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So ist es mir am Montagabend dieser Woche in Gaborone gegangen. Ich wollte Walli abholen, die aus Kapstadt zurückkam. Und da kamen mir all die Leute entgegen, das hatte schon Züge einer Stampede. (Der Duden definiert Stampede übrigens als "Substantiv, feminin - wilde Flucht einer in Panik geratenen [Rinder]herde". Das passt doch in einer Rinderzüchternation wie Botswana.) Ich überlegte kurz, dann folgte ich den Leuten, eher in einem gemächlichen Schritt, zugegeben.
Außerhalb des Gebäudes und des Vordaches sammelten sich die Menschen, einzelne kippten auch um. Ich fing an, einzelne Leute zu fragen, was denn los sei. Die erste Antwort, die ich bekam, lautete sinngemäß: "Ich bin auch erst vor fünf Minuten gekommen, da sind alle Leute losgerannt, also bin ich mal hinterher." Die zweite Antwort ging in eine ähnliche Richtung. Die dritte Person, die ich fragte, sagte mir dann, dass das ganze Gebäude gewackelt habe, und deshalb alle rausgerannt seien. Das Gebäude gewackelt? Die Flugzeuge, die hier landen, sind eigentlich nicht groß genug, um ein Gebäude zum wackeln zu bringen, sollten sie unbeabsichtigt mal mit dem Gebäude kollidieren. Und Botswana galt bisher nicht als eine Erdbebenregion.
Die Situation normalisierte sich nach ein paar Minuten, nach und nach gingen die Geflüchteten wieder ins Gebäude, so auch ich. Während ich auf Walli wartete, telefonierte ich mit meinen Eltern - die mich schließlich doch wieder aus dem Gebäude schickten; ich solle doch lieber wieder nach draußen gehen. Na gut.
Etwas später an dem Abend erfuhren wir dann, dass es sich tatsächlich um ein Erdbeben gehandelt hatte. Und ich hatte nichts mitbekommen - vermutlich trat es auf, als ich gerade noch mit dem Auto zum Flughafen fuhr; Walli war ohnehin noch in der Luft und verpasste es so auch.
6,5 auf der Richterskala, mit dem Epizentrum 229 km nordwestlich von Gaborone. Dafür, dass Botswana nicht als Erdbebenregion bekannt ist, war das doch recht heftig. 1952 hat es wohl mal ein Erdbeben mit 6,7 auf der Richterskala gegeben, ansonsten bebte die Erde hier in den letzten Jahrzehnten nie. Es gab glücklicherweise wohl nur wenige Leichtverletzte und wenig Schäden an Gebäuden; da kann man wohl in diesem Fall von Glück sprechen, dass dieses Land so dünn besiedelt ist.
Natürlich war das Erdbeben am Dienstag das Gesprächsthema Nummer eins, sowohl bei mir auf der Arbeit - als auch bei Facebook. Recht nett fanden wir dieses Bild, das die Situation hier zu treffen scheint:

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