Donnerstag, 13. Dezember 2018

Von drauß' von Gaborone komm ich her ...

... und ja, auch hier weihnachtet es sehr! Obwohl sich die Adventszeit bei 38 Grad natürlich auch schön ausblenden lässt. Unser namibischer Adventskranz schmückt zwar unseren Esstisch, die Kerzen waren aber noch nicht an - es ist uns einfach zu warm.
Nichtsdestotrotz ist auch der Gaboroner Dezember voller Weihnachtsfeiern. Unsere erste in diesem Jahr besuchten wir im Garten der Residenz des neuen EU-Botschafters hier. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger schmiss er eine richtig große Party, die abends stattfand, auf seinem Grundstück und zu der die Gäste sogar ihre Partner mitbringen konnten. Das ließ sich fast niemand entgehen - die Party sollte um 18:30 Uhr losgehen und tatsächlich waren um diese Zeit schon einige Leute da (uns eingeschlossen). Aber wenn eine Party laut Einladung nur zwei Stunden gehen soll, ist man eben auch pünktlich.


Empfangen wurden wir mit einem Tässchen Glühwein, auf den wir schnell ein kühles Bier folgen ließen. Nach den Begrüßungsreden gab es eine Überraschung: Es wurden Weihnachtslieder gesungen! Die Mitarbeiter der EU-Botschaft hatten es sich nicht nehmen lassen, extra einige Weihnachtslieder landestypisch umzudichten, u.a. "The twelve days of Christmas". Ein Beamer warf sogar den Liedtext an die Hauswand, damit alle mitsingen konnten.

Nach den Gesangs- gab es auch noch Tanzdarbietungen (einige der EU-Mitarbeiter kommen aus Skandinavien und ließen es sich nicht nehmen, zu ABBA zu performen). Nach den Vorführungen ließ die EU mit Hilfe des Beamers für den Rest des abends den Schnee rieseln.


Auch das Büffet konnte sich sehen lassen: Neben botswanischem Essen (Pap (Maisbrei), Seswaa (zerkochtes Rindfleisch), Sorghum (Getreidebrei) etc.) gab es italienischen Schinken und italienische Salami, außerdem Käse (vermutlich auch aus Italien). Das war sehr lecker. Am nächsten Tag ging es mir leider dennoch nicht so gut, was weder an dem Mini-Tässchen Glühwein noch am alkoholfreien Bier gelegen haben kann. Glücklicherweise war ich freitags wieder fit, zur nächsten Weihnachtsfeier, diesmal von der GIZ.

Die GIZ feierte im No. 1 Ladies Restaurant, wo ich neulich erst mit der deutschen Kulturdelegation war und auch sonst gerne mal Freundinnen zum Mittagessen treffe - dementsprechend herzlich war die Begrüßung. Und auch sonst war es ein schöner Abend: Wir hatten nämlich Glück bei der Hotellotterie! Jeder Gast bekam bei Ankunft ein Los und vor dem Abendessen wurden dann Hotelübernachtungen verlost, die die GIZ-Partnerhotels in Gaborone gestiftet hatten (für jeweils eine Übernachtung zu zweit). Relativ am Anfang schon gehörte mein Los zu den Gewinnern, was mir ein bisschen unangenehm war, da ich ja keine Mitarbeiterin bin. Auf der anderen Seite mussten Ehepartner bei der GIZ-Weihnachtsfeier Eintritt zahlen (ich habe also nicht auf Kosten Eurer Steuergelder gefeiert), insofern fühlte ich mich dennoch irgendwie als rechtmäßige Gewinnerin. Und dann  gewann Philips Los auch noch! Wir waren bereits das dritte Paar, das zwei Nächte gewonnen hatte; in diesen Fällen war die zweite Nacht an einen anderen Gast weiterzugeben. Philip dürfte wählen, stellte fest, dass er ganz plötzlich viele neue Freunde hatte und gab seinen Gewinn schließlich an seinen Projektfahrer weiter, der komplett überrascht und glücklich war. Danach wurde noch gegessen und getanzt.

Und am Morgen darauf trafen wir dann noch den Weihnachtsmann persönlich! Wo man sich eben so trifft in Gaborone: in einer Shopping Mall. Er stand vor dem Drogeriemarkt und war sofort bereit, ein Foto mit mir zu machen. Davor öffnete er eine große Blechdose und ich nahm schon an, dass er eine Spende wollte - aber es waren tatsächlich Kekse drin und er bot mir einen an! Na dann: noch eine schöne Adventszeit!

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