Die ersten zwei Wochen habe ich mich auf das Ankommen konzentriert: Übergabe mit der Vorgängerin, Einzug ins Haus, neuer Job, ankommen. Doch nun brauche ich einen fahrbaren Untersatz. Ein Auto, ein Königreich für ein Auto! (Möglichst ohne auch für ein ganzes Königreich zu bezahlen.)
Derzeit mache ich so etwas wie Carsharing. Ich fahre nämlich mein Dienstauto auch privat. Das wurde mir von meinem Chef für die ersten sechs Wochen erlaubt - unter der Voraussetzung, dass ich für jeden Kilometer, den ich privat fahre, 30 Cent zahle. Das ist ungefähr der Preis, den ich für die Nutzung eines Carsharing-Autos in Frankfurt gezahlt habe. Der Preis schockt mich also nicht weiter, für die gelegentliche Nutzung eines Autos in Frankfurt war das Modell ganz praktisch, ab einer gewissen Anzahl Kilometer wird es dann aber doch teuer.
Also benötige ich ein eigenes Auto. In einem Safari-Land wie Botswana sollte es ein Auto mit Vierradantrieb sein. Ein Toyota ist der Mercedes der SUVs, heißt es hier. Nissan sei wie ein VW, Mitsubishi wie ein Fiat. Nun gut. Weitere Tipps, die ich bekam: Eher kein Importauto (wegen Ersatzteilen), sondern ein in Südafrika hergestelltes Auto. Auf den Kilometerstand achten, der werde gerne manipuliert. Und ein Autohändler, der aus Japan importiere, wurde mir empfohlen, bei dem kaufen viele Kollegen.
Mit dem Fahrer des Projekts fuhr ich also los, um fachkundige Beratung dabei zu haben. Er brachte mich als erstes zu einem Laden, von dem er sagte, dass es wohl der billigste der Stadt sei. Vor dem Tor sollten wir aus irgendwelchen Gründen nicht parken. Sie hatten ein paar halbwegs passende Autos zur Auswahl. Eine Verkäuferin nannte mir Marke und Modell des Autos sowie Motorgröße und Baujahr des jeweiligen Autos - nicht jedoch den Kilometerstand. Dieser spielte für sie offenbar keine große Rolle. Die Autos waren importiert aus Japan, ziemlich dreckig und wenig vorzeigbar hergerichtet, im Innenraum eines Autos lag noch eine zerknüllte Coladose und anderer Müll. Ein Auto wollte ich mir näher anschauen: Also wurde eine Batterie und ein Starterkabel geholt, um es anzulassen - keines der Autos hatte eine funktionierende Batterie. 70.000 km zeigte der Tacho. An der Fahrertür prangte ein Aufkleber "letzte Wartung bei 130.000 km" (soviel japanisch verstehe sogar ich!). Irgendwie war man hier nicht wirklich bemüht, mir ein seriöses Auto zu verkaufen, fand ich. Also fuhren wir weiter zum nächsten Anbieter, dem von vielen Kollegen empfohlenen.
Dort hatte man ein Modell quasi genau wie ich es mir vorstellen konnte, ein Toyota Hilux Surf. Allerdings Baujahr 2000 und 160.000 km. Vielleicht doch nicht ganz ideal. Der Besitzer sagte mir, dass er in einem anderen Laden noch einen Toyota Prado habe, den solle ich mir doch anschauen. Wir wurden dorthin gefahren, der Prado hatte allerdings mehr als 200.000 km auf dem Buckel, auch nicht ideal. Daneben stand noch ein Mitsubishi Pajero. Baujahr 2000 zwar, aber nur 15.000 km auf dem Tacho und optisch in sehr gutem Zustand. Ob die 15.000 wohl stimmen mögen? Die Mitarbeiter schworen es. Ein Wartungsaufkleber auf der Abdeckung des Getriebes zeigte 110.800 km - das sei der nächste fällige Austausch des Riemens wurde mir gesagt. Ah ja. Ich wollte ein wenig nachdenken, zwei Tage später kam ich zur Probefahrt, ausgerüstet mit Gebrauchtwagenkauf-Checklisten aus dem Internet. Mithilfe einer anderen Batterie wurde das Auto angelassen, dann machte ich mich zusammen mit einem Mitarbeiter auf eine Probefahrt. Das Auto fuhr sich wirklich gut, ein wenig zog es nach links, ausbalancieren wäre also nötig. Beim Aussteigen entdeckte ich dann die Service-Aufkleber für 40.000 km - und für 110.000 km. Doch keine 15.000 km, aber das war mir eigentlich schon klar, da die Ledersitze nicht mehr ganz neu aussahen. Nachdenken.
Weiterfahren, diesmal in ein Autohaus, das ich von meinem Bürofenster aus sehen kann, das auch wie ein Autohaus aussieht. Schöne Gebrauchtwagen gab es da. Die sollten allerdings auch ein Königreich kosten. Das günstigste sollte 2,5 Mal so viel kosten wie das Auto, das ich zuvor probegefahren hatte, obwohl es 190.000 km drauf hatte und nur unwesentlich jünger war. Dafür mit "Service history". Alle weiteren Autos, jünger zwar, sollten schnell das 5- bis 8-fache kosten. Keine wirkliche Option, denn da könnte ich ja fast gleich einen Neuwagen kaufen.
Ich fuhr der Form halber noch zu den Autohäusern der Marken VW, Ford, Volvo (in einem zusammengefasst) sowie Toyota. Die Auswahl an Gebrauchtwagen war begrenzt - und teuer. Sollte ich mein Suchraster doch anpassen müssen? Im Laufe der letzten Woche schaute ich noch in einem weiteren Autohaus vorbei, doch auch dort waren die Preise kaum besser.
So fuhr ich gestern noch mal zu dem von den Kollegen empfohlenen Händler. Vielleicht hatte er ja neue Autos bekommen. Und so war es auch. Gestern aus einem Container ausgeladen. Doch dazu dann ein anderes Mal ...
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