Nachdem meine Wohnsituation ja jetzt geklärt ist (an dieser Stelle liebe Grüße aus dem Büro), komme ich zu der zweiten Frage, die mir dieser Tage oft gestellt wird: Die Frage nach meiner beruflichen Zukunft in Botswana. Ich stehe ihr tatsächlich relativ entspannt gegenüber - oder vielleicht habe ich im Moment auch einfach andere Sorgen. Meinen jetzigen Job habe ich nach mehr als acht Jahren gekündigt und werde hier bis einschließlich 21.04. arbeiten - abends steige ich dann ins Flugzeug. Von hier aus auszuloten, wo ich mich in Botswana bewerben könnte und dies zu tun, erscheint mir schlicht unmöglich. Obwohl ich theoretisch sicher Firmen googeln und erste Mails hinschreiben könnte. Mache ich aber nicht. Ich habe einen anderen Plan: Hier nun alles so gut es geht zuende bringen. Ins Flugzeug steigen. Philip wiedersehen! Einmal Luft holen, mich umschauen, und irgendwie Fuß fassen, was Orientierung / Haus / einkaufen / leben in Botswana angeht. Auspacken. Und dann schau ich mal, wie und wo das mit der Arbeit klappen könnte.
Die Chancen, ein Künstlermanagement zu finden, bei dem ich als Veranstaltungsmanagerin anfangen kann, dürften fröhlich gen null gehen. Auch meinen Einstieg ins botswanische Verlagswesen halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich muss mich also mal sortieren und ausloten, was gebraucht werden könnte, was ich bieten kann und was ich gerne machen möchte. Und hoffen, dass das zusammengeht. Und dass ich eine Beschäftigung finde, die mich auf irgendeine Art und Weise weiterbringt. Ehrlich gesagt bin ich selbst gespannt, was das werden wird. Mein Lebenslauf erscheint relativ stringent, jetzt kommt der erste richtige Bruch, sogar eine Lücke - wobei ich natürlich hoffe, dass die nicht zu groß wird. Aber hey, vielleicht ist es auch mal Zeit für einen Bruch und die Chance auf was Neues. Ich bin kein risikofreudiger Typ - und da ich mir keine Sorge um ein Dach über dem Kopf machen muss, ist mein Risiko hier natürlich auch überschaubar. Aber ich wage jetzt mal was ganz anderes. Einen Auslandsaufenthalt in Afrika hätte ich ohne Philip nie in Erwägung gezogen, inzwischen erscheint mir völlig natürlich, das mal auszuprobieren - auch wenn ich mit meinem Job hier in Frankfurt doch sehr verwachsen bin über die Jahre. Um passenderweise mit den Worten eines Kabarettisten zu schließen, den ich sehr schätze: "Natürlich kann ich dabei auf die Fresse fliegen. Na und? Schrammen sind sexy. Angstschweiß nie."
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