Montag, 3. April 2017

Gastbeitrag: Drittes Drittel: Home sweet home – oder: All you can see in Gabs

Wir hatten Besuch! Friedemann und Angelika waren 2,5 Wochen in Botswana, sind mit uns gereist und haben unseren Alltag in Gaborone erlebt. Gästeblog statt Gästebuch ist nun angesagt! Hier das zweite Drittel (zur Einleitung und dem ersten Drittel geht es hier, zum zweiten Drittel geht es hier):

Drittes Drittel: Home sweet home – oder: All you can see in Gabs
Wir sind sehr dankbar für die Fantasie, die Walli und Philip entwickeln, um jeden Tag noch einen besonderen Programmpunkt hervorzuzaubern. Sie schöpfen ja gewissermaßen aus dem Leeren. Das schließt noch den kleinen Ecological Park (Leergutsammelstelle plus Restaurant plus Kinderspielplatz: ein Stern), ein gepflegtes Gartencenter (ohne Stern, aber mit Gartenrestaurant!) und mit dem Glück der Tüchtigen auch die erste Vernissage ein, von der sie in Gabs überhaupt hören, mit kleinen Einblicken in die hiesige Kunstszene. Museen sind selten, aber geschlossen, die sehenswerten Malls arbeiten wir exemplarisch ab, aber die Main Mall ist ein Must: 500 m bummeln unter freiem Himmel zwischen Nationalversammlung und Nationalmuseum vorbei an Ständen mit Geflochtenem, Gewebtem, Geschnitztem vor mehrstöckigen Häuserzeilen. Typisch auch der nationale Botanische Garten: unbesucht und liebenswert bescheiden. Die drei Chiefs in sozialistisch uninspirierter Umgebung zwischen Busch und Business brüsten sich ein bisschen sehr, aber nicht grundlos: Politisch weitsichtige und mutige Könige, für die nationale Identität von höchster Bedeutung. Zwei Höhepunkte buchstäblich: Der Kgale Hill, 300 m felsiger Aufstieg, bei schönem, also bedecktem Wetter, zuletzt auf allen Vieren zum sehr lohnenden Rundblick; Sundowner in der Sky Lounge, 19. Stock, Business District, absoluter Geheimtipp.

Und drumherum: das Mokolodi Nature-Reserve, keine halbe Stunde entfernt. Der Tierbestand scheint absichtlich soweit ausgedünnt, dass man im Norden über diesen Appetizer nicht das Staunen verlernt. Positiv denken: Schöne Landschaft, beste Pizza in Town.

Die stattliche Missionskirche von 1907 in Molepolole hat mit den Museen gemeinsam, dass sie geschlossen ist. Der Glockenturm gleicht dem Flughafen: Maßstabsgetreu verkleinert. Er ist mit seinem Glöckchen in 4 m Höhe leicht zu übersehen. Dafür ist die Ein-Sterne-Töpferei in Thamaga findbar und offen. Und auch die Weberei in Oodi ist gerade in ihrer ländlichen Schlichtheit beeindruckend.

Ende einer harmonischen Mehrgenerationen-WG, Philip zu einer Tagung, Walli, A & F zu einem Kapstadt-Trip.

„Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen ändern sich gewiss in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind.“ Wie weit Goethes dichterische Intention trägt, das warten wir ab, die Besucher und erst recht unsere lieben Gastgeber, die Residents.

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