Vor ein paar Tagen hatte ich bereits über die hiesige Gemüsekrise berichtet - ohne zu ahnen, dass diese eine wirkliche Krise ist. Ein Schild vor einem der Gaboroner SPAR-Märkte informierte uns nun zum einen darüber, dass der Gemüsemangel System hat und zum anderen über den Verursacher: "Tuna absoluta". Das klingt verwirrenderweise nach Thunfisch, sollte aber wohl "Tuta absoluta" heißen und ist der lateinische Name der Südamerikanischen Tomatenmotte.
Dieses Viech hat sich leider nicht nur auf Tomaten spezialisiert, sondern knabbert genauso gerne an Kartoffelpflanzen. Ferner mag es Paprika und Auberginen und ist offensichtlich aus seiner südamerikanischen Heimat ins südliche Afrika eingeschleppt worden. Anscheinend werden sogar im trockenen Botswana vereinzelt Tomaten und Kartoffeln angebaut - und momentan von Tuta absoluta angeknabbert und aufgefressen. Der Großteil des Gemüses wird aber aus den Nachbarländern importiert, womit jetzt erst einmal Schluss ist: Um die weitere Ausbreitung der Motte einzudämmen, wird auf die Einfuhr der betroffenen Gemüsearten verzichtet, bis sie ausgerottet ist. Eine Bekannte erzählte, dass an der südafrikanisch/botswanischen Grenze Schilder stehen, die die Einfuhr von Kartoffeln und Tomaten untersagen. Dass die botswanischen Grenzbeamten einen Blick in den Kofferraum werfen, wenn man einreisen will, ist nichts Neues - dass sie nach geschmuggelten Tomaten Ausschau halten, schon. Ich hörte das Gerücht, dass es ein Jahr dauern sollte bis dieser Schädling so weit ausgerottet ist, dass alles wieder seinen normalen Gang gehen kann. Ein Jahr?!
Wir sind mal gespannt. Grüne Paprika gibt es nach wie vor in allen Supermärkten (vielleicht mag die Motte nur gelbe und rote?), Süßkartoffeln scheinen nicht betroffen und was Tomaten angeht, müssen wir uns wohl mit Tomatenmark und Dosentomaten über Wasser halten. Ansonsten experimentieren wir mit dem, was da ist. Heute gab es zum Beispiel Nudeln mit Rote-Beete-Soße ...

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