch wirken Sie bei unterschiedlichen Interessenslagen und in einem schwierigen politischen Umfeld ausgleichend und vermittelnd.
  • Außerdem sind Sie äußerst teamfähig sowie belastbar und treten respektvoll, glaubwürdig und sicher auf.
  • Verhandlungssichere Englisch- und Deutschkenntnisse setzen wir voraus. Französisch- und/oder Portugiesisch-Kenntnisse sind von Vorteil.
Standortinformationen:
Die Versorgungslage in Botswana ist sehr gut. Auch die grundlegende medizinische Versorgung ist gegeben. Die Schulsituation ist gut. Es gibt mehrere Schulen die internationale Abschlüsse (IB, A-Level) anbieten.
Im Allgemeinen ist die Sicherheitslage ruhig. Den Vorgaben zu Sicherheitsmaßnahmen der GIZ ist zu jeder Zeit Folge zu leisten. Bitte informieren Sie sich grundsätzlich auch über landesspezifische Hinweise des Auswärtigen Amts.

Freitag, 1. Juni 2018

Ich staue mich so durch

Seit Januar hat mein Projekt ja ein neues Büro. Es ist - das war absehbar - leider nicht mehr ganz so nah an unserem Heim gelegen wie das vorherige Büro, das weniger als 2 km entfernt lag. Ca. 8 km einfache Strecke bei kürzestem Weg ist die Entfernung, nicht unbedingt wild, ohne Verkehr in 15 Minuten zu fahren. Nur leider sind zu den Zeiten, zu denen ich unterwegs bin, noch ein bis drei andere Autos auf der Straße. Morgens brauche ich in der Regel ca. 25 Minuten. Abends ist es gefühlt in den letzten Wochen deutlich schlimmer geworden mit dem Verkehr. Ich staute mich kürzlich schon mal eine Stunde bis nach Hause, häufiger mal 45 Minuten. Eine Ausfallstraße, die nicht weit von unserem Haus entfernt liegt und abends recht befahren sein kann, ist derzeit eine Großbaustelle. Obwohl ich diese Straße gar nicht unbedingt nehmen muss, gibt es häufig einen Rückstau in den Kreisverkehr, den ich durchfahren muss.

Und während ich so an verschiedenen Stellen im Stau stehe, habe ich schön Zeit, mich über andere Vekehrsteilnehmer aufzuregen. Besonders beliebt bei mir sind die Minibusfahrer (quasi als Sammeltaxen unterwegs). Sie überholen bevorzugt die lange Schlange auf dem Standstreifen, um dann vorne von allzu gnädigen Autofahrern wieder problemlos in die Schlange reingelassen zu werden. Interessant finde ich auch das zweispurige Abbiegen auf einer Spur, das quasi alle hier praktizieren. Kommen so alle insgesamt schneller voran? Spurwechsel im zweispurigen Kreisverkehr sind natürlich auch beliebt, kommen glücklicherweise aber nicht ganz so häufig vor. So wundert es mich nicht, dass die Zahl der Verkehrstoten in Botswana deutlich höher liegt als in Deutschland.

Könnte ich meine Arbeitszeit stärker an die Verkehrslage anpassen? Die GIZ würde mir einerseits sicherlich die Flexibilität geben (gerade wurde eine neue Betriebsvereinbarung geschlossen, die eine noch stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten als ohnehin schon erlauben wird). Gleichzeitig gibt es in meinem Team schon einigermaßen geregelte Arbeitszeiten - an die ich mich als Chef dann wohl auch halbwegs halten sollte, Vorbildfunktion und so.

So freue ich mich derzeit doch darauf, dass der nächste Büro-Umzug bereits angekündigt ist. Wir wussten immer, dass unser derzeitiges Büro nur eine Übergangslösung sein würde. Und das neue Büro sollte verkehrstechnisch etwas günstiger für mich liegen - auch wenn ich den oben genannten Kreisverkehr weiterhin durchqueren muss.