Die Veranstaltung fand in den Konferenzräumen von SANITAS statt - dem Gartenbaumarkt, der unseren Vermietern gehört. (Ja, Gaborone ist eben doch nicht so groß.) Wir versammelten uns pünklich um 9 Uhr und nach einer schnellen Vorstellungsrunde ging es los. Der Referent hatte eine große Anzahl mehr oder weniger unterhaltsamer südafrikanischer Überwachungskamera-Filmchen mitgebracht - einziger Trost war hier die Erkenntnis, dass es in Johannesburg und Kapstadt nochmal ganz anders abgeht als im beschaulichen Gaborone. Auch als der Ex-Polizist über die leider hier ebenfalls nicht ganz seltenen "smash and grab"-Vorfälle berichtete, bei denen an Ampeln / in Staus Autoscheiben eingeschlagen werden, wenn der Täter auf dem Beifahrersitz oder der Rückbank irgendwelche Wertsachen erspäht, wurde das klar: Besonders "smash and grab"-gefährdet sind wohl Brücken, die über anderen Straßen verlaufen: Hier schlagen Täter blitschnell die Scheiben ein, wenn sie was Lohnendes erblicken, springen dann von der Brücke auf die darunter verlaufende Straße, wo der Fluchtwagen bereitsteht und sind so nicht zu erwischen. Ich grübel nun seit gestern, ob es irgendwo in Gaborone oder in einer der anderen botswanischen Städte eine solche Konstruktion gibt - eine Brücke, die über einer anderen Straße verläuft - und bin mir inzwischen sehr sicher, dass nicht. Was so etwas angeht, ist das spärlich bevölkerte Botswana doch recht überschaubar!
Nichtsdestotrotz kann natürlich auch hier alles Mögliche passieren. Elektrozäune werden manipuliert, elektrische Tore mit schwerem Werkzeug ausgehebelt und wie leicht ein durchschnittliches Schloss zu knacken ist, möchte man eigentlich gar nicht wissen. Überrascht hat mich auch der große Themenschwerpunkt "car hijacking" - natürlich ist man sich im Klaren darüber, dass ein Auto geklaut werden könnte - aber während man noch drinsitzt?
Hier kam es zu einem Praxisteil, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte: Wir übten Reifenwechsel und bekamen grob erklärt, wie man den Ölstand nachguckt etc. Als ich letzteren abends hochmotiviert bei meinem Auto prüfen wollte, scheiterte ich zwar bereits am Öffnen der Motorhaube, aber das ist eine andere Geschichte ...
Auch der heutige Morgen stand nochmal völlig im Zeichen der Sicherheit: Hier kam der Experte noch zu uns nach Hause, inspizierte Haus und Grundstück und wies uns auf Sicherheitsmängel hin. Wenig überraschend riet er uns noch zu diversen weiteren Bewegungsmeldern, Alarmsystemen, Fenstergittern etc. Dass wir seine Vorschläge alle umsetzen werden, ist unwahrscheinlich. Aber es schadet ja auf keinen Fall, das Bewusstsein zu schärfen, wo die Schwachstellen sind. Das Bewusstsein bzw. die Aufmerksamkeit für die eigene Umgebung ist eh das Wichtigste, wurde uns gestern eingebläut. Zu dem Thema hier abschließend noch ein kleines Video:
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