Freitag, 1. Februar 2019

Die Entscheidung für eine Umzugsfirma

Als wir in Deutschland waren, sprach uns eine Freundin auf unseren Blogbeitrag zu den von uns angefragten Umzugsfirmen an, der einen Cliffhanger enthalten würde, den wir nie aufgelöst hätten. Ich habe ihn gerade nochmal gelesen und musste feststellen: Sie hat völlig Recht. Dabei bietet das Thema "angefragte Umzugsfirmen" inzwischen genug Stoff für einen weiteren Blogbeitrag. Zeit, dass ich diesen schreibe ...
Was bisher geschah: Pelo von Umzugsfirma Nummer eins kaufte mir mein altes Damenrad ab und bat mich, ihm den Preis von Philips Fahrrad, den ich nicht spontan wusste, zu whatsAppen. Das tat ich, und das war auch unser letzter Kontakt. Es irritiert mich ein bisschen, dass er zwar Raum für Raum mit seinem Tablet abfotografiert hat, es aber noch nicht mal schaffte, mir ein Angebot zu schicken. Auf der anderen Seite war er schon vom Auftreten her der Unprofessionellste, weswegen ich sein Unternehmen gedanklich eh schon ausgeschlossen hatte. Umzugsfirma eins war damit schnell raus.

Umzugsfirma vier hat es allerdings auch nicht geschafft, ohne nochmalige Aufforderung ein Angebot zu schicken. Ihr Vertreter war noch gar nicht bei uns gewesen, als ich den letzten Blogbeitrag zu dem Thema schrieb. Aber nachdem ich von mehreren Seiten hörte, dass dieses international operierende Unternehmen auch zu den besten gehörte, rief ich dort an, worauf ein junger Mitarbeiter vorbeikam, der passenderweise Kago hieß (spricht sich aus wie "Cargo" - Frachtgut). Kago war neben dem letzten Rhodesier von Umzugsfirma drei (siehe letzter Blogbeitrag zu dem Thema) der einzige, der gar keine Anstalten machte, mir etwas abkaufen zu wollen. Das fand ich gut. Er machte zwar ein paar Bemerkungen über Frauen und wie viele Schuhe sie brauchen und mutmaßte wegen des bunten Chaos in unserem Arbeitszimmer, dass wir offensichtlich Kinder hätten, aber abgesehen von diesen Kleinigkeiten kamen wir gut miteinander zurecht. Kago erkundigte sich außerdem, ob Frankfurt in der Nähe von Koblenz wäre - seine Firma hat dort ihren deutschen Sitz.
Dass ich nach seinem Besuch gar nicht mehr von Kago hörte, verwunderte mich. Zugegebenermaßen hatte er während unseres Südafrika-Urlaubs vor Weihnachten mal versucht, mich anzurufen, aber es kam weder eine Mail noch ein Angebot. Weil er sonst einen passablen Eindruck gemacht hatte, fragte ich Anfang Januar nach, worauf offensichtlich sein Chef antwortete mit Rückfragen zu unserem Umzug nach Koblenz ... irgendwie waren die Eckpunkte unserer Anfrage verlorengegangen, unter anderem der Ort. Schriftlich ließ sich aber alles klären und schließlich schrieb mir tatsächlich auch noch jemand vom deutschen Unternehmenssitz in Koblenz, der sich als zukünftiger Ansprechpartner vorstellte. Das war nett, aber tatsächlich sind mir die Fähigkeiten meines botswanischen Ansprechpartners momentan wichtiger, da ich den Eindruck bekommen habe, dass das Niveau der Umzugsfirmen hier sehr unterschiedlich ist. Und falls hier irgendwas nicht klappt, glaube ich nicht, dass irgendjemand in Koblenz groß Einfluss nehmen kann ...

Ständig in Kontakt war ich auch noch mit Lebo von Umzugsfirma Nummer drei. Lebo, die mir bereits einen Klappstuhl und unseren Campingtisch für ihr mobiles Nagelstudio abgekauft hatte. Sie hatte außerdem größeres Interesse an meinem alten IKEA-Schrank mit Nachttischchen und begeisterte außerdem noch eine Freundin für Philips großen PAX-Schrank. Auch sie kontaktierte mich während unseres Südafrika-Urlaubs wegen der Abholung der Schränke und kam dann an unserem Abflugtag in den Heimaturlaub noch vorbei, allerdings ohne jede Transportmöglichkeit. Also machte sie einfach nochmal Fotos von den Schränken und wir verschoben den Rest aufs neue Jahr.
Nach unserer Rückkehr aus Deutschland machte ich Lebo dann Terminvorschläge zur Schrankabholung, die sie zwar zur Kenntnis nahm, sich aber nicht äußerte, welchen sie nehmen wollte. Mir war dagegen schon an einem festen Termin gelegen, wir wollten ja nicht das ganze Wochenende auf Verdacht zu Hause rumsitzen. Die Kommunikation war nicht ganz einfach - würde sie bezüglich unseres Umzugs anders laufen, wenn wir diese Firma nehmen würden? Wir hatten unsere Zweifel.
Noch größere Zweifel bekamen wir allerdings, als Lebos Freundin am Sonntagmittag mit ihrem Schwager vor unserer Tür stand. Man muss dazu sagen, dass Umzugsfirma Nummer drei uns einen Spezialpreis vorgeschlagen hatte, falls unser Umzug nur das vereinbarte Volumen hätte. Heißt: Lebo hatte bei der Betrachtung unseres Hausstands ermittelt, wie viele Kisten gepackt werden müssten und welches Volumen unser Umzugsgut hätte. Das darauf basierende Angebot war besonders günstig, würde sich aber schnell verteuern, falls es doch mehr werden sollte. Tja. Lebos Freunde standen nun mit einem Pickup vor der Tür, bei dessen Anblick sofort klar war, dass da niemals zwei Schränke drauf passen würden. Der Schwager von Lebos Freundin begann mit Philips Hilfe gleich hochmotiviert mit dem Abbau des PAX-Schranks. Würde dieser überhaupt auf das Auto passen? Wir waren gespannt.

Ich rief während des Abbaus Lebo an, die angeblich das Geld für beide Schränke hätte. Dabei stellte sich heraus, dass sie in einem Café im nahegelegenen Einkaufszentrum Game City saß um auf ihre Freunde zu warten. Sie sagte, sie wären da verabredet gewesen, aber die Freunde waren nicht aufgetaucht, sondern offensichtlich direkt zu uns gefahren - vielleicht doch schon in der Annahme, dass eh nur ihr Schrank auf das Auto passen würde? Miteinander kommuniziert hatten sie nicht, weil sie kein Prepaid-Guthaben mehr auf ihren Handys hatten. Als Lebo schließlich ankam, war auf jeden Fall der Schrank ihrer Freunde schon fast abgebaut und klar, dass ihrer nicht mittransportiert werden könnte. Sie war nicht glücklich. Eine zweite Fahrt kam für sie an dem Tag nicht mehr infrage, da sie gar nicht mehr genug Geld für Benzin hätten (Lebo und ihre Freunde leben in Ramotswa, ca. 20 km außerhalb). Ich gab ihr zum Trost immerhin das Nachttischchen mit. Philip und ich staunten, wie der Schwager ihrer Freundin versuchte, den Schrank zu sichern ("Meinst Du wirklich, das kann so heil ankommen?" "Nicht mehr unser Problem ..."). Und dann fuhren sie los ...




... und kamen heil an! Zumindest berichtete uns das Lebos Freundin, als sie am Dienstag wiederkam, um Lebos Schrank abzuholen. Mit einem anderen Mann und einem anderen Auto, wo mein alter kleiner Schrank aufrecht stehend transportiert wurde. Die Ladefläche war vorher schon mit Zementsäcken und einer Badewanne beladen, die dann zur Stütze links und rechts genutzt wurden.


Was soll ich sagen - was Kommunikation im Vorfeld und Organisation des Umzugs anging, hatte ich einfach höhere Erwartungen in jemanden, der das beruflich machte. Und mein Vertrauen, dass Lebo das Volumen unseres Umzugs richtig eingeschätzt hätte, ging gleich null. Nachdem die Schrankübergabe nun vollbracht war, wartete ich noch zwei Anstandstage und sagte ihr dann per E-Mail ab. Sie hat sich nie wieder gemeldet.

Tja, und somit blieb nur noch Umzugsfirma zwei - wir ziehen jetzt mit "Mr. Move" um, ich habe dem letzten Rhodesier zugesagt. Auch hier gab es schon kleinere Minuspunkte, aber wir sind dennoch guter Hoffnung, dass diese Firma unseren Umzug am Professionellsten durchführt. Ab dem 20. Februar sind die Umzugspacker hier - wir halten Euch auf dem Laufenden!

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