Mittwoch, 8. November 2017

Ein neues Haustier

Ich hatte mir nun schon seit einiger Zeit ein neues Haustier gewünscht. Gollum, das kleine Kätzchen, das uns Anfang des Jahres zugelaufen war, mussten wir ja leider abgeben, obwohl sie uns sehr ans Herz gewachsen war. Wallis Tierhaarallergie und unsere häufigen Ausflüge waren keine gute Kombination, um ein solches Haustier langfristig glücklich zu machen.
Ich wünschte mir also eine Ergänzung zu unserem Elefanten und den Nilpferden, und zwar in Form einer Giraffe. Ja, einer Holzgiraffe - und ganz klein sollte sie auch nicht sein. So hielt ich immer wieder die Augen offen. In Botswana sucht man solches Kunsthandwerk leider vergebens. Im September sahen wir in Namibia ein paar Holzgiraffen, doch die waren mir in der Regel deutlich zu teuer.
Bei einem Kollegen entdeckte ich kürzlich recht schöne Exemplare und fragte ihn, wo er sie herhabe. Der Johannesburger Flughafen scheint eine gute Quelle zu sein - nur steht gerade keine (Dienst-) Reise dorthin an. Als wir letzte Woche nun wieder in Namiba unterwegs waren, ergab sich eine günstige Gelegenheit, als wir an einem Markt mit Holz-Kunsthandwerk vorbeikamen. Und in der Tat fanden wir dort ein preislich akzeptables Modell, das uns beiden gefiel. Hier wurde es gerade eingepackt:


Als nächstes mussten wir es über die Grenze nach Botswana bringen. Grenzübergänge sind hier doch häufig etwas "komplex" (über einen Grenzübertritt nach Südafrika hatten wir hier schon einmal geschrieben). Und so bibberten wir auch dieses Mal, ob wir die Giraffe durch den Zoll bringen würden - immerhin war sie ja nicht zu übersehen. Nach fast allen Formalitäten auf namibischer Seite hielt uns im Niemandsland zwischen den Grenzposten ein namibischer Polizist an, schaute ins Fahrzeug und fragte mich dann, wer denn der "große da hinten" sei. Ich antwortete: "Das ist mein Schwiegervater!" (der auf der Rückbank saß, mit der Giraffe zwischen ihm und meiner Schwiegermutter). Es stellte sich heraus, dass der Polizist eher das liegende Exemplar der Giraffe meinte ...
Wir kamen schließlich einfacher als befürchtet über die Grenze, und nach langer Fahrt über den Trans-Kalahari-Highway auch wieder in unserem Heim in Gaborone an. Noch nicht ausgewickelt, lehnte ich die Giraffe vor der Haustür an; leider wurde sie gleich von einer Windböe umgeblasen und verletzte sich im Gesicht. So mussten wir mit Holzleim kurz darauf eine Schönheitsoperation durchführen.


Sie sieht jetzt wieder aus wie (fast) neu und schmückt unser Wohnzimmer. Bisher wollte sie noch nicht so viel gestreichelt werden wie Gollum...

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