Meine erste Dienstreise nach Ankunft führte mich nach Johannesburg zu einer Konferenz, die die GIZ mitorganisiert hatte. In der vergangenen Woche hatte ich nun wieder eine Dienstreise, diesmal ging es nach Swaziland.
Vor mittlerweile 16 Jahren war ich schon einmal als Tourist in Swaziland - meine Erinnerungen sind leider nicht mehr besonders ausgeprägt. Wir fuhren damals über einen Grenzübergang in den Bergen, die Straße dorthin war recht schlecht und wir kamen kurz vor Schließung des Grenzübergangs an und wurden so gerade noch durchgelassen. Diesmal kam ich leider nicht in touristischer Mission, sondern dienstlich und mit dem Flugzeug. Der recht neue Flughafen liegt etwas in der Pampa (ja, auch in einem so kleinen Land wie Swaziland ist das möglich!), so dass man auf direktem Weg zu unserem Konferenzhotel eine gute Stunde fuhr, auf recht ordentlichen Straßen. Wir waren kurz vor dem "SADC Summit" dort, dem jährlichen Gipfeltreffen der Staatsoberhäupter - das ich (leider?) verpasst habe. Dennoch war ich in offizieller SADC-Mission da, und da unser Projektfahrer, der mit einem Auto voll Pinnwänden und Moderationsmaterialien vorgefahren war (ca. 10 Stunden Fahrt von Gaborone), es verpasst hatte, uns abzuholen, fuhren wir mit einem SADC-Shuttle zum Hotel. Das dauerte etwas länger, da wir noch zwei weitere Hotels vorher anfuhren; dafür hatten wir eine "Blaulichtbegleitung", die uns die Straße frei machte, insbes. an Kreuzungen nicht ganz unpraktisch. Die Blaulichtbegleitung war, wie ich später bemerkte, nicht etwa ein Polizeifahrzeug - sondern ein Krankenwagen; der Effekt war für uns der gleiche. Und ich durfte mich wichtig fühlen.
Unser Konferenzhotel: Es kostete immerhin nur 35 Euro pro Nacht, was in einer Region, in der Hotelzimmer in der Regel deutlich teurer sind, doch einiges aussagte. Kurz vor mir checkte eine Mitarbeiterin einer größeren Firma ein - und bis ich an der Reihe war, kam sie aus ihrem Zimmer schon wieder zurück um auszuchecken, das Hotel entsprach nicht ihrem Standard. Nach immerhin einer halben Stunde Suche war auch meine (bereits bezahlte!) Reservierung gefunden. Aus dem mir zugewiesenen Zimmer war ich auch recht schnell wieder draußen - denn das war offenbar schon belegt: Kleidung auf dem Stuhl, Koffer neben dem Schrank. Außerdem waren wir kurz vor unserer Ankunft schon von früher eingetroffenen Kollegen vorgewarnt worden: Die Internetverbindung in diesem Hotel war nicht die beste; mit etwas Glück funktionierte das Internet gelegentlich einmal, dann sehr langsam. So verbrachte ich die vier Tage in diesem Hotel nur ganz knapp ohne Entzugserscheinungen.
Zweck unserer Reise war die Teilnahme an mehreren Konferenzen im Rahmen der SADC Industrialisierungswoche; eine der Konferenzen war eine Folgeveranstaltung zu oben erwähnter Konferenz in Johannesburg im April. Höhepunkt war am letzten Abend ein Abendessen, in der Vertreter des Privatsektors ("Captains of Industry") den Handelsministern der Region eine Deklaration überreichten und erläuterten. Dieses Abendessen wurde eröffnet vom Premierminister Swazilands - der uns freundlich vom König grüßen ließ. Überhaupt, der König: Er grüßte uns schon von überlebensgroßen Fotografien am Flughafen. In Broschüren zum SADC Gipfel wurde dargestellt, was der König alles Tolles macht. Und jedes größere Unternehmen Swazilands, das etwas auf sich hält, hat in dieser Broschüre eine Anzeige geschaltet, um dem König zu gratulieren zur erfolgreichen Durchführung des SADC Gipfels und - damit einhergehend - der Übernahme der Präsidentschaft von SADC für das nächste Jahr. Ob mich im kommenden Jahr also wohl noch weitere Dienstreisen nach Swaziland führen werden? Und ob mich der König noch einmal grüßen lässt?
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