Samstag, 17. November 2018

Von Elands und Giraffen und Teetassen und Hubschraubern

Letzten Montag erhielt ich morgens eine Einladung für eine Ausstellungseröffnung am gleichen Abend. Man muss hier spontan sein, wenn man an einem der eher seltenen kulturellen Events teilnehmen möchte! Glücklicherweise hatten wir noch nichts vor und so fanden wir uns gegen 18:00 Uhr am nach wie vor geschlossenen Nationalmuseum ein, genauer gesagt an der dortigen - geöffneten - Gallerie. Wir hatten vor gut eineinhalb Jahren schon einmal eine Ausstellungseröffnung besucht, dies war nun also unsere zweite. Diesmal gab es "San-Art" zu sehen, also Kunstwerke, die von Buschleuten aus der Kalahari erstellt wurden. Wir hatten ja schon das ein oder andere Mal Felsmalereien der San gesehen, z.B. bei einem Ausflug in der Nähe von Gaborone; und bei unserem Aufenthalt im Central Kalahari Game Reserve Ende September hatten wir einen "Bush Walk" mit San gemacht, so dass wir nun einen guten Bezug zur Thematik hatten.


Die ausgestellten Werke wurden von San aus einer Gemeinde am Rande der Kalahari erstellt, gefördert durch eine lokale Stiftung. Am spektakulärsten waren sicherlich die grell-bunten Gemälde auf Leinwand, teils großformatig, die z.B. Antilopen, Giraffen, aber eben auch Hubschrauber oder Teetassen zeigten. Darüber hinaus gab es auch zahlreiche Linoleum-Drucke.


Wichtig war für uns sicherlich der Hinweis aus dem Ausstellungsprospekt, dass ein Bild von einer Antilope in der Regel nicht nur ein Bild von einer Antilope ist, sondern die abgebildete Figur meist eine tiefgründigere Bedeutung hat, z.B. mit einem Ereignis verknüpft wird. Oder dass manche Tiere eben in der Mystik der San eine festgelegte Bedeutung haben.


Auch ohne nun für jedes Symbol eine tiefere Erklärung zu haben, half uns diese Information doch im Verständnis der Gemälde und Linoleum-Drucke. Denn wenn man so manches Gemälde sonst anschaute, war es zwar schön bunt, aber manchmal fragte man sich doch, ob es in diesem Stil nicht auch ein Kind ähnlich hätte malen können.


Wir waren dennoch begeistert, bei dieser Ausstellungseröffnung dabei sein zu können. Die Schweizer Botschaft in Südafrika (die auch für Botswana zuständig ist,) hatte die Ausstellung wohl durch Sponsoring erheblich unterstützt. Toll war, dass mehrere der Künstler anwesend waren. Sie stellten sich nacheinander vor und ihre Sprache mit Klick-Lauten wurde dankenswerter Weise auf Englisch übersetzt.


Letztlich waren wir so mitgerissen von der Stimmung, dass wir uns sogar hinreißen ließen, ein Bild zu kaufen. Nein, ein Foto zeigen wir hier im Blog nicht - das Bild könnt Ihr ja vielleicht demnächst mal bei einem Besuch bei uns in Deutschland anschauen.

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