Samstag, 22. Dezember 2018

Am Boden statt in der Luft

Manchmal gibt es Geschichten, die sind zu skurril, um sie sich selbst auszudenken. Viele Länder haben ja eine eigene nationale Airline, so auch Botswana - der Stolz Botswanas. Mit Air Botswana kann man nicht nur von Gaborone in die anderen größeren Städte des Landes fliegen (u.a. Maun, Francistown, Kasane), sondern es gibt auch mehrfach am Tag eine Verbindung nach Johannesburg. Wir waren betrübt, als Anfang diesen Jahres, kurz nach unserem Kapstadt-Besuch von Ende Januar, die direkte Verbindung nach Kapstadt eingestellt wurde. Hintergrund war, dass Air Botswana eine südafrikanische Airline für diese Verbindung engagiert hatte, die auf dieser Strecke unter Air Botswanas Flagge flog - und eben dieser Airline wurde von Südafrika aus Sicherheitsgründen die Lizenz entzogen. Im November hat Air Botswana die Flüge nach Kapstadt unter eigenem Betrieb wohl wieder aufgenommen, eine schöne Nachricht für uns Passagiere (ob wir es noch einmal nach Kapstadt schaffen?).
Die Sicherheit von Air Botswana gilt glücklicherweise als halbwegs gut. Leider scheint die Fluglinie jedoch nicht komplett profitabel zu sein, die botswanische Regierung sucht daher nach einem privaten Investor. Doch dafür wollte man die Airline erst einmal "aufhübschen" und bestellte drei neue, modernere Flugzeuge. Diese wurden im November ausgeliefert, und damit man nicht auf zu vielen Flugzeugen sitzt, wurden gleichzeitig drei ältere Flugzeuge verkauft. Die Flotte bestand nun also aus zwei älteren und drei neueren Flugzeugen.
Schade nur, dass man ein kleines Detail übersehen hatte: Die Piloten von Air Botswana hatten kein Training - und somit auch keine Lizenz - für die neueren Maschinen erhalten... und so ist seit einigen Wochen der Flugplan der Airline ziemlich ausgedünnt, denn drei Flugzeuge sind verkauft, und mit zwei (älteren) Flugzeugen kann man den Betrieb eines Streckennetzes, das für fünf Flugzeuge ausgelegt ist, nicht mehr aufrecht erhalten.
Außer Air Botswana fliegt glücklicherweise noch eine andere Airline, SA Express, nach Johannesburg - dieser Airline war jedoch von ca. April bis Ende August ebenfalls die Lizenz der südafrikanischen Behörden entzogen worden; mittlerweile soll sie aber wieder in Ordnung sein. Und für unseren Flug nach Deutschland in den Weihnachtsurlaub haben wir eine ganz andere Verbindung gebucht, mit der wir weder Air Botswana noch einen anderen Flug nach Johannesburg benötigen - wir fliegen mit Air Namibia via Windhoek nach Frankfurt. Mal schauen, ob das so hinhaut, wie wir uns das wünschen...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen