Eine Alltagsfrage, die uns monatlich beschäftigt, ist wie wir das Geld für unsere Miete zusammenkratzen. Das liegt nicht (nur) daran, dass wir hier gelegentlich Ausflüge / Urlaube machen. Ich bekomme mein Gehalt in Deutschland auf mein deutsches Konto; die Miete, das Fitnessstudio, die Gartenabfallentsorgung etc. wollen aber in Pula gezahlt werden. Dafür eröffnete ich bereits zu Beginn unserer Zeit hier ein Bankkonto. Das kostet umgerechnet ca. 22,60 EUR "Managementgebühr" pro Monat, Überweisungsgebühren noch nicht eingerechnet.
Um Teile meines Gehalts nach Botswana zu bekommen, könnte ich gelegentlich Geld von unserem deutschen Konto hierher überweisen. Das macht allerdings wenig Spaß. Zunächst muss ich ein Formular der deutschen Bank ausfüllen (online geht eine solche Überweisung nicht), dieses an die Bank mailen und dann dauert es ca. eine Woche, bis das Geld auf dem botswanischen Konto ist. Die Überweisungskosten betragen ca. 24 EUR pro Überweisung, außerdem gibt es einen unverschämt schlechten Wechselkurs; es heißt, dass das Geld von Euro zunächst in südafrikanische Rand umgerechnet wird, dann in botswanische Pula - jeweils mit Marge für die Bank.
Mir war schnell klar, dass ich das möglichst nicht regelmäßig machen möchte. Immerhin: Im Alltag ist das Bezahlen in Botswana stärker digitalisiert als in Deutschland, auch kleine Beträge werden hier selbstverständlich mit Kreditkarte abgerechnet. (Auf einem Markt in Südafrika konnte man sogar gleich per App bezahlt, das hatten wir in Deutschland vor unserer Ausreise so auch noch nicht gesehen.) Dank der günstigen deutschen Bank zahlen wir auch kein Auslandseinsatzentgelt, wenn wir unsere Kreditkarten hier nutzen. Und so brauchen wir Bargeld fast nur für Trinkgelder, um Sam und Patricia monatlich zu bezahlen und für die Gartenwasserbestellung.
Um Geld auf unser botswanisches Konto zu schaufeln, heben wir Geld am Geldautomaten ab und zahlen es anschließend in unserer hiesigen Hausbank ein. Das war bis vor ein paar Monaten relativ einfach, wir wussten, dass der Geldautomat unserer Bank vergleichsweise hohe Beträge ausspuckte, so dass wir vor dem Gebäude abheben und dann ins Gebäude zur Einzahlung gehen konnten. Zu berücksichtigen war (und ist) nur, dass vor fast allen Geldautomaten in Gaborone um den Monatswechsel (also nach dem "pay day") lange Schlangen sind, wenn sich viele Angestellte ihr Gehalt (teilweise) auszahlen lassen wollen. So machen wir unseren "Bank-run" meist schon Mitte des Monats, an einem Samstagmorgen.
Mittlerweile schlägt unsere Bank - wie zunehmend auch andere Banken - jedoch auf Abhebungen mit Kreditkarten anderer Banken eigene Gebühren drauf, die wir gerne vermeiden würden. Wir suchen uns nun also Geldautomaten, bei denen keine Gebühren aufgeschlagen werden - diese geben leider jedoch nicht so viel auf einmal aus bzw. in kleineren Stückelungen. Wenn wir jetzt also wissen, dass wir samstags unseren bank-run machen wollen, beginnen wir häufig schon unter der Woche, Geld abzuheben.
Am Samstagmorgen wird dann zu Hause das Geld sortiert und gezählt - und für einen Moment können wir uns dann ein wenig wie Dagobert Duck fühlen. Der größte Geldschein in Botswana hat einen Wert von 200 Pula, das sind derzeitig ca. 16,60 EUR. Oft spucken die Automaten auch noch kleinere Scheine aus - wenn wir das Geld für die Miete etc. abheben müssen, kommen also eine ganze Menge Geldscheine zusammen ...
Meine gefühlte Sicherheitslage sieht dann doch so aus, dass ich mich jedes Mal erleichtert fühle, wenn das Geld endlich auf dem hiesigen Konto eingezahlt ist. Vielleicht sollten wir doch einmal überlegen, ob es das ganze Gebühren-Vermeiden wert ist, dass wir einmal monatlich samstagmorgens unseren Bank-run machen.
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