Hier ist der Möbelkauf dagegen gar nicht so einfach. Natürlich gibt es Möbelgeschäfte, aber das meiste dürfte importiert sein und ist nicht zuletzt dadurch teuer. Billigmöbel wie von IKEA sucht man hier vergebens (wenn man sich nicht etwas von den Paletten-Schreinern am Straßenrand schreinern lässt, deren Möglichkeiten jedoch begrenzt sind), zudem sind die Möbel, die man hier zu kaufen kriegt, vom Stil eher wuchtig. Und so sind unsere Möbel hier attraktiver, als sie es in Deutschland wären und wir kriegen tatsächlich noch Geld für Sachen, die wir in Frankfurt vermutlich nur noch zum Sperrmüll stellen könnten. Zum Beispiel für die alte Korbsessel-Garnitur, die mir meine Eltern vor über 20 Jahren für mein Jugendzimmer gekauft haben. Oder für das alte Badezimmerregal, das ich von ihnen geerbt habe. Philips Nachttischlampe haben wir ebenso verkauft wie einen Satz Handtücher, den wir nicht nutzen. Und auch der praktische weiße Klapptisch, den ich meiner lieben Kollegin Sarah vor fast 10 Jahren abkaufte, wird in Botswana bleiben. Von all diesen Sachen haben wir uns am Sonntag bereits getrennt - sie waren hier nicht in ständiger Benutzung, Elke und Dieter können sie daher gerade besser brauchen als wir. Und so wurden Teile unseres Hausstandes schon durch Gaborone gefahren, teils sogar auf dem Autodach.
Was außerdem seit dem letzten Besuch meiner Eltern nicht mehr in Benutzung war: Unser Gästezimmer mit dem Bett, das Philip in seiner ersten Woche in Gaborone im März 2016 kaufte. Wir schliefen darin, bis unser Container ankam und hatten danach den Luxus, unseren Gästen statt einer Schlafcouch ein richtiges Bett anbieten zu können. Für ein Gästebett werden wir aber in Frankfurt nicht mehr ausreichend Platz haben, da wird es wohl wieder eine Schlafcouch werden - und auch jetzt haben wir hier noch eine stehen, falls also doch noch kurzentschlossener Besuch vorbeikäme, könnten wir auch den noch unterbringen. Und so beschlossen wir, unser Gätsezimmer schon mal aufzulösen - was weg ist, ist weg. Abends wurde also schon die zweite Ladung mit einem etwas größeren Auto abgeholt.
Unser Gästezimmer wirkt jetzt ziemlich verwaist - neben Bett und Regal haben wir auch gleich die Vorhänge weggegeben, denn was sollen diese noch in einem leeren Zimmer?
Trotz all dieser guten Argumente sieht das fast leere Gästezimmer nun doch etwas traurig aus und ganz kalt gelassen hat uns der Anfang von unserem Ausverkauf auch nicht. Aber fortgesetzt wird er erst Mitte/Ende Februar. Elke und Dieter haben schon weitere unserer Möbel reserviert, die wir aber noch so lange wie möglich behalten werden - unter anderem unser Bett. Was ich sehr lieb fand: Die beiden haben uns bereits jetzt angeboten, die allerletzten Tage bei ihnen zu wohnen, wenn unser Container schon weg sein wird und unser Haus leer. Und vermutlich werden wir uns bei ihnen auch gleich halbwegs heimisch fühlen, einen Großteil der Möbel kennen wir dann schließlich ziemlich gut.
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