Dienstag, 7. Juni 2016

Craft Brot - wir springen auf den Trend auf

Ein Trend, den ich in Deutschland doch irgendwie verpasst habe, ist das "Craft Beer", das "Handwerksbier" bzw. Bier, das von Mikrobrauereien oder oftmals in Heimarbeit hergestellt wird. Es soll häufig besonders hochwertige Zutaten enthalten und man kann die Inhaltsstoffe selbst bestimmen.
Kürzlich las ich nun online einen Zeitungsartikel über den neuesten Trend aus den USA: Craft Brot. Nun wird also mit Mikro-Bäckereien experimentiert, und "Brot-Ingenieure" versuchen, für jeden Herkunftsort ein typisches Brot aus regionalen Zutaten zu entwickeln. Das wird bestimmt auch der nächste Trend im Brot-Land Deutschland! (Oder hat schon mal jemand von gutem Brot aus den USA gehört?)
Nun, vielleicht können wir da ja mithalten? Ahnend, dass es außerhalb Deutschlands in der Regel schwer ist, an gutes Brot zu kommen, hatten wir uns schon zu Weihnachten einen Brotbackautomaten gewünscht, mit dem man selber Brot backen kann. Los ging's noch in Deutschland mit einer gekauften Brotbackmischung - einfach, um mal zu schauen, ob der Automat auch tatsächlich funktioniert. Das tat er.
In den ersten Wochen hier, bevor der Container ankam, machte ich mich schon mal auf die Suche nach essbarem Brot. Abgesehen von Toastbrot und anderen ähnlich weichen Brotsorten war es jedoch nicht leicht, halbwegs gutes Brot zu bekommen. Im Spar in der Mall um die Ecke fand ich gelegentlich ein Roggenbrot, das einigermaßen genießbar war. In Wallis ersten Wochen entdeckten wir in einem anderen Supermarkt auch noch mal ein Brot, das schon fast wie in Deutschland schmeckte - aber beim zweiten Besuch dort gab es das schon wieder nicht mehr.
Als dann der Container da war, testeten wir unseren Brotbackautomaten noch einmal mit einer Brotbackmischung - den Transport hatte der Automat also auch gut überstanden.
Mittlerweile sind wir in das "Craft Brot Business" eingestiegen. Neben der kleinen Rezeptesammlung, die dem Automaten beilag, haben wir noch ein richtiges Rezeptbuch für Brot aus dem Brotbackautomaten mit ziemlich vielen verschiedenen Rezepten. Und zu Weihnachten bekamen wir noch ein Rezeptbuch für Brot ohne Brotbackautomaten geschenkt. Diesbezüglich sind wir nun also ausgerüstet.
Die bange Frage, die sich uns noch stellte, war, ob wir wohl alle Zutaten finden würden. Trockenhefe, die man für viele der Rezepte braucht, fanden wir aus Deutschland importiert bei World Foods. Weizenmehl (Brown bread flour) fanden wir im Supermarkt, sogar Roggenmehl gibt es zu kaufen (letzteres eher in einer Art Reformhaus/Körnerecke des Supermarkts). Bisher nicht aufzutreiben war eine Mehrkornmischung, die das Rezeptbuch empfahl. So backten wir also unser erstes Mehrkornbrot ohne Mehrkornmischung.
In drei bis vier Stunden knetet der Automat, lässt den Teig gehen, knetet wieder und bäckt, bis das Brot dann fertig ist. Zugegeben, das erste Brot sah noch nicht ganz so perfekt aus wie aus einer deutschen Bäckerei, aber es schmeckte schon ganz gut.


Ein paar Tage später wiederholten wir den Versuch - und ohne bewusst etwas anders zu machen, wurde diesmal ein recht ansehnliches Brot daraus.


In den nächsten Tagen geht es dann weiter: Ein Walnussbrot ist geplant. Diesmal sogar mit Walnüssen. Wer weiß, demnächst werden wir richtige Craft Bäcker. Und Trendsetter. Wer traut sich mal, unser Brot zu probieren?

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