Nachdem Philips Jahrestag nun schon fast sechs Wochen zurückliegt, bin ich heute auf den Tag genau ein Jahr in
Gaborone. Wahnsinn! Insbesondere die letzten paar Monate sind schnell
vergangen. Überhaupt stellte der Jahreswechsel 2016/2017 für mich eine Zäsur
dar: Ich nahm an, nach unserem schönen Heimaturlaub in Deutschland würde die
Wiedereingewöhnung in Gaborone schwierig werden, aber das Gegenteil war der
Fall. Irgendwie war Gaborone doch „Zuhause“ geworden, ohne dass mir das zuvor so richtig bewusst geworden wäre.
In den letzten zwölf Monaten gab es einige Höhen und Tiefen. Zu letzteren gehörte der (inzwischen eingeschlafene) „Deutsche Stammtisch“, bei dem mir nach meiner ersten Woche in Gaborone von zwei anderen MAPs Fitnessstudio oder Golfspiel als meine zwei einzigen Beschäftigungsalternativen vorgestellt wurden. (Ich spiele übrigens nach wie vor kein Golf. Mitglieder im Fitnessstudio sind wir allerdings geworden.) Da war der Stromausfall im Juni oder Juli, als Philip in Swasiland auf Dienstreise war und mir klar wurde, dass ich in diesem Land niemanden so gut kannte, dass ich ihn um Hilfe hätte bitten können. Und auch sonst gab es immer wieder Momente, in denen ich mir ziemlich alleingelassen vorkam.
In den letzten zwölf Monaten gab es einige Höhen und Tiefen. Zu letzteren gehörte der (inzwischen eingeschlafene) „Deutsche Stammtisch“, bei dem mir nach meiner ersten Woche in Gaborone von zwei anderen MAPs Fitnessstudio oder Golfspiel als meine zwei einzigen Beschäftigungsalternativen vorgestellt wurden. (Ich spiele übrigens nach wie vor kein Golf. Mitglieder im Fitnessstudio sind wir allerdings geworden.) Da war der Stromausfall im Juni oder Juli, als Philip in Swasiland auf Dienstreise war und mir klar wurde, dass ich in diesem Land niemanden so gut kannte, dass ich ihn um Hilfe hätte bitten können. Und auch sonst gab es immer wieder Momente, in denen ich mir ziemlich alleingelassen vorkam.
Aber dann ging es langsam aufwärts. Ein Meilenstein war
sicher, als ich auf dem Botschafts-Empfang zum Tag der Deutschen Einheit Heidi
kennenlernte, mit der ich mich dann recht schnell anfreundete und die viele Erfahrungen mit mir teilte. Ein paar Wochen später lernte ich mit Ruth eine zweite MAP kennen, mit der ich mich sehr gut verstand, traf mich ab und zu mit unserer Nachbarin, bekam jemanden
vorgestellt, der bei einer NGO arbeitete – plötzlich flutschte es. Anfangs
hatte ich das Gefühl, dass wir uns viel Mühe gaben, Leute kennenzulernen, ohne
dass sich daraus irgendetwas ergeben hätte – und irgendwann gaben wir uns dann nicht mehr so
viel Mühe und es funktionierte plötzlich.
Highlights waren und sind natürlich immer unsere Reisen (auch gerne mit Besuchern - auch unsere Besuche aus Deutschland waren für mich Höhepunkte!). Ich habe das südliche Afrika liebgewonnen - nicht nur Botswana, auch Südafrika und Namibia, obwohl ich von beiden Ländern bislang nur Bruchteile gesehen habe. An fast immer blauen Himmel mit Sonnenschein kann man sich ebenfalls gut gewöhnen.
Ansonsten hat sich mein Englisch in diesem Jahr sehr
verbessert. Ich habe Autofahren gelernt, organisiere unser tägliches Leben und bin
in mehreren Internet-Buchcommunities aktiv. Was ich nach wie vor vermisse sind
Familie, Freunde, Kollegen und meine Arbeit. Aber Kontakte lassen sich dank E-Mails, Skype, WhatsApp und Threema
auch über 10.000 km hinweg pflegen - das hat mich in den ersten Wochen hier gerettet. Ich habe nie
das Gefühl gehabt, dass Philip und ich „aus den Augen, aus dem Sinn“ sind; viele Freundschaften ließen sich trotz der Entfernung ganz unkompliziert weiterführen. Ich bin immens dankbar dafür. Und unsere Eltern hatten und haben sowieso immer ein offenes Ohr.
Und so kann ich sagen: Nach einem etwas holprigen Start bin ich inzwischen ganz zufrieden hier. Wir wissen noch nicht, wie lange wir insgesamt in Gaborone bleiben werden. Aber ich kann die Zeit hier im Großen und Ganzen genießen und sehe es bereits kommen, dass ich Gaborone irgendwann einmal vermissen werde. Carpe diem!
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