Samstag, 13. August 2016

Auf dem Baobab-Planeten

Ein besonderes Hotel war für uns rund um unseren Aufenthalt in den Makgadikgadi-Pans gebucht - es nennt sich "Planet Baobab". Dass es anders ist als andere Hotels zeigte sich schon am Abzweig von der Hauptstraße: Dort war neben einer riesigen Ameisenbär-Statue auch dieses Schild angebracht:


Es soll wohl an die amerikanische Kette "Planet Hollywood" erinnern.
Die weitläufige Hotelanlage ist inmitten von ca. 8 uralten Baobab-Bäumen (Affenbrot-Bäumen) gelegen - das gibt ihr einen tollen Flair. Die Baobab-Bäume haben keine Jahresringe, daher ist ihre Datierung schwierig und nur mit der Radiokarbon-Methode überhaupt möglich - sie können aber prinzipiell tausende Jahre alt werden.


Ihre knorrigen Stämme können einen Umfang von bis zu 40m haben, das ist nur schwer vorstellbar, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Die Bäume tragen nur drei bis vier Monate im Jahr überhaupt Blätter, um sich vor Austrocknung zu schützen. In ihrem Inneren bestehen sie zu 80% aus Wasser - weshalb in trockenen Zeiten Elefanten gerne die Rinde mit ihren Stoßzähnen abmachen, um dann aus dem Inneren feuchtes Holz zu saugen. Die Früchte kann man öffnen und die Kerne lutschen - schmecken gar nicht mal so schlecht!


Für uns gaben diese Bäume dem Ort nicht nur eine schöne Atmosphäre - sondern auch ein gutes Fotomotiv bei Tag und Nacht.


Die Zimmer waren kleine Rundbungalows. Wie wir später lernten, ist die traditionelle Bauweise in Botswana rund, weil sich Schlangen, die sich in eine solche Hütte verirren, gerne am Rand halten und diesen entlang kriechen - in einem Rundbau kommen sie dann am Ausgang wieder heraus. Wir sahen zum Glück keine Schlangen. Uns diente das Hotel als Basis für Ausflüge, zum einen für die Übernachtung in der Ntetwe Pan, zum anderen für einen Bush Walk und für eine Tour durch den nahe gelegenen Ort Gweta. Außerdem nutzten wir einen freien Nachmittag dafür, noch einmal 90 km zurückzufahren in den letzten Ort Nata - denn die im Reiseführer erwähnte und in Karten eingezeichnete "moderne Tankstelle" in Gweta existierte nicht mehr, und mit unserem Schluckspecht-Auto wären wir von hier aus nicht mehr bis zu unserem nächsten Ziel nach Maun gekommen. So haben wir es auf den letzten Tropfen Sprit (Klimaanlage aus, genau 80 km/h fahren, Seitenspiegel einklappen zur Reduktion des Luftwiderstands) noch zurück in die nähere Stadt Nata geschafft. Auch eine Art Urlaubsnachmittagsbeschäftigung. Vielleicht sollten wir uns doch mal einen Ersatztank kaufen.

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