Am letzten Wochenende haben Philip und ich einen größeren Lebensmitteleinkauf gemacht - ganz gegen unsere Gewohnheit mal nicht im Spar-Supermarkt um die Ecke. Wir waren auch nicht auf dem Markt (danach wurde ich schon mehrmals gefragt und ich weiß immer noch nicht, ob es hier einen Wochenmarkt o.ä. überhaupt gibt - von vereinzelten Straßenständen mit Melonen abgesehen haben wir noch nichts in die Richtung entdeckt). Wir waren bei WORLD FOODS - einem Geschäft im Industriegebiet, das Philip empfohlen worden war. Bei WORLD FOODS gibt es importierte Waren aus aller Welt, in Regalen, auf Paletten, zum Teil in Kühlräumen relativ unsortiert und nicht besonders ansprechend angeordnet. In Begleitung einer Verkäuferin gingen wir durch den lagerartigen Raum und staunten.
Es ist ja schon lustig: Vor allem ich bin noch gar nicht so lange hier. Wir sind in der Hauptstadt eines Landes gelandet, in der es fast alles gibt - und auch wenn wir bisher weder Risottoreis noch getrocknete Tomaten gefunden haben, lässt es sich hier doch sehr gut aushalten. Aber dann steht man in diesem Lager und denkt plötzlich: "ROTE GRÜTZE! Aus Bad Schwartau! Nach Holsteiner Traditionsrezept!" und es ist klar, man muss sie kaufen. Obwohl man in Deutschland ja eher selten rote Grütze gegessen hat. Und umgerechnet 4,60 € schon ein ordentlicher Preis ist für 500g. (Und die rote Grütze dann noch nicht mal so doll ist, da habe ich auch gekauft schon bessere gegessen ...)
Ansonsten haben wir noch mehrere Päckchen RUF-Hefe gekauft, zum Brotbacken. Frankfurter Würstchen. Tomatenmark aus Italien. Teekanne-Pfefferminztee, der nur auf Englisch beschriftet ist und offensichtlich nur für den Export produziert wird. (An Tees konnte ich hier bisher außer Schwarzem, Grünen und Roibusch-Tee nichts finden - manchmal ist ein Kräutertee aber ja gar nicht so verkehrt.) Deutschen Senf hatten wir tatsächlich schon neulich im Spar mitgenommen, da wir keinen anderen gefunden hatten (auch wenn es mir seltsam vorkam, hier Senf aus Jüterbog / Brandenburg einzukaufen). Den hätte es da auch noch gegeben. Chilenischen Wein und halbe Käselaibe haben wir liegen gelassen, auf Eiscremes und gefrorenes Fleisch verzichtet, eine größere Vielfalt an italienischen Nudelsorten und internationalen Gewürzen bestaunt sowie Gebäckmischungen aus Deutschland. Es war schon lustig, zu merken, wie plötzlich Bedürfnisse geweckt werden - und man fast gerührt ist, wenn man deutsche Produktnamen liest.
Wir gingen ohne getrocknete Tomaten und Risottoreis - auch ein WORLD FOODS ist nicht unfehlbar. Das Sortiment wechselt, sie haben längst nicht immer alles da. Diesen Laden werden wir sicher wieder einmal ansteuern!
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