Montag, 11. Februar 2019

Geparden-Jagd

Schon im letzten Blogeintrag zu den Erdmännchen hatten wir ja teilweise aus dem Kgalagadi Transfrontier Park berichtet, den wir in der Woche vor Weihnachten unsicher machten. Es ist ein grenzüberschreitender Nationalpark im Dreiländereck Südafrika-Botswana-Namibia, wobei wir uns entschlossen, diesmal von der südafrikanischen Seite hineinzufahren. Im Kgalagadi Transfrontier Park kann man mit dem eigenen Auto herumfahren (und bei Bedarf auch geführte Game Drives in Safari-Fahrzeugen buchen). Noch von unseren Erlebnissen in der botswanischen Sektion von vor eineinhalb Jahren geprägt, erwarteten wir im Nationalpark eher schöne Landschaften als viele Tiere. Stattdessen machten wir die erfolgreichsten selbst gefahrenen Game Drives unseres Aufenthalts im südlichen Afrika: Erstmals sahen wir ohne Guide vom eigenen Auto aus Löwen, Geparden, Erdmännchen, Hyänen, etc. Wir waren begeistert.
Sehr beeindruckt hat uns insbesondere die Beobachtung von Geparden. Den ersten trafen wir direkt neben der Staubpiste liegend an. Das allein fanden wir schon beeindruckend, so nah - und Geparden sind einfach faszinierende Tiere.


Wir warteten ein wenig ab, um zu schauen, ob er sich noch irgendwie bewegen würde. Während wir so im Auto saßen, ließen wir unsere Blicke auch in die Umgebung schweifen. Und sahen plötzlich auf einem Hügel, ca. 300m entfernt, eine weitere Katze auf der Kuppe sitzen und in unsere Richtung schauen.


Es dauerte ein wenig, dann wurden aus der einen Katze auf dem Hügel zwei, um genau zu sein zwei weitere Geparden. Sie machten sich schließlich auf den Weg nach unten.


Der Gepard neben der Straße wurde - je näher seine Artgenossen kamen - sichtlich unruhiger, und versteckte sich schließlich sogar im Gebüsch, für uns gerade noch sichtbar. Die beiden anderen Geparden kamen unablässig näher, spannten ihre Muskeln an und hielten deutlich erkennbar Ausschau nach ihm.



Sie suchten schließlich das Gebüsch ab, in dem sie den ersten Geparden richtig vermuteten. Sobald dieser erkannte, dass seine Entdeckung unausweichlich war, gab er Laute von sich, fast wie ein Maunzen - es waren wohl Unterwerfungslaute. Die beiden Geparden schlichen sich die letzten Meter an, dann stürzte sich der erste von ihnen auf den versteckten.


Das ging so schnell, dass wir das, was passierte, fast besser im Nachhinein auf dem Foto sahen als in Realität. Nach dem Sprung über den Geparden und weiterer Maunzlaute von ihm ließen die beiden dominanten Geparden wieder von ihrem Opfer ab und markierten ihr Revier direkt an dem Busch, in dem der kleinere Gepard sich versteckt hatte.


Dann zogen die dominanten Geparden wieder ab, hinauf auf ihren Hügel. Unser "erster" Gepard setzte sich wieder auf wie zuvor und es schien fast, als würde er über die vielen Autos staunen, die mittlerweile angehalten hatten, um das Spektakel zu beobachten.


Für uns war die Situation faszinierend: Selten (fast nie?) hatten wir bisher die Chance, Tiere in solcher Interaktion zu sehen. Häufig laufen, stehen oder liegen sie einfach herum - um so schöner war es für uns, dass wir dieses Erlebnis noch mitnehmen konnten.

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