Montag, 26. Februar 2018

Regenfreude, Regenschäden

Meine Freundin Heidi und ich versuchen, uns einmal pro Woche im Fitnessstudio zum Sport zu verabreden. Böse Zungen behaupten allerdings, wenn wir uns träfen, würden wir mehr reden als schwitzen und irgendwie stimmt das auch. Aber wir unterhalten uns zumindest auf dem Laufband und auf den Fahrrädern miteinander. Das ist immer noch schweißtreibender, als wenn wir einfach nur spazieren gehen würden - abgesehen davon, dass die Möglichkeit eines Spaziergangs in Gaborone ja nicht so wirklich gegeben ist (es sei denn, man würde diesen mit parallelem Golfspielen verbinden ...)
Auch letzten Mittwochnachmittag waren Heidi und ich verabredet und hatten Glück: Wir kamen beide im Fitnessstudio an, bevor ein kräftiges Gewitter runterging. Als wir uns umzogen, hörten wir bereits den Regen aufs Dach trommeln. Recht bald ging auch das Licht aus, es war nur noch eine Art Notbeleuchtung an, was aber nicht so schlimm war, trotz düsterem Himmel war es schließlich hell. Als wir die Umkleide verließen, sahen wir, dass sich im Foyer eine große Menschentraube gebildet hatte, die sich durch die Glaswand am Regen erfreute - dachten wir auf den ersten Blick, Pula wird hier schließlich immer sehnlichst erwartet. Tatsächlich beobachteten die Leute auch den Regen, allerdings nicht draußen, sondern drinnen. Am Rand des Poolbereichs regnete es an einigen Stellen augenscheinlich völlig ungehindert durch die Decke. Ab und zu fielen Stücke der die Decke verkleidenden Rigipsplatten hinunter - entweder direkt in den Pool oder sie zerbrachen daneben.


(Oben an der Decke sind nicht etwa geplante Lüftungsschächte zu sehen - bevor es regnete, war dort eine durchgängig weiße Deckenverkleidung ... Die Fotos habe ich erst gemacht, bevor ich gegangen bin, sonst würde man es durch die Schächte regnen sehen.)


Da das Ganze nur den äußersten Poolbereich zu betreffen schien (der längst geräumt worden war), gingen Heidi und ich in den ersten Stock, wo wir feststellen mussten, dass Laufbänder, Fahrräder und Crosswalker - also alle Fitnessgeräte mit elektronischen Anzeigen - ausgeschaltet worden waren. An mehreren Stellen standen Eimer, hier tropfte es durch die Decke - kein Vergleich zu dem wahren Regen am Rand des Poolbereichs; so richtig schön war es allerdings trotzdem nicht. Die elektrischen Fitnessgeräte wurden zwar bald wieder angeschaltet, was uns aber aufgrund der Nässe im Gebäude nicht ganz geheuer war. Wir entschieden uns schließlich für etwas Krafttraining, wurden unserem Ruf aber sonst gerecht und machten an diesem Tag wirklich kaum Sport. Wenn ein paar Meter weiter Teile der Decke runterkommen, ist man einfach nicht so motiviert ...

So war ich etwas früher zu Hause, was ziemlich gut war. Es hatte zwar nicht reingeregnet - was bei starkem Regen immer mal passieren kann; eine nicht repräsentative Umfrage in unserem Freundeskreis hat ergeben, dass es eigentlich bei jedem mal mehr oder weniger reinregnet ...
Dafür stand unser elektrisches Tor offen. Sperrangelweit. Wenn man hinter einer hohen Mauer lebt, auf der ein Elektrozaun installiert ist, ist ein wer-weiß-wie-lange-schon offenstehendes Tor kein besonders vertrauenserweckender Anblick. Auf der anderen Seite war ich vorgewarnt: Vor ein paar Monaten, bei einem anderen schweren Gewitter, hatte Philip plötzlich gemerkt, dass unser Tor ohne unser Zutun aufging. Und zu. Und auf. Und zu. Es war wie Tennis. Wir standen beide in der Küche und sahen unserem offensichtlich kurzschlussbedingt verrücktspielenden Tor zu und mich tröstete alleine der Gedanke, dass bei dem Sauwetter nicht unbedingt mit einem Einbruch zu rechnen sei. Schließlich reagierte das Tor wieder auf die Fernbedienung an Philips Schlüssel und blieb zu. Nun hatte es offensichtlich in unserer Abwesenheit wieder Tennis gespielt - und war dann einfach offen stehen geblieben. Großartig. Immerhin konnte ich es mit meiner Fernbedienung nach mehrmaligem Draufdrücken doch noch schließen. Nachdem Philip heimkam, gab es dann allerdings völlig den Geist auf. Inzwischen ist klar, dass der Motor des Tores komplett ersetzt werden muss - an einem sonnigen Tag, denn nass werden sollte der neue Motor nicht während des Einbaus.

Starkregen in Botswana - ein seltenes und aufgrund der hiesigen Dürre sehr willkommenes Ereignis, auf das Häuser, Tore und Fitnessstudios aber trotzdem nicht gut genug vorbereitet sind ...

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