In diesem Jahr haben wir viel erlebt. Von einigen Erlebnissen haben wir in diesem Blog bereits erzählt, möchten 2017 zum Jahresende hin aber trotzdem noch ein wenig Revue passieren lassen.
Nachdem 2016 im Zeichen des Umzugs nach und der Eingewöhnung in Botswana stand, sind wir dieses Jahr so richtig in Gaborone angekommen, wissen inzwischen, wie unser botswanisches Leben funktioniert und konnten uns einen Freundeskreis aufbauen. Und wir haben uns Zeit genommen, zu reisen und Botswana bzw. das südliche Afrika zu erkunden – ziemlich oft sogar. Mehrmals konnten wir das mit liebem Besuch tun: Angelika und Friedemann, Geno und Ali, Petra sowie Brigitte und Franz (letztere bereits zum zweiten Mal!) haben sich Zeit genommen, bei uns in Gaborone vorbeizuschauen, was uns immens gefreut hat! (Und wir freuen uns natürlich immer über weiteren Besuch!) Aber auch zu zweit und mit hiesigen Freunden waren wir gelegentlich unterwegs und sogar allein sind wir ab und an gereist. Walli hat im Februar im namibischen Damaraland im Rahmen eines Freiwilligenprojekts eine Mauer gebaut, um Wassertanks vor durstigen Wüstenelefanten zu schützen, Philip führten seine Dienstreisen u.a. nach Johannesburg (oft), Windhoek und Eschborn/Feldafing. Er bedauert es, dass sich noch keine Dienstreise nach Mauritius oder die Seychellen ergeben hat – aber auch bei den bisherigen Zielen konnte Walli ihn ein paar Mal begleiten und etwas „First Lady“-Programm absolvieren (allein und selbstorganisiert). Die Stempelsammlung in unseren Pässen wächst (ja ja, als „Expat“ achtet man auf so etwas). Wenn wir mit dem Auto reisen, haben wir seit September nun auch immer einen bequemen Schlafplatz dabei: Nach langem Abwägen haben wir uns ein Dachzelt geleistet, mit dem wir die einsamen Ecken des Landes überhaupt erst bereisen können – und mit dem wir an der ein oder anderen Stelle auch nicht mehr in teuren Lodges übernachten müssen. Neben dem sehr schnellen und einfachen Aufbau hat solch ein Dachzelt eine richtige Matratze und der Nervenkitzel ist, verglichen mit dem Camping in einem Bodenzelt, etwas geringer: Falls ein Raubtier nachts auf dem Campingplatz umherstreift, fühlt man sich doch sicherer. (Dies ist uns jedoch leider(?!) noch nicht passiert.) Apropos Auto fahren: Dass Walli erst 2016 nach vielen Jahren der Abstinenz wieder mit dem Autofahren angefangen hat, merkt man heute gar nicht mehr, sie düst jetzt durch Gaborone und weite Fahrtstrecken können wir uns teilen, das macht die Urlaube deutlich angenehmer (mindestens für Philip).
2017 wurde aber auch gearbeitet. Vor allem von Philip. Er hat mehrere neue Mitarbeiter eingestellt, sich dem Teambuilding gewidmet und zu hören bekommen, dass die Atmosphäre in seinem Projekt mindestens seit 2013 nicht mehr so angenehm gewesen sei. Nachdem er in den letzten Jahren in alle möglichen Länder gereist ist, um Projektfortschrittskontrollen durchzuführen, war er in diesem Jahr erstmals Leiter eines Projekts, das einer Projektfortschrittskontrolle unterzogen wurde. Neue Erfahrungen, die gut gelaufen sind, aber Zeit, Kraft und Mühe gekostet haben. Glücklicherweise war er mit dem Ergebnis recht zufrieden, hat sich aber auch in Demut geübt, denn es ist doch leichter, ein Projekt zu evaluieren als es zu managen ...
Auch Walli hat neue Erfahrungen gesammelt: Von April bis Ende September hat sie bei einer NGO Wirtschaftsunterricht für benachteiligte botswanische Jugendliche und junge Erwachsene gegeben, was ebenfalls mit Herausforderungen verbunden war. Sie hat dabei vermutlich ebenso viel gelernt wie die Jugendlichen (allerdings mehr über die botswanische Denkweise als über Wirtschaft) und hofft, den Unterricht im Februar 2018 mit einer neuen Gruppe fortsetzen zu können. Von August bis September hat sie sich außerdem mit dem Gaboroner Immobilienmarkt beschäftigt und den firmeninternen Mietspiegel der GIZ aktualisiert. Seit Oktober bloggt sie noch mehr als vorher und schreibt unter www.romanregal.de über Literatur – denn ein Tag ohne mindestens ein halbes Buch gelesen zu haben ist für sie mittlerweile ein schlechter Tag. Ansonsten frischt sie ihr Französisch in einem Kurs beim französischen Kulturinstitut auf und widmet sich der Organisation des alltäglichen Lebens, von A wie Automechaniker rufen bis Z wie Zahltag von Haushaltshilfe und Gärtner. Über Langeweile können wir uns also beide nach wie vor nicht beklagen und gehen davon aus, dass das auch 2018 so bleiben wird.
Nicht immer ist es einfach, so weit weg von Deutschland im Ausland zu leben. Das gilt nicht nur (aber natürlich auch), wenn wir uns wie so häufig mal wieder wünschen würden, Euch, unsere Freunde und Familie, öfters sehen zu können. Dieses Jahr war die große Entfernung für uns besonders schwierig, als es Philips Vater gesundheitlich sehr schlecht ging; wir sind froh, dass sein Zustand inzwischen stabiler ist und er sich zumindest etwas Lebensqualität zurückerobern konnte.
Was wird wohl im nächsten Jahr passieren? Philip wird sein momentanes Projekt zu Ende bringen und ein Folgeprojekt starten. Walli plant, Vorlesepatin für zwei Kinder von Philips Kollegen zu werden, damit diese mehr deutsch hören und sprechen. Ein verlängertes Wochenende in Kapstadt ist für Januar geplant, die südafrikanische Garden Route wird hoffentlich im März erkundet. Kleine Berichte aus unserem Alltag, Bilder von unseren Reisen und was es sonst noch Neues gibt, werdet Ihr weiterhin hier auf unserem Blog finden.
Wir wünschen Euch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein glückliches und gesundes 2018! Und freuen uns, die Feiertage in Deutschland zu verbringen – auch wenn die Zeit mal wieder zu schnell vergehen wird, aber das tun Urlaube ja meistens und Heimaturlaube sind da keine Ausnahme, im Gegenteil. Wie schon bei den letzten Heimaturlauben werden wir wohl auch diesmal leider nicht genügend Zeit haben, alle lieben Menschen zu sehen, die wir gerne sehen würden; müssen dafür aber Besuche bei Zahnarzt, Optiker und Friseur einplanen … Wir hoffen dennoch auf ein baldiges Wiedersehen mit möglichst vielen von Euch – oder dass wir zumindest mal wieder mit Euch sprechen können, sei es via Telefon, Skype oder WhatsApp. Nur die Post von und nach Botswana können wir Euch als Kommunikationsmittel mit uns weiterhin nicht ans Herz legen, denn die befördert Postkarten, Briefe oder Päckchen auch gerne mal länger als sechs Monate.
Schöne Feiertage und alles Liebe!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen