Donnerstag, 30. November 2017

Kulturkontraste

Wir sagen ja immer wieder, in Gaborone sei nichts los. Stimmt ja auch. Oder liegt es nur daran, dass es nicht ganz einfach ist, herauszufinden, was gerade los ist? Wir stellten jedenfalls am vergangenen Freitag fest, dass es selten ist, dass wir bei einer abendlichen Veranstaltung sind, die kein Essen involviert. (Freitag war also ein ereignisreicher Tag hier, wenn man die Vereidigung des neuen simbabwischen Präsidenten und den Black Friday mitzählt.)
Für diesen Abend hatten wir Karten für "The President's Concert" im Maitisong Theater (quasi der Kulturinstitution hier). Der Veranstaltungsort war die Aula / das Theater einer internationalen Schule.
Schon die Ankunft auf dem Gelände fühlte sich besonders an und brachte gute Laune: Auf Treppenaufgängen, Dächern etc. standen an verschiedenen Stellen mehrere Musiker, die einfach auf ihren Instrumenten (Saxophon, Geige, Trompete) vor sich hinspielten und so die Zuschauer auf das Konzert einstimmten. Welch eine klasse Idee, den Veranstaltungsgästen nach einer langen Arbeitswoche die Möglichkeit zu geben, sich so langsam einzuhören!
Uns erwartete ein Abend der Kontraste:


Es spielten
  • eine Jazz-Combo, teils mit Gesang ("It has to be Jazz")
  • ein klassischer Chor ("Gaborone Youth Singers")
  • ein Saxophon-Ensemble mit mehr als sieben Saxophonisten ("Botswana Society for Jazz Education")
  • eine Marimba-Gruppe mit bis zu 12 Marimbas unterschiedlicher Größe ("Maru-a-Pula Marimba Band")
  • eine traditionelle Tanzgruppe ("Mogwana Traditional Songa and Dance Group"). 

Das war eine unglaubliche Abwechslung an Klängen und Darbietungen: Kaum hörten wir smoothen Jazz, spielte als nächstes die Marimba-Band und gab alles:


Zwischen den einzelnen Performances trugen zwei Rezitatoren Lyrik vor - die auch fast wie Musik klang, uns jedoch nicht wirklich in Erinnerung blieb.
In der ersten Hälfte hörten wir den klassischen Chor noch stimmgewaltig hinter einer Leinwand - es ertönte eine bekannte Passage aus Carmina Burana von Orff. In Afrika erwartet man so etwas nicht unbedingt. Nach der Pause sang ein Tenor eine Arie aus einer italienischen Oper (die wir leider nicht identifizieren konnten) und wurde schließlich noch vom Chor unterstützt.
Dazwischen performte immer wieder die traditionelle Tanzgruppe - selbst in der Pause gab sie auf dem Hof eine veritable Show ab. Wir sind uns recht sicher, dass wir sie im September schon einmal beim Dithubaruba Festival gesehen haben - umso schöner, dass wir hier noch einmal die Gelegenheit hatten. Wilde akrobatische Tanzeinlagen wechselten sich mit rythmischen Teilen ab: Da wurde gestampft, gesprungen, getanzt - mit kassettenartigen Manschetten an den Beinen, die beim Auftreten scharrend klangen, mit anderen Manschetten an den Beinen, die als Trommeln verwendet wurden - es war ein Fest!


In der zweiten Hälfte waren dann fast alle Gruppen gleichzeitig auf der Bühne, reihum traten sie auf, zum Finale dann auch mehrere Gruppen zusammen, wie z.B. die Marimba-Gruppe mit der Tanzgruppe.


Wir kamen sehr beschwingt aus dem Konzert, waren ein wenig stolz, dass wir es entdeckt hatten (und auch noch drei befreundete Paare zum Mitkommen überreden konnten), und waren glücklich über diesen eindrucksvollen Start in ein erholsames Wochenende.

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