Es ist kein Vergnügen, mit mir zu fliegen, das sehe ich ein.
Nun hat es auf unserem Rückflug nach Gaborone mal wieder Walli getroffen. Sie
nennt mich jetzt einen Flugstreber.
Flughäfen sind für mich ein notwendiges Übel zum Fliegen,
ich liebe sie nicht. Sie bedeuten eine Menge Zeit in Warteschlangen, auf langen
Wegen etc. Diese Zeit versuche ich möglichst zu verkürzen. Los geht’s also
schon zu Hause mit dem Online-Check-in: Am Flughafen ankommend geht es im Stechschritt zum Check-in;
selbstverständlich habe ich schon eine grobe Ahnung, wo in der Abflughalle ich
den Check-in Schalter finden werde. Mit dem Online-Check-in komme ich meist
schon in die kürzeren Schlangen, muss am Schalter nur noch meinen Koffer
abgeben. Zügig geht’s weiter, sämtliche Unterlagen in der Hand haltend.
Selbstverständlich weiß ich genau, an welcher Stelle ich Bordkarte, Ausweis
oder beides vorzeigen muss und halte beides bereit. Im Anmarsch auf die
Sicherheitskontrolle werden schon einmal die Hosentaschen geleert und deren
Inhalt in die Jackentaschen oder den Rucksack geleert. An den
Sicherheitskontrollen halte ich es wie George Clooney in „Up in the Air“: Nicht
hinter älteren Leuten anstellen, nicht hinter Eltern mit Kindern – am besten
hinter Japanern oder Anzugträgern, die ebenfalls effizient durch die
Sicherheitskontrolle gelangen wollen. Die Passkontrolle funktioniert
mittlerweile automatisiert schneller als persönlich. Anschließend geht es im
Stechschritt Richtung Gate – dank Frequent Traveler Status bei Miles and More
kann ich häufig noch in der Lounge vorbeischauen, eine Tageszeitung abgreifen,
ein Glas Orangensaft trinken, und mich einen Moment in den Sesseln entspannen.
Wenn ich es bis hierhin pünktlich geschafft habe, dann ist alles prima.
Ans Gate gehe ich meist eher pünktlich (Stechschritt!). Vor
dem Boarding suche ich bereits die Unterlagen heraus, die ich während des
Fluges am Sitz haben will, so dass das Einsteigen und Verstauen des Handgepäcks
schneller geht. Von meinen Mitreisenden erwarte ich das gleiche. Sobald ich
sitze, wird – bei Flügen mit Zeitverschiebung – meine Uhr umgestellt und das
Armband etwas gelockert. Während das Sicherheitsvideo abgespielt wird, ziehe
ich meine Schuhe aus. Die Flüge nach und von Afrika sind i.d.R. Nachtflüge. Ja,
ich kann im Flugzeug schlafen, wenn auch nicht immer besonders gut. Auch
hierfür habe ich meine Rituale: Noch vor dem Start wird das Ohropax
eingesteckt, während des Starts die Augenbinde angelegt (hat jemand noch eine
gute Lösung für die Ablage der Brille?). Sobald nach dem Start das
Anschnallzeichen erlischt (erkennbar an einem Ton/Pling!), wird die Sitzlehne
nach hinten gestellt und ich versuche zu schlafen. Essen und Filme sind nachrangig
zu Schlaf. Frühestens wenn die Durchsage kommt, dass der Landeanflug beginnt
und die Rückenlehne senkrecht gestellt werden muss, nehme ich die Augenbinde
wieder ab und versuche aufzuwachen.
Walli nennt mich nun also einen Flugstreber. Sie überlegt,
demnächst bei der Flugbuchung darauf zu achten, einen anderen Flug als ich zu
nehmen. Diesen Text habe ich geschrieben, während wir im Transit am Flughafen
in Addis Ababa sind – die Zeit hier will ja auch genutzt sein. Als nächstes
füllen wir den Zettel aus, den man in Gaborone bei Ankunft bei Immigration
ausfüllen und abgeben muss – wir wollen ja auch in Gaborone möglichst schnell
aus dem Flughafen herauskommen. Bis zum nächsten Flug!
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