Ich hatte morgens noch eine SMS unseres Stromanbieters bekommen, dass von 9 bis 16h der Strom abgeschaltet werden würde, da in der Zeit Bäume in der Nähe von Strommasten beschnitten werden sollten. Prinzipiell machte das Sinn - momentan ist ja Regenzeit, Gewitter gehen hier oft mit Sturm einher, ab und an stürzen Bäume dabei um und in Stromleitungen. Was folgt, sind Stromausfälle, denn in Botswana sind sämtliche Stromleitungen oberirdisch verlaufend und dadurch ziemlich störungsanfällig. Als ich die SMS bekam, hatte ich also durchaus Verständnis und freute mich noch über das gute Timing, war ich an diesem Tag doch eh von früh morgens bis spät abends unterwegs. Dass bei uns so ein Kahlschlag erfolgen würde, hatte ich allerdings nicht erwartet. Die Botswana Power Corporation hatte sich ohne Rücksicht auf Verluste ausgetobt - ein Teil der nicht gerade kleinen gekappten Äste war in unseren Elektrozaun gefallen. Dass dieser nicht weiter beschädigt worden war, war reines Glück.
Unser Vermieter nahm es gelassen. Er hatte entlang der Straße schon Bäume gesehen, die sich von dem rabiaten Schnitt vermutlich nicht mehr erholen, während unsere hoffentlich nachwachsen werden. Wir waren uns allerdings einig, dass einen das Stromunternehmen in einer perfekten Welt eine Woche vorher informiert hätte, damit man selbst zur Säge hätte greifen können, bevor es jemand tut, der einfach nur absäbelt ... aber wo ist die Welt schon perfekt? In den Tagen danach holte die Botswana Power Corporation immerhin den Großteil der Zweige ab.


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