Walli meinte, ich solle diesen Eintrag quasi zur Frustbewältigung schreiben, oder als Therapie. Liebe Leser, fühlt Euch missbraucht!
Es war einmal, ungefähr Anfang April letzten Jahres, zu einer Zeit, als ich bereits im neuen Heim in Gaborone campte und Walli noch in Frankfurt wohnte. Sie schickte mir damals einen Scan eines Kapitels aus einem Buch von Katrin Bauerfeind ("Hinten sind Rezepte drin: Geschichten, die Männern nie passieren würden"), in dem diese von den Sicherheitsmaßnahmen in einer Ferienwohnung in Südafrika erzählte. Walli fragte mich etwas ängstlich, ob das bei uns auch so sei. Ich las das Kapitel, fand die Sicherheitsmaßnahmen unseres Hauses recht treffend beschrieben, schrieb Walli dann verharmlosend, dass bei uns natürlich alles besser wäre - und hoffte, dass sie dieses Kapitel schnell wieder vergessen würde. Wenn man das Haus und alles erst einmal sieht, dann ist es doch meist nicht so schlimm, dachte ich (und bis heute hatten wir tatsächlich nicht mehr über dieses Buch gesprochen!).
Unser Haus hat also eine Alarmanlage, und die ist direkt verbunden mit einer Sicherheitsfirma. Diese Firma betreut Haus und Grundstück schon lange, man kann sie aufgrund der ganzen Installationen nicht einfach wechseln. Aber immerhin gilt sie als die beste solche Firma der Stadt - wurde uns zumindest bisher immer versichert (nicht nur von der Firma selbst). Ich wünschte, ich könnte ein solches Testimonial / Werbestatement für diese Firma abgeben, aber irgendwie wäre ich dazu wohl nicht bereit, wenn ich gefragt werden würde.
Glücklicherweise hatten wir bisher noch keinen Einbruch (toi toi toi), dafür aber eine Reihe Fehlalarme. Nach einem Fehlalarm, der gelegentlich mal vorkommt (vorzugsweise nachts), ruft die Sicherheitsfirma auf meinem Handy an und erkundigt sich, ob alles ok ist. Wenn ich da bin und alles bejahen kann, dann muss ich nur noch ein Passwort angeben. Dieses Passwort habe ich einmal festgelegt, als ich den Vertrag unterschrieben habe. Leider wurde es jedoch nicht ins System eingegeben; die Mitarbeiterin, bei der ich den Vertrag unterschrieben habe, hat wenig später das Unternehmen verlassen, so dass meine Emails ins Leere liefen. Wenn ich also telefonisch nach meinem Passwort gefragt werde, gebe ich es immer an, und es wird nicht erkannt. Keine wirklich schöne Situation, insbesondere wenn der Fehlalarm mitten in der Nacht passiert. Bisher konnte ich die Anrufer immer noch überzeugen, dass ich trotzdem nicht der Einbrecher bin, den sie gerade anrufen. Mittlerweile habe ich auch andere Ansprechpartner bei der Firma, so dass ich gegen Ende des letzten Jahres mal wieder einen Anlauf startete, das Passwort zu ändern. Nun scheinen manche Mitarbeiter mein richtiges Passwort sehen zu können, andere nicht.
Manchmal kommt die Sicherheitsfirma auch gleich vorbei und ruft nicht erst an. Dann benötigt man zwar kein Passwort, aber dafür kommen sie in der Regel erst eine gute halbe Stunde nach Auslösung des Alarms. Einbrecher wären bis dahin vermutlich über alle Berge. Wir dagegen befinden uns in der Regel schon fast wieder im Tiefschlaf, wenn es schließlich klingelt ...
Dankenswerterweise erstattet mir die GIZ die Gebühren für die Sicherheitsfirma. Dafür muss ich "nur" den Originalvertrag sowie die Rechnungen und Quittungen einreichen. Den Originalvertrag zu erhalten hat mich ungefähr neun Monate gekostet. Als meine Ansprechpartnerin das Unternehmen verlassen hat, hat sie offenbar unseren Originalvertrag als Andenken mitgenommen, es existierte nur ein für mich nicht lesbarer Scan des Dokuments - für die GIZ natürlich nicht akzeptabel, für die Sicherheitsfirma aber prima. Ich stellte irgendwann meine monatlichen Zahlungen ein, solange ich nicht meine Ausfertigung des Vertrags erhalten hatte. Das änderte leider auch nicht viel, denn dafür interessierte sich niemand wirklich - auch nicht, als ich erklärte, warum ich nicht mehr zahlte. Die Rechtsabteilung, kurz vor der Klage, fragte noch einmal bei mir nach, und dann kam ich doch noch einmal ein Stückchen vorwärts: Ich bekam einen neuen Vertrag.
Ein paar Reparaturen wären mal wieder fällig an unserer Alarmanlage: Die Sirene wurde zwar während unserer Zeit hier schon einmal gewechselt, hat aber offenbar bereits wieder das Zeitliche gesegnet - wir hören es also nicht mehr, wenn die Anlage ausgelöst wird, die Sicherheitsfirma bekommt aber nach wie vor Bescheid. Und das passiert gar nicht so selten, weil ein paar Bewegungssensoren defekt sind und erratisch auslösen. Vom Anruf der Sicherheitsfirma wird man immerhin sanfter geweckt als durch die Sirene. Demnächst werden wir wohl trotzdem mal wieder Reparaturen in Auftrag geben müssen. Letzte Nacht löste unser Elektrozaun zweimal Alarm aus - seine separate Sirene funktioniert offensichtlich nach wie vor sehr gut. Um 1 Uhr und 2 Uhr morgens steht man dann doch senkrecht im Bett; zum Glück waren es nur Fehlalarme. Deren Ursachen haben wir bisher noch nicht gefunden; für den Elektrozaun ist die Sicherheitsfirma aber nicht zuständig (auch wenn wir nach einer Reparatur nach einem schweren Sturm vor ein paar Wochen festgestellt haben, dass er entgegen vorheriger Erfahrungen doch mit der Sicherheitsfirma verbunden ist, sie ruft neuerdings also auch beim Auslösen des Elektrozaun-Alarms an, fragt nach dem Passwort ...). Morgen werden wir also die Elektrozaun-Firma kontaktieren (die nach wie vor mit den "best erections in Botswana" wirbt). Bis diese vorbeikommen und den Zaun reparieren, können wir ihn nicht mehr einschalten, da inzwischen jedes Mal sofort der Alarm losgeht. Praktisch, dass das Schloss zur Terrassentür sich seit vorgestern nicht mehr schließen lässt ...
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass hiesige Einbrecher a) kein deutsch sprechen und b) hier nicht mitlesen und dass wir weiterhin so wenig Sicherheits-Probleme haben wie bisher!
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