Freitag, 8. Februar 2019

Erforscht und beobachtet: Die große Buddelei

Erwähnten wir schon, dass wir Auftragsschreiber sind? Wallis jüngster Blogeintrag zur Auswahl der Umzugsfirma war ja wie geschrieben eingefordert worden. Und außerdem wurde uns gesagt, dass wir Botswana nicht verlassen dürften, ohne nicht mindestens einen Blogeintrag zu Erdmännchen zu schreiben (wobei - wir stellten gerade fest, dass wir ja schon einmal einen Blogeintrag zu Erdmännchen 2016 geschrieben haben - na, dann gibt es eben noch einen). Voilà:

In der Woche vor Weihnachten machten wir unseren voraussichtlich letzten größeren Urlaub im südlichen Afrika, genauer gesagt in Südafrika. Nach 700 km Fahrt von Gaborone aus war unser erster Stopp beim "Kalahari Meerkat Project", einem Erdmännchen-Forschungsprojekt, das dadurch bekannt wurde, dass hier wohl mal in der Erdmännchen-Szene berühmte Filme über Erdmännchen gedreht wurden. Nach einer Campingnacht ging es am nächsten Morgen früh los: Geführt von einer Freiwilligen positionierten wir uns bereits vor Sonnenaufgang vor einem Erdmännchen-Bau. Pünktlich zum Sonnenaufgang schaute ein Erdmännchen heraus und sondierte die Lage, kurz darauf kamen die weiteren Tiere der Gruppe.


Unsere Führerin war eine Engländerin, die als Freiwillige ein Jahr lang hier forscht bzw. Forscher durch die Feldarbeit unterstützt: Jeden Morgen steht sie vor Sonnenaufgang auf, um für einige Stunden Erdmännchen zu beobachten, bis die sich gegen 10 Uhr in ihren Bau zurückziehen, weil es zu heiß wird. Wie ist ihr Sozialverhalten? Wie verständigen sie sich? Wie ist ihre Gewichtszu- oder -abnahme? All das wird dokumentiert.


An dem Morgen, an dem wir da waren, sollte ein Tier gewogen werden, das klappte jedoch nicht so ganz. Das dominante Weibchen hatte seit dem letzten Besuch bei der Gruppe zwei Tage zuvor offenbar Junge bekommen - diese blieben jedoch leider im Bau und waren für uns daher nicht sichtbar.
Dafür beobachteten wir die Gruppe, wie sie zunächst etwas Ausschau hielt, und dann zielstrebig in eine Richtung losdüste, um 50 Meter weiter damit anzufangen, im Boden nach Skorpionen zu buddeln. Es hielt sie allerdings nicht lange an einem Ort, sie zogen dabei stetig weiter.


Wir beobachteten die Erdmännchen eine Weile im Licht der aufgehenden Sonne, bis die Visite schließlich nach einer halben Stunde vorbei war. Es war ein Sonntagmorgen, da bleiben auch die Freiwilligen nicht so lange bei der Gruppe.


Unser Urlaub führte uns anschließend in den Kgalagadi Transfrontier Park, einen grenzüberschreitenden Park auf südafrikanischem, botswanischem und namibianischem Gebiet. Wir hatten uns die südafrikanische Seite vorgenommen (nachdem wir vor anderthalb Jahren schon einmal auf botswanischer Seite waren) - und wurden nicht enttäuscht. Einer der vielen Höhepunkte: Am zweiten Tag unseres Aufenthalts fanden wir zufällig eine Erdmännchen-Gruppe, die sich direkt neben der Straße aufhielt und nach Nahrung buddelte. Erdmännchen hatten wir noch nie in freier Wildbahn gesehen, ohne dass uns ein eigener Erdmännchen-Führer hingeführt hätte. Auch diese Gruppe ließ sich durch unsere Anwesenheit nicht stören und buddelte eifrig weiter - einfach süß!




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