Missionare in Afrika - davon hört man häufiger, und mittlerweile haben wir auch ein oder zwei Familien kennengelernt, die als Missionare nach Botswana kamen und hier "hängengeblieben" sind. Nicht mehr persönlich getroffen haben wir David Livingstone, einen der ersten Missionare in Botswana bzw. im südlichen Afrika, und westlicher "Entdecker" der Victoria-Fälle. Berühmt ist der Ausspruch von Henry Morgan Stanley, der ihm nachreiste, den verschollen Geglaubten in Tansania aufspürte und mit den Worten ansprach: "Dr. Livingstone, I presume?"
Eben dieser Dr. Livingstone lebte von 1847 bis 1852 ganz in der Nähe des heutigen Gaborones. Und so machten wir uns kürzlich auf zu einer Besichtigung des Ortes, an dem er lebte, der "Kolobeng Mission". Am Eingang trafen wir einen Ranger, der zu uns ins Auto stieg und uns zu den Ruinenresten der Siedlung lotste, wo er uns alles Mögliche erklärte.
Zunächst gab es das Fundament der Kirche zu besichtigen, in der Livingstone predigte. (Anmerkung Walli: "Fundament" ist für die paar Steine ein großes Wort!) Bis in die 1990er Jahre standen zumindest noch die Außenmauern der Kirche, inzwischen ist von ihnen aber leider nichts mehr übrig.
Dann fuhren wir ca. 200m weiter zum Friedhof, der ebenfalls kaum als solcher zu erkennen war. Hier liegt neben einem Gefährten Livingstones auch seine Tochter begraben; ihr Grab ist unter der derzeit recht grünen Vegetation kaum auszumachen; es wird hier vor allem durch zwei Ameisenbauten gekennzeichnet.
Schließlich fuhren wir noch einmal 100m und kamen zum Wohn- und Arbeitshaus der Familie Livingstone, wo u.a. ein Raum als Arztpraxis verwendet wurde. Auch hier sind nur die Fundamente übrig.
Es war ordentlich heiß, wenn man so in der Sonne herumstand. Unser Führer erzählte unglaublich viel in hohem Tempo und nuschelte dabei ziemlich. Das meiste davon vergaßen wir so wohl schnell wieder.
Insgesamt fanden wir den Besuch etwas ernüchternd: Für die Geschichte Botswanas ist das sicherlich ein wichtiger und schützenswerter Ort - aber als Tourismusziel taugt er derzeit nicht so wirklich, denn zu sehen gibt es kaum etwas. Im Logbuch wurden wir dann auch als die ersten Gäste seit zwei Tagen vermerkt. Die vorgetragenen Geschichten zu Livingstone und seiner Zeit könnte man besser nachlesen (wenn man es denn täte). Hier werden wir wohl eher nicht noch einmal hinkommen.



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