Vor wenigen Tagen sind meine Eltern zurück nach Deutschland gereist. Sie waren unsere fünften Gäste in Gaborone - wenn wir sie doppelt zählen, sie haben uns nämlich auch schon vor einem Jahr besucht. Besuch zu haben ist immer schön. Zum einen haben wir hier ja ein großes Haus mit viel Platz, so dass man sich nicht auf die Füße tritt (auch wenn Friedemann und ich seinerzeit einen Engpass in der Küche festgestellt haben), zum anderen kommen unsere Besucher ja immer auch, um zu reisen und wir haben die Gelegenheit, Botswana und die Nachbarländer mit ihnen neu oder noch einmal anders zu erleben. Und das ist jedes Mal großartig!
Aber auch in und um Gaborone gibt es tatsächlich immer noch Neues zu entdecken. Petra war der einzige Gast, mit dem wir den Weg zum Gaborone Dam per Boot zurücklegen konnten; mit ihr habe ich außerdem den besten Eiskaffee der Stadt entdeckt. Mit Geno und Ali war ich das erste Mal bei den Matsieng Footprints, nach Stammesglauben eine Art Wiege der Menschheit. Meine Eltern und ich haben vor zwei Wochen tatsächlich das Briefmarkenmuseum von Gaborone besucht - schon seine Existenz (die ich bis zuletzt angezweifelt hatte) ist ein Kuriosum, nachdem es in Gaborone nur zwei Museen gibt, und das andere (das Nationalmuseum!) seit gut anderthalb Jahren auf unbestimmte Zeit geschlossen ist ... Und Angelika und Friedemann waren eh voller Pioniergeist und haben nicht locker gelassen, bis wir die Weberei in Oodi fanden (die ich so allen nachfolgenden Gästen vorführen konnte).
Meine Freundin Ruth ist der Meinung, ich könnte mein Wissen über die Sehenswürdigkeiten in und um Gaborone langsam mal schriftlich für die Nachwelt zusammenfassen, wir sind nämlich schon wesentlich mehr rumgekommen als sie und die meisten anderen aus unserem Bekanntenkreis. Und das verdanken wir vor allem unseren Besuchern, durch die wir immer mal wieder neue Pfade einschlagen.
Auch autofahrtechnisch haben mich unsere Besucher weitergebracht. Als meine Eltern letztes Jahr kamen, fuhr ich das erste Mal ohne Philip an meiner Seite und nachdem ich sie zum Flughafen gebracht hatte, auch das erste Mal ganz alleine. Mit Angelika und Friedemann traute ich mich zum ersten Mal auf gänzlich unbekannte Strecken auch mit dem großen Auto und machte - von den beiden angefeuert - auch noch meine ersten Offroad-Erfahrungen in Mokolodi. Mit Geno und Ali fuhr ich die 335 km zum Khama Rhino Sanctuary innerhalb von zwei Tagen hin und zurück, ohne mich mit Philip abwechseln zu können. Mit Petra und dem zweiten Besuch meiner Eltern kamen keine weiteren bemerkenswerten Autofahrerfahrungen hinzu, was aber einzig daran lag, dass ich inzwischen ziemlich viel fahre. Dafür war mein Vater zugegen, als ich das erste Mal eine Autoreparatur organisierte. Und meine Mutter empfing den Mechaniker, als er das reparierte Auto eine Dreiviertelstunde vor der vereinbarten Zeit zurückbrachte und ich wie in einem schlechten Film gerade eingeseift unter der Dusche stand.
Angelika und Friedemann lernten während ihres Besuches unser ehemaliges Katzenpflegekind Gollum kennen, das damals schon zu meiner Freundin Heidi umgezogen war, während mein Vater und ich in diesem November dreimal bei unserer Nachbarin auf Rattenjagd gingen (ohne dass sich das Vieh währenddessen auch nur ein einziges Mal gezeigt hätte). Auch der Gaboroner Alltag hält die ein oder anderen Herausforderungen bereit, die nicht nur uns, sondern auch unseren Gästen in Erinnerung bleiben werden. Und so schicke ich zum Abschluss dieses Blogbeitrags herzliche Grüße an diejenigen, die schon bei uns zu Gast waren - und möchte für alle anderen nochmal festhalten: Wir freuen uns über Besuch in Gaborone!
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