Durch einschlägige Lektüre hatten wir die Verhaltensregeln für solche Spaziergänge ja bereits verinnerlicht: Don't run, whatever you do. Frühmorgens ging es also los, direkt von unserem Camp aus. Mit einem Gewehr bewaffnet schritt unser Führer voraus, im Gänsemarsch trippelten wir hinterher. Unser Spaziergang führte uns durch das trockene Flussbett des Limpopo River, der auch Grenzfluss zwischen Südafrika und Botswana ist.
Der Boden war sandig, ständig kamen wir an Tierspuren vorbei. Beeindruckend auch die Löcher, die Elefanten im Boden graben, um an wasserführende Schichten zu gelangen. Gelegentlich führte unser Spaziergang auch am Flussufer entlang, mal gingen wir die Böschung hoch und schlugen uns etwas abseits des Flussbetts durch den Busch oder liefen über ein Stück Savanne. Einmal fanden wir recht frische Löwenspuren, denen wir ein ganzes Stück weit folgten - ich fragte mich schon, ob unser Führer es tatsächlich darauf anlegen wollte, dem Löwen zu begegnen, aber dann gingen wir doch wieder unseres Weges.
Beeindruckend sind übrigens auch die Spuren von Elefantenherden, wenn sie auf Sand oder Erde in eine Richtung marschieren:
Wir begegneten nur wenigen Säugetieren: Ein paar Impalas sahen wir kurz, bevor sie dann doch wegrannten. Dafür beobachteten wir viele Vögel.
Zwischenziel des Spaziergangs war ein Hügel, den wir erklommen und von dem aus wir eine wunderbare Aussicht hatten.
Von dort sahen wir nicht nur das Flussbett, das wir entlanggekommen waren, sondern auch Paviane und Impalas, die dieses gerade kreuzten.
Anschließend ging es im und entlang des Flussbetts zurück zu unserem Camp. Wie schön, den afrikanischen Busch mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen!
Eine weitere Wanderung hatten wir noch gebucht und machten sie am Nachmittag des gleichen Tages - es ging zum "Eagle Rock". Wenig verwunderlich hat dieser Hügel seinen Namen aufgrund von Adlern, die dort regelmäßig brüten. Dieses Jahr haben allerdings Paviane das Nest geräubert und das Adlerküken mitgenommen - daher bekamen wir keine Adler zu sehen.
Nach einer ca. einstündigen Fahrt mit dem Safariauto (die wir gleich als weitere Safari nutzten), stellten wir es an einem markanten Baum ab und liefen los: Wieder ging unser Führer voraus und wir im Gänsemarsch hinterher. Zunächst ging es durch Savanne. Tiere sahen wir auch bei diesem Spaziergang keine aus der Nähe, dafür kamen wir an Stellen vorbei, wo vor vielen Jahren die San lebten (ein Buschvolk aus der Region). Nach einem kleinen felsigen Aufstieg hatten wir vom Gipfel des Eagle Rock eine fantastische Aussicht auf die Gegend:
Gleich am Fuße des Hügels befand sich die Biegung des ausgetrockneten Flussbetts des Motloutse River. Es war - wie auch schon beim Limpopo River - schwer vorstellbar, dass dieser Fluss nach Beginn der Regenzeit auf seiner ganzen Breite Wasser führen soll.
Wir genossen die Aussicht von dort oben eine Weile und stiegen dann kurz vor Sonnenuntergang auf leicht verändertem Weg wieder ab. Allein durch die fantastische Aussicht von oben war dieser Bush Walk ein absoluter Höhepunkt unseres Tuli-Wochenendes!
Zurück am Safarifahrzeug drehten wir noch eine Runde, grüßten einen Elefanten, der nicht weit vom Weg entfernt stand, und wurden schließlich zu unserem Camp zurückgefahren.

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