Die Umfragefirma Gallup hat kürzlich eine Umfrage in 182 Ländern durchgeführt und nach der "gefühlten Sicherheit" gefragt: Traut man sich z.B., nachts alleine über die Straße zu gehen?, Wurde man im letzten Jahr überfallen?, etc.
Botswana hat in dieser Umfrage, nun ja, nicht allzu gut abgeschnitten. Es landete unter den zehn Ländern mit dem schlechtesten Ergebnis weltweit (genauer gesagt auf dem neuntletzten Platz). In Afrika fühlen sich die Leute nur noch in Südafrika, Gabon und im Südsudan unsicherer.
Das ist schon ein bemerkenswertes Ergebnis. Es ist wohl so, dass die Kriminalitätsrate hier in den letzten Jahren angestiegen ist, und Botswana zählt neben Südafrika zu einem der Länder mit der weltweit höchsten Ungleichheit (gemessen am Gini-Koeffizienten). Klar wurde uns schon zu Beginn unserer Zeit hier gesagt, dass wir bei Dunkelheit nicht mehr zu Fuß unterwegs sein sollten; meines Wissens nach gibt es hier allerdings trotzdem nicht so viele Überfälle wie in anderen (afrikanischen) Ländern.
So sagt der Index auch weniger etwas über die tatsächliche Kriminalitätsrate aus, als vielmehr über die gefühlte Kriminalitätsrate. Und die ist in Botswana offenbar sehr hoch. Mich wundert es nicht, dass das Gefühl so stark ist. Hatte ich schon einmal geschrieben, dass der typische Batswana die AFD wählen würde, wenn er oder sie könnte? Hier herrscht jedenfalls häufig eine rechtspopulistische Stimmung - und eines der Merkmale rechtspopulistischer Parteien ist ja das Schüren von gefühlten Sicherheitsrisiken. Kein Wunder, dass man sich dann hier irgendwann unsicher fühlt.
Das gefühlt unsicherste Land der Welt ist offenbar übrigens Venezuela, dicht gefolgt von Afghanistan. Und Deutschland fühlt sich auf Platz 31 - von oben. Das gefühlt sicherste Land ist Singapur.
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