Philip und ich wollen über Weihnachten nach Deutschland fliegen - getrennt hin und zusammen zurück; ich werde eine Woche länger im Lande sein und schon am 10.12. landen. Letztes Wochenende machten wir uns deswegen mal an die Flugbuchungen. Recherchen im Vorfeld hatten ergeben, dass Ethiopian Airlines generell günstiger ist als Lufthansa. Man fliegt nicht über Johannesburg sondern über Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, der Flug dorthin dauert fünfeinhalb Stunden und von Addis nach Frankfurt sind es dann noch einmal siebeneinhalb. So weit, so gut.
Im Vorfeld dachten wir, dass die Vergleiche zwischen verschiedenen Flugbuchungsportalen / Anbietern die meiste Zeit in Anspruch nehmen würden. Nachdem wir uns für eine Buchung direkt bei Ethiopian Airlines entschieden hatten, wollten wir eigentlich nur noch "mal eben schnell" buchen. Erstaunlicherweise war es dann aber der Bezahlvorgang, der am längsten dauerte. Als Philip seinen Flug buchte, gab es zunächst ein Problem mit seiner Mastercard: Im Zuge des Bezahlverfahrens wurde eine SMS an seine deutsche Handynummer geschickt, die nach Botswana allerdings so lange brauchte, dass er den Bezahlvorgang bereits abgebrochen hatte, als sie ankam - mit dem Resultat, dass die Karte gesperrt wurde. VISA-Karten wurden von Ethiopian Airlines aus technischen Gründen generell nicht akzeptiert - wir konnten es kaum glauben, bekamen die Fehlermeldung aber immer wieder. Philip rief schließlich seine Bank an, die schaltete seine Mastercard wieder frei und er konnte seinen Flug buchen. Ich dagegen besitze nur eine VISA-Karte. Philips Mastercard konnten wir für meinen Flug nicht nutzen, da der Fliegende entweder Karteninhaber sein oder mit dem Karteninhaber zusammen reisen muss. Ich rief meine Bank an, die aber nur bestätigte, dass mit meiner VISA-Karte alles okay sei - das Problem lag bei Ethiopian Airlines. Da es aber nach 24 Stunden immer noch nicht behoben war, buchte ich schließlich mit der Zahlungsoption "Pay at agent". Ethiopian Airlines hat hier ein Büro in einer Shoppingmall, da sollte ich den Flug zeitnah bezahlen. Zum Glück rief ich vorab an - in erster Linie, um die Öffnungszeiten zu erfahren, aber ich fragte auch, ob ich mit Kreditkarte zahlen könnte, woraufhin man mir mitteilte, dass sie gar kein Lesegerät hätten. Die Möglichkeiten wären Bargeld oder Überweisung - sie könnten mir gerne ihre Kontoverbindung mailen. Ich überlegte ein Weilchen, was mir vertrauenswürdiger vorkam: Mit ziemlich viel Bargeld in Gaborone unterwegs zu sein oder das Geld an Ethiopian Airlines Gaborone zu überweisen und zu hoffen, dass dann alles klappt. Schließlich wählte ich Variante 1.
Zum Monatsende hin sind immer sehr, sehr lange Schlangen vor den Gaboroner Geldautomaten - man sieht dann locker 20 Leute da stehen, obwohl es alleine rund um Game City sicher an die 10 Automaten gibt. Das Maximum, das man abheben kann, sind 8.000,- Pula (ca. 670,- €) - aber das längst nicht bei allen Banken und manchmal ist wohl auch einfach nicht genug Geld im Automaten oder er spuckt aus anderen Gründen einfach weniger aus. Philip und ich hoben das Geld daher im Vorfeld zusammen ab - nicht, dass ich in der Mall mit dem Ethiopian Airlines Büro an den dortigen Geldautomaten scheitern würde.
Mein Flug kostete 8039,- Pula. Der größte Geldschein hier ist der 200 Pula-Schein - ich war also mit einem richtigen Geldbündel unterwegs. Im Ethiopian Airlines Büro rief man mir nach der Begrüßung ("How are you?") fast als erstes zu, dass man aber kein Kreditkartenlesegerät hatte und dann - nachdem ich das Bargeld zückte - dass es ebenfalls kein Wechselgeld gäbe. Damit hatte ich schon halb gerechnet und das Geld daher einigermaßen passend dabei - für den 1 Pula Trinkgeld (8 Cent) bedankte sich die Mitarbeiterin dann dafür gleich dreimal bei mir ("You know, 1 Pula can make a difference!") Ich war auch beruhigt, weil mir das Büro ansonsten ganz professionell erschien und ich nicht nur eine Quittung erhielt, sondern auch gleich mein ausgedrucktes Flugticket bekam.
Und die Moral von der Geschicht? Internetbuchungen sind nicht immer zeitsparender ...
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