Donnerstag, 25. August 2016

Wasser marsch!

Nach den inzwischen anscheinend doch erfolgreich abgeschlossenen Poolreparaturen (toitoitoi!) musste unser Pool wieder voll befüllt werden - Morris hatte das Wasserniveau ja ein ganzes Stück abgesenkt, um den Poolroboter-Anschluss austauschen zu können. Ich fragte unseren Gärtner Sam, wie ich den Pool neu befülle; er zeigte mir fröhlich Gartenschlauch und Wasserhahn. Ich erkundigte mich vorsichtig, ob es nicht verboten sei, den Pool mit Leitungswasser zu befüllen? Philip hatte mir das mal erzählt, in Botswana herrscht ja eine große Dürre, weswegen mit dem Leitungswasser sparsam umgegangen werden soll. Sam bestätigte das auch, meinte aber, sonst wäre unser Wassertank mit dem gekauften Gartenwasser doch gleich wieder leer ... Das hatte ich mir auch schon überlegt. Aber es half ja nichts. Und so füllten wir das Wasser aus dem Wassertank in den Pool und ich bestellte diese Woche schon wieder Gartenwasser.

Philip hatte kurz nach seinem Einzug hier schon einmal beschrieben, dass wir mehrere Wassertanks im Garten haben. Einer ist für gekauftes Gartenwasser gedacht. Amüsiert las ich gerade noch einmal, dass unsere Vermieter ihm bei der Hausübergabe prophezeiten, dass das in einem der anderen Tanks gesammelte Regenwasser ungefähr sechs Monate zum Gießen des Gartens reichen würde. Das war ziemlich übertrieben - auch, wenn wir nicht gerade den Pool auffüllen müssen, bestelle ich alle sechs bis acht Wochen Gießwasser, und das schon seit Mai. Das letzte Mal war vor zwei Wochen - aber nachdem wir ungefähr 7.000 Liter in unseren Pool gefüllt hatten, war es nun schon wieder soweit.

Mittlerweile ist das ein Routinevorgang: Ich maile Paula, unserem Gießwasserkontakt, und sie antwortet meist recht schnell und schickt in der Regel bereits am nächsten Vormittag einen ihrer Wassertrucks vorbei. Zu uns kommt immer der Truck mit "quarry water" - unsere Vermieter haben uns empfohlen, das zu bestellen. Es ist sauber und geruchslos. Als Gießwasser könnte man alternativ auch das sogenannte "grey water" bestellen - Abwasser, das wohl irgendwie gereinigt/gefiltert wurde, allerdings immer noch nach Abwasser riecht. Unsere Nachbarin scheint das für ihren Garten zu kaufen und hat mir mal sehr angeekelt erzählt, wie nach dem Gießen alles stinken würde. Wir folgen daher mal lieber der Empfehlung unserer Vermieter, auch wenn das "grey water" vermutlich billiger wäre.

Wenn der Wassertruck kommt, hält er außen an unserer Gartenmauer, hinter der sich der Tank für das Gartenwasser befindet.


Ein Arbeiter in einem zerschlissenen Blaumann klingelt, folgt mir durch den Garten, nimmt sich die von mir bereitgestellte Leiter und klettert auf unseren Tank. Er erkundigt sich routinemäßig, ob ich daran gedacht habe, den Elektrozaun auszuschalten und als nächstes wird ein dicker Schlauch von einem der Tanks auf dem Truck über die Mauer durch den Zaun in unseren Gartenwasser-Tank gelegt.


Und dann: Wasser marsch! Das Ganze dauert ungefähr eine Viertelstunde.
In unseren Wassertank passen 10.000 Liter, die ich auch immer bestelle. Er ist jedoch nie komplett leer - die untersten paar Zentimeter kriegt auch die Wassertankpumpe nicht rausgepumpt. Deswegen richtet der Mann auf dem Tank den Schlauch am Ende immer noch auf Büsche und Bäume und duscht alles in seiner Reichweite großzügig ab. Ich bilde mir ein, dass das der Teil der Befüllung ist, der ihm am meisten Spaß macht. Ich mag auf jeden Fall den Geruch der hinterher nassen Erde - das hat man hier in Botswana ja nicht so oft.

Danach regeln wir noch das Finanzielle: Eine Wassertankfüllung von 10.000 Litern kostet 700 Pula - ca. 58,- €. Ich zahle passend in bar, bekomme eine Quittung, er noch ein Trinkgeld und dann haben wir für die folgenden Wochen wieder Gießwasser. Bis Sam mich das nächste Mal darauf hinweist, dass nachbestellt werden muss.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen