Dienstag, 26. Juli 2016

Inspektor Nilpferd ermittelt - demnächst bei der Post?

Literarisch wird mit Botswana meist Mma Ramotswe verbunden, die die erste Frauen-Detektei in Botswana eröffnet. Wir hatten die Internet-Kataloge selbst schon nach weiterer lesenswerter Belletristik aus bzw. über Botswana abgesucht, leider ohne nennenswerte Erfolge. Umso überraschter waren wir, als ich von meinen Eschborner Kollegen zum Abschied den ersten Band einer weiteren Krimi-Serie geschenkt bekam, die in Botswana spielt: Michael Stanley (hinter dem sich das Autorenteam Michael Sears und Stanley Trollip verbergen) geben mit ihrem Buch "A Carrion Death" einen ganz anderen Einblick in Botswana:
Inspektor Kubu (sein Spitzname bedeutet Nilpferd auf Setswana und beschreibt neben seinem Äußeren auch seinen Charakter: ausdauernd, tödlich) arbeitet bei der Kriminalpolizei in Gaborone in einem Büro direkt am Kgale Hill - und der Fall, den er zu lösen hat, ist ein verstümmelter und nicht identifizierbarer Leichnam, der in der Wüste gefunden wird, als bereits Tiere daran knabbern. Schnell stellt sich heraus, dass der Leichnam umgebracht wurde - und es bleibt nicht bei dieser einen Leiche: Es ergeben sich Verstrickungen bis in höchste politische Kreise Botswanas, Botswanas mächtigste Firma ist beteiligt (die fiktive Botswana Cattle and Mining Company) und damit auch die hohe Politik.
Anders als in den Büchern über Mma Ramotswe geht es hier um "härtere" Themen - Mord, Erpressung, Korruption, Diamanten, viel Geld. Die Stimmung ist dunkler, das "schöne Botswana" kommt noch am ehesten über die freundliche Beschreibung und Vorgehensweise des Helden, Inspektor Kubu, heraus.
Für Botswana-Besucher eine klare Leseempfehlung - als schöne Ergänzung zu den Büchern über Mma Ramotswe! Ich habe jedenfalls festgestellt, dass es bereits mehrere Bücher über Inspektor Kubu gibt, das nächste ist bereits bestellt.

Der Blog-Eintrag war soweit schon geschrieben, da erhielt ich bei der Arbeit eine Benachrichtigung, dass ein Päckchen für uns eingegangen sei: abholbar bei einer Poststation am anderen Ende der Stadt, nach Zahlung von knapp 10 Euro Mehrwertsteuer (dankenswerter Weise keine Zollgebühren). Wir rechneten mit einem angekündigten Päckchen, das im Mai losgeschickt wurde. Als wir am Samstag dann zur Post fuhren und ein anderes kleines Päckchen abholten, war die Überraschung groß: Innenliegend war das Buch "Kubu und der Tote in der Wüste" von Michael Stanley, auf Deutsch veröffentlicht im Eichborn Verlag (!). Das Buch stand wohl jahrelang in Wallis altem Büro, zufällig hatten ihren lieben Kolleginnen es jetzt wiederentdeckt und ihr dann prompt geschickt. An das Cover konnte Walli sich sogar erinnern. Welch freudige Überraschung!

P.S.: Aus unserer derzeitigen Post-Erfahrung lernend: Wir freuen uns weiterhin über jeden Brief und jede Postkarte! Mit Päckchen haben wir leider bisher keine guten Erfahrungen gemacht: Entweder kamen sie noch nicht an oder wir mussten ordentlich nachzahlen... Vielleicht sollte Inspektor Kubu dort mal ermitteln!

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