Wir hatten schon gehört, dass ein Flug über das Okavango-Delta zu den Highlights eines Besuchs in Botswana gehört. Wie praktisch, dass die meisten Unterkünfte im Delta nur per Flugzeug erreichbar sind...
Ausgangspunkt ist der Flughafen des Städtchens Maun (gesprochen Ma-uhn), dem Tourismus-Knoten der Region. Wir wussten über unseren Flug, dass es ein Charter-Flug in einem eher kleinen Flugzeug sein würde, die Gepäckanweisung lautete: Keine Koffer, nur stopfbare Taschen.
Am Flughafen fanden wir die Lounge unserer Fluglinie im ersten Stock, dort wurden wir gleich mit Namen begrüßt ("Sie müssen Familie Madelung sein"); ich bin ja schon viel geflogen, aber das ist mir bisher auch noch nicht passiert. Leider mussten wir dennoch durch die ganz normale Sicherheitskontrolle durch.
Unser Flugzeug, hier bei einem späteren Stopp, fasste Pilot und 5 Passagiere.
Außer uns bestiegen noch zwei weitere Passagiere das Flugzeug, dann ging es los. Jeder bekam einen Fensterplatz! Und dem Piloten durfte/konnte/musste man auch über die Schulter schauen:
Es war insgesamt doch recht laut, so ein Kleinflugzeug ist eben nicht so gut schallisoliert wie ein großer Jet mit Druckkabine. Aber viel zu reden gab es auf dem Flug ohnehin nicht, denn schon nach kurzer Zeit blieb uns die Sprache weg: Wir flogen über das Delta, sahen plötzlich Wasser, Inseln, Bäume, Tierpfade, dazwischen gelegentlich auch Tiere. Manchmal flog der Pilot etwas höher für die Aussicht in die Weite, manchmal etwas tiefer, so dass wir die Tiere besser erkennen konnten. Es war wunderschön.
Nach ca. 20 Minuten landeten wir - auf einer "Buschpiste"; fast jede Lodge hat hier ihre eigene Landepiste aus gepresstem Staub. Die Safariguides der Lodges müssen ein paar Minuten vor den Flugzeugen dort sein, um ggf. Tiere von der Landebahn verscheuchen zu können (wie man wohl Elefanten oder Löwen verscheucht?).
Bei unserem ersten Stopp wurden wir gleich herzlich begrüßt, unser Gepäck wurde in ein Safarifahrzeug umgeladen - und dann wurden wir gefragt, zu welcher Lodge wir eigentlich wollten (nicht dass es da große Auswahl gegeben hätte...) - so stellten wir aber zumindest fest, dass dies nicht der Standort unserer Lodge war. Und unser Pilot hatte uns nichts gesagt. Unser Flieger hatte zumindest noch nicht wieder abgehoben, und so stiegen wir wieder ein und freuten uns auf Teil 2 des Flugs, der noch einmal 20 Minuten dauerte.
Die Kwara Lodge war unsere erste Unterkunft für 2 Nächte. Als Vielflieger gehe ich an Flughäfen ja immer gerne in die Lounge. Am Flugplatz der Kwara Lodge hatte man sogar eine solche für die Gäste eingerichtet:
2 Tage nach unserer Ankunft dort hieß es leider Abschied nehmen (keine Sorge, wir werden auch noch über unseren dortigen Aufenthalt schreiben). Ein Flugzeug holte uns ab und brachte uns mit einer knappen halben Stunde Flugzeit zu unserem nächstem Camp, der Lebala Lodge, die deutlich weiter nördlich am Linyanti-Fluss liegt. So bekamen wir immerhin wieder einen aussichtsreichen Flug - diesmal deutlich mehr über trockene Landschaften.
Wiederum 2 Tage später wurden wir wieder abgeholt und es ging zurück nach Maun - mit zwei Zwischenstopps auf den Flugplätzen von Kwara und einem weiteren Camp. Insgesamt flogen wir so fast eineinhalb Stunden zurück - und waren am Ende ganz voll mit Eindrücken.
So entspannt kamen wir aus dem Urlaub fernab von Straßen, Mobilfunk, Internet o.ä. zurück, dass wir dem Piloten sogar fast die enge Warteschleife kurz vor dem Flughafen in Maun verziehen (schon interessant, dass so ein Flugzeug Kurven mit 90° Schrägstellung des Flugzeugs fliegen kann). Von Maun aus fuhren wir dann mit einer Übernachtung in Nata wieder zurück nach Gaborone.
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